Kontraindikationen und Schwangerschaft

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Weil wir Apotheker nicht (mehr) dazu kommen alle Rezepte selbst auszuführen, haben wir unseren Helferinnen beigebracht, wenn sie uns das Rezept zur Kontrolle zeigen, noch jeweils ein paar Zusatzinformationen zum Patienten zu sagen: Ob er/sie das Medikament schon einmal hatte, falls ja: wann (das ist zurm schauen wegen Missbrauch), angezeigte Wechselwirkungen und -ganz wichtig: Allergien und ob „sie“ schwanger ist.

So bringt mir die eine Pharmaassistentin letzthin ein Rezept für Androcur. Die Frau hatte es schon mehrmals (eine Repetition auf ein Dauerrezept), keine Wechselwirkungen.
Als die Kundin weg ist, kommt die Pharmaassistentin wieder zu mir und sagt: “Als sie wegging … also, ich bin nicht sicher, ob sie nicht etwa schwanger ist.“
Au, Mist! Das Androcur sind Hormone und in der Schwangerschaft darf man sie nicht nehmen. Gut, sie sollte / könnte es wissen, aber sicher können wir nicht sein.

Das gab ein – eher peinliches – Telefon.
Nun gut, lieber so …

Sie war es dann übrigens nicht. Sorry für die Störung!

Puh.

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Plan B hat fehlgeschlagen …

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Aus Amerika:
Im Dossier einer Kundin:

Monat 1 – Pille danach (Plan B genannt)
Monat 2 – Pille danach
Monat 3 – Pille danach
Monat 4 – Pille danach
Monat 5 – Pille danach
Monat 6 – Pille danach
Monat 7 – Itinerol und Elevit … (Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit und pränatale Vitamine)

Die Medikamentennamen habe ich angepasst – aber der Effekt bleibt der gleiche. … Die Pille danach ist halt wirklich nur als Notfallverhütung gedacht … unter anderem auch, weil die Wirksamkeit schlechter ist als die einer normalen Pille.
Bei der normalen Pille haben wir einen Pearl index von 0.2 bis 0.5, (der Pearl index gibt an, wieviel von 100 Frauen, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang verwenden schwanger werden) – eigentlich wäre er praktisch 0, aber Einnahmefehler und Wirkverlust bei Durchfall etc. erhöhen den Wert etwas.
Bei der Pille danach haben wir eine Wirksamkeit, die mit der Zeit, die zwischen ungeschütztem Geschlechtsverkehr und Einnahme vergeht, abnimmt: ca. 95% Wirksamkeit innerhalb von 24 Stunden, ca. 85% innerhalb von 24–48 Stunden, ca. 58% bei Anwendung innerhalb von 48 bis 72 Stunden – nach dieser Zeit wird die Anwendung nicht mehr empfohlen. Einen offiziellen Pearl index gibt es nicht – weil sie ja nicht regelmässig angewendet werden soll. Auf einer Seite habe ich ihn als zwischen 1-5 liegend angegeben gefunden – persönlich denke ich, er könnte höher liegen.

Da wundert es einen nicht, wenn halt bei solchen „Daueranwendern“ mal eine Schwangerschaft auftritt …

Hier kann man mehr Erfahrungen mit der Pille danach lesen

Lassen Sie mich das wiederholen (8)

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Sie wollen also für ihre schwangere Tochter, die nicht hier ist, ein Antibiotikum haben, weil der Zahnarzt findet, sie sollte eins nehmen. Der Zahnarzt – dem ich telefoniert habe – will aber selbst keines verordnen ohne zuvor mit dem Frauenarzt gesprochen zu haben – der ist aber schon im Wochenende. Und jetzt wollen sie, dass ich ihnen grad jetzt ‚einfach ein’ Antibiotikum abgebe. Ausserdem scheinen sie zu denken, dass mich anzuschreien die Sache beschleunigt.

Okeee….

Sorry, nein. Gehen sie mit ihrer Tochter ins Spital, da hat es eine Frauenärztliche Notfallabteilung.

Frage des Tages (2)

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Kundin: „Womit kann ich Früchte und Gemüse desinfizieren?“

Pharmama: „Warum wollen sie das denn?“

Kundin: „Ich bin Schwanger und meine Schwester in Italien hat gesagt ich muss das.“

Pharmama: „Ah, wegen der „

Es stimmt, man muss rohes oder nicht durchgekochtes Fleisch (Tartar, Schinken, Salami, blutige Steaks) meiden, die Hände waschen nach der Gartenarbeit und aufpassen mit rohem Gemüse und Salat – da die Erreger via Erde und Katzenkot darauf übertragen werden können. Aber: Waschen mit Wasser – und eventuell einer Spur Abwaschmittel – reicht absolut aus. Das braucht keine zusätzliche Desinfektion. Geschältes und gekochtes ist auch sicher.

Interessanterweise war ich selbst auch Toxoplasmose-negativ. 3 Katzen waren offenbar nicht genug, mich anzustecken…. Inzwischen muss man in der Schweiz übrigens nicht mehr routinemässig nach Toxoplasmose testen in der Schwangerschaft. Viel wichtiger als zu wissen, ob man jetzt Antikörper hat oder nicht, ist wirklich aufzupassen.

P.S.: gute Seite zu praktisch allen Fragen in der Schwangerschaft:

Frage des Tages

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Auch ich lerne nie aus und manchmal muss ich Kundenfragen erst nachgehen, bevor ich sie mit Sicherheit beantworten kann. Ich werde in Zukunft ein paar von diesen bringen.

hier ist die von heute:

Wenn man die Pille danach (mehrmals) nimmt – hat das dann einen Einfluss später auf die Wahrscheinlichkeit, dass man schwanger wird?“

V.a. ob es dann länger dauert oder weniger Wahrscheinlich ist.

