Motorradfahrer sind fahrende Organspender

Jedenfalls ist das meine Ansicht. Ich halte es für eine der gefährlichsten Fortbewegungsarten, weil das Verhältnis zwischen Kraft (Motorleistung, Geschwindigkeit) und Kontrolle (Strassenlage, Bremswirkung, …) absolut nicht übereinstimmt. Versuch mal mit einem Motorrad von 120 km/h auf 0 abzubremsen, das ist schon auf perfekter Strassenunterlage ein Problem, sobald es nass ist, oder Blätter hat, oder Split ….. wush!, weg ist man.  Ich weiss, wovon ich rede, mein Kuschelbär hat eine grössere Maschine mit der wir Ausfahrten machen (oder gemacht haben, jetzt gezwungenermassen schon eine Zeitlang nicht mehr).

Man hat keine Knautschzone und auch keine schützende Hülle um sich herum – der Helm ist ein Muss, aber er schützt nur den Kopf. Auch die beste Motorradkleidung schützt nicht vor einem Aufprall.

Manchmal ist man nicht einmal selbst Schuld, dass es zu einem Unfall kommt. Motorräder sind einiges leichter zu übersehen als Autos – und sie kommen mit der gleichen Geschwindigkeit aus Winkeln, die man nicht unbedingt erwartet (v.a. die „mutigen“ Überholer).

Dazu kommt, dass sich viele der Freizeitfahrer schlicht überschätzen. Sobald es Frühling wird und die ersten Sonnenstrahlen ins Freie locken, sieht man sie rudelweise über die Passtrassen blochen.

Noch schlimmer ist es in den letzten Jahren geworden, seit man (in der Schweiz) mit dem Lehrfahrausweis mit minimalen Anforderungen und ohne eine einzige Fahrstunde (!)  auf die Strasse darf – und zwar von Anfang an schon mit den grossen, schweren Maschinen. Aber auch Roller sind nicht ohne! Ich habe damals schon gesagt, dass gibt mehr Arbeit für die Strassenrettung und Sanitäter – und die Statistiken geben mir recht.

Jedenfalls bin ich der Meinung, sie sollten bei der Abgabe von Lehrfahrausweis oder Führerschein gleich einen Organspender-ausweis mit abgeben. Ob die Leute ihn dann ausfüllen, überliesse ich ihnen, aber vielleicht regt es doch den einen oder anderen zum Nachdenken über seinen Fahrstil an. Und falls nicht, könnten eine Menge Menschen von seinem ausgefüllten Ausweis profitieren….

Das wäre z.B. so ein Kandidat:

Organspendeausweise gibt’s übrigens (auch) in der Apotheke.

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