Dialoge aus der Apotheke / 12

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apodialog10

Kunde: „Ich möchte gerne mit dem Chef reden. Sie wissen schon: dem Mann.“

Apotheke denkt: „Das ist der Lehrling …“

Nicht gerade aktuell, da Urs kein Lehrling ist, aber … hatten wir auch schon. Öfter. Da ist es offenbar noch nicht angekommen, dass heute etwas andere Zeiten sind. Es sind zwar immer noch viele Chefs Männer, auch in der Apotheke (und Drogerie), aber das scheint eher eine aussterbende Spezies zu sein. Frauen übernehmen im Gesundheitssystem inzwischen so ziemlich jede Rolle – und das ist gar nicht schlecht. Beispiel: Ärztinnen. Laut haben deren Patienten die (etwas) bessere Überlebenschance. Das mag an deren etwas anderen Herangehensweise an ein Problem liegen … oder an besserer Kommunikation. Interessant.

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Isotretinoin Rezepte und Frauen im „gebärfähigen Alter“

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Die junge Frau (im Fachjargon wäre das: „Frau im gebärfähigen Alter“- und ich erwähne das nur, weil das für viele medizinische Belange noch wichtig ist, wie auch für diesen hier …) kommt in die Apotheke mit einem Rezept für Isotretinoin Kapseln 10mg.

Netterweise hat der Arzt sich für einmal an die Vorschriften gehalten und der Frau (etwa 20jährig) tatsächlich nur eine 30er Packung aufgeschrieben. Ehrlich, langsam nervt das, dass ich da inzwischen fast immer (!) Dauerrezepte und Packungen zu 100 Stück sehe. In der Packungsbeilage und Fachinformation steht deutlich drin, dass man bei diesem Medikament bei Frauen im gebärfähigen Alter (… was ja heute eine Spanne von was? 14 bis nach 50 umfassen kann) jeden Monat eine ärztliche Kontrolle machen muss vor dem Ausstellen eines neuen Rezeptes – sie darf wirklich nicht schwanger werden. Der Wirkstoff ist teratogen, macht also Missbildungen.

Wenn man das mit den (nicht erlaubten und trotzdem immer wieder ausgestellten) Dauerrezepten für Frauen weiss, dann verwundert es vielleicht etwas weniger, dass im letzten Jahr (2015) in der Schweiz 15! Frauen unter Isotretinoin schwanger wurden.  5 haben die Schwangerschaft freiwillig abgebrochen, 2 hatten Spontan-Aborte, ein Kind kam zu früh und mit Missbildungen zur Welt, 1 zur Normalzeit mit Missbildungen, beim Rest ist unbekannt, wie es ausging. Auch 2014 waren es 13 Frauen die unter Isotretinoin schwanger wurden (2012 waren es noch 5)  Quelle: Vigilance News 12-2014

Meiner Meinung nach ist da jede einzelne zuviel. Deshalb habe ich Anfang Jahr an die schlimmsten Verschreiber (was das angeht) einen Informationsbrief geschrieben … könnte ja sein, dass sie nicht wissen, dass das nicht wirklich legal ist, was sie da machen mit den Dauerrezepten für Isotretinoin. Zumindest sollten sie dann auf dem Rezept eine Notiz machen, damit ich weiss, dass die Problematik bekannt ist, die Patientin genügend aufgeklärt und ich das wirklich als Dauerrezept abgeben soll. Ein einfaches „!“ oder „sic“ reicht mir dafür. Ausserdem habe ich sie darauf hingewiesen, dass ich auch dann keine grossen (100er) Packungen abgebe, sondern nur monatlich eine 30er Packung – so dass ich zumindest die Gelegenheit habe nachzuprüfen und zu wiederholen, dass sie nicht schwanger sein oder werden darf, wenn sie das nimmt. Gerade mal ein Arzt hat darauf reagiert … und das war noch derjenige, der das am wenigsten macht … wir hatten einfach die eine Kundin, der er das Medikament nicht selber mitgibt jeden Monat.

Aber ich schweife ab. Das Rezept hier war okay, die Kundin wusste um die Anwendung und auch dass sie nicht schwanger werden darf, was sie mir grad mit der nächsten Frage nochmals bewies …

„Könnte ich grad noch eine Packung (Pille zum Verhüten) haben? Ich habe aber kein Rezept dabei – ich habe das zu Hause vergessen.“

Gut, sie hatte diese Pille schon einmal bei uns, aber unter den Voraussetzungen hätte ich das garantiert auch so gegeben.