Antwort: Nein. Die Pille danach hat nur gerade für das Mal wo sie genommen wird einen Einfluss – sie beinflusst nicht einmal den laufenden Zyklus, d.h. wenn man sie wegen ungeschütztem Geschlechtsverkehr einmal nimmt und dann in den folgenden Tagen wieder Sex hat, schützt sie schon nicht mehr. Auch mehrmals genommen hat sie keinen Einfluss auf die spätere Fruchtbarkeit – das haben die üblichen Pillen übrigens auch nicht. Man wird also nicht weniger schnell schwanger als wenn man sie nie genommen hat.

Trotzdem sollte der Einsatz auf den Notfall beschränkt bleiben, weil es hormonell eine rechte Belastung für den Körper bedeutet.

Übrigens: Was sie offenbar erhöht ist das Risiko einer Eileiterschwangerschaft falls man nach Einnahme von Norlevo doch schwanger wird – sie ist ja kein 100% Schutz.

Unsensibel

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Aus der Rubrik: ‚auch Apotheker machen Fehler‘:

Ziemlich mollige junge Frau kommt in die Apotheke: „Ich muss das Elevit abholen.“

Noch bevor die Apothekerin sich versichert, dass das Rezept auf sie selbst lautet, sagt sie: „Wann kommt das Baby denn?“

Sagt die Frau ziemlich sauer: Ich bin nicht schwanger, das ist für meine Schwester“.

Autsch.

„Sind sie schwanger?“

Also von all den Dingen, die wir den Patienten fragen müssen, wenn wir ein Dossier für ihn eröffnen ist das die …sensibelste Frage.

All die anderen Fragen – ob sie regelmässig Medikamente nehmen müssen (wegen einer chronischen Krankheit), ob sie andere Medikamente nehmen, ob sie Allergisch sind gegen irgendwelche Medikamente, ob sie sonst Allergien haben) kann man eigentlich jedem stellen. Die Frage nach der Schwangerschaft sollte man allen Frauen im Gebärfähigen Alter stellen – und da kann man ziemlich dreinlaufen. Stell die Frage einer etwas beleibteren Person und sie ist es nicht, ist die Chance gross, dass sie leicht beleidigt reagiert. Stell die Frage einer Frau, die es gerne wäre aber z.B. nicht werden kann und sie ist ziemlich traurig nachher. Stell die Frage einer (deutlich) schwangeren Frau – und man steht ziemlich blöd da. Stell die Frage der Mutter oder dem Vater, die das Rezept abholen kommt für die Tochter und … man kann es sich glaub vorstellen.

Am besten wäre es eh, die Patienten würden das gleich von sich aus sagen. Lieber einmal zuviel als zuwenig.

Wie wird man schwanger?

Eine Frau kommt in die Apotheke und fragt: „Wie wird man schwanger?“

Apothekerin: „Äh, indem man Sex hat?“

Frau: „Wie meinen Sie das?“

Apothekerin: „Naja, wenn ein Mann und eine Frau zusammen … „

Frau: „Neinneinnein. Was ich meinte war: meine Schwester kann nicht schwanger werden, gibt es da nichts, was ich ihr bringen kann?“

Ah so.

(Lingerie vielleicht? Oder hochdosiertes Vitamin C für den Mann, das soll auch helfen).

Indikator

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aus Amerika:

Kundin: „Tag. Ich möchte diese Zahnbürste retournieren.“

Drogistin: „Haben sie einen Kassabon?“

Kundin: „Nein. Ich denke sie funktioniert nicht.“

Drogistin: „Wie hat es denn nicht funktioniert?“

Kundin: „Nun, da stand auf der Packung sie hätte Indikator Borsten, aber als ich darauf gepinkelt habe, haben sie die Farbe nicht gewechselt. Wie soll das denn Anzeigen, ob ich schwanger bin oder nicht?“

Drogistin: Äähh, .. die Indikator-Borsten zeigen an, ob man die Zahnbürste ersetzen muss, nicht ob sie schwanger sind.“

Kundin schaut drein wie ein Schaf und geht.


Lacher des Tages

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…für mich wenigstens.

Ich habe auf den Websiten, die ich betreibe einen Zähler installiert. Der liefert mir eine einfache Statistik und schaut auch, woher die Besucher kommen und was sie gesucht haben, dass sie auf der Seite landeten.

Auf der Apotheken-eigenen Homepage hatte ich einen Besucher (oder Besucherin?), der/die auf Google folgendes gesucht hat:

Schwangerschaft Ursache

Echt?

Ich meine: ECHT?

Gut, ich weiss ja nicht, wie alt die Person gewesen ist … aber: Hmmmm.

Falls ich hier jetzt auch jemand mit so eine Anfrage landet, sollte ich vielleicht doch ein paar grundlegende Infos reinstellen, denn Google lässt sich darüber nicht gerade aus  …

Da kann ich gleich mal üben im Sinne von: wie bring ich’s meinem Sohne bei?

„Also, wenn ein Mann und eine Frau …“ Äh. …. das muss ich mir noch mal überdenken.

Aber ich hab ja auch noch ein paar Jahre Zeit bis Junior mit derartigen Fragen kommt.

Am Rande: heute waren’s auf der Hinfahrt 67 und auf der Heimfahrt 112 (!) Schweizer Fahnen. Aber ich fürchte, die Anzahl wird von jetzt an wieder abnehmen.