Kundenmund – gefragt (5)

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Ihr seid wahrscheinlich eh‘ alle weg und geniesst das verlängerte Wochenende … aber für diejenigen, die es nicht sind und in der Apotheke vorbeischauen oder dort anrufen – wenn ich da bin / das Telefon abnehme: Ja, dann haben wir offen. Auch am Brückentag, auch am Samstag von der Brücke – und manche (die mit Notdienst) sogar am Sonntag oder am Feiertag selber.

Ich find’s überraschend, dass die Leute das überrascht. Gerade heute morgen. Erstes Telefon um kurz vor 8 Uhr. Ich nehme ab … „Oh, Sie sind da?“ … kein „Hallo“, offenbar kam das unerwartet :-)

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Kundenmund – gefragt (4)

Schmuckrille

Vielleicht eher eine Frage, die ein Apotheker stellen würde. Was meint ihr?

Diese „Schmuckrille“ gibt es wirklich – und immer noch ziemlich häufig. Hier am Beispiel Dafalgan 1g – das sind Tabletten mit Paracetamol (rezeptpflichtige).

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In der Packungsbeilage dazu steht:

Die ganzen Filmtabletten sollen zusammen mit etwas Flüssigkeit (z.B. Wasser, Milch, Fruchtsaft) geschluckt werden. Die eingeprägte Kerbe ist nicht zur Teilung der Tablette oder zur Halbierung der Dosis vorgesehen.

Reine Optik. In dem Fall ist es auch ziemlich klar – wer schon einmal versucht hat, diese dicken Brummer von Tabletten trotzdem zu teilen (zum Beispiel um sie kleiner zu bekommen) merkt auch bald, dass das kaum geht. Zu dick und hart sind die Tabletten und die Kerbe wirklich mehr eine flache Rille.

Für was also ist sie da?

Kundenmund – gefragt (3)

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Patient: „Schmecken Calcium-Kautabletten nach Knochen?“

Auch ein Oldie – Aber Gegenfrage: wie schmeckt denn so ein Knochen? Ich esse die normalerweise nicht mit :-) Ich persönlich finde, dass die meisten Calcium-Kautabletten so einen etwas „sandigen“ Beigeschmack haben, aber das liegt wohl darin, dass das etwas braucht, bis man es so kleingekaut, dass man es schluckt – und das wohl noch vor der kompletten Lösung des Calciums ist. Und ja: Sand habe ich schon gegessen – ist zwar schon länger her (als Kleinkind).

Das Knochen-Kauen erinnert mich an die Giraffe, die ich eben das schon mal machen gesehen habe in einem afrikanischen Nationalpark. Unser Führer hat das Verhalten damals mit „Calciummangel“ erklärt.

Kundenmund – gefragt (2)

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„Wenn ich Ihnen etwas zeige, können Sie dann sagen, ob das Hämorrhoiden sind?“

Naja, ich könnte wahrscheinlich, aber das will ich in dