Nicht nur zuschauen – Tun!

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praevention

Gesundheit ist wichtig, was viele leider erst merken, wenn sie mal weg ist. Es gibt aber viel, dass man tun kann, um sie zu erhalten. Prävention ist aktive Gesundheitsvorsorge. Das fängt beim Zähneputzen an, geht weiter über eine ausgewogene Ernährung und Gewichtskontrolle, Bewegung für die Gelenke und Genussmittel in kleinen Mengen, nicht in Massen. Und nicht rauchen – das muss ich nicht extra erwähnen, wie ungesund das ist, oder?

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Sie wissen schon … (oder nicht?)

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Frischgebackener Papa in der Apotheke:

„Ich möchte aufhören zu rauchen, aber … nicht Zigaretten. Sie wissen schon: Cannabis.“

Ah.

Ich bin ein bisschen unsicher … die ganzen Tipps zum aufhören rauchen und die Nikotinersatzpräparate greifen da irgendwie nicht.

Habt ihr irgendwelche Tipps oder Ideen?

Da steht *was* auf dem Rezept?!?

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Einsendung von Nici:

mit lieben Grüssen aus Basel – bei diesem Rezept sind uns fast die Augen aus den Höhlen gefallen😅

Zigarettenrp

Mmmmnnnnein. Eines von diesen Dingen bekommt man nicht in der Apotheke. Auch nicht, wenn das auf dem Rezept steht. Auch dann nicht, wenn auf dem Rezept noch ein Stempel vom Arzt mit „Sic“ drauf ist. (Für Nicht-Apotheker: das bedeutet, der Arzt will das „So!“ und nicht anders.)

Auf der anderen Seite: Es ist Neujahr. Vielleicht ergreift er grad die Möglichkeit und fasst ein paar gute Vorsätze?

Rauchzeichen

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Gestern haben wir in der Apotheke ein Elsa Kissen – das wir zum testen vermieten – zurückbekommen. Es war nur eine Nacht draussen. Und Kollegin Donna, die es aus der Hülle schälte (die wird nach jedem vermieten gewaschen, auch wenn es nur ein Tag ist) bemerkte wie sehr die Hülle – und das Kissen selber auch – nach Zigarettenrauch stank.

Brrr.

Ich habe Hoffnung, dass das nach nur einer Nacht im Rauch mit genügend Auslüften und vielleicht etwas Febreze wieder so rausgeht, dass wir es weiter brauchen können.

 

Gut, ich weiss, ich bin empfindlich auf Zigarettenrauch – und die Episode erinnert mich an das Telefon … das ich für etwa 1 Woche hatte, bevor es der erboste junge Mann wieder zurückgenommen hat.

Das war nämlich so.

Das war kurz nach dem Studium und ich, damals noch nicht Pharm-Mama, sondern eher Pharma-Me gerade ohne Freund. Nach einem Abstecher in Online-Dating Sites (einem Experiment, das ich nicht wiederholen möchte), hat meine Grosscousine mich mit einem Bekannten in meinem Alter verkuppelt. Nennen wir ihn Patrick.

Patrick war nett. Seine Freundin hat sich noch nicht allzu lange vorher von ihm getrennt und er war ziemlich enthusiastisch. Wir haben uns ein paar Mal getroffen (Essen auswärts, Kino, Essen bei mir)– da stieg bei mir in der Wohnung mein Telefon aus. Ich bin noch nicht dazu gekommen, ein neues zu besorgen, als ich das erwähnte – da hat er mir ein altes von sich gegeben, das er selber von seinen Eltern geerbt hat. Ist ja auch unpraktisch, wenn man nicht erreichbar ist, nur weil das Telefon fehlt und ein Handy hatte ich damals noch nicht.

Jedenfalls … das Telefon stank nach Zigarettenrauch. Und Wie! Und es war knatsche-Nikotin-gelb (Ursprungsfarbe wohl hellgrau)… von den Jahren, die es in einer Wohnung stand, in der man wohl wegen dem Rauch kaum von einem Ende zum andern sehen konnte. Das war das Bild, das sich mir bei dem Telefon aufdrängte. Aber … es war ein Telefon. Und es war ein Geschenk … und – wie sagt man? – einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Also habe ich mich brav bedankt – und hatte wieder ein Telefon.

Auch wenn das Teil dermassen stank, dass man die Ausdünste fast sehen konnte. Da half alles Reinigen nichts. Meiner Telefon-Unlust half das auch nicht unbedingt.

