Kreativität …

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… braucht nicht viel. Etwas Draht und ein paar Alltagsgegenstände. Voilà!

Bei dem habe ich aber einen laaangen Moment gebraucht: das sind Zäpfchen, die Strohhalme ziehen – wer ist als nächstes dran?

Viel mehr solche .

Preparation H sind übrigens Hämorrhoiden-zäpfchen. Die gab es bei uns auch lange. Dabei habe ich mich immer gefragt: Was ist mit den Präparationen A-G passiert? 🙂

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Die falsche Anwendung (9)

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Mann in der Apotheke:

„Benützt meine Frau die richtig?“

zeigt eine Packung Zäpfchen gegen den Husten … und imitiert das einreiben auf der Brust …

(Zäpfchen-) Frage des Tages

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Mutter in der Apotheke: „Mein Kind hat Fieber. Wie lange lasse ich das Fieberzäpfchen drin, bevor ich es wieder rausziehe?“

Zäpfchen bleiben drin. Darum haben sie -im Gegensatz zu Tampons- auch keinen Faden zum zurückholen dran.

Ausnahme: Manche Zäpfchen gegen Hämorrhoiden, aber auch dort ist die Schnur nicht zum wieder rausholen gedacht, sondern, damit das Zäpfchen nicht zu weit reinrutscht.

Deutliche Worte

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Ein Patient bekommt auf Rezept Paspertin Zäpfchen verschrieben.

Man schreibt es an: 1 Zäpfchen alle 6 Stunden einführen.“

Er bekommt die Zäpfchen und geht.

Wenig später ruft der Patient zurück und fragt: „Wie nehme ich das?“

Apotheker: „Man führt es rektal ein.“

Er sagt „Ok.“ und hängt auf.

Ein paar Minuten später ruft er wieder an und fragt: „Was heisst rektal?“

Der Apotheker erklärt es ihm: „Das bedeutet in ihren Anus / After.“

Er sagt „Ok.“ und hängt wieder auf.

Und ruft zurück.

Patient: „Also: Was muss ich tun?“

Der Apotheker erklärt ihm: „Legen Sie sich hin, ziehen sie die Beine an und stecken sie sich das Zäpfchen in den Arsch.“

Das war dann wohl deutlich genug!

Mehr über

Die falsche Anwendung (5)

Thema heute: Zäpfchen (mal wieder)

selbst erlebte Geschichte von einem Professor im Studium:

Patientin: „Ich benutze diese Zäpfchen jetzt seit einer Woche und mein Hintern ist wirklich rot und offen.  Ich frage mich: ist das eine Nebenwirkung der Zäpfchen?“

Apotheker: „Kann ich mal sehen, was für welche sie haben?“

Patientin zeigt sie ihm

Apotheker: „Nein, dieses Medikament sollte den Enddarm nicht reizen oder Schmerzen verursachen.“

Der Apotheker erklärt der Patientin noch mal die korrekte Anwendung der Zäpfchen.

Patientin: „Oh. Man nimmt den silbernen Überzug ab?“

Apotheker: „Ja! Ja, das ist Alufolie!“

Patientin: „Das könnte der Grund sein, warum das schmerzt“

Eine Woche später kam die Patientin noch mal vorbei und informierte den Apotheker, dass sie die ganze Folie jetzt ausgeschieden hat …

Oh mein Gott! (oder OMG, wie es im Web heisst)

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Telefon einer Kundin (mit schreiendem Baby im Hintergrund): „Mein Kind schreit wie am Spiess seit ich ihm die Fieberzäpchen gegeben habe, die ich bei Ihnen gekauft habe!“

Apothekerin: „Was für welche?“

Kundin: „Vicks.“

Apothekerin: „Vicks?? Sind sie sicher? Da gibt es aber keine Zäpfchen, ..“.

rasches Überlegen, was es sein könnte… „…meinen Sie vielleicht diese blauen Bonbons?“

Stille am anderen Ende der Leitung. Dann: .. Das sind keine Zäpfchen? Oh …“

(!)

Ja, „Oh“, Wer einmal Vicks blau Bonbons gehabt hat, weiss dass sie viel Menthol enthalten – das ist das, was im Mund so stark kühlend wirkt. Im Enddarm müsste ich das allerdings auch nicht haben – kein Wunder schreit das Baby! Sie musste das Teil dann im Spital entfernen lassen – bis es sich von selbst gelöst hätte wäre es seeeehr lange gegangen.

Das stammt übrigens nicht aus der Apotheke in der ich arbeite, aber ich habe es erster Hand von der Pharma-assistentin, die das in der Apotheke, wo sie vorher gearbeitet hat mitbekommen hat. Sie hat mir übrigens auch versichert, dass die Kundin das kaum erhalten hat, weil sie Fieberzäpfchen verlangt hat, viel eher hat sie es selbst aus dem Gestell genommen.

Selbstmedikation durch unwissende kann auch sehr schief gehen!

Alles über Zäpfchen

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Der etwas seltsame Titel erklärt sich dadurch, dass es ein Bedürfnis zu sein scheint, mehr Info über dieses sensible Thema zu erhalten, auf jeden Fall habe ich sowohl auf dieser, als auch auf der offiziellen Apothekenhomepage immer wieder dementsprechende Suchanfragen.

Darum hier also alles, was ich über Zäpfchen sagen kann:

Zäpfchen (auch Suppositorien genannt) gehören in den Enddarm /After. Das gilt auch für Zäpfchen gegen Ohrenschmerzen und auch für Zäpfchen gegen Husten (ehrlich!).

Vaginalzäpfchen (oder Ovula) gehören natürlich in die Vagina – daher der Name. Sie sind auch von der Form her runder (s. rechts im Bild oben).

