Minecraft Geburtstagsparty

Junior wünschte sich eine Minecraft Party zum 9. Geburtstag, die gab es dann auch … bei den Vorbereitungen hat er tatkräftig mitgeholfen.

Für die Einladungen haben Junior und ich Würfel mit der Info gemacht. Für die in der Schule haben wir sie zusammengeklebt, für die etwas weiter weg per Post zum selber zusammenstellen geschickt. Vorlagen für so Würfel findet man hier: . Damit kann man auch grössere Blöcke  ausdrucken (auf mehrere Seiten halt) und damit zum Beispiel verkleiden um sie aufzustellen (als Serviettenersatz).

Es gibt übrigens einiges an Minecraft Ausrüstung auf Amazon und in den Spielwarenläden … aber irgendwie sind die ziemlich … teuer. Deshalb habe ich bei diesem Geburtstag viel mit selbstgebasteltem gearbeitet:

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Mit lassen sich zum Beispiel ausgezeichnet diese dekorativen Plättchen selber machen. Vorlagen finden sich im Netz (googel minecraft templates)

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und falls man etwas von Amazon bestellt: die Kartons lassen sich hervorragen weiterverwenden, zum Beispiel indem man Steves Kopf auf Papier druckt und dann aufklebt:

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Eine und natürlich sowie und (die man auch noch bemalen kann mit dem Creepergesicht) passen bestens zur Deko:

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Als „Goodie-bag“ haben wir diesmal Creeper- genommen und mit schwarzem (isolier) Klebestreifen beklebt:

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Innen drin hatten sie die üblichen assortierten Süsswaren, speziell und eignen sich da, aber auch (zum zusammensetzen)

Und das war der Kuchen … leider habe ich versäumt ein aussen-Bild zu machen. Auch hier: Minecraft-Blöcke in grün (Vanille und Lebensmittelfarbe) und braun (Schokolade) und zusammengeklebt mit Buttercreme:

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Spiele hatten wir natürlich auch. Am besten kam die Minecraft Box an: Das war ein Karton, mit einem Fenster in Richtung Zuschauer und zwei Löchern auf der Seite um die Hände hineinzustecken. Die Kinder mussten einzeln und hinter dem Karton sitzend nur durch fühlen versuchen herausfinden, was in der Box ist. Es gab ein Blatt mit Lösungsmöglichkeiten darauf:

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… natürlich hatten wir keine Spinne und keinen Creeper, aber den Stein, die Kartoffel und die Karotte, etwas Sand … das Gold war ein Wüfel Pyrit (Katzengold), der Diamant ein Dekorationsstück aus Glas in Diamantform, für das Schwert und die Axt haben wir die Bügelperlen-vorlagen genommen .. und dann gab es noch etwas „fiesere“ Möglichkeiten wie das Wasser (Eiswürfel), Schleim (Würfel aus Götterspeise).

Das war lustig … und hat etwas über die Tatsache hinweggeholfen, wie schwierig das dort war, die Kinder überhaupt zur Party zusammenzubekommen. Es ist in meinen Augen eine unmögliche Unsitte heute, dass auf so eine Einladung erst mal nicht geantwortet wird – respektive es wird dann mal mündlich zugesagt und später geschaut, ob sich nicht doch etwas besseres findet. Nachdem von den 9 eingeladenen Kindern nur 2 es ohne Probleme geschafft haben (also: ohne nachfragen, nachtelefonieren und am Tag der Party auch noch kurzfristig Transport organisieren, respektive dann melden, dass man doch nicht kann) hat es mir fast die Lust verdorben wieder so eine Geburtstagsparty zu schmeissen. … und deshalb hat es auch so lange gedauert, bis ich das hier gebracht habe.

Aktiv in Arosa

Nach dem feinen Morgenessen auf der Terasse des Arosa Kulm Hotel bei wiederum recht schönem Wetter, nehmen wir den Bus, der uns (diesmal über Umwege) zum grossen See bringt. Den Umweg muss erheute machen, da Markt ist in Arosa – die Hauptstrasse entlang stehen kleine Marktstände und Beizen und die anwesenden Läden haben ihre Sachen und Aktionen nach draussen gestellt. Das schauen wir uns auch noch an, aber zuerst: Noch einmal Seilpark – Juniors Wunsch. Wir steigern und bekommen die etwas schwierigeren Bahnen … morgen habe ich sicher wieder Muskelkater. Wandern macht mir weniger, aber irgendwie bin ich wohl etwas zu verkrampft beim balancieren in der Höhe.  Danach eine kleine Runde Tretboot auf dem See und dann durch das Marktleben zurück hoch ins Hotel. Den Nachmittag verbringen wir faul in der Poollandschaft. Ferien sind doch was Schönes!

Ein schlechter Start in den Morgen

Morgens bin ich häufig noch nicht so … fit. Das nur vorausschickend.

Ich schaue, dass Junior aufsteht und sich anzieht, dann gehe ich raus zum Elektrovelo … das steht nur deshalb vor der Türe und nicht im Keller, weil ich am Vortag Junior von der Schule abgeholt habe und er sein Velo normalerweise vor der Türe parkt. Am Vortag hat es in Strömen geregnet. Heute morgen ist es bitterkalt. So kalt, dass mein Velo praktisch eingefroren ist.

Den Sattel muss ich erst mal freikratzen, damit ich nicht auf einer Eisschicht sitze. Dann bekomme ich das Schloss nicht auf – total festgefroren. Also gehe ich zurück ins Haus um einen Föhn zu holen, wo ich auf meinen Mann treffe, der nun auch aufgestanden ist um Morgenessen mit Junior zu machen. Er hat eine bessere Idee und schnappt sich den Mini-Bunsenbrenner (der für die Creme brûle), damit geht es schneller.

Als ich endlich dazu komme, das Velo anzuschalten, sehe ich, dass die Batterie sehr niedrig ist. Richtig! – die wollte ich gestern noch wechseln. Also gehe ich die andere Batterie holen, nur um festzustellen, dass die genau so niedrig ist. Das Ladegerät war aus irgendeinem Grund nicht eingesteckt. Nun, dann muss es halt irgendwie so gehen. Hin komme ich damit. Zurück … wird einfach etwas anstrengender.

Ich komme dann endlich an. Nur etwas später als sonst. Ich schliesse das Velo ab mit dem Schlüssel (der im Schloss steckt) und laufe zur Apotheke, während ich in allen Taschen nach meinem Schlüsselbund mit Karabiner suche, wo ich den Veloschlüssel immer anhänge. Vor der Türe der Apotheke wartet schon der eine Lehrling … und ich suche immer noch nach dem Schlüsselbund. So ein Mist! – verloren werde ich ihn nicht haben, aber …

Ich rufe mittels Natel rasch zu Hause an, wo mein Mann gerade Junior zur Schule schickt. Ja – mein Schlüsselbund hängt noch an der Wohnungstür … und jetzt kommt zum Glück Urs mit dem Schlüssel, so dass wir die Apotheke noch rechtzeitig öffnen können.

Argh. Kennt ihr das? Wenn es einmal hackt …

(Übersetzungshilfe für nicht-Schweizer: Velo = Fahrrad, Föhn = Haartrockner, Natel = Smartphone)

von Arbeit und Familie

Es ist Samstag abend, 20 Minuten vor 6 Uhr und in die Apotheke kommt ein junger Mann (JuMa), die Hand am iphone und die Kopfhörer fest in den Ohren gestöpselt.

Er reicht mir ein Rezept. 3 Medikamente sind drauf: Schmerzmittel, Antiepileptikum, Beruhigungsmittel. Es ist ein Dauerrezept über 3 Monate. Ich hole die Sachen (wir haben alles da), gebe den Namen des Patienten im Computer ein, wobei ich feststelle, dass das vor mir nicht der Patient ist – der ist älter laut dem Geburtsdatum. Der Patient war aber tatsächlich schon bei uns … das vorvorletzte Mal wegen einem Unfall vor etwa 3 Jahren und die letzten beiden Male hat er die Rezepte bezahlt. Einen Kommentar habe ich auch schon drin … das letzte Mal war er recht unwillig, die Medikamente auch zu nehmen – das fand ich aber noch wichtig, denn Antiepileptika nimmt man nicht zum Vergnügen, sondern wenn es nötig ist, weshalb ich das mit ihm diskutiert – und anschliessend festgehalten habe.

Jedenfalls: Er hat keine Krankenkasse angegeben … und ob das noch die Unfallkasse übernimmt ist alles andere als klar. Deshalb fuchtle ich vor dem Teenager, bis der auf mich aufmerksam wird und sich ausstöpselt.

„Haben Sie mir die aktuelle Krankenkassenkarte dabei?“

JuMa: „Nein, weshalb?“

Pharmama: „Weil ich die brauche, wenn ich das der Krankenkasse verrechnen soll, ansonsten müssen sie es bezahlen.“

JuMa: „Oh, ich soll das nur bringen.“

Pharmama: „Ja, und das können Sie auch – mit Karte oder nachdem es bezahlt wurde.“

Mann: „Ich gehe die Karte holen. Wir wohnen ganz in der Nähe.“

Das stimmt – die Adresse ist nur einen halben Block weiter.

