Hier wird nicht geraucht.

Ein Mann kommt in die Apotheke. Rauchend.

Pharmama: „Sie dürfen bei uns nicht rauchen. Es ist im ganzen Gebäude Rauchverbot.“

Er: „Aber ich kann sie nicht ausmachen. Hier ist kein Aschenbecher!“

Pharmama: „Draussen ist einer.“

Worauf er einfach die Zigarette fallen lässt um draufzutreten.

Ehrlich? Ehrlich???

 

Das musste ja kommen …

Kunde: „Haben Sie mir etwas gegen Husten?“

Pharmama: „Für Sie selber?“

Kunde: „Ja.“

Pharmama. „Trocken oder Verschleimt?“

Kunde: „Verschleimter Husten, schon eine ganze Weile.“

Ich gebe ihm etwas dagegen. Er packt das in seinen durchsichtigen Plastiksack, wo schon eine Stange Zigaretten weilt.

Pharmama (mit Blick auf die Stange): „… Und es würde natürlich auch helfen, wenn Sie nicht mehr rauchen würden.“

Kunde: (grinsend): „Das musste ja kommen …

Ich: „Na, erwarten Sie etwas anderes von der Apotheke?“ 

„Oh“ (lacht er) – „Da habe ich wohl einen taktischen Fehler gemacht – ich hätte die Zigaretten nachher kaufen sollen.“

Unverständnis des Tages

Bei der Diskussion mit einer Schwangeren mit Husten:

Pharmama: „Es wäre besser, sie würden aufhören zu rauchen. Nicht nur wegen dem Husten, auch für das Baby.“

Frau: „Nein. Ich höre nicht auf zu rauchen, auch in der Schwangerschaft nicht. Dann hat man eine viel leichtere Geburt.“

Grrrrr. Wegen dem Sauerstoffmangel ist das Kind in der Entwicklung verzögert und hat ein leichteres Geburtsgewicht. Darum die „leichtere“ Geburt. Schön für die Mutter. Nicht schön für das Kind – das ausserdem danach auch eine viel höhere Wahrscheinlichkeit hat für Atemwegserkrankungen und Asthma.

Aber diese Vorzeigemama hat schon 2 Kinder – und so ich weiss hat zumindest das eine auch öfter mal eine Bronchitis. Es ist noch nicht ganz 5 – und darum „darf“ man noch nicht von Asthma reden.

Aber so eine Einstellung – ich finde sie unverantwortlich. Me first – und nach mir die Sintflut.

Dann sorgst Du Dich um mich?

Ungewöhnlich, leicht schockierend, nachdenklich machend. Ziel erreicht, würde ich sagen.

Übersetzung:

Erwachsene wissen, dass rauchen schadet … aber sie erinnern sich selbst nicht daran.

Wie würden sie sich fühlen, wenn ein Kind raucht?

(Kind zu den Erwachsenen): „Bekomme ich Feuer?“

Die Reaktionen: „Wirklich?!“ – „Das gebe ich Dir nicht.“ „Rauchen ist schlecht, Du musst aufhören. Zigaretten enthalten Insektizide.“ „Du siehst alt aus, wenn Du rauchst.“

Jeder Erwachsene, den sie gefilmt haben, hat die Kinder daran erinnert, dass rauchen schlecht ist.

„Wenn Du rauchst, stirbst Du schneller. Willst Du nicht leben und spielen?“

„Du weisst, dass das schlecht ist, ja? Wenn Du rauchst, bekommst Du Lungenemphysema und Schlaganfälle“

Aber haben sie nicht selber etwas vergessen?

Kind: „Also warum rauchst Du?“

Zettel, die sie den Erwachsenen geben: „Sie sorgen sich um mich. Aber warum nicht um sich selber?

Fast jeder Erwachsene, der den Zettel bekommen hat, hat innegehalten und seine Zigarette weggeworfen. Keiner der Erwachsenen hat seinen Zettel weggeworfen.

Nikotin-Pflaster für’s Gedächtnis?

Da hatte ich letzten Dezember einen Mann in der Apotheke, der mit mir die Anwendung von Nicotin-Pflastern zur Gedächtnissteigerung und Verbesserung der Lernleistung diskutieren wollte.

Ich musste zugeben, dass ich davon noch nichts gehört habe – auf jeden Fall steht davon nichts in der Packungsbeilage.

Er habe einmal für die Novartis gearbeitet und da waren Tests in diese Richtung im Gang. (Ja, kann ich mir vorstellen …)

Solange das nicht bewiesen ist, steht da sicher nichts drin. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie das vom moralischen Standpunkt aussieht: Sollte man so etwas (immerhin macht Nikotin auch nett abhängig) wirklich empfehlen? Speziell eben nicht als Nikotinersatztherapie (also für Leute, die schon abhängig sind?).

Jetzt habe ich das gefunden:

Anhand einer Studie die im Januar 2012 im Neurology® veröffentlicht wurde könnten Nikotin Pflaster täglich angewendet die Gedächtnisleistung bei beginnender Altersdemenz verbessern. In früheren Studien wurde schon eine Verbesserung in Aufmerksamkeit und Gedächtnis gesehen bei Leuten mit Alzheimer.

Die Studie ist nicht sehr gross: 74 Personen mit einem Durchschnittsalter von 76 und mit leichter Beeinträchtigung des Gedächtnisses. Alles Nicht-Raucher. Die Hälfte bekam 15mg Pflaster täglich , die andere ein Placebopflaster.

Nach 6 Monaten gewannen die mit Nikotin behandelten Patienten 46 Prozent der für das Alter normalen Leistungen im Langzeitgedächtnis zurück, während es in der Kontrollgruppe zu einer Verschlechterung um 26 Prozent kam. Das bedeutet: die Studie zeigt starke Hinweise und ist eine Rechtfertigung für weitere Forschung in diese Richtung.

Es gibt auch eine Theorie, weshalb das so ist: Nikotin stimuliert auch Acetylcholin-Rezeptoren im Gehirn, die gebraucht werden für Gedankenbildung und Gedächtnis. Leute mit Alzheimer verlieren manche dieser Rezeptoren.

Trotzdem:

„Leute mit mildem Gedächtnisverlust sollten nicht anfangen zu rauchen oder Nikotin-Pflaster zu verwenden, da das Rauchen schädliche Effekte hat und ein Stoff wie Nikotin nur unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden sollte.“

Für Leute ohne Gedächtnisverlust ist eine Verbesserung des Gedächtnisses anscheinend sogar widerlegt. Ausserdem führen die Pflaster bei vielen der nicht an Nikotin gewöhnten Personen zu Übelkeit und Schwindelgefühlen (wie nach dem Rauchen der ersten Zigarette).

Also ich finde das zwar interessant, aber nichts, was ich im Selbstversuch ausprobieren muss. Vor allem nachdem es auch frühere Untersuchungen gibt, die zeigen, dass Nikotin (zumindest bei Rauchern) das Gedächtnis eher verschlechtert … Vielleicht ist es auch ein Problem der Dosierung oder des Schwankenden Blutspiegels des Nikotins?