Apotheker auf dem Weg zum Impfen: 3. BLS-AED-Kurs

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Auf-dem-Weg

BLS-AED- Komplett Kurs (SRC anerkannt)

Der erste Kurs auf dem Weg zum Erlangen des Fähigkeitsausweises (Bei manchen ist das auch der zweite oder dritte, die Reihenfolge spielt hier keine Rolle, man muss sie nur gemacht (und bestanden) haben.)

BLS heisst: Basic Life Support oder: „Lebensrettende Basis-Massnahmen“ also Alarmierung, Herzmassage, Beatmung und Co.

AED bedeutet: Automated external defibrillation oder Automatische externe Defibrillation, also die Anwendung eines Defibrillators.

SRClogoDer SRC ist der Swiss Resuscitation Council – eine Vereinigung, die das Wissen um die Lebensrettenden Massnahmen verbessern, vereinheitlichen und verbreiten will … und dafür strenge Richtlinien aufgestellt hat.

 

Ich dachte, ich fange mal „einfach“ an – den BLS Kurs habe ich tatsächlich schon ein paar Mal gemacht, im Studium einmal, danach regelmässig Weiterbildungen … wobei ich da zugegeben nicht ganz so konsequent war: vorgeschrieben sind alle 2 Jahre, gemacht habe ich sie etwa alle 3. Aber auch dann: das bedeutet, ich hatte vorher mindestens 6 Kurse und Erfahrung direkt in der Apotheke (bei uns scheinen noch gelegentlich Leute umzukippen) und in der Feuerwehr.

Durchgeführt werden diese Kurse nicht vom Apothekerverein, sondern von anderen Weiterbildungsveranstaltern: CAP, Careum Aarau, Air Zermatt, Schule für Notfallmedizin Zürich, Apo-Kurse und (jetzt nicht mehr) dem Tropeninstitut.

Der besuchte BLS-AED-Komplett-Kurs (Generic Provider)
  • ist SRC-anerkannt.
  • darf nicht älter als 2 Jahre sein
  • ist in der Regel ein Ganztageskurs
  • wird durch einen BLS-AED-SRC Instructor (Generic Instructor) geleitet

Die Instruktoren sind oft Rettungssanitäter – was ich ausgesprochen sympathisch finde, da sie viel Erfahrung haben und oft eine „Hands-on“-Einstellung, die es für das Thema definitiv braucht.

Kursinhalt:

  • Die Kursteilnehmenden beherrschen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Beurteilung des Patienten (Erwachsene Kinder, Säuglinge).
  • Sie kennen die Rettungs-/Überlebenskette und lösen sie aus.
  • Sie erlernen die Abläufe im Notfall gemäss SRC Normen (Swiss Resuscitation Council).

Lerninhalt: 

  • Richtiges Handeln (erkennen der Symptome, Selbstschutz, Alarmierung, Überlebenskette).
  • Üben der Technik der Herzmassage und der Anwendung eines Defibrillators (BLS/AED).
  • Bearbeiten von lebensbedrohlichen und Notfall-Situationen in der Offizin anhand von exemplarischen Beispielen.
  • Thematisieren der Rolle der ApothekerInnen in einer bedrohlichen Situation und gegenseitiger Erfahrungsaustausch

Faktisch gesehen gab es dann bei dem Kurs auch nicht viel Theorie, dafür mehr Praxis … oder anders gesagt: wir wurden in X Situationen geworfen: Einer war immer der „Patient“ der bekam bestimmte Instruktionen, was für ein Problem er/sie hat und einer musste das evaluieren und dann reagieren, während der Rest Passanten waren, die zu Hilfe gerufen werden konnten, manchmal auch Hindernisse darstellten und daneben die Aufgabe hatten zu schauen, ob auch alles gemacht wurde und wie lange das dauerte. Wir konnten an verschiedenen Objekten üben: am lebenden Objekt, an Puppen auch Babypuppen (Bitte lass‘ das nie passieren) und konnten Beatmungsmake (in meinen Augen unbrauchbar) und Beatmungstuch (viel praktischer und einfacher zum mitnehmen) ausprobieren.

Das und die klassische Kontrolle, ob man alles richtig macht bei Herz-massage und (gegebenenfalls) Beatmung – und man hat sein Testat. Das war wirklich cool, wenn auch etwas Adrenalin-steigernd.

Wieso ist so etwas Voraussetzung für das Impfen in der Apotheke? Grundsätzlich ist es eine ausgezeichnete Idee, dass die Apotheker praktisch Profis sind für medizinische Notfallsituationen … auch akute. Das habe ich bei uns in der Apotheke und auch ausserhalb diverse Male gesehen, dass es jemandem auf einmal nicht mehr gut ging – und dann muss man kompetent entscheiden können, was man jetzt macht … und den Patienten eventuell bis zum Eintreffen der Sanität am Leben erhalten. Auf der anderen Seite ist der Sicherheitsgedanke dabei, dass wenn einmal etwas vorkommen sollte beim Impfen (was übrigens ein medizinischer Eingriff in die körperliche Integrität des Patienten darstellt) man in der Lage ist, richtig zu reagieren. Auch wenn die Chancen dass etwas passiert wirklich sehr klein sind. – Darüber mehr in einem späteren Artikel.

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Apotheker auf dem Weg zum Impfen: 2. Fähigkeitsausweis

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In weiser Voraussicht im Hinblick auf das Impfen in der Apotheke bietet der Apothekerverein schon seit Ende 2011 an, den Fähigkeitsausweis Impfen und Blutentnahme zu machen. Sie schreiben :

Die Fähigkeitsprogramme FPH ermöglichen dem interessierten Apotheker, bestimmte neue Kompetenzen zu erwerben, die er sich noch nicht in seiner Aus- oder Weiterbildung aneignen konnte. … Die Fähigkeitsprogramme bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Damit können die Apotheker, die das noch nicht in der Ausbildung gelernt haben (kommt erst ab 2017) die Kompetenzen erlangen, damit sie auch wirklich impfen dürfen. Zu den gesetzlichen Grundlagen dazu siehe Post …)

Die Weiterbildung umfasst folgende drei Module:

  • BLS-AED Reanimationskurs, der SRC anerkannt sein muss
  • Impfungen (12 akademische Stunden)
  • Injektions- und Blutentnahmetechniken (20 akademische Stunden)

Eine akademische Stunde entspricht 45 Minuten.

Bei all diesen Kursen wird man jeweils geprüft. Man bekommt die Testate dafür nur, wenn man alle Prüfungen bestanden hat. Es gibt jeweils einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Testate sind 2 Jahre gültig.

Wenn man alle Testate hat, muss man sie beim Apothekerverein einreichen, die das dann anschauen und wenn alle Komponenten erfüllt sind den Fähigkeitsausweis ausstellen.

Es besteht danach Fortbildungspflicht. Das heisst beim Fähigkeitsausweis FPH Impfen und Blutentnahme, man muss mindestens alle 2 Jahre Fortbildungen im Rahmen von 50 FPH Punkten in Form eines Kontaktstudiums absolvieren – das bedeutet: mindestens 8 Stunden in externen Kursen zu dem Thema. Davon sind 25 Punkte in Form eines BLS-AED Refresherkurses (SRC anerkannt) nachzuweisen. Wird das nicht gemacht kann das Recht zur Führung des Fähigkeitsausweises entzogen werden.

Zu dem Zeitaufwand – der insgesamt zum Erlangen etwa 4 ganze Tage Kontaktstudium nochmals mindestens 2 halbe Tage online-Kurs beinhaltet (da kommt es drauf an, wie effizient man ist) kommt noch der finanzielle Aufwand, der … nicht unerheblich ist. Hier mal eine Liste für 2016, in Klammern was man als Nicht-Apothekerverband-Mitglied zahlt.

  • BLS-AED Reanimationskurs CHF 650.- (780.-)
  • Impfungen  CHF 550.- (1100.-)
  • Injektions- und Blutentnahmetechniken CHF 970.-
  • online Kurs Injektionen und Blutentnahme  CHF 300.- (600.-)
  • Nachweis Hep B Titer (Voraussetzung für Spritzenkurs, inkl Arztbesuch) ca. CHF 100.-
  • Antrag Fähigkeitsausweis Pharmasuisse  CHF 250.-
  •  diverse Fahrtspesen (mit Halbtax SBB): ca CHF 130.-

Total also mindestens: CHF 2950.- (Ja, Spezialisten und Spezial-Ausbildungen sind teuer).

Das muss man auch erst mal haben. Bei manchen bezahlt die Apotheke selber noch etwas an der Weiterbildung, aber auch so: die meisten Apotheker, die das machen, die machen das aus Überzeugung. Viele von Ihnen haben da auch angefangen bevor überhaupt klar war, dass sie das (je) brauchen würden können. Die ersten haben Ende 2013 ihren Fähigkeitsausweis erlangt.

Ich habe (jetzt) angefangen.

Vor Impfungen wird gewarnt

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Bleibt ja von den Impfungen weg. Das ist der Weg, wie die grossen Regierungen und die Pharmaindustrie versuchen uns umzubringen. Die machen Quecksilber rein, damit wir Autistisch werden. Und Aluminium, damit wir Alzheimer bekommen. Und der Flüssige Teil wird aus abgetriebenen Babies hergestellt. Jeder der geimpft wird, wird sterben!

Ja, auch die nichtgeimpften. So ist das Leben.

Das oben ist, was man auf Seiten von Impfgegnern (und in den Kommentaren auf anderen Seiten) so zu hören bekommt. Meist unterlegt mit „Fallbeispielen“ von denen man gehört oder gelesen hat, zusammen mit der Aufforderung „sich selbst ein Bild zu machen“ und generell Angstmacherei … die leider oft ihre Wirkung nicht verfehlt. Welche Mutter will ihr Kind schon einem unnötigen Risiko aussetzen? Verstehe ich.

