Ferienmitbringsel: Grippeimpfung?

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südländisch aussehende Frau (süFra) in der Apotheke: „Bekomme ich von Ihnen die Grippeimpfung?“

Pharmama: „Sie wollen sich impfen lassen?“

süFra (abwehrend): „Nein, ich soll meiner Mutter eine in die Türkei mitnehmen.“

Pharmama: „Nun – wenn Sie mir ein Rezept dafür bringen, dann kann ich Ihnen eine abgeben.“

süFra: „Ich denke, Sie machen Grippeimpfungen?“

Pharmama: „Wir spritzen die, wir geben nicht einfach Packungen ab. Die Grippeimpfung ist sonst auch rezeptpflichtig.“

süFra: „Sie ist? Aber wie machen Sie das mit den Impfungen?“

Pharmama: „Entweder kantonale Ausnahmeregelung oder indem der Arzt in der Apotheke impft.“

süFra: „Oh.“

Pharmama: „Ausserdem … Sie sagten, das ist für in die Türkei?“

süFra: „Ja?“

Pharmama: „Das könnte noch ein Problem geben mit dem Transport. Die muss gekühlt gelagert und transportiert werden – und Spritzen sehen sie im Flugzeug auch nicht so gern.“

süFra: „Oh.“

Überraschung? Aber: Haben die dort auch Lieferprobleme, dass sie eine von hier mitbringen soll?

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Wenn Pflege krank macht – oder: weshalb es so wichtig ist, Pflegepersonal gegen die Grippe zu impfen

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Habt ihr gewusst, dass allein in der Schweiz jährlich zwischen 100 bis 300 Patienten an der Grippe sterben – die sie im Krankenhaus von Ärzten oder Pflegepersonal aufgelesen haben!? Und das eigentlich völlig unnötig, da es möglich wäre, die Mehrzahl der Ansteckungen zu vermeiden, wenn das Personal ausreichend geimpft wäre?

Leider sind die Impfraten des Gesundheitspersonals seit Jahren so tief, dass sich keine ausreichende Herdenimmunität erreichen lässt. Und das in den Spitälern, wo Ärzte und Pflege mit schon kranken und geschwächten Menschen arbeiten.

Weshalb ist das so?

Einerseits werden Krankheit und Mortalität der Grippe von den Leuten unterschätzt – und der Nutzen der Influenzagrippeimpfung angezweifelt. Dazu kommt, dass offenbar die Autonomie des Gesundheitspersonals als wichtiger eingestuft wird als ihre Fürsorgepflicht für die Patienten. Deshalb gibt es (selbst im Spital) noch keine Impfpflicht. Und eigentlich finde ich das wie meine Arzt-kollegin, die im Spital arbeitet und direkt Einblick in das Geschehen hat – als Verletzung der Sorgfaltspflicht. Hundert bis dreihundert Tote pro Jahr deswegen? In der Schweiz? Im Spital, wo man hingeht, damit es einem nachher besser geht? Skandalös.

Ganz offensichtlich funktioniert das nicht mit der Eigenverantwortung. Wahrscheinlich muss erst wirklich jemand sterben UND die Angehörigen den Zusammenhang erkennen und dann das Spital deswegen verklagen, damit das ändert.

Daten und Fakten:

Influenza (Grippe) ist eine Virusinfektion mit meist hohem Fieber und Krankheitsgefühl. Beim gesunden Erwachsenen führt eine Infektion nur selten zu Komplikationen, das Risiko steigt aber mit zunehmendem Alter rapide an. Zu den Komplikationen gehören Nasennebenhöhlenentzündungen, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, zusätzliche bakterielle Infektionen, Herzprobleme und Beteiligung von Hirn- und Nervensystem. Wird man deswegen hospitalisiert beträgt die Letalität (Chance, dass man stirbt) bis 30%. Ist man schon im Spital auf der Intensivstation oder wegen einer Transplantation steigt die Letalität auf bis zu 60%. Die Zeitdauer zwischen Ansteckung und Symptomausbruch beträgt 1 bis 4 Tage – aber ansteckend ist man schon vorher. Das begünstigt die Verbreitung, vor allem im Spital, wo ein Pfleger für eine Vielzahl Patienten verantwortlich ist. Denn selbst wenn er/sie bei Ausbruch der Beschwerden zu Hause bleibt, ist das zu spät. Einige machen auch eine Grippeinfektion fast ohne Beschwerden durch – laut einer Untersuchung wurden bei etwa einem Viertel des nicht geimpften Klinikpersonals nach den Wintermonaten im Blut Hinweise auf eine durchgemachte Influenzainfektion gefunden … bis zu 60% davon erinnerten sich nicht mal an eine Atemwegserkrankung. Diese hatten also fröhlich weiter täglich direkten Kontakt mit Patienten … und haben sie angesteckt.

Die Grippeimpfung ist seit 70 Jahren die effektivste Massnahme zur Reduktion von Influenzaerkrankungen – sie schlägt die anderen Massnahmen wie Händehygiene, korrektes Verhalten beim Schnäuzen und Husten und auch Medikamente wie Tamiflu bei weitem. Beim gesunden, mittelalten Erwachsenen hat sie eine Wirksamkeit von 70 – 90% (leider weniger, wenn der Virusstamm nicht richtig „getroffen“ wurde) – ebenfalls schlechter sieht die Wirksamkeit bei älteren, gebrechlichen Patienten aus, wahrscheinlich wegen der eingeschränkten Immunantwort. Tatsächlich macht es (um diese Personen zu schützen) deshalb mehr Sinn, nicht diese zu impfen, sondern das Umfeld: eben jene gesunden, jüngeren, nicht nur in der Familie, sondern vor allem in Pflegeberufen. Bereits bei einer Impfrate von (nur) 45% der Pflegepersonals können laut einer Studie von Hayward et al von 2006 innerhalb einer Influenzasaison pro 100 Pflegeheimbewohner 5 Todesfälle, 2 Krankenhauszuweisungen (wegen fieberhaften Atemwegserkrankungen) und 7 Arztkonsultationen verhindert werden. Zur Vermeidung von einem (1) Todesfall müssten 8 Mitarbeiter geimpft werden. Zur Verhinderung einer Erkrankung 5 Mitarbeiter, zur Verhütung einer Arztkonsultation 6 und 20 um eine Hospitalisation zu vermeiden. Aber ausser dem Nutzen der Impfung für die Patienten kommt es zusätzlich zu einer Abnahme der Arbeitsausfälle des Personals um 42%.

Trotz dem belegbaren, wirklich guten Nutzen einer Grippeimpfung, sind die Impfraten schlecht. Für Deutschland liegen sie bei etwa 36% für das Gesundheitspersonal … die Mehrheit der geimpften sind dabei (wie in der Schweiz): Ärzte. Zum Erreichen einer Herdenimmunität und damit effektivem Schutz von Risikopersonen wären Impfquoten von mindestens 50%, idealerweise über 75% notwendig. Wer wissen will, wie „sein“ Spital da aussieht, kann hier nachschauen:

Gründe, die nicht-geimpftes Pflegepersonal dafür oft nennen, sind übrigens dieselben, die Impfgegner angeben … und sind durch die Bank wiederlegbar.

Das fängt an bei den Nebenwirkungen der Impfung selber (die sehr gering sind: meist milde entzündliche Reaktion am Injektionsort) – die restlichen beanstandeten Erscheinungen (teils üble Sachen wie Fehlgeburt, Gesichtsnervenlähmung, Sehnervenentzündung) liegen im selben Bereich wie sie in der vergleichbaren ungeimpften Bevölkerungsgruppe auftreten.

Die Wirksamkeit des Impfstoffes wird angezweifelt – dazu lese man einfach den Abschnitt oben noch einmal.

Die Impfung gebe dem Körper keine Möglichkeit einen „natürlichen“ (sprich „guten“) Schutz gegen die Krankheit aufzubauen. Dieser Aussage / Meinung fehlt die wissenschaftliche Grundlage und das entspricht einfach nur dem Trend, der sich in der Nachfrage nach Homöopathie und Alternativmedizin widerspiegelt (alles „künstliche“ ist schlecht)… und beim Pflegepersonal ist das etwas, das in meinen Augen auf die suboptimale Ausbildung bezüglich der biologischen Grundlagen und einer fehlenden Einführung in die evidenzbasierte Medizin zurückzuführen sein könnte.

Dabei sind Diskussionen hier oft schwierig, da man als Verfechter von Impfungen dann sehr schnell als Anhänger der bösen Pharmafirmen abgetan wird.

Da besteht also hoher Handlungsbedarf. Als Minimum sollten in besonders kritischen Bereichen wie der Neonatalogie (Neugeborenenabteilung), den Transplantationseinheiten und der Intensivstation wirklich nur noch durchgeimpftes Personal arbeiten dürfen. Für den Rest sollte auch auf der Normalabteilung während der gesamten Influenzasaison das Tragen eines Mundschutzes obligatorisch sein – egal, ob sie sich krank fühlen oder nicht. Dass das mit dem freiwilligen Impfen nicht reicht, zeigt sich eben in den hunderten Toten aufgrund nosokomial (im Krankenhaus) erworbener Infektionen – speziell der Grippe.

Ich habe mich auch wieder selber impfen lassen. Denn auch als Apothekerin gehöre ich zum Gesundheitssystem mit täglich einer Vielzahl Kontakte mit Patienten.

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(Wer sich für die den Zahlen zugrunde liegender Studien und Veröffentlichungen interessiert, darf gerne fragen. Ich habe hier darauf verzichtet, da das die meisten nicht interessiert, aber … das ist alles belegbar.)

Danke an meine Arzt-Kollegin Dr. B. für die Anregung darüber einmal einen Artikel zu schreiben. Er ist nicht als Arzt-/ Pflege- oder gar Spital-bashing gedacht, aber er ist provokant geschrieben, weil das Thema viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt!