 

Zu viel Info

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Momentan arbeite ich Urs, unseren neuen männlichen Drogisten bei uns ein – er hat noch einiges zu lernen, da wir auch eine Apotheke sind, läuft bei uns einiges anders als er es vielleicht bis jetzt gewohnt war. Aber ich bin zufrieden. Er ist schnell von Begriff, packt gerne mit an und das Team … mag ihn jetzt schon sehr (Auch wenn der Start wie beschrieben bei einzelnen speziell war).

Es ist auch interessant, jetzt mal einen Mann im Team zu haben. Eigentlich … ist das direkt praktisch, auch für unsere Kunden, wenn sie mal ein Problem haben, das sie jetzt nicht vor einer Frau ausbreiten wollen.

Ich dachte dabei eher an die männlichen Kunden, aber ganz offensichtlich gibt es auch Frauen mit diesen Präferenzen.

So erzählt er mir am Abend von der Frau, die ihm ausführlicher als er sich das je gewünscht hat erklärt hat, dass sie während der Periode keine Tampons benutzt, sondern „sich Schwämme da hochstopft“ (Anscheinend O-Ton). Ja – Haushaltsschwämme, die sie in Stücke schneidet, denn die modernen Schwammtampons sind ihr zu teuer.

(Nachtrag: das ist nicht empfehlenswert als Praxis).

Damit sie nicht aussehen wie ein Mann …

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Minoxidil 5% Lösung gibt es freiverkäuflich bei uns, wie die 2%ige – nur dass wir die 5%ige nur an Männer abgeben dürfen. Frauen brauchen dafür ein Rezept.

Ich höre jemanden Diskrimination schreien? Ja – ich weiss, das ist doof. Man muss das auch immer wieder den Angestellten (speziell Lehrlingen) klar machen, dass das wirklich so ist. Dass sie nachfragen sollen, für wen das Mittel ist und – falls für eine Frau die Abgabe verweigern müssen, respektive ein 2%iges abgeben.

Das gibt natürlich gelegentlich tolle Diskussionen mit den Frauen, die das wünschen. „Was? Weshalb? Aber wenn es für meinen Mann ist, dann bekomme ich das? In dem Fall ist es für meinen Mann …“

Also mal abgesehen davon, dass die 5%ige Lösung in den Tests auch nur am Anfang (die ersten Monate – man muss das ja immer nehmen, solange man die Haare behalten will) besser hilft als die 2%ige hat bei mir dieser Satz indessen die beste Wirkung gezeigt:

„Das ist vor allem, weil bei der 5%igen eine gute Chance besteht, dass Sie die Haare auch mehr dort bekommen, wo Sie sie bestimmt nicht wollen: im Gesicht.“

Das half bisher eigentlich immer…. 🙂

Das momentan amüsanteste Produkt im Apo-Sortiment:

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Ja, das sind ThermaCare speziell für Frauen.

Ganz wichtig bei der Abgabe: sagen, dass die Klebestreifen in Richtung Unterhose (!) kommen – ansonsten droht die Epilation.

Aber eigentlich finde ich das ein ganz sinnvolles Produkt (und besser als die in dem Post hier) – praktisch die Bettflasche zum (unauffälligen) mitnehmen. Tatsächlich hatten wir auch vorher schon Kundinnen, die die normalen dafür verwendet haben.

Was auch auffällt: auch die Packung kommt nicht ohne Pink aus – jetzt muss ich noch nachschauen gehen, ob da auch die „Pink-Tax“ drauf ist 🙂

Jäger und Sammler?

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Wunderbar … wenn der (männliche) Kunde einen fragt, wo ein bestimmtes Produkt ist, ich mit ihm bis vor das Regal gehe wo es ist… und da steht schon seine Frau und hat das Produkt auch schon in der Hand !

Nun, zumindest hat er sich getraut zu fragen. Frauen und Männer haben definitiv ein anderes Einkaufsverhalten. Das sieht man auch deutlich in der Drogerie / Apotheke

Unverständnis des Tages

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Bei der Diskussion mit einer Schwangeren mit Husten:

Pharmama: „Es wäre besser, sie würden aufhören zu rauchen. Nicht nur wegen dem Husten, auch für das Baby.“

Frau: „Nein. Ich höre nicht auf zu rauchen, auch in der Schwangerschaft nicht. Dann hat man eine viel leichtere Geburt.“

Grrrrr. Wegen dem Sauerstoffmangel ist das Kind in der Entwicklung verzögert und hat ein leichteres Geburtsgewicht. Darum die „leichtere“ Geburt. Schön für die Mutter. Nicht schön für das Kind – das ausserdem danach auch eine viel höhere Wahrscheinlichkeit hat für Atemwegserkrankungen und Asthma.