Auf der anderen Seite: Ich bin jetzt an der Ausbildung zum „impfenden Apotheker“ und dabei werde ich von Leuten geschult, die Experten auf ihrem Gebiet sind – in Theorie und Praxis. Sie belegen was sie erzählen und lehren mit Quellen (richtigen und grossen Studien) und Erfahrungswerten nicht nur vom Hörensagen, sondern aus eigenen und vieltausendfachen Anwendungen eben-dieser Impfungen. Und die Datenlage ist überwältigend. Überwältigend gut für die Wirkung und die Sicherheit der Impfungen.

Ich bin überzeugt – und ich will, dass möglichst viele von diesen Impfungen profitieren. Der Kinderarzt soll die Kinder grundimmunisieren – das schützt sie und gibt auch mir als Mutter Sicherheit. Bei den Erwachsenen gehen leider häufig die Auffrischimpfungen unter oder vergessen … und da sehe ich meinen zukünftigen Einsatz. Dafür mache ich diese Weiterbildung.

Demnächst hier auf dem Blog: was das alles kostet. Und: Nein, die Pharmaindustrie sponsert das nicht. Von denen habe ich keinen Rappen bekommen dafür, dass ich das mache.

(Nachtrag: Ich diskutiere nicht gerne mit Impfgegnern. Ich finde das wahnsinnig ermüdend und repetitiv. Für Diskussionen und Fragen verweise ich gerne hierher: die auf Facebook. Die haben dafür die Geduld die mir fehlt und belegen ihre Aussagen auch immer sehr schön fachlich.)

Apotheker auf dem Weg zum Impfen: 1. Gesetzliches

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Vor ein paar Jahren habe ich hier auf dem Blog mal geschrieben im Artikel Wünsche an an Industrie und Registrierung : „Irgendwann würde ich in der Apotheke gerne Impfen dürfen …“ Das war 2011. Seitdem hat sich viel getan und ich bin glücklich, dass das mit dem Impfen tatsächlich kommt!

Das kam nicht „einfach so“, dafür braucht es die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen … und die sind unterwegs. Bisher ist es so gewesen, dass nur die Ärzte impfen durften. Praktischerweise ist es aber so, dass in den Praxen das häufig von der medizinischen Praxisassistentin durchgeführt wurde. Oft genug sogar in Abwesenheit des Arztes. Selbst im Tropeninstitut, die vor Reisen alle Impfungen (inklusive der Gelbfieberimpfung) machen, steht auf dem aufgehängten Preisschild: „Impfung durch nicht-medizinisches Personal“.

Aber zurück zu den Gesetzen in der Schweiz. Über allem steht die Bundesverfassung – die übergibt dem Bund die Kompetenzen, (Medizinalberufegesetz, Heilmittelgesetz, Epidemiengesetz, Krankenversicherungsgesetz, Präventionsgesetz) und die Kantone vollziehen das – wobei sie teils unterschiedliche Ausführungen haben.
Der Bereich der Gesundheit bzw. Krankheit fällt grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Kantone  z.Bsp. sind sie Zuständig für die Regelung der Berufsausübung.

Im folgenden gehe ich nur auf die Teile ein, die für die Apotheker und Impfungen relevant sind.

Das Medizinalberufegesetz () legt die Ausbildungsziele für sämtliche universitäre Medizinalberufe nach Absolvierung des Studienganges fest.

Art 6 Abs 1 Bst: Sie verfügen über die wissenschaftlichen Grundlagen, die für vorbeugende, diagnostische, therapeutische, palliative und rehabilitative Massnahmen erforderlich sind.

Daraus folgt: Apotheker (als universitärer Medizinalberuf) hat (nach der Ausbildung) das Wissen über Diagnose und vorbeugende Massnahmen. Das dürfte vielleicht vor allem die deutschen Apotheker, die hier mitlesen erstaunen, denn in Deutschland dürfen Apotheker nicht diagnostizieren.

Das hat natürlich seine Grenzen:

Art 40 Bst Sie üben ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft aus; sie halten sich an die Grenzen der Kompetenzen, die sie im Rahmen ihrer Aus- Weiter- und Fortbildung erworben haben.

Ich darf also anwenden, was ich gelernt habe – aber ich muss meine Grenzen kennen.

Neu aufgenommen wurde in der Revision:

Art 9: Ausbildungsziele Pharmazie:  Apotheker …
Bst c : haben umfassende Kenntnisse über den Einsatz, die Wirkung, die Anwendung und die Risiken von Arzneimitteln und für ihren Beruf wichtigen Medizinprodukten;

Bst f: übernehmen Aufgaben zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit sowie zur Verhütung von Krankheiten und erwerben die entsprechenden Kompetenzen, insbesondere bei Impfungen

Bst j: haben die angemessene Grundkenntnisse über Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Krankheiten.

Das ist es. Phantastisch, echt! Aber in der Schweiz geht alles ein bisschen langsamer. Die revidierte MedBG tritt frühstens 2017 in Kraft – das bedeutet: erste diplomierte Apotheker, welche diese „neuen Fähigkeiten“ im Studium erwerben diplomieren dann 2022. Andere können diese Kompetenzen in Weiterbildungen erwerben.

Dazu gehöre auch ich. Wenn ich impfen will, muss ich die nötige Kompetenz dazu erwerben. Dazu später mehr.

Aber schon laut geltendem Recht (MedBG) sind Apotheker grundsätzlich befähigt Impfungen und Blutentnahmen mit dem Ziel der Krankheitsprävention „im Rahmen ihrer Kompetenzen“ durchzuführen.
Laut Auskunft Rechtsdienst sollte deshalb die zu impfende Person vor der Impfung kein Gesundheitsrisiko aufweisen, das eine vorgängige Diagnose erforderlich macht. Apotheker dürfen nur gesunde Personen impfen. Ansonsten gehören die zum Arzt.

Heilmittelgesetz () Auch Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte
Sämtliche Impfstoffe gehören zur Zeit zu einer rezeptpflichtigen Abgabekategorie (A oder B) an.

Art 24 Abs 1 Bst a und Abs 1 bis: Verschreibungspflichtige Arzneimittel abgeben dürfen:
Apothekerinnen und Apotheker auf ärztliche Verschreibung. Ohne ärztliche Verschreibung darf eine Abgabe erfolgen, sofern sie nach einem direkten Kontakt mit der betroffenen Person erfolgt und dokumentiert wird:
b bei vom Bundesrat bezeichneten Arzneimitten und Indikationen oder
c in begründeten Ausnahmefällen

Die (im Blog gelegentlich erwähnte) schon bisher erlaubte Abgabe auch ohne Rezept „in begründeten Ausnahmefällen“ greift hier NICHT, da Impfungen zu vorbeugenden Zwecken durchgeführt werden – da fällt höchstens Tetanus unter notfallmässige Ausnahmesituation.

Aber: wie gesagt, die Ausführung in den Kantonen wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Die Anwendung verschreibungspflichtiger Arzneimittel im Rahmen der Berufsbewilligung bedarf einer Bewilligung des Kantons. Dieser kann gemäss Art 27a Abs 2 VAM neben Medizinalpersonen auch gewisse andere Fachpersonen dazu berechtigen. So hat zum Beispiel der Kanton Baselland im letzten Winter versuchsweise die Grippeimpfung in 3 Apotheken auch ohne Rezept vom Arzt erlaubt. Durch ausgebildete Apotheker.

Langfristig muss da die Politik noch drüber: es muss überlegt werden, ob eine pauschale Rezeptpflicht hier noch verhältnismässig ist. Ein Teil müsste auch nach Abklärung und Fachberatung durch Apotheker anwendbar sein. Tatsächlich ist das im Gang: Der Vorschlag des Ständerates eine apotheker-pflichtigen Liste B zu machen wurde im Mai 2015 genehmigt.

Epidemiengesetz ()

Art 5 Themespezifische nationale Programme werden zusammen zwischen BAG und Kantonen erarbeitet… insbesondere der Bereich Impfungen.
Art 6 Abs 2 Der Bundesrat kann anordnen c) Ärzte und weitere Gesundheits-fachpersonen  verpflichten, bei der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten mitzuwirken.

Impfende Apotheker können als Fachperson gelten. Es ist also denkbar, dass im Falle einer Epidemie / Pandemie in Zukunft auch die Apotheker einbezogen werden.

Krankenversicherungsgesetz ()

Nur wenige prophylaktische Massnahmen gehören zum Pflichtleistungskatalog des KVG, – darunter auch Impfungen:

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung bezahlt die Kosten von verschiedenen Impfungen gemäss den
Als wichtigste seien genannt:
– Impfungen gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus-Influenzae Typ B, Windpocken sowie Masern, Mumps und Röteln (MMR).
– Impfung gegen Hepatitis-B und für spezielle Risikogruppen gegen Hepatitis-A
– Impfung gegen Grippe bei Personen ab 65 Jahren und bei Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko bei einer Grippeerkrankung
– Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (Zeckenenzephalitis)
– Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen im Schulalter und junge Frauen bis 26 Jahre, wenn die Impfung im Rahmen eines kantonalen Impfprogramms erfolgt. Auf dieser Impfung wird keine Franchise erhoben.

Nicht bezahlt werden spezielle Reiseimpfungen und –prophylaxen (z.B. Gelbfieber und Malariaprophylaxe).

Wichtig hier ist auch vorläufig, dass die obligatorische Krankenversicherung ausschliesslich die Kosten übernimmt, die „von einem Arzt durchgeführt oder angeordnet sind“ – Das bedeutet den Apothekern wird das vorläufig nicht vergütet.  Gerade aber bei der Prävention hier wäre das doch ein wichtiges Argument dieses „ärztliche Monopol“ zu hinterfragen. Denn wenn ich zwar impfen darf, das aber bei mir (in der Apotheke) im Gegensatz zum impfen beim Arzt nicht vergütet wird … da stimmt doch etwas nicht?