Pharmama: „Beeilen Sie sich, wir schliessen um 6 Uhr – jetzt ist viertel vor.“

JuMa: „Das schaffe ich.“
– Und weg ist er.

Um Zeit zu sparen gebe ich die Medikamente ein, schreibe sie an und lege alles parat.

Inzwischen macht Urs (mit dem ich Abendschicht habe) die Apotheke schliessfertig. Die andere Kasse nach hinten, die Computer runterfahren, Schütten und Aufsteller reinräumen …

Alles, nur meinen Computer und Kasse nicht – die lasse ich drin in Erwartung des Jungen Mannes.

6 Uhr und ich sage Urs, dass er gehen kann – ich warte noch 10 Minuten, dann gehe ich auch, wenn er bis dann nicht hier ist.

Er kommt nicht mehr. Ich hoffe einfach, dass das war, weil er noch Medikamente zu Hause hatte und nicht, weil er es aus irgendeinem Grund nicht mehr geschafft hat.

Als ich endlich die Apotheke verlasse –  habe ich auch genug für heute, nur dass noch nicht ganz fertig ist. Es ist das Ende meiner 10-Stunden-Schicht, in der ich gerade mal eine Mittagspause von 30 Minuten hatte. Die Pause (wie üblich in der Apotheke), unterbrochen von einigen Rezepten, die angeschaut werden mussten. Den ganzen Tag hochkonzentriert arbeiten ist anstrengend genug … und dann hatte ich heute einige Telefonanrufen aus privaten Gründen, was sehr ungewöhnlich ist. Eigentlich war ja alles organisiert. Junior wurde am Morgen von meinem Kuschelbär zum Sport gebracht, dort wurde er eine Stunde später von Oma und Opa abgeholt. Die haben ihn nach dem Mittagessen zum Geburtstagsfest eines Freundes gebracht, wo ihn dann Kuschelbär wieder abholen sollte, wenn er fertig gearbeitet hat.

Das ist eines der Probleme, die man als im Gesundheitssystem arbeitender hat: erstens Samstagsarbeit (gut, das hat mein Mann als Selbständiger auch) und zweitens habe ich auch unter der Woche keine Möglichkeit den Junior vor Arbeitsanfang zum Beispiel ins Tagesheim zu bringen, da die zu spät dafür anfangen. Oder abzuholen, da sie dafür zu früh zumachen. Eines von beiden geht, wenn ich nicht den ganzen Tag arbeite, aber beides ist unmöglich. Wenn er Schule hat, müsste ich ihn auch einiges vorher aus dem Haus schicken, da ich früher anfange zu arbeiten, als er zur Schule muss. Und Samstags hat hier kein Tagesheim offen. Zum Glück habe ich Kuschelbär und liebe Verwandte die helfen.

Heute kam noch dazu, dass ich um 4 Uhr von meinem Kuschelbär einen kurzen aber leicht verzweifelten Anruf bekomme: sein Geschäft wird gerade überschwemmt. Er ist dabei zu retten, was er kann, aber so kommt er natürlich nicht dazu Junior abzuholen. Also organisiere ich neben dem Arbeiten auch noch dass Junior etwas länger beim Geburtstagskind bleiben kann und fahre jetzt nach der Arbeit dort vorbei, um ihn mitzunehmen.

Dabei bekomme ich eine Whatsapp von Urs: Anscheinend hat er den Kunden noch gesehen, wie er gemütlich im Quartier herumlief …

Man weiss ja nie, was hintendran noch alles läuft. Aber: das gilt für beide Seiten.

Apotheken als Pokestops?

Nicht ganz sicher, ob das eine Ente ist (Sommerloch lässt grüssen): apotheke adhoc meldet, dass die ABDA (der deutsche Apothekerverein) einen Deal mit Nintendo geschlossen hätte und sollen … Leider finde ich keine Quelle und keinen anderen Link dafür. Kann das jemand bestätigen?

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Bei uns in der Apotheke ist auch das Pokémon go – Fieber ausgebrochen und die halbe Belegschaft spielt das … allerdings auf dem Arbeitsweg und nicht in der Apotheke selber. Wir haben zwar einen Pokestop in relativer Nähe, aber direkt in der Apotheke – ich glaube das wäre keine wirklich gute Idee. Auch wenn ich Taubsi- und Rattfratz jagende Spieler momentan lustig finde.