Zur Grippeimpfung in der Apotheke

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Es ist Herbst, bald Winter und Zeit für die Grippeimpfungen. In der Schweiz sind einige Änderungen im Gesundheitssystem im Gange, so dürfen in manchen Kantonen die Apotheker schon impfen (vor allem gegen Grippe, vereinzelt auch schon anderes), während es in anderen Kantonen noch die Ärzte braucht, die dafür auch im Rahmen von Grippeimpfaktionen in die Apotheke impfen kommen. Ich kann hier nicht sagen, zu welchen wir gehören, aber …

Frage gestern: „Wenn ich keine Beratung brauche, bekomme ich die Grippeimpfung dann gratis?“

Umm – nein. Die hat mich im Einkauf gekostet und ausser dem Abklären vorher, ob das geht, kostet auch das Spritzen selber was. Egal ob ich das mache oder der Arzt.

P.S: da ist sie wieder, die „Beratungstaxe“ – Die gibt es nicht. Es ist unsere Aufgabe abzuklären, ob es das richtige Medikament ist und ob die Anwendung bekannt ist, aber wir machen mehr als das. Bei rezeptpflichtigen Sachen, die von der Krankenkasse übernommen werden ist das „mehr als das“ in den Pauschalen enthalten … Und bei nicht rezeptpflichtigen Sachen oder Dingen, die die Krankenkasse nicht zahlen muss, gibt es die Marge (und auch das sind keine 30% mehr.) Die Grippeimpfung ist auch immer noch rezeptpflichtig und muss gekühlt transportiert und gelagert werden, was ein zusätzlicher Aufwand bedeutet.

Apotheker auf dem Weg zum Impfen: 3. BLS-AED-Kurs

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Auf-dem-Weg

BLS-AED- Komplett Kurs (SRC anerkannt)

Der erste Kurs auf dem Weg zum Erlangen des Fähigkeitsausweises (Bei manchen ist das auch der zweite oder dritte, die Reihenfolge spielt hier keine Rolle, man muss sie nur gemacht (und bestanden) haben.)

BLS heisst: Basic Life Support oder: „Lebensrettende Basis-Massnahmen“ also Alarmierung, Herzmassage, Beatmung und Co.

AED bedeutet: Automated external defibrillation oder Automatische externe Defibrillation, also die Anwendung eines Defibrillators.

SRClogoDer SRC ist der Swiss Resuscitation Council – eine Vereinigung, die das Wissen um die Lebensrettenden Massnahmen verbessern, vereinheitlichen und verbreiten will … und dafür strenge Richtlinien aufgestellt hat.

 

Ich dachte, ich fange mal „einfach“ an – den BLS Kurs habe ich tatsächlich schon ein paar Mal gemacht, im Studium einmal, danach regelmässig Weiterbildungen … wobei ich da zugegeben nicht ganz so konsequent war: vorgeschrieben sind alle 2 Jahre, gemacht habe ich sie etwa alle 3. Aber auch dann: das bedeutet, ich hatte vorher mindestens 6 Kurse und Erfahrung direkt in der Apotheke (bei uns scheinen noch gelegentlich Leute umzukippen) und in der Feuerwehr.

Durchgeführt werden diese Kurse nicht vom Apothekerverein, sondern von anderen Weiterbildungsveranstaltern: CAP, Careum Aarau, Air Zermatt, Schule für Notfallmedizin Zürich, Apo-Kurse und (jetzt nicht mehr) dem Tropeninstitut.

Der besuchte BLS-AED-Komplett-Kurs (Generic Provider)
  • ist SRC-anerkannt.
  • darf nicht älter als 2 Jahre sein
  • ist in der Regel ein Ganztageskurs
  • wird durch einen BLS-AED-SRC Instructor (Generic Instructor) geleitet

Die Instruktoren sind oft Rettungssanitäter – was ich ausgesprochen sympathisch finde, da sie viel Erfahrung haben und oft eine „Hands-on“-Einstellung, die es für das Thema definitiv braucht.

Kursinhalt:

  • Die Kursteilnehmenden beherrschen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Beurteilung des Patienten (Erwachsene Kinder, Säuglinge).
  • Sie kennen die Rettungs-/Überlebenskette und lösen sie aus.
  • Sie erlernen die Abläufe im Notfall gemäss SRC Normen (Swiss Resuscitation Council).