Jedenfalls Fazit: Die rechtlichen Grundlagen zum Impfen in der Apotheke sind da oder kommen. Die Kompetenzen dafür kann man erwerben – in Weiterbildungen. Der schweizerische Apothekerverein (PharmaSuisse) hat dafür einen Fähigkeitsausweis Impfen und Blutentnahme erstellt – und den mache ich jetzt. In ein paar später folgenden Artikeln zeige ich Euch, was da alles dazugehört. Geschenkt bekommt man den wirklich nicht, das kann ich jetzt schon sagen.

 

Von Müttern für Mütter: Pampers Monatsration gewinnen und Impfungen spenden

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Ich erhalte kein Geld für diesen Post, nur die Möglichkeit Euch etwas gewinnen zu lassen (dazu unten mehr) – und unterstütze dabei ein mir wichtiges Thema: Impfen.

Unicef und Pampers haben dieses Jahr zum 10. Mal ihr gemeinsames Projekt: „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“ und unterstützen dadurch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. In den vergangenen Jahren wurde schon viel erreicht. Es wurden bisher etwa 300 Millionen Impfdosen gespendet und bei Mutter und Kind in 17 Ländern praktisch elimininiert (also nur noch 1 Fall pro Tausend Geburten).  Dieses Engagement wird auch zukünftig fortgesetzt, denn noch immer sind Millionen Frauen und ihre Neugeborenen weltweit von Tetanus bedroht. Pampers spendet deshalb von Oktober bis Dezember 2015 mit jedem Kauf einer Packung Windeln oder Feuchttücher mit dem UNICEF-Logo den Gegenwert einer lebensrettenden Impfdosis gegen Tetanus an UNICEF.

Aktuelle Botschafteriin für die Aktion ist Franziska Knuppe, die auch selber auf den Phillipinen war (das vor 2 Jahren durch einen Taifun arg gebeutelt wurde):

5_Franziska_Knuppe_auf_den_Philippinen

Als Tochter einer Kinderärztin hat Franziska Knuppe eine gute Vorstellung davon, wie wichtig und lebensnotwendig Impfungen gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen sowie der kontinuierliche Aufbau der Gesundheitsversorgung nach dem Taifun sind: „Noch immer sind 40 Prozent der Neugeborenen und jede zweite Frau auf den Philippinen nicht gegen Tetanus geimpft. Es ist beeindruckend zu sehen, dass die Hilfe trotz der widrigen Umstände ankommt und sich die Situation auch dank des Engagements von Pampers für UNICEF stetig verbessert. Ich bin stolz, ein Teil dieses Projekts zu sein.“

Und damit ein paar von Euch auch etwas von dieser Sache haben, darf ich hier

3 x eine Monatsration Pamper verlosen

(Wobei eine Monatsration je 3 x Pampers Active Fit und 2 x Pampers Baby dry beinhaltet)

Packshot_Pampers_UNICEF

Wer mitmachen möchte, sollte seinen Wohnsitz in der Schweiz haben und mir bis am 22.11.15 einen Kommentar (mit mailadresse, unter der man erreichbar ist) hinterlassen mit „Ich will gewinnen“.

Impfen in der Apotheke: Jetzt!

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Morgen (6. November) ist Grippeimpftag. Wer sich impfen lassen sollte, und wer nicht weiss ob, findet hier einen Grippeimpfcheck:

Das einzige, was mir da drin nicht ganz so gefällt ist das: „Für die Impfung wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin“ … inzwischen dürfen in manchen Kantonen auch die Apotheken impfen (Danke!) – das wird nicht mal erwähnt.

Gut, das ist jetzt eine neuere Entwicklung und die Seite ist vom Bund, der ist immer etwas langsamer. Auf der Seite des Apothekervereins findet sich eine Übersichtskarte:

Da sieht man in welchen Kantonen die Apotheker gegen die Grippe impfen dürfen:

Bern (ganz neu), Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Zürich

In welchen Kantonen die Impfung gegen Grippe mit Rezept vom Arzt in der Apotheke möglich ist:

Baselland, Tessin

Nicht da drauf: die Kantone, wo es seit Jahren Grippeimpfaktionen in der Apotheke gibt, wo aber ein Arzt in der Apotheke zu bestimmten Zeiten impft:

Aargau und Basel-Stadt

In allen Kantonen können die Apotheken aber den Impfstatus einer Person kontrollieren anhand dem Impfbüchlein und auf Wunsch einen elektronischen Impfausweis erstellen.

Das mit dem Impfen in der Apotheke ist eine ziemlich neue Sache … aber die Vorbereitungen dafür laufen auf Apothekerseite schon länger. Man erhält nur dann als Apotheker eine Bewilligung zum impfen, wenn man die entsprechende Ausbildung und den Fähigkeitsausweis „Impfen und Blutentnahme“ dafür gemacht hat. Die ist ziemlich aufwendig, ich selber bin momentan noch dabei sie zu machen und werde demnächst ausführlicher schreiben, was damit zusammenhängt. Ich selber darf also noch nicht … aber ich finde es ganz toll, dass das überhaupt so weit möglich ist!