Im Bild sieht man die Pokestops (die blauen Würfel), einen aktivierten Pokestop (das violette Ding, vor dem unsere Spielfigur steht) und zwei Arenen: die grösseren Gebilde. Die Farben zeigen, welches Team die Arena gerade hält: rot, blau oder gelb.

Mein Lieblingspokemon ist das Evoli – auch weil es so unglaublich wandelbar ist. Inzwischen sind wir auf Level 14 – Junior und ich gehen gelegentlich zusammen raus laufen und jagen … und seitdem hat er sich nicht mehr beklagt, wenn er länger laufen muss.  Das ist ein positiver Aspekt von dem Spiel: man muss raus. Dann finde ich es ja toll, dass man die Pokemon nicht verliert, wenn man trainiert oder kämpft (nur in den Arenen möglich) und dass es von Vorteil ist, wenn man gemeinsam spielt – mehrere an einem Pokestop oder Arena.

Spielt ihr? Welches Level? Welches ist euer liebstes / stärkstes Pokemon? Und: was ist der seltsamste Ort an dem ihr eines gefangen habt? Demnächst in der Apotheke??

 

Junior und das Schulsystem

Junior hat Freitag sein Zeugnis bekommen.

Und ich bin ziemlich zufrieden. Erstmal, dass er befördert worden ist (ins 4. Schuljahr heisst das) und dann, dass es keine ungenügenden Noten hat. Wirklich super ist es auch nicht – keine 6er wo es Noten gibt, aber zwei „erweiterte Anforderungen erfüllt“ – in Sport und Französisch (?!) was etwa einer 5 entspricht. (Ah ja: in Schweiz: 6 die beste Note, 1 die mieseste).

Mathe nervt etwas – da hat er eine 4. Es nervt nicht wegen der 4, sondern weil ich weiss, dass er es besser könnte – man sieht das an der Reihe 6er, die er bei den Malreihen hingelegt hat. Alles was es brauchte war ein bisschen Motivation. In dem Fall war die Motivation, dass ich versprach eine kostenpflichtige Episode in Minecraft Storymode herunterzuladen, wenn er da alle Noten über 5 hat. Er hatte. Dass das trotzdem nur für eine 4 gereicht hat, liegt an den ersten Prüfungen, die er hatte. Die hat er nämlich grossartig versiebt. Und aus den döfsten Gründen.

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In der ersten Prüfung hat er die erste Seite gelöst (und zwar recht gut)… und die zweite war einfach leer. Gab eine 3. Ich habe ihn dann gefragt, was da passiert ist, ob er die zweite Seite einfach übersehen hat? Hat er nicht, ansonsten druckste er aber nur herum. Erst später habe ich vom Lehrer gehört, dass er mitten in der Prüfung seine „Auszeit-Karte“ eingesetzt hat. Anscheinend haben sie die, damit der Schüler selber eine Pause nehmen kann, wenn er will (einzulösen maximal einmal pro Tag) … und er wollte das – mitten in der Prüfung.

In der zweiten Prüfung war wieder nur ein Teil ausgefüllt – diesmal aber eher die Aufgaben gegen Ende. Wieso? Weil der Schulfreund vom Junior gemeint hat, es sei am besten, wenn man mit den schwierigen Aufgaben anfängt! Ganz offensichtlich keine gute Strategie.

Jetzt könnte man ja sagen, dass das irgendwo bewundernswert ist, dass er sich da so gar nicht vom Schulsystem stressen lässt … allerdings liegt das nur daran, dass ihm das einfach nicht bewusst war. Danach haben wir mit Junior geredet, was denn eine Prüfung so bedeutet (zum Beispiel, ob man ins nächste Schuljahr kommt oder sitzenbleibt) und ein paar Strategien, um Prüfungen gut zu bestehen: Fragen der Reihe nach durchgehen, die leichten dabei zuerst machen, was man nicht gleich kann, kann man verschieben – oh und üben vorher. Das mit dem üben braucht noch etwas Unterstützung, aber zeigt Wirkung (siehe Französisch).

Ich will ihn damit nicht stressen, aber wenn er nicht in eine Privatschule soll ist es das System, mit dem wir arbeiten müssen. Und es geht, auch wenn es nicht einfach ist. Junior gehört  zu den sehr aktiven und leicht ablenkbaren Kindern (schon immer). Tatsächlich hat er seit letztem Jahr die Diagnose (das gibt es nur für die Schweiz und steht im ADHS Themenbereich). Ganz offensichtlich schaffen wir und er es aber bisher (auch ohne Medikamente) mit etwas Unterstützung – und deshalb bin ich umso mehr stolz auf ihn!

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