Lerninhalt: 

  • Richtiges Handeln (erkennen der Symptome, Selbstschutz, Alarmierung, Überlebenskette).
  • Üben der Technik der Herzmassage und der Anwendung eines Defibrillators (BLS/AED).
  • Bearbeiten von lebensbedrohlichen und Notfall-Situationen in der Offizin anhand von exemplarischen Beispielen.
  • Thematisieren der Rolle der ApothekerInnen in einer bedrohlichen Situation und gegenseitiger Erfahrungsaustausch

Faktisch gesehen gab es dann bei dem Kurs auch nicht viel Theorie, dafür mehr Praxis … oder anders gesagt: wir wurden in X Situationen geworfen: Einer war immer der „Patient“ der bekam bestimmte Instruktionen, was für ein Problem er/sie hat und einer musste das evaluieren und dann reagieren, während der Rest Passanten waren, die zu Hilfe gerufen werden konnten, manchmal auch Hindernisse darstellten und daneben die Aufgabe hatten zu schauen, ob auch alles gemacht wurde und wie lange das dauerte. Wir konnten an verschiedenen Objekten üben: am lebenden Objekt, an Puppen auch Babypuppen (Bitte lass‘ das nie passieren) und konnten Beatmungsmake (in meinen Augen unbrauchbar) und Beatmungstuch (viel praktischer und einfacher zum mitnehmen) ausprobieren.

Das und die klassische Kontrolle, ob man alles richtig macht bei Herz-massage und (gegebenenfalls) Beatmung – und man hat sein Testat. Das war wirklich cool, wenn auch etwas Adrenalin-steigernd.

Wieso ist so etwas Voraussetzung für das Impfen in der Apotheke? Grundsätzlich ist es eine ausgezeichnete Idee, dass die Apotheker praktisch Profis sind für medizinische Notfallsituationen … auch akute. Das habe ich bei uns in der Apotheke und auch ausserhalb diverse Male gesehen, dass es jemandem auf einmal nicht mehr gut ging – und dann muss man kompetent entscheiden können, was man jetzt macht … und den Patienten eventuell bis zum Eintreffen der Sanität am Leben erhalten. Auf der anderen Seite ist der Sicherheitsgedanke dabei, dass wenn einmal etwas vorkommen sollte beim Impfen (was übrigens ein medizinischer Eingriff in die körperliche Integrität des Patienten darstellt) man in der Lage ist, richtig zu reagieren. Auch wenn die Chancen dass etwas passiert wirklich sehr klein sind. – Darüber mehr in einem späteren Artikel.

Apotheker auf dem Weg zum Impfen: 2. Fähigkeitsausweis

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Auf-dem-Weg

In weiser Voraussicht im Hinblick auf das Impfen in der Apotheke bietet der Apothekerverein schon seit Ende 2011 an, den Fähigkeitsausweis Impfen und Blutentnahme zu machen. Sie schreiben :

Die Fähigkeitsprogramme FPH ermöglichen dem interessierten Apotheker, bestimmte neue Kompetenzen zu erwerben, die er sich noch nicht in seiner Aus- oder Weiterbildung aneignen konnte. … Die Fähigkeitsprogramme bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Damit können die Apotheker, die das noch nicht in der Ausbildung gelernt haben (kommt erst ab 2017) die Kompetenzen erlangen, damit sie auch wirklich impfen dürfen. Zu den gesetzlichen Grundlagen dazu siehe Post …)

Die Weiterbildung umfasst folgende drei Module:

  • BLS-AED Reanimationskurs, der SRC anerkannt sein muss
  • Impfungen (12 akademische Stunden)
  • Injektions- und Blutentnahmetechniken (20 akademische Stunden)

Eine akademische Stunde entspricht 45 Minuten.

Bei all diesen Kursen wird man jeweils geprüft. Man bekommt die Testate dafür nur, wenn man alle Prüfungen bestanden hat. Es gibt jeweils einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Testate sind 2 Jahre gültig.

Wenn man alle Testate hat, muss man sie beim Apothekerverein einreichen, die das dann anschauen und wenn alle Komponenten erfüllt sind den Fähigkeitsausweis ausstellen.

Es besteht danach Fortbildungspflicht. Das heisst beim Fähigkeitsausweis FPH Impfen und Blutentnahme, man muss mindestens alle 2 Jahre Fortbildungen im Rahmen von 50 FPH Punkten in Form eines Kontaktstudiums absolvieren – das bedeutet: mindestens 8 Stunden in externen Kursen zu dem Thema. Davon sind 25 Punkte in Form eines BLS-AED Refresherkurses (SRC anerkannt) nachzuweisen. Wird das nicht gemacht kann das Recht zur Führung des Fähigkeitsausweises entzogen werden.

Zu dem Zeitaufwand – der insgesamt zum Erlangen etwa 4 ganze Tage Kontaktstudium nochmals mindestens 2 halbe Tage online-Kurs beinhaltet (da kommt es drauf an, wie effizient man ist) kommt noch der finanzielle Aufwand, der … nicht unerheblich ist. Hier mal eine Liste für 2016, in Klammern was man als Nicht-Apothekerverband-Mitglied zahlt.

  • BLS-AED Reanimationskurs CHF 650.- (780.-)
  • Impfungen  CHF 550.- (1100.-)
  • Injektions- und Blutentnahmetechniken CHF 970.-
  • online Kurs Injektionen und Blutentnahme  CHF 300.- (600.-)
  • Nachweis Hep B Titer (Voraussetzung für Spritzenkurs, inkl Arztbesuch) ca. CHF 100.-
  • Antrag Fähigkeitsausweis Pharmasuisse  CHF 250.-
  •  diverse Fahrtspesen (mit Halbtax SBB): ca CHF 130.-

Total also mindestens: CHF 2950.- (Ja, Spezialisten und Spezial-Ausbildungen sind teuer).

Das muss man auch erst mal haben. Bei manchen bezahlt die Apotheke selber noch etwas an der Weiterbildung, aber auch so: die meisten Apotheker, die das machen, die machen das aus Überzeugung. Viele von Ihnen haben da auch angefangen bevor überhaupt klar war, dass sie das (je) brauchen würden können. Die ersten haben Ende 2013 ihren Fähigkeitsausweis erlangt.

Ich habe (jetzt) angefangen.

Vor Impfungen wird gewarnt

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Bleibt ja von den Impfungen weg. Das ist der Weg, wie die grossen Regierungen und die Pharmaindustrie versuchen uns umzubringen. Die machen Quecksilber rein, damit wir Autistisch werden. Und Aluminium, damit wir Alzheimer bekommen. Und der Flüssige Teil wird aus abgetriebenen Babies hergestellt. Jeder der geimpft wird, wird sterben!

Ja, auch die nichtgeimpften. So ist das Leben.

Das oben ist, was man auf Seiten von Impfgegnern (und in den Kommentaren auf anderen Seiten) so zu hören bekommt. Meist unterlegt mit „Fallbeispielen“ von denen man gehört oder gelesen hat, zusammen mit der Aufforderung „sich selbst ein Bild zu machen“ und generell Angstmacherei … die leider oft ihre Wirkung nicht verfehlt. Welche Mutter will ihr Kind schon einem unnötigen Risiko aussetzen? Verstehe ich.

Auf der anderen Seite: Ich bin jetzt an der Ausbildung zum „impfenden Apotheker“ und dabei werde ich von Leuten geschult, die Experten auf ihrem Gebiet sind – in Theorie und Praxis. Sie belegen was sie erzählen und lehren mit Quellen (richtigen und grossen Studien) und Erfahrungswerten nicht nur vom Hörensagen, sondern aus eigenen und vieltausendfachen Anwendungen eben-dieser Impfungen. Und die Datenlage ist überwältigend. Überwältigend gut für die Wirkung und die Sicherheit der Impfungen.

Ich bin überzeugt – und ich will, dass möglichst viele von diesen Impfungen profitieren. Der Kinderarzt soll die Kinder grundimmunisieren – das schützt sie und gibt auch mir als Mutter Sicherheit. Bei den Erwachsenen gehen leider häufig die Auffrischimpfungen unter oder vergessen … und da sehe ich meinen zukünftigen Einsatz. Dafür mache ich diese Weiterbildung.

Demnächst hier auf dem Blog: was das alles kostet. Und: Nein, die Pharmaindustrie sponsert das nicht. Von denen habe ich keinen Rappen bekommen dafür, dass ich das mache.

(Nachtrag: Ich diskutiere nicht gerne mit Impfgegnern. Ich finde das wahnsinnig ermüdend und repetitiv. Für Diskussionen und Fragen verweise ich gerne hierher: die auf Facebook. Die haben dafür die Geduld die mir fehlt und belegen ihre Aussagen auch immer sehr schön fachlich.)

Apotheker auf dem Weg zum Impfen: 1. Gesetzliches

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Auf-dem-Weg

Vor ein paar Jahren habe ich hier auf dem Blog mal geschrieben im Artikel Wünsche an an Industrie und Registrierung : „Irgendwann würde ich in der Apotheke gerne Impfen dürfen …“ Das war 2011. Seitdem hat sich viel getan und ich bin glücklich, dass das mit dem Impfen tatsächlich kommt!

Das kam nicht „einfach so“, dafür braucht es die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen … und die sind unterwegs. Bisher ist es so gewesen, dass nur die Ärzte impfen durften. Praktischerweise ist es aber so, dass in den Praxen das häufig von der medizinischen Praxisassistentin durchgeführt wurde. Oft genug sogar in Abwesenheit des Arztes. Selbst im Tropeninstitut, die vor Reisen alle Impfungen (inklusive der Gelbfieberimpfung) machen, steht auf dem aufgehängten Preisschild: „Impfung durch nicht-medizinisches Personal“.

Aber zurück zu den Gesetzen in der Schweiz. Über allem steht die Bundesverfassung – die übergibt dem Bund die Kompetenzen, (Medizinalberufegesetz, Heilmittelgesetz, Epidemiengesetz, Krankenversicherungsgesetz, Präventionsgesetz) und die Kantone vollziehen das – wobei sie teils unterschiedliche Ausführungen haben.
Der Bereich der Gesundheit bzw. Krankheit fällt grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Kantone  z.Bsp. sind sie Zuständig für die Regelung der Berufsausübung.

