Wer zahlt?

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Um die Mittagszeit (zu der wir – da eine der wenigen, die offen haben- immer sehr beschäftigt sind) kommt eine Stammkundin mit einem Rezept. Frau Slozny*. Ich sage jetzt Stammkundin, auch wenn ich sie tatsächlich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen habe. Sie ist eher der komplizierte Typ und wir mussten schon diverse Male etwas abklären für sie oder spezielle Bestellungen direkt (nicht von unserem Grossisten) kommen lassen. Machen wir nach Möglichkeit alles. Ich denke nur manchmal ist den Leuten nicht ganz bewusst, wenn sie Extrawünsche haben, was da alles dahintersteckt.

Jetzt bringt sie also ein neues Rezept, ein Dauerrezept und hüpft schon ungeduldig von einem Bein zum anderen, während ich die Medikamente zusammensuche und anschreibe. Dabei fällt mir auf, dass wir ein Medikament nicht hier haben und dass ihre Krankenkassendaten, nicht mehr aktuell sind. Sie war seit Ende letztem Jahr nicht mehr hier …

„Haben Sie mir noch ihre neue Krankenkassenkarte?“ frage ich sie deshalb.

Frau Slozny: „Oh … ich habe im Moment keine Krankenkasse …“

Das ist sehr seltsam, denn in der Schweiz ist es obligatorisch, dass man zumindest eine Grundversicherung hat. Und mit obligatorisch meine ich: gesetzlich vorgeschrieben. Dafür kann auch jeder und jede sich versichern lassen (sogar wenn man illegal hier wäre).

Frau Slozny: „… Aber Sie können das über die Unfallversicherung nehmen: ich brauche das, weil ich ein wiederauftretendes Problem habe, das stammt noch von dem Unfall von 2012.“

Ich schaue im PC und sehe, dass da ein Kommentar ist von wegen der Unfallversicherung: der Unfall von 2012 gilt laut letzter Auskunft vor einem Jahr als abgeschlossen. Das haben sie uns das letzte Mal mitgeteilt, als wir etwas darüber abrechnen wollten, weshalb ich das dann über die Krankenkasse machen musste.

Pharmama: „Das kann ich versuchen- aber dann brauche ich vorher einen neuen Unfallschein von Ihnen dafür. Und das eine Medikament, das nicht von der Grundversicherung übernommen wird, wird auch nicht von der Unfallversicherung übernommen, das müssen sie sowieso selber bezahlen. Ich würde vorschlagen, Sie bezahlen das im Moment alles zusammen und können dann nachher in Ruhe abklären, wie das aussieht wegen der Versicherung.“

Damit ist Frau Slozny widerstrebend einverstanden. Sie hat aber nicht genug Geld dabei und bezahlt und nimmt erst mal nur einen Teil mit– sie will morgen vorbeikommen und den Rest beziehen, respektive alles zahlen.

Am nächsten Tag macht sie das Ganze noch etwas komplizierter, indem sie meine Kollegin überredet, dass wir das jetzt schon über die Unfallkasse abrechnen sollen (ohne die dafür nötigen Unterlagen zu haben). Meine Kollegin gibt dann den bestellten Teil tatsächlich ab, ohne dass die Frau bezahlt… und darf dafür grad auf ein neues Rezept noch ein paar Katheter bestellen.

Aus kaufmännischer Sicht bin ich nicht erfreut.

 

Als sie die Katheter abholen kommt habe ich sie wieder (oder sie mich) … und ich poche auf die Bezahlung der Produkte … auch der schon abgegebenen. Wie gesagt: Damit ich das einer Versicherung abrechnen kann brauche ich den Nachweis der Versicherungsdeckung. Und es liegt in ihrer Verantwortung mir das zu bringen.

Sie bezahlt das bisher bezogene eher widerstrebend.

Frau Slozny: „Ich brauche aber noch mehr vom Rezept. Könnten Sie nicht schauen, dass sie für die neuen Sachen von der SUVA die Bestätigung bekommen? Ich habe das schon angemeldet, sie sagen da ganz sicher zu.“

Pharmama: „Ich kann nachfragen – (für Stammkunden machen wir wirklich viel). Haben Sie mir noch ein paar Angaben? Wie ist das genaue Unfalldatum? Ihre Adresse stimmt noch mit Wollaustrasse 12?“

Frau Slozny: „Ah, nein. Da wohne ich nicht mehr. Und ich gehe in einer Woche für ein paar Monate nach Moskau. Ein Sprachaufenthalt.“

(Nun – das könnte die Erklärung sein für die fehlende Krankenkasse: sie hat sich abgemeldet. Das kann man bei längerem Auslandaufenthalt … es stellt sich nur die Frage, wie viel Sinn das macht, vor allem wenn man sie dann doch braucht, wie nun offensichtlich.)

Pharmama: „Oookay – wie sind Sie erreichbar?“

Frau Slozny: „Ich habe auch keinen Telefonanschluss mehr. Aber sie können mich via mail erreichen.“

Nachforschungen der Pharmaassistentin ergeben später: Bei der SUVA wurde der Fall tatsächlich neu angemeldet, aber … das ist auch das Problem: das dauert etwas, bis der Fall bearbeitet wird und dann bestätigt. Das geht länger als die eine Woche.

Also Rekapitulation: Die Frau hat keine Krankenkasse (mehr). Die Unfallkasse hat den Fall eben erst (wieder) neu bekommen und stellt noch keine Bestätigung aus. Ab nächste Woche ist die Frau nicht mehr in der Schweiz – und auch sonst ist sie schwer erreichbar.

Ja, tut mir leid, aber da gibt es nur eins: es wird auch weiterhin bis zur Bestätigung alles gleich in der Apotheke bezahlt, sonst gebe ich nichts ab. Rechtlich ist das auch so: der Patient muss mir den Nachweis seiner Versicherung bringen – ich muss das nicht gratis abgeben. Was gut ist, denn mit den Kathetern wären das fast 500 Franken.

Per mail – eine andere Kontaktmöglichkeit haben wir nicht von ihr – informieren wir sie darüber. Sie ist zwar nicht sehr erfreut, aber es bleibt ihr nicht viel übrig. Wenn sie noch die Krankenkasse hätte, würde ich das erst mal darüber machen, aber so kann ich das ja auch nicht. Wenn sie das zum Geld sparen gemacht hat, hat sich das jedenfalls nicht ausgezahlt.

(Wird fortgesetzt).

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Unfallträchtig

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unfalliste

Es gibt schon Leute, die sind etwas … unfallträchtig. Aber wenn ich bei diesem Patienten in der Kommentarhistory schaue … das ist jetzt der vierte Unfall innert fünf Jahren. Was macht der??

Wir wissen es nicht. Nur selten bekomme ich in der Apotheke Unfallbeschreibungen zum Beispiel auf Formularen zu sehen.

Dabei bin ich ja persönlich der Überzeugung, dass es fast keine Möglichkeit gibt, eine kurze Unfallbeschreibung so zu halten, dass sie nicht (unfreiwillig) komisch ist. Ob es daran liegt, dass man auf den Formularen für Unfallmeldungen keinen Platz hat, oder daran, dass man sich möglichst offiziell ausdrücken will, oder daran, dass uns (mir) eine gewisse Schadensfreude inneliegt … ich glaube ich habe noch keine Unfallbeschreibung gesehen, die ich nicht … irgendwo amüsant fand.

Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass ich weiss, dass es einigermassen gut ausgegangen ist … immerhin steht die Person ja vor mir. Und es bedeutet auch nicht, dass ich da nicht empathisch bin. Unfälle sind nie gut.

Aber versucht Euch mal an so einer Unfallbeschreibung, entweder mit einem eigenen Unfall – oder mit der Beschreibung aus dem Unfall bei uns in der Apotheke unten. Ihr habt aber nur Platz für Maximal 3 Sätze oder 15 Worte.

Wir haben eine Bürotüre aus Glas. Die ist in 99% der Fälle offen. Dieses eine Mal war sie es nicht, denn jemand musste ein Gespräch führen, bei dem sie nicht gestört werden sollte. Um die Sache kurz zu machen: Meine Kollegin brauchte in der Zeit etwas aus dem Büro. Sie war am Bedienen an einem Kunden, hatte ein Rezept in der Hand und war beim laufen so darauf konzentriert, dass ihr die geschlossene Tür nicht aufgefallen ist – bis sie direkt hinein gelaufen ist und sich dabei die Nase aufgeschlagen hat. Ergebnis: zum Glück nicht gebrochen, aber kleine Platzwunde, die angeschaut werden musste. Eventuell auch eine geringe Hirnerschütterung.

Es geht ihr wieder gut. Wir haben Massnahmen ergriffen, dass das möglichst nicht mehr passiert.

Und jetzt ihr!

Merken

So funktioniert das nicht

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Die Patientin kommt mit einer Frage betreffend der Krankenkassen-Abrechnung, die sie bekommen hat – speziell, weil sie etwas (mehr) selber zahlen muss, als sie gedacht hat. Ich schaue das an. Krankenkassenabrechnungen sind ja furchtbar unverständlich geschrieben und zeigen leider nur die Gesamtsummen und nicht um was es genau geht, was sehr Kundenunfreundlich ist, denn wir müssen den Krankenkassen alle und jede Info was, wann, wieviel weitergeben und die kürzen das dann auf einen Gesamtpreis, der schlecht zuordnenbar ist.

Ich schaue bei uns im System nach, was das war (Spezialverbandsmaterial) und ich erkläre ihr, wie das funktioniert mit Grundversicherung, Franchise, Selbstbehalt und Zusatzversicherung und dass ich hier in der Apotheke bei den Sachen über die Zusatzversicherung nicht genau sagen kann, wieviel die Krankenkasse davon übernimmt.

Bei dem Produkt hat sie, da sie die Franchise schon erreicht hat, zwar „nur“ noch einen Teil zahlen müssen, allerdings mehr als die 10% Selbstbehalt, die bei Grundversicherungsprodukten gelten, eben weil es ein Artikel ist, der nur von der Zusatzversicherung übernommen wird.

„Und wenn ich das über die Unfallversicherung nehme? Da hat man doch keinen Selbstbehalt?“

„Die übernimmt sowieso nur Sachen, die sonst über die Grundversicherung gehen. Nichts von der Zusatz.“

„Oh. Okay.“

Sie steht und überlegt.

Schliesslich:

„Ich habe vor ein paar Tagen ein Pflaster bestellt und geliefert bekommen. Ich brauche das nun doch nicht. Kann ich das zurückbringen?“

Bei Medikamenten hätte ich gleich gesagt: Nein. Auch aus gesetzlichen Gründen. Bei einem Pflaster …

Ich schaue im Computer nach. Besagtes „Pflaster“ ist noch eines von diesem Spezialverband für schlecht heilende Wunden und über 100 Franken teuer und musste extra bestellt werden … Und die „paar Tage“ stellen sich als 3 Wochen heraus.

„Nur … zum entsorgen.“ Ich erkläre ihr das.

„Oh … ich dachte damals, ich könnte noch ein solches brauchen. Aber jetzt …“

Tut mir leid.

Die Sache bewegt mich natürlich. Als sie weg ist, schaue ich nochmals in ihr Dossier und sehe eine Kommentarspur … man hat das damals beim ersten Mal auf ihren ausdrücklichen Wunsch – und nach unserem Hinweis, dass das kaum so geht – versucht via Unfallversicherung abzurechnen. Ja, sie hat einen Unfallschein, wo diverse andere Medikamente abgerechnet wurden.

Das hat nicht funktioniert, wurde komplett zurückgewiesen und musste dann doch via Zusatzversicherung abgerechnet werden… wo sie (nach dem, was ich bis jetzt gesehen habe) etwa 50% selber zahlen muss. Also CHF 50.-

Die Abrechnung kam (wegen der Verzögerung / dem Umweg über die Unfallkasse) erst jetzt und in der Zwischenzeit hat sie dann noch ein Pflaster bestellt.

Mir ist schon klar, was ihr Gedankengang war: Das Pflaster wird ja übernommen. Das lasse ich mir geben, kann ich vielleicht noch irgendwann brauchen …

Auch ein Lernprozess. Bei manchen geht das nur via Geldbeutel.

 

Mit meinen Mitarbeitern muss ich an der nächsten Teamsitzung besprechen, dass das wirklich so ist: die Unfallversicherung zahlt nur SL-Produkte. Da nützt es auch nichts, wenn das der Wunsch vom Patienten ist, dass das da drüber geht. Die einzige Ausnahme, die ich mir vorstellen könnte, wenn es einen Kostenvoranschlag gäbe, eine schriftliche, die vom Arzt beantragt und von Kranken- oder Unfallkasse bestätigt wurde.

Mit dem Auto in die Apotheke (die andere Variante)

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Hoppla! In Breitenbach, Solothurn ist heute eine Lernfahrerin mit dem Auto in der Apotheke gelandet. Eigentlich wollte sie nur davor parken, dann hat sie die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Verletzt wurde zum Glück niemand, aber der Schaden beträgt ein paar 10’000 Franken.

Quelle:

Wer wissen will, wie die Apotheke sonst aussieht, .

Zensierter Unfallschein

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Ich bin absolut für Datensicherheit und Privatsphäre, aber … irgendwie denke ich, es geht etwas zu weit, wenn Sie den unteren Teil des Unfallscheins aus dem Grund abtrennen.

Jetzt haben Sie mich neugierig gemacht, was da wohl draufsteht, das ich nicht sehen soll.

🙂 …

Und weil ich dabei an die (wirklich gute) Mobiliar-Werbung mit ihren Unfallbeschreibungen denken musste:

hier der / ein Teil davon wurde animiert – sehenswert!

Wenn einer eine Reise tut … die gesundheitliche Seite

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Das wichtigste ist natürlich, dass man Tickets, Pass, Geld und ev. Visa hat – den Rest kann man sich im Notfall unterwegs besorgen.

Aber: Wer wirklich vorbereitet sein will, muss auch die gesundheitliche Seite betrachten.

Impfungen zum Beispiel – die sollte aktuell sein für die Reise – und manchmal braucht es zusätzlich welche. Für manche Länder ist zum Beispiel die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.
– eine gute Seite mit Infos über Länder, Krankheiten, Impfungen, Malaria und mehr um sich vorzubereiten ist z.B.

Praktisch jede Apotheke hier kann – wenn man sich nicht selbst informieren will, im Internet auch kompetent Auskunft geben über benötigte Impfungen und Malariaprophylaxe.

Dann die Medikamente:
Man sollte unbedingt die Medikamente mitnehmen, die man auch regelmässig nehmen muss.
Zu beachten ist aber: Nicht alles, was bei uns erlaubt ist, darf man auch in andere Länder mitnehmen. Leider gibt es dafür keine Listen online, da hilft im Zweifel nur selbst anfragen bei der Botschaft des Landes. Siehe auch hier: Medikamente auf Reisen.
– es hilft sicher, eine ärztliche Bescheinigung mitzuführen für die Medikamente, die man regelmässig nehmen muss. Speziell gilt das auch für Spritzen, die man ins Flugzeug mitnimmt (Insulin, Epi-pen).

Für Reisen in abgelegenen Gebieten empfiehlt es sich auch ein Antibiotikum als Notfallmedikation mitzunehmen – das braucht allerdings, wie die Malariamedikamente ein rezept vom Arzt.

Für Betäubungsmittel gibt es Extrabestimmungen – sogar für Reisen innerhalb Europas im Schengenraum. Noch vorsichtiger muss man damit in Übersee sein.

Und was, wenn in den Ferien etwas passiert und man ins Spital muss?
Die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse (oder die Unfallversicherung) zahlt bei Krankheit (oder Unfall) bis das Doppelte dessen, was der Arzt oder die allgemeine Abteilung im Spital im Wohnort gekostet hätte.
In Europa genügt das in der Regel, bei Reisen in Übersee, speziell Amerika, Japan und Australien riskiert man jedoch, dass man einen ziemlich grossen Teil der Behandlungskosten selbst zahlen muss (v.a. die USA sind da unglaublich teuer). Für dies lohnt sich eine Zusatzversicherung – wenn man die nicht schon hat – da gibt es auch solche, die man nur für die Dauer der Reise bekommt, die wirklich günstig sind (um die 30-40 Franken für eine Familie für 3 Wochen). Dafür sollte man vorher bei der jeweiligen Krankenkasse nachfragen – oft ist der Abschluss der Versicherung auch online möglich.

Zusammenfassend:

  1. Information über das Reiseland, benötigte Impfungen, Malariarisiko und Prophylaxe entweder im Internet oder in der Apotheke – oder man geht gleich ins nächstgelegene Tropeninstitut – wo auch Ärzte sind , die gleich Impfen und Rezepte ausstellen können.
  2. Gang zum Arzt: Verschreiben lassen (falls nötig): genug Medikamente für die Ferien von der Dauermedikation, ev. Malariaprophylaxe, ev. Impfungen, ev. Bescheinigungen für die Dauermedikation / Spritzen oder Betäubungsmittelformular
  3. In der Apotheke: Medikamente abholen, erklären lassen, ev. Betäubungsmittelformular verifizieren lassen (CH)
  4. Ev. bei der Krankenkasse Zusatzversicherung abschliessen für Dauer der Ferien
  5. Ev. nochmals zum Arzt Impfen was nötig ist/nachgeholt werden muss
Gute Reise!

Kleinere Krankenkassenprobleme

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Es kommt für die Apotheke eine Rechnung von der Krankenkasse. Das ist aus verschiedenen Gründen seltsam, nicht zuletzt weil alle unserer Rechnungen an die Krankenkasse und eventuelle Rückforderungen oder Stornierungen von der Krankenkasse über unsere Abrechnungsstelle laufen.

Die Rechnung selbst ist auch etwas … ungewöhnlich.

Bitte überweisen Sie uns für das Rezept von Frau M.  (Kopie im Anhang) das irrtümlich von uns bezahlt wurde innert 30 Tagen CHF 30.10.- auf unser Konto.

Mit freundlichen Grüssen Frau Krankenkassenangestellte.

Hmm. Mal sehen.

Unser Computer zeigt den Bezug von Frau M. an, aber er zeigt auch, dass sie es direkt in der Apotheke bezahlt hat und keine Abrechnung von uns an die Krankenkasse ging.

Warum soll ich das also der Kasse zahlen?

3 emails und 2 Telefonanrufe später bin ich etwas klüger.

Frau M. hat das Rezept an die Krankenkasse geschickt. Die haben es ihr bezahlt … und erst im nachhinein festgestellt, dass es nicht über die Krankenkasse, sondern die Unfallkasse hätte laufen sollen. Die Frau ist aber woanders unfallversichert …. also wollen sie von uns, der Apotheke, die ihr die Medikamente abgegeben hat das Geld zurück.

Und wir sollen dann von der Patientin das Geld wieder verlangen …. damit sie es der Unfallversicherung in Rechnung stellen kann. Denn die kenne ich auch nicht – was wahrscheinlich der Grund war, dass sie es in der Apotheke bezahlt hat.

Logo, oder?

Neeeee!

Von: Pharmama

An: Krankenkasse

Betreff: Rechnung Frau M.

Sehr geehrte Frau Krankenkassenangestellte,

es geht um die Rechnung, die sie uns geschickt haben betreffend Frau M vom X.Y.2009 über Fr. 30.10.-

Frau M hat das Rezept direkt in der Apotheke bezahlt und es anschliessend an Sie eingeschickt.

Sie haben dann Frau M das Rezept zurückerstattet. Darum müssen Sie das Geld, auch wenn es über die Unfallversicherung gehen soll,  von Frau M zurückfordern – und nicht von uns.

Ich habe abklären müssen, ob die Rechnung nicht an uns oder die Abrechnungsstelle bezahlt wurde – das ist beides nicht der Fall.

Darum darf ich sie bitten, die Rechnung zu stornieren und sich direkt an Frau M zu wenden.

Mit freundlichen Grüssen

Pharmama

Was ist passiert?

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„Und? Wie ist es passiert?“

Das ist etwas, was ich gelegentlich noch frage, meist wenn jemand mit einem gebrochenen Bein oder Arm oder dick eingebundener Hand und entsprechendem Rezept kommt. Ich bin halt neugierig. Und dann lenkt es die Leute etwas ab, während ich das Rezept in den Computer eingebe. Zu dem Zeitpunkt haben sie es meist auch noch nicht so satt, darüber zu erzählen – bei manchen Verletzungen gilt offensichtlich, dass jeder fragt.

Ein paar Interessante Dinge habe ich da auch schon gehört.

Z.B, der mit der dick eingebundenen Hand. Er war im Kaufhaus und hat sich neue Küchenmesser angesehen – die richtig grossen. Als er vor der Auslage stand, löste sich auf einmal eines der aufgehängten Messer und fiel –senkrecht- aus hängender Position nach unten, direkt vor ihm. Reflexartig hat er versucht es festzuhalten. Und dabei ist es ihm durch die Hand geglitten und hat die Sehnen glatt durchtrennt. Autsch.

Z.B. das gebrochene Bein; beim Aussteigen aus dem Tram auf einem Schneehaufen ausgeglitten – das war dort, wo es so enorm geschneit hat, dass die Strassen wohl frei waren, aber der auf die Seite geschobene Schnee die Trameinstiege blockierte. Zum Bericht gehörte noch eine längere Lamentei von wegen den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber das lass ich hier mal aus.

Z.B. der Spinnenbiss in den Ferien. Der Mann war irgendwo auf einer afrikanischen Insel in den Ferien und wachte mit etwas auf dem Bein aus, was wie ein grosser Insektenstich aussah. Dass er gebissen oder gestochen wurde, daran konnte er sich nicht mehr erinnern. Fenistil half nichts, um den Stich bildete sich rasch eine sich ausbreitende Rötung. Er bekam Fieber und Schmerzen, ging dann zum Arzt. Der wusste wohl, was das war: ein Tarantelbiss, die haben offensichtlich eine ziemlich hässliche Mundflora, konnte ihm aber – weil ihm die Medikamente fehlten (Antibiotika) nicht helfen. Er musste dann praktisch Notfallmässig ausser Landes gebracht werden – der Rega sei dank. Zuhause im Spital musste man ihm einen Teil aus dem Bein entfernen und es gab ziemlich viel Antibiotika.

So Sachen sind selten, aber eindrücklich. Aber es ist tatsächlich so, dass ich in den Ferien in Thailand eine Tauchkollegin zum Arzt schickte, wegen einem verdächtig aussehendem Stich. Der erwies sich auch als Spinnenbiss und sie bekam Antibiotika. Gut, dass sie so früh gekommen ist, meinte der Arzt.

Ein Grund mehr, gut zuzuhören, wenn Kunden und Patienten einem etwas erzählen!

Und für diejenigen, die das Ganze nicht nochmals durchkauen wollen, wäre das doch noch toll:

Airbags und die Feuerwehr

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Airbags sind eine tolle Erfindung. Sie haben schon einige Menschenleben gerettet und mehr Sicherheit gebracht – für die Autofahrer jedenfalls. Die Feuerwehr mag Airbags nicht ganz so sehr.

Der Grund: nach einem Unfall mit grossem Schaden müssen sie die Insassen der Fahrzeuge oft noch herausholen. Das bedeutet – v.a. wenn die Türen sich nicht mehr öffnen lassen: aufschneiden und dann die Personen vorsichtig herausheben. Ein Airbag der losgegangen ist, ist meist kein Problem… Ausser vielleicht für den, der direkt davorgesessen ist: das knallt extrem laut (gibt Tinnitus) und der Fahrer hat gelegentlich leichte Verbrennungen an den Handgelenken, dort, wo beim Lenkrad die Abgase der Explosion, die das Auslösen eines Airbags ja ist herauskommen. Aber besser als mit dem Kopf oder Oberkörper aufs Lenkrad oder die Windschutzscheibe zu knallen ist es allenfalls.

Also: unausgelöste Airbags sind ein Problem für die Rettungskräfte, weil sie nämlich später noch losgehen können. Dabei muss man bedenken, dass es sich bei den nicht losgegangenen nicht um Nieten handelt, es sollen ja nur die Airbags losgehen, die etwas bringen, also die zwischen Person und Aufprallort. Jetzt haben aber moderne Autos ausser den Airbags im Steuerrad und vor dem Beifahrer noch Seitenairbags in den Säulen auf der Seite. So ein Auto kann 6 – 8 Airbags haben! (Schau mal in Dein Auto und such sie). Nicht alle lösen bei einem Unfall aus.

Man versucht bei einer Rettung ein weiteres Auslösen der Airbags zu verhindern, indem man z.B. die Batterie abhängt. Leider klappt das nicht immer, wie man in dem folgenden Film sehen kann:

Der Fehler von dem Feuerwehrmann war auch, dass er mit dem Kopf hineinging – das sollte man nach Möglichkeit nicht. Er hat mindestens eine Gehirnerschütterung und ein paar gebrochene Knochen.

Es gibt übrigens so Vorrichtungen, die man zumindest über das Steuerrad schnallen kann, damit der Airbag, falls er doch losgeht, abgefangen wird. Aber das funktioniert nur bei dem am Steuer, nicht bei den anderen.

Ich persönlich war zwar in 3 Unfällen, aber das ist schon eine Zeitlang her – bei keinem war ein Airbag der losgehen konnte.  Dafür haben wir in einer Demonstration in der Feuerwehr haben mal ein paar Airbags gezündet – jetzt weiss ich warum sich die Erfahreneren die Ohren zugehalten haben.

Die Explosion ist wirklich extrem laut.