Der Vorteil von Zäpfchen ist dass man Magen und Darm umgeht. das heisst sie sind besser, wenn einem so schlecht ist, dass man nichts schlucken oder bei sich behalten kann oder für Kinder, die ja auch noch keine festen Formen schlucken können. Sie sind z.T, auch besser Magenverträglich, was bei manchen Schmerzmitteln ein Problem sein kann.

Offensichtlich sind Zäpfchen bei Erwachsenen oft nicht sehr beliebt – es sei denn für Personen aus gewissen südlichen Ländern, da ist die Akzeptanz dafür besser.

Zur Anwendung:

  • Falls möglich, sollte der Darm leer sein, bevor sie ein Zäpfchen einführen, also gehen sie gegebenenfalls vorher auf die Toilette.
  • Direkt vor der Anwendung nehmen Sie das Zäpfchen aus der Verpackung (die Folie muss entfernt werden)
  • Um das Einführen zu erleichtern, können Sie die Zäpfchen vorher mit den Handflächen erwärmen oder ganz kurz in heißes Wasser tauchen
  • Verwenden Sie keine Cremes, Salben oder Öle als Hilfsmittel zum leichteren Einführen, da dies die Wirkung des Zäpfchens verringern könnte, etwas Wasser ist dagegen ok.
  • Führen Sie das Zäpfchen tief in den After (Analkanal, Enddarm) ein; Sie sollten es nicht mehr spüren. Das können Sie auf der Toilette im Sitzen machen oder in Seitenlage liegend.
  • Führen Sie das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran ein! Das sieht zwar unlogisch aus, ist aber tatsächlich besser und angenehmer, weil der Schliessmuskel dann verhindert, dass es wieder herausrutscht.  (Ich habe bei Junior beide Methoden probiert, für ihn ist Methode stumpfe Seite nach vorne wirklich angenehmer, da quengelt er nur halb so lange)
  • Hämorrhoidenzäpfchen sollten Sie nur soweit in den After einführen, dass Sie das Zäpfchen noch mit dem Finger ertasten können
  • Waschen Sie sich gründlich die Hände

Tipps zum Einführen von Zäpfchen bei Kindern

  • Sprechen Sie zunächst beruhigend auf Ihr Kind ein, damit es keine Ängste vor dem Zäpfchen entwickelt
  • Legen Sie das Kind seitlich, und drücken Sie die angewinkelten Beine leicht in Richtung Brust  (bei Babys geht es auch gut in Rückenlage).
  • Führen Sie das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran tief in den After des Kindes ein
  • Drücken Sie die Pobacken des Kindes nach dem Einführen des Zäpfchens für einen kurzen Moment leicht zusammen

Aufbewahrung/Lagerung von Zäpfchen

Lagern Sie die Zäpfchen bei einer Temperatur unter 25°C – wenn Sie in warmen Ländern Urlaub machen, muss man besonders aufpassen, weil die Zäpfchen sonst schmelzen.

Zäpfchen teilen ist meist keine gute Idee, weil schwierig durchzuführen und auch die Verabreichung wird nicht einfacher. Besser ist es, sich die richtige Dosierung verschreiben/geben zu lassen.

Falls man es doch einmal machen muss: die Zäpfchen sollten Zimmertemperatur haben (aus dem Kühlschrank splittern sie), dann mit einem angewärmten Messer der Länge nach halbieren (wegen der Wirkstoffverteilung).

Über die richtige Anwendung – Zäpfchen

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Es ist unglaublich wichtig, dass man die Patienten über die Anwendung ihrer Medikamente richtig informiert. Das ist etwas, was ich immer wieder betonen muss bei meinen Mitarbeitern. Grundsätzlich darf man nichts, aber auch gar NICHTS als gegeben annehmen.

Wenn der Arzt auf dem Rezept aufschreibt, wie oft pro Tag eine Tablette geschluckt werden muss, so gehört das auf eine Etikette auf die Medikamentenpackung. Wenn es wichtig ist, ob vor, mit oder nach dem Essen auch.

Aber damit ist es noch nicht getan.

Offensichtlich genügt es nicht, wenn auf eine Packung entzündungshemmender Schmerzzäpfchen steht „3 mal täglich 1 Zäpfchen „.

Besser schreibt man: „3 mal täglich 1 Zäpfchen einführen“

Das einführen ist hier so hervorgehoben, weil es immer wieder vorkommt, dass Patienten versuchen, die Zäpfchen zu schlucken. Ich wette fast jeder Apotheker hatte schon einen Patienten, der zurückkam und reklamierte, er „könne diese Dinger nicht schlucken, sie sind zu gross!“ … oder „die schmecken so wachsig!“

Damit nicht genug habe ich schon von einem gehört, der Zäpfchen verschrieben bekommen hat gegen Ohrenschmerzen. Und jetzt raten sie mal, wo er die einführen wollte. Genau. Er kam dann zurück und meinte: „die Dinger sind zu gross für meine Ohren, gibt es die auch eine Nummer kleiner?“

Also sollte man am besten auf die Etikette schreiben: „3 mal täglich 1 Zäpfchen in den After einführen“ – aber irgendwo finde ich hat es Grenzen und das letzte grenzt an Patienten-bevormundung. Hat der Patient denn nicht auch irgendwo eine gewisse Eigenverantwortung für seine Gesundheit? Da gibt es schliesslich auch noch die Packungsbeilage wenn einem etwas seltsam vorkommen sollte.

Übrigens: bei Vaginaltabletten frage ich zur Sicherheit immer nach, ob die Patienten auch wissen, wo sie hingehören.

Ich werde noch einen Post machen, wo die korrekte Anwendung beschrieben ist.