Im folgenden gehe ich nur auf die Teile ein, die für die Apotheker und Impfungen relevant sind.

Das Medizinalberufegesetz () legt die Ausbildungsziele für sämtliche universitäre Medizinalberufe nach Absolvierung des Studienganges fest.

Art 6 Abs 1 Bst: Sie verfügen über die wissenschaftlichen Grundlagen, die für vorbeugende, diagnostische, therapeutische, palliative und rehabilitative Massnahmen erforderlich sind.

Daraus folgt: Apotheker (als universitärer Medizinalberuf) hat (nach der Ausbildung) das Wissen über Diagnose und vorbeugende Massnahmen. Das dürfte vielleicht vor allem die deutschen Apotheker, die hier mitlesen erstaunen, denn in Deutschland dürfen Apotheker nicht diagnostizieren.

Das hat natürlich seine Grenzen:

Art 40 Bst Sie üben ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft aus; sie halten sich an die Grenzen der Kompetenzen, die sie im Rahmen ihrer Aus- Weiter- und Fortbildung erworben haben.

Ich darf also anwenden, was ich gelernt habe – aber ich muss meine Grenzen kennen.

Neu aufgenommen wurde in der Revision:

Art 9: Ausbildungsziele Pharmazie:  Apotheker …
Bst c : haben umfassende Kenntnisse über den Einsatz, die Wirkung, die Anwendung und die Risiken von Arzneimitteln und für ihren Beruf wichtigen Medizinprodukten;

Bst f: übernehmen Aufgaben zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit sowie zur Verhütung von Krankheiten und erwerben die entsprechenden Kompetenzen, insbesondere bei Impfungen

Bst j: haben die angemessene Grundkenntnisse über Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Krankheiten.

Das ist es. Phantastisch, echt! Aber in der Schweiz geht alles ein bisschen langsamer. Die revidierte MedBG tritt frühstens 2017 in Kraft – das bedeutet: erste diplomierte Apotheker, welche diese „neuen Fähigkeiten“ im Studium erwerben diplomieren dann 2022. Andere können diese Kompetenzen in Weiterbildungen erwerben.

Dazu gehöre auch ich. Wenn ich impfen will, muss ich die nötige Kompetenz dazu erwerben. Dazu später mehr.

Aber schon laut geltendem Recht (MedBG) sind Apotheker grundsätzlich befähigt Impfungen und Blutentnahmen mit dem Ziel der Krankheitsprävention „im Rahmen ihrer Kompetenzen“ durchzuführen.
Laut Auskunft Rechtsdienst sollte deshalb die zu impfende Person vor der Impfung kein Gesundheitsrisiko aufweisen, das eine vorgängige Diagnose erforderlich macht. Apotheker dürfen nur gesunde Personen impfen. Ansonsten gehören die zum Arzt.

Heilmittelgesetz () Auch Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte
Sämtliche Impfstoffe gehören zur Zeit zu einer rezeptpflichtigen Abgabekategorie (A oder B) an.

Art 24 Abs 1 Bst a und Abs 1 bis: Verschreibungspflichtige Arzneimittel abgeben dürfen:
Apothekerinnen und Apotheker auf ärztliche Verschreibung. Ohne ärztliche Verschreibung darf eine Abgabe erfolgen, sofern sie nach einem direkten Kontakt mit der betroffenen Person erfolgt und dokumentiert wird:
b bei vom Bundesrat bezeichneten Arzneimitten und Indikationen oder
c in begründeten Ausnahmefällen

Die (im Blog gelegentlich erwähnte) schon bisher erlaubte Abgabe auch ohne Rezept „in begründeten Ausnahmefällen“ greift hier NICHT, da Impfungen zu vorbeugenden Zwecken durchgeführt werden – da fällt höchstens Tetanus unter notfallmässige Ausnahmesituation.

Aber: wie gesagt, die Ausführung in den Kantonen wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Die Anwendung verschreibungspflichtiger Arzneimittel im Rahmen der Berufsbewilligung bedarf einer Bewilligung des Kantons. Dieser kann gemäss Art 27a Abs 2 VAM neben Medizinalpersonen auch gewisse andere Fachpersonen dazu berechtigen. So hat zum Beispiel der Kanton Baselland im letzten Winter versuchsweise die Grippeimpfung in 3 Apotheken auch ohne Rezept vom Arzt erlaubt. Durch ausgebildete Apotheker.

Langfristig muss da die Politik noch drüber: es muss überlegt werden, ob eine pauschale Rezeptpflicht hier noch verhältnismässig ist. Ein Teil müsste auch nach Abklärung und Fachberatung durch Apotheker anwendbar sein. Tatsächlich ist das im Gang: Der Vorschlag des Ständerates eine apotheker-pflichtigen Liste B zu machen wurde im Mai 2015 genehmigt.

Epidemiengesetz ()

Art 5 Themespezifische nationale Programme werden zusammen zwischen BAG und Kantonen erarbeitet… insbesondere der Bereich Impfungen.
Art 6 Abs 2 Der Bundesrat kann anordnen c) Ärzte und weitere Gesundheits-fachpersonen  verpflichten, bei der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten mitzuwirken.

Impfende Apotheker können als Fachperson gelten. Es ist also denkbar, dass im Falle einer Epidemie / Pandemie in Zukunft auch die Apotheker einbezogen werden.

Krankenversicherungsgesetz ()

Nur wenige prophylaktische Massnahmen gehören zum Pflichtleistungskatalog des KVG, – darunter auch Impfungen:

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung bezahlt die Kosten von verschiedenen Impfungen gemäss den
Als wichtigste seien genannt:
– Impfungen gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus-Influenzae Typ B, Windpocken sowie Masern, Mumps und Röteln (MMR).
– Impfung gegen Hepatitis-B und für spezielle Risikogruppen gegen Hepatitis-A
– Impfung gegen Grippe bei Personen ab 65 Jahren und bei Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko bei einer Grippeerkrankung
– Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (Zeckenenzephalitis)
– Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen im Schulalter und junge Frauen bis 26 Jahre, wenn die Impfung im Rahmen eines kantonalen Impfprogramms erfolgt. Auf dieser Impfung wird keine Franchise erhoben.

Nicht bezahlt werden spezielle Reiseimpfungen und –prophylaxen (z.B. Gelbfieber und Malariaprophylaxe).

Wichtig hier ist auch vorläufig, dass die obligatorische Krankenversicherung ausschliesslich die Kosten übernimmt, die „von einem Arzt durchgeführt oder angeordnet sind“ – Das bedeutet den Apothekern wird das vorläufig nicht vergütet.  Gerade aber bei der Prävention hier wäre das doch ein wichtiges Argument dieses „ärztliche Monopol“ zu hinterfragen. Denn wenn ich zwar impfen darf, das aber bei mir (in der Apotheke) im Gegensatz zum impfen beim Arzt nicht vergütet wird … da stimmt doch etwas nicht?

Jedenfalls Fazit: Die rechtlichen Grundlagen zum Impfen in der Apotheke sind da oder kommen. Die Kompetenzen dafür kann man erwerben – in Weiterbildungen. Der schweizerische Apothekerverein (PharmaSuisse) hat dafür einen Fähigkeitsausweis Impfen und Blutentnahme erstellt – und den mache ich jetzt. In ein paar später folgenden Artikeln zeige ich Euch, was da alles dazugehört. Geschenkt bekommt man den wirklich nicht, das kann ich jetzt schon sagen.

 

Vom wilden (füg‘ ein Tier ein) gebissen.

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Heute war der Tag der Tierbisse. Normalerweise habe ich das ein, zwei Mal im Jahr, dass ich damit zu tun habe, aber heute hat sich die Reihe der Drei voll erfüllt.

Nummer 1:  Frau, in den 20ern: „Wie lange muss ich nach der Tollwutimpfung warten, bis ich wieder Sport treiben kann?“

Das ist … interessant. Ein bisschen Nachfragen bringt folgendes heraus: Sie wurde in den Ferien von einem Affen gebissen … worauf man ja dann gerade 24 Stunden Zeit hat, sich um die Tollwutimpfung zu kümmern, wenn man die nicht vorher schon gemacht hat. 24 Stunden … danach ist es meist zu spät. Tollwut, wenn man sie eingefangen hat, endet auch heute noch tödlich – man kann sich also die Odysee vorstellen, die man nach einem Biss vor sich hat: meist in einem Land, wo die Gesundheitsversorgung eher suboptimal ist, nach einer Klinik zu suchen, die den Tollwutimpfstoff auch wirklich an Lager hat, respektive den rechtzeitig besorgen kann.

Danach ist es mit einer Impfung auch nicht getan, man impft an den Tagen 0, 3, 7, 14, 30 … so auch bei ihr. Inzwischen ist sie aus den Ferien zurück und hat gerade die letzte Impfdosis hinter sich, aber es wurde ihr gesagt, dass sie danach kein Sport treiben soll – nur nicht für wie lange. Ich musste nachschauen. In der Packungsbeilage steht davon gar nichts. Im Internet findet man Empfehlungen, dass man für eine Woche danach auf Sport verzichten soll, weil für den Körper die Impfung eher anstrengend sei. So ganz sehe ich das nicht ein, aber – wenn sie sichergehen will: 1 Woche also.

Nummer 2: Wild aussehender Mann, der schon häufiger mit (amüsant-)bizarren Anfragen für Sachen gekommen ist, weil er ziemlich ausgefallene Hobbies hat – der wäre einen eigenen Blogpost wert. Offenbar arbeitet er auch in einem Aquarium. Denn heute zeigt er mir seinen verbundenen, noch ziemlich blutigen Daumen und will Verbandsmaterial, weil er „von einer Muräne gebissen“ worden ist.

Originalzitat: „Dafür hat sie heute nichts mehr zum Abendessen bekommen … man beisst nicht die Hand, die einen füttert.“

Mit ihm habe ich noch eine Weile diskutiert, da ich der Meinung bin, dass er zumindest die Tetanus-Impfung noch machen sollte, wenn er schon nicht weiss, wann die letzte war und er mit Tieren arbeitet.

Nummer 3: Zu Hause im Internet stosse ich noch auf :

orcabiss

Darin sieht man eine Liste von Fallnummern – die brauchen in den USA offenbar die Ärzte zum Abrechnen mit den Krankenkassen (ähnlich wie bei uns die Tarmed?)

… und da gibt es unglaublich bizarre darunter, wie die hier: durch Orca gebissen, Erstkontakt.

Orca ist ein Killerwal. Ich stelle mir vor, dass das nicht ganz einfach ist: erstens gebissen zu werden und zweitens so wenig, dass sich das noch lohnt, das zu behandeln … Und: würde es da nicht reichen: Tierbiss zu schreiben?

Tierbisse sind übrigens nicht ganz ungefährlich. Auch ein normaler Katzenbiss oder Hundebiss gehört zum Arzt, da das fast sicher Antibiotika braucht: gerade Katzen haben sehr spitze Zähne, wodurch Bakterien (anaerobe, also solche, die keinen Sauerstoff brauchen und oft hässlich sind) bis tief ins Gewebe kommen und sich dort vermehren. Und Menschenbisse sind nicht viel besser. Nur so.

Ich lerne …

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…jeden Tag etwas neues. Da ich momentan am Vorbereiten eines Impfkurses bin heute das:

Habt ihr gewusst, dass bis Ende 2015 die Masernimpfung von der Grundversicherung ohne Franchise übernommen wird? Man zahlt nur den Selbstbehalt von 10% (das sind ein paar wenige Franken). Im Normalfall ist das erst nach Erreichen der Franchise so:  Also nachdem man den Teil, den man gewählt hat selber zu bezahlen, von 300 bis 2500 Franken erreicht und berappt hat.

0001-53862238

Das hat die BAG zusammen mit den Krankenkassen beschlossen, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, die in letzter Zeit bedenklich und gefährlich gesunken ist. Eine gute Sache! Zu doof hört man davon nichts. Also – selbst ich als Apothekerin wusste das nicht. Ihr vielleicht?

(Das gilt seit Januar 2013 bis eben Ende 2015 – für alle).

Impfunwillige Halter

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Ich habe nicht so viel mit Tiermedizin zu tun (unsere Apotheke ist nicht darauf spezialisiert), aber manches bekomme ich trotzdem mit, wenn die Patienten über ihre kleinen Lieblinge erzählen. Manches Mal muss ich mir auch an den Kopf fassen, was da an Miss-Information herum ist.

Erst Mal: Ja, Tiere können genauso krank werden wie Menschen auch. Sie bekommen Diabetes und müssen dann Insulin-Spritzen bekommen, manche bekommen auch Krebs, sie können sich den Magen verderben und es gibt eine Menge Krankheiten, die sie haben, die wir im Gegenzug nicht bekommen. Gegen manche dieser Krankheiten gibt es Impfungen. Ich persönlich würde ja daruf hören, wenn mir der Tierarzt eine Impfung für die Katze oder den Hund empfiehlt, aber auch da gibt es Impfverweigerer. Natürlich nicht die Tiere selber, sondern die Halter.

Manchmal hören sich die Gründe noch halbwegs vernünftig an – wie bei der Katzenhalterin, die ihre Katzen (3 Stück) nicht geimpft hat, weil das ja reine Hauskatzen sind und nicht in Kontakt mit anderen Katzen kommen.

Das stimmte – bis zu dem Zeitpunkt, als die Frau ins Spital musste und -mangels Nachbarn, willigen Verwandten oder Freunden, die die 3 aufnehmen konnten- einen Platz für sie suchte. Stellt sich heraus, dass Tierheime und andere Tierhorte keine ungeimpften Tiere aufnehmen.

Und dann war da noch die Tierhalterin, die nicht impfen wollte, weil sie nicht wollte, dass ihr Hund autistisch wird.

Mal abgesehen davon dass ich nicht weiss, ob Hunde überhaupt autistisch sein können, der Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus wurde inzwischen mehrfach widerlegt und der ehemalige Arzt (inzwischen mit entzogener Probation), der den Zusammenhang erst überhaupt hergestellt hat (lies: Studien manipuliert dafür) wurde extern dafür finanziert (lies: geschmiert für seine Falschaussagen.)

Die Tierhalterin hatte keine eigenen Kinder, also übte sie ihre Impfunwilligkeit einfach per Hund aus.

Katzenseuche und Hundeseuche sind reale Krankheiten mit oft üblem Ausgang (die Tiere erbrechen und haben blutigen Durchfall, oft bis zum qualvollen Tod) … aber davon könnte ein Tierarzt hier sicher mehr erzählen – und auch von den unwilligen Haltern.