Aber diese Vorzeigemama hat schon 2 Kinder – und so ich weiss hat zumindest das eine auch öfter mal eine Bronchitis. Es ist noch nicht ganz 5 – und darum „darf“ man noch nicht von Asthma reden.

Aber so eine Einstellung – ich finde sie unverantwortlich. Me first – und nach mir die Sintflut.

Silikongel

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„Ich hätte gerne Silikongel“ sagt die blonde, junge Frau zu mir.
Pharmama: „Für was brauchen sie es denn? … Als Narbenpflege?“
… denn dass sie das Roh-Material kaufen will zum selber spritzen ist eher …. unwahrscheinlich.
Frau: „Zum Entfeuchten!“
Pharmama: „Ah, sie meinen Silica-gel!“

...

Das ist das Zeug, das auch in den kleinen Entfeuchter-Packungen bei manchen empfindlichen Medikamenten driin ist. Interessant noch: Sie wollte es, damit im Auto die Scheiben nicht so anlaufen.

„Frisch“ Verheiratet

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Gestern hatte ich eine ältere Frau in der Apotheke, die noch nicht bei uns war.
Also habe ich die Krankenkassenkarte verlangt und fing an, alle Info in den Computer einzugeben.

Da sagt sie: „Aber der Name auf der Karte stimmt nicht mehr.“
Pharmama: „Ah ja?“
Kundin mit stolzem Unterton: „ Ja, es heisst jetzt Frau Wittlin … ich habe nämlich vorgestern geheiratet!“
Pharmama: „Oh, da gratuliere ich aber!“
Kurzer Blick auf ihren Jahrgang auf der Karte? 1934 !

Au, süss!

Sexuelle Techniken, die sie vor Verlangen wild machen

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Noch ein Netzfundstück. Das hat mich zum Lachen gebracht:

„Between being married a long time and also being a woman, I can say that there are certain things that husbands can do to make your wife swoon. They are not difficult. Anyone can do them and they are some of the sexiest things I can think of and I have a vivid imagination.

So. Are you ready? Are you all that as a man and more? Wipe that drop of drool from the corner of your mouth and read on to learn more.

Technique #1: Wet Hands

Yep, it is the wet hands technique.  Certainly one of the most popular among most women polled. So simple.  So exciting.  You will leave her absolutely breathless.

* Fill the kitchen sink up with hot water and add a few drops of a scented dish liquid.  Not too many, you don’t want it to be harsh. There are many very nice scents out now, from vanilla and lavender to grapefruit. It is completely up to you.
* With a soft cloth in your hands plunge your hands into the water and get the cloth very wet.
* Now, moving slowly and gently place a dish in the water and rub the cloth across the surface of it, over and over again.
* Place the dish in clean rinse water and repeat until she is moaning with pleasure. …“

Übersetzung:

Neben dem, dass ich lange verheiratet bin und auch eine Frau, kann ich sagen, dass es gewisse Dinge gibt, die der Ehemann machen kann, welche die Frau schwach machen. Sie sind nicht schwierig. Jedermann kann es tun und sie gehören zu den sexysten Dingen, die ich mir vorstellen kann … und ich habe eine lebhafte Vorstellung.

So, bist Du bereit? Bist Du ganz der Mann und mehr? Wisch den Speicheltropfen aus dem Mundwinkel und lies weiter um mehr zu lernen.

Technik Nr. 1: Nasse Hände

Ja, es ist die „Nasse Hand-Technik“. Mit Sicherheit eine der beliebtesten unter den befragten Frauen. So einfach. So aufregend. Das wird sie einfach atemlos machen.

* Füll das Abwaschbecken in der Küche mit heissem Wasser und füge ein paar Tropfen duftendes Abwaschmittel bei. Nicht zu viel – nicht dass das Wasser auslaugend wird. Es gibt inzwischen viele nette Düfte zur Auswahl, von Vanille und Lavendel bis Grapefruit. Es liegt ganz an Dir.

* Mit einem weichen Tuch in der Hand tauche Deine Hände in das Wasser und mach das Tuch ganz nass.

* Jetzt, indem Du Dich langsam bewegst, platziere sanft einen Teller ins Wasser und reibe das Tuch über dessen Oberfläche, immer und immer wieder.

* Den Teller mit sauberem Wasser abspülen und das Ganze wiederholen, bis sie vor Vergnügen stöhnt.

(z.B. Vibrate me, Baby, Wet T-Shirt Game und mehr …)