Ich hoffe, dass bald noch mehr als nur die Impfung gegen die Grippe in den Apotheken gemacht werden darf (Anmerkung: hier herrschen grosse kantonale Unterschiede, in manchen Kantonen dürfen Apotheker auch gegen andere Krankheiten impfen). Die Apotheke ist eine niederschwellige Anlaufstelle für Gesundheitsfragen, die beim Impfen als wirksame Krankheitsprophylaxe auf jeden Fall mehr einbezogen werden sollte. In anderen Ländern hat man das schon erkannt: in den USA, Kanada, Portugal und Irland dürfen die Apotheker schon impfen (auch dort sehr uneinheitlich was alles: meist die Grippeimpfung, aber auch die anderen Impfungen wie Tetanus, Hepatitis A, B, etc.) und das erfolgreich: die Akzeptanz dafür ist gross und die Impfraten verbessern sich.

Und es gibt sie doch! Viren.

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„Wir haben keine Zweifel daran, dass die vorliegenden Publikationen ausreichen um die Existenz des Masernvirus zu begründen“

sagt das Landgericht in Ravensburg und beendet damit den Rechtsstreit der seit über einem Jahr am Laufen war.

Worum ging es? Kurzfassung: Der Biologe und Impfgegner Lanka verspricht öffentlich jedem, der die Existenz der Masernviren beweisen kann 100.000 Euro auszuzahlen.  Seiner „professionellen“ Meinung nach gäbe es Masernviren (oder HIV oder die Vogelgrippe) gar nicht und die Masern-Erkrankung sei entweder eine Vergiftung der Haut durch Cremes von aussen oder innen oder psychosomatisch.

Der Mediziner David Bardens wurde auf das Versprechen aufmerksam, lässt es sich schriftlich bestätigen und liefert anschliessend wie gewünscht die Beweise für die Existenz des Masernvirus: mittels einer grossen Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Das Virus lässt sich übrigens sogar im Elektronenmikroskop darstellen. Bardens tut dies nicht wegen den 100.000 Euro (die er nach Erhalt für Impfkampagnen in Drittweltländern spenden will), sondern auch, um so abstruse und letztlich gefährliche Theorien in aller Öffentlichkeit zu widerlegen.

Lanka verweigert die Auszahlung des Preisgeldes mit der Begründung in den Studien ginge es nicht um Masernviren sondern um andere Objekte und im übrigen hätte er nur Publikationen vom Robert Koch Institut verlangt … und hält weiterhin öffentlich an seinen Theorien fest, also geht Bardens damit vor Gericht. Die beauftragen einen externen Sachverständigen (ein Virologie von der Uni Rostock) damit die Unterlagen zu prüfen und ob sie für einen Beweis ausreichen.

Das war letztes Jahr im April. Im Mai wurde ein Befangenheitsantrag von Lanka zum Gutachter abgelehnt. Der prüft die Unterlagen ausgiebig und am heutigen Prozesstag kam es zu obiger Aussage – und damit zum Sieg für Bardens (und der Wissenschaft 🙂 ).

Da Lanka wohl Berufung einlegen wird, muss sich wohl auch noch das Oberlandesgericht mit der Farce befassen. Aber: immerhin!

Währenddessen haben wir in Berlin und auch anderswo Masernausbrüche mit hunderten Erkrankten und in diesem Jahr schon einem toten Säugling. Gerade Leute wie Lanka, mit einem eigentlich wissenschaftlichen Hintergrund und derart abstrusen Theorien sorgen dafür, dass Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen und der Herdenschutz sich immer mehr in Luft auflöst. Eigentlich sollte man Lanka nach dem Urteil nicht nur Geld, sondern auch seinen Biologen-Titel abziehen.

Quelle:

und wer sich wirklich nerven will, google mal „neue germanische Medizin“ – von der ist Lanka nämlich Anhänger.

Die guten alten Zeiten …

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… die sich manche zurück wünschen. Waren die wirklich so gut? In der New York Times kann man im Archiv alte Zeitungen anschauen.

Da stand offenbar auch wöchentlich in der Zeitung, wieviele und woran die Leute gestorben sind. Das zu lesen kann ziemlich Augenöffnend sein:

Beispiel vom 4. Oktober 1851

Quelle  (paywall) via

Total 340 Tote, davon 58 Männer, 78 Frauen, 94 Mädchen und 110 Jungen. (Ziemlich hohe Kindersterblichkeit)

Woran starb man denn damals? Die veröffentlichte Statistik gibt eine interessante Übersicht:

  • Abzess – Eiteransammlung 1
  • Apoplexy 9 (Schlaganfall, aber auch allgemeine Blutungsstörung und konnte verschiedene Organe betreffen)
  • Asthma 2
  • Bleeding – Blutung (Verblutet nach Unfall?) 1
  • Leberblutung 1
  • Magenblutung 1
  • Lungenblutung 1
  • Burn’d or Scal’d – Verbrannt oder Verbrüht 1
  • Bronchitis 1
  • Catarrh 1 (eigentlich auch eine Schleimhautentzündung, weshalb hier die Differenzierung zur Bronchitis?)
  • Cancer of Breast – Brustkrebs 1
  • Casualities – Unfall  1
  • Cholera im Kindesalter 1
  • Colic – Kolik 1 (Magenkrämpfe? Was für Ursache?)
  • Consumption – damit ist wohl Tuberkulose gemeint 46
  • Convulsions – Krampfanfall (Epilepsie? Tetanus? ) 27
  • Croup – Krupp 8 – Ja, nicht Pseudokrupp, sondern der Echte, die Kehlkopfentzündung, die bei Diphtherie auftritt
  • Congestion – Blutandrang 2 (mir ist nicht ganz klar wo hier?)
  • Blutandrang in der Lunge (Lungenembolie?) 3
  • Debility – (Schwächezustand …ev. Unterernährung?) 5
  • Delirium Tremens 1 (Entzugserscheinung meist wegen Alkoholabhängigkeit)
  • Diarrhea – Durchfall 9
  • Dropsy – eig. Ödeme. die sind aber Ausdruck von anderen zugrundeliegenden Problemen … ev. auch Unterernährung, Herzinsuffizienz … 5
  • Ödeme im Kopf  17
  • Ödeme in der Brust 3
  • Ödeme in den Gedärmen 1
  • Drowned – Ertrunken 4
  • Dysentery – Ruhr (entzündliche Erkrankung des Dickdarms wegen Viren und Bakterien) 32
  • Epilepsy 1
  • Erysipelas – Wundrose (entzündliche Hauterkrankung) 1
  • Fractured Skull – Schädelbruch 1
  • Fever – Fieber 5
  • Puerperal Fever – Kindbettfieber 2
  • Scarlet – Scharlach 5
  • Typhoid – Typhoides Fieber 2
  • Typhus 10
  • Herzkrankheit 5
  • Hooping Cough – Keuchhusten 4
  • Inanition – Unterernährung 1
  • Infma’n of Brain – Hirnentzündung (Meningitis) 11
  • Darmentzündung 12
  • Brustentzündung 1
  • Nierenentzündung 1
  • Lungenentzündung 9
  • Magenentzündung 1
  • Halsentzündung 2
  • Leberentzündung 3 (Hepatitis)
  • Jaundice – Gelbsucht 2 (eigentlich auch eine Leberentzündung: Hepatitis?)
  • Lues venerea – Syphillis 2
  • Malformation – Missbildung 1
  • Marasmus – Proteinmangelernährung (Unterernährung) 26
  • Measles – Masern 2
  • Old Age – 3
  • Poison – Gift 1
  • Premature Birth – Frühgeburt 8
  • Scrofula – Form der Tuberkulose v.a. bei Kindern 2
  • Small Pox – Windpocken – 1
  • Sprue – Zöliakie 1
  • Teething – Zahnen?? 6 ?!
  • Ulcer Intestines – Magengeschwüre 1
  • Halsgeschwür 2
  • Varioloid – Windpockenartig (irgendetwas mit Hautausschlag) 1
  • Unbekannt 6

Man sieht die hohe Kindersterblichkeit 204 starben in der einen Woche (gegenüber 136 Erwachsenen): Frühgeburten überlebten kaum, (Kinder)krankheiten gegen die man heute impfen kann forderten ihren Tribut (Masern, Windpocken, Keuchhusten, Diphtherie, Scharlach …) … und das Zahnen scheint auch gefährlich gewesen zu sein. Das war allerdings eine Fehldiagnose … respektive etwas, was wohl häufig als Todesursache angegeben wurde, aber wahrscheinlich andere Ursachen hatte. Der plötzliche Kindstod kommt mir hier in den Sinn. Später ist dann Mangel- und Unterernährung ein Problem.

Bei manch anderem ist es nicht ganz klar, was genau die Ursache war: wir haben diverse Male Durchfallerkrankungen, Ödeme und Entzündungen, Blutungen und Geschwüre, die Ausdruck von anderen Krankheiten (auch Infektionen) sind.

Ohne Impfungen erkrankten und starben Millionen an heute vermeidbaren Erkrankungen. Ohne Antibiotika war noch manche Infektion tödlich, die wir heute ohne grössere Probleme mit ihrer Hilfe überstehen. Mangelnde Hygiene verschlimmerte die Probleme … allerdings haben wir dafür wesentlich weniger Asthmatiker und Allergiker.

An „hohem Alter“ starben sehr wenige … und auch nur wenige an Krebs: die meisten wurden einfach nicht alt genug dafür, ihn zu entwickeln …

Wir nehmen vieles heute als „gegeben“, weil wir es nicht anders kennen. Unter anderem, dass die Leute um uns herum nicht wie die Fliegen sterben. Und das liegt zum Grossteil an der modernen Medizin. Daran, dass wir heute eine Vielzahl von Krankheiten und Gebrechen behandeln und sogar vorbeugen können. Dafür sollten wir dankbar sein.