Item. Lange hatte ich es nicht.

Ein paar Tage später wollte Patrick sich wieder mit mir verabreden – doch an dem Abend hatte ich anderes vor. Ich bin nicht einmal mehr sicher was, aber es war etwas, das ich mit einem meiner Freunde unternommen habe. Ich bin nämlich der Meinung, dass man auch mit neuem (Boy-)Friend seine alten Kollegen und Freunde nicht vernachlässigen sollte.

Also habe ich ihm freundlich gesagt: „An dem Abend nicht.“ … und war aus, als er auf einen Überraschungsbesuch vorbei schauen wollte.

Skandal!

Wahrscheinlich hat er das so verstanden, dass ich alleine zu Hause sitzen würde … die perfekte Gelegenheit vorbeizukommen und mich mit Blumen und so zu überraschen.

Nur war ich eben nicht da. Ich schätze ich war entweder grillen im Schrebergarten mit ein paar Leuten oder dabei zu versuchen meinen Mediziner-Kollegen in Half-Life um die Ecke zu bringen.

Patrick verstand das überhaupt nicht. Ü-ber-haupt nicht.

Dass ich einen Abend nicht mit ihm abmachen würde und stattdessen mit anderen (anderen!), wahrscheinlich auch noch Männern (!) unterwegs war.

Jedenfalls hat das sein Ego dermassen beeinträchtigt, dass er mir per sofort die Freundschaft kündete – und auch sein Telefon wieder zurück nahm.

Darüber war ich nicht mal so unglücklich. Eigentlich … über beides nicht.

Aber der Zigarettengestank … ja, gestern musste ich an das Telefon und damit auch an ihn denken.

Hier wird nicht geraucht.

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Ein Mann kommt in die Apotheke. Rauchend.

Pharmama: „Sie dürfen bei uns nicht rauchen. Es ist im ganzen Gebäude Rauchverbot.“

Er: „Aber ich kann sie nicht ausmachen. Hier ist kein Aschenbecher!“

Pharmama: „Draussen ist einer.“

Worauf er einfach die Zigarette fallen lässt um draufzutreten.

Ehrlich? Ehrlich???

 

Das musste ja kommen …

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Kunde: „Haben Sie mir etwas gegen Husten?“

Pharmama: „Für Sie selber?“

Kunde: „Ja.“

Pharmama. „Trocken oder Verschleimt?“

Kunde: „Verschleimter Husten, schon eine ganze Weile.“

Ich gebe ihm etwas dagegen. Er packt das in seinen durchsichtigen Plastiksack, wo schon eine Stange Zigaretten weilt.

Pharmama (mit Blick auf die Stange): „… Und es würde natürlich auch helfen, wenn Sie nicht mehr rauchen würden.“

Kunde: (grinsend): „Das musste ja kommen …

Ich: „Na, erwarten Sie etwas anderes von der Apotheke?“ 

„Oh“ (lacht er) – „Da habe ich wohl einen taktischen Fehler gemacht – ich hätte die Zigaretten nachher kaufen sollen.“

Unverständnis des Tages

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Bei der Diskussion mit einer Schwangeren mit Husten:

Pharmama: „Es wäre besser, sie würden aufhören zu rauchen. Nicht nur wegen dem Husten, auch für das Baby.“

Frau: „Nein. Ich höre nicht auf zu rauchen, auch in der Schwangerschaft nicht. Dann hat man eine viel leichtere Geburt.“

Grrrrr. Wegen dem Sauerstoffmangel ist das Kind in der Entwicklung verzögert und hat ein leichteres Geburtsgewicht. Darum die „leichtere“ Geburt. Schön für die Mutter. Nicht schön für das Kind – das ausserdem danach auch eine viel höhere Wahrscheinlichkeit hat für Atemwegserkrankungen und Asthma.

Aber diese Vorzeigemama hat schon 2 Kinder – und so ich weiss hat zumindest das eine auch öfter mal eine Bronchitis. Es ist noch nicht ganz 5 – und darum „darf“ man noch nicht von Asthma reden.

Aber so eine Einstellung – ich finde sie unverantwortlich. Me first – und nach mir die Sintflut.

Dann sorgst Du Dich um mich?

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Ungewöhnlich, leicht schockierend, nachdenklich machend. Ziel erreicht, würde ich sagen.

Übersetzung:

Erwachsene wissen, dass rauchen schadet … aber sie erinnern sich selbst nicht daran.

Wie würden sie sich fühlen, wenn ein Kind raucht?

(Kind zu den Erwachsenen): „Bekomme ich Feuer?“

Die Reaktionen: „Wirklich?!“ – „Das gebe ich Dir nicht.“ „Rauchen ist schlecht, Du musst aufhören. Zigaretten enthalten Insektizide.“ „Du siehst alt aus, wenn Du rauchst.“

Jeder Erwachsene, den sie gefilmt haben, hat die Kinder daran erinnert, dass rauchen schlecht ist.

„Wenn Du rauchst, stirbst Du schneller. Willst Du nicht leben und spielen?“

„Du weisst, dass das schlecht ist, ja? Wenn Du rauchst, bekommst Du Lungenemphysema und Schlaganfälle“

Aber haben sie nicht selber etwas vergessen?

Kind: „Also warum rauchst Du?“

Zettel, die sie den Erwachsenen geben: „Sie sorgen sich um mich. Aber warum nicht um sich selber?

Fast jeder Erwachsene, der den Zettel bekommen hat, hat innegehalten und seine Zigarette weggeworfen. Keiner der Erwachsenen hat seinen Zettel weggeworfen.

Nikotinpflaster

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(Platz ist nicht der limitierende Faktor …)

Übrigens: Nächste Woche am 31. Mai ist Welt Nichtrauchertag.

Nikotin-Pflaster für’s Gedächtnis?

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Da hatte ich letzten Dezember einen Mann in der Apotheke, der mit mir die Anwendung von Nicotin-Pflastern zur Gedächtnissteigerung und Verbesserung der Lernleistung diskutieren wollte.

Ich musste zugeben, dass ich davon noch nichts gehört habe – auf jeden Fall steht davon nichts in der Packungsbeilage.

Er habe einmal für die Novartis gearbeitet und da waren Tests in diese Richtung im Gang. (Ja, kann ich mir vorstellen …)

Solange das nicht bewiesen ist, steht da sicher nichts drin. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie das vom moralischen Standpunkt aussieht: Sollte man so etwas (immerhin macht Nikotin auch nett abhängig) wirklich empfehlen? Speziell eben nicht als Nikotinersatztherapie (also für Leute, die schon abhängig sind?).

Jetzt habe ich das gefunden:

Anhand einer Studie die im Januar 2012 im Neurology® veröffentlicht wurde könnten Nikotin Pflaster täglich angewendet die Gedächtnisleistung bei beginnender Altersdemenz verbessern. In früheren Studien wurde schon eine Verbesserung in Aufmerksamkeit und Gedächtnis gesehen bei Leuten mit Alzheimer.

Die Studie ist nicht sehr gross: 74 Personen mit einem Durchschnittsalter von 76 und mit leichter Beeinträchtigung des Gedächtnisses. Alles Nicht-Raucher. Die Hälfte bekam 15mg Pflaster täglich , die andere ein Placebopflaster.

Nach 6 Monaten gewannen die mit Nikotin behandelten Patienten 46 Prozent der für das Alter normalen Leistungen im Langzeitgedächtnis zurück, während es in der Kontrollgruppe zu einer Verschlechterung um 26 Prozent kam. Das bedeutet: die Studie zeigt starke Hinweise und ist eine Rechtfertigung für weitere Forschung in diese Richtung.

Es gibt auch eine Theorie, weshalb das so ist: Nikotin stimuliert auch Acetylcholin-Rezeptoren im Gehirn, die gebraucht werden für Gedankenbildung und Gedächtnis. Leute mit Alzheimer verlieren manche dieser Rezeptoren.

Trotzdem:

„Leute mit mildem Gedächtnisverlust sollten nicht anfangen zu rauchen oder Nikotin-Pflaster zu verwenden, da das Rauchen schädliche Effekte hat und ein Stoff wie Nikotin nur unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden sollte.“

Für Leute ohne Gedächtnisverlust ist eine Verbesserung des Gedächtnisses anscheinend sogar widerlegt. Ausserdem führen die Pflaster bei vielen der nicht an Nikotin gewöhnten Personen zu Übelkeit und Schwindelgefühlen (wie nach dem Rauchen der ersten Zigarette).

Also ich finde das zwar interessant, aber nichts, was ich im Selbstversuch ausprobieren muss. Vor allem nachdem es auch frühere Untersuchungen gibt, die zeigen, dass Nikotin (zumindest bei Rauchern) das Gedächtnis eher verschlechtert … Vielleicht ist es auch ein Problem der Dosierung oder des Schwankenden Blutspiegels des Nikotins?