Und (ja, ich weiss, inzwischen nervt das wahrscheinlich, weil es Wiederholung ist): Wir können uns und unsere Kinder schützen vor einigen gefährlichen Krankheiten indem wir Impfen. Nur weil wir heute nicht mehr direkt erleben und direkt sehen, was diese Krankheiten anrichten (wie zur Zeit des Zeitungsartikel oben), sollten wir da nicht nachlassen und nicht impfen. Ansonsten … bekommen wir doch wieder Gelegenheit dazu Statistiken, wie die oben zu sehen. Einen Fall haben wir ja jetzt schon in Berlin, wo .

Wie steht’s eigentlich mit Eurem Impfstatus?

Böses Aluminium in Deos

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Aluminium findet sich mal wieder in der Presse – und das wird wieder vermehrt Anfragen geben in der Apotheke. Diesmal titelt die :

Giftstoff in Deos – Bund prüft Alu-Verbot

Ich will hier nicht behaupten, dass Aluminium unschädlich ist. Aber es ist das dritthäufigst vorkommende Element und das häufigste Metall der Erdkruste (Sauerstoff und Silicium sind übrigens die anderen beiden).  Wir verwenden Aluminium vor allem für Metalllegierungen und Verpackungen – der Vorteil hier ist, dass es gut formbar, ziemlich inert ist und dicht selbst in dünnen Folien.

Wir benötigen kein Aluminium im Körper um zu funktionieren. Aber wir haben trotzdem welches im Körper, da wir es über die Nahrung aufnehmen. Das meiste Aluminium, das wir aufnehmen, wird aber auch wieder unverändert ausgeschieden – problematisch sind hier Chelatbildner wie die Zitronensäure, die die Aufnahme steigern.

schreibt: Nach einer Schätzung nimmt der erwachsene Europäer im Durchschnitt zwischen 1,6 und 13 mg Aluminium pro Tag über die Nahrung auf. Dies entspricht einer wöchentlichen Aufnahme von 0,2 bis 1,5 mg Aluminium pro kg Körpergewicht bei einem 60 kg schweren Erwachsenen.

Bisher hat die Efsa (die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt (für Erwachsene).

Bei zu viel Aufnahme (was man bei Patienten sieht, deren Ausscheidung über die Nieren gestört ist)  führt das Aluminium zu Gedächtnis- und Sprachstörungen, Antriebslosigkeit und Aggressivität durch Untergang von Hirnzellen und zu fortschreitender Demenz, zu Osteoporose, Arthritis und Anämie. Wir reden hier aber von Konzentrationen, die 70 bis 300 Mal höher sind als die bisher festgelegten Grenzwerte.

Aluminium wird in letzter Zeit immer wieder und immer häufiger kontrovers diskutiert. Speziell wegen Verdacht, dass es Alzheimer auslöst oder eine der Ursachen von Brustkrebs ist.  Aber: Obwohl wirklich versucht wurde einen Zusammenhang nachzuweisen, ist hier noch gar nichts bewiesen:

So schreibt zum Beispiel das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit :

Auch in neuen Publikationen konnte kein Kausalzusammenhang zwischen der Verwendung von aluminiumhaltigen Antiperspirantien und Brustkrebs oder Alzheimer nachgewiesen werden. Die tägliche Aluminiumaufnahme kommt jedoch nicht nur von Kosmetika, sondern auch von anderen möglichen Quellen wie Lebensmittel und sollte deshalb so gering wie möglich sein. … Das in Antiperspirantien, Zahnpasten und in Lippenprodukten eingesetzte Aluminium wurde vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommissionen wieder bewertet und ihre Risikobewertung wurde im April 2014 veröffentlicht. Danach gibt es keine Hinweise, dass die Verwendung von Aluminium enthaltenden Kosmetik-und Hautpflegeprodukten das Risiko von Brustkrebs oder anderen Krankheiten erhöht. Der Ausschuss weist jedoch auch darauf hin, dass aktuell zu wenig Daten vorliegen, um abschliessend sichere Konzentrationsgrenzen festzulegen, und dass weitere Studien notwendig sin

Also: Was die 20 Minuten und manche Leute da machen ist im Moment reine Panikmache !

Ich werde auch weiterhin mein Deo (mit Aluminiumverbindung) verwenden – vor allem auch, weil das wirklich funktioniert. Ich habe schon andere Alternativen versucht und war mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Auf was ich achte ist aber, das Deo nicht direkt nach dem rasieren zu verwenden, da (auch leicht) verletzte Haut mehr Aluminium aufnimmt.  Und natürlich koche ich schon lange nicht mehr mit Alutöpfen und Alufolie verwende ich sowieso so gut wie nie (heute gibt’s Tupperware – die ist vielleicht von den Plastikweichmachern teils auch nicht ideal, aber … irgendwo muss man aufhören).

Und da es sicher jemand gibt, der mit den Aluminiumverbindungen in den Impfstoffen kommt: wir reden auch hier von sehr geringen Mengen. Wie gering und um was es genau geht, kann man  (Schön mit Quellenangaben).

Wen es interessiert, findet . (Achtung!: es gibt auch Listen, wo Deos drauf sind, die kein Aluminiumchlorid oder -chloralhydrat enthalten … aber Alaun, das ist Kalium-Aluminium-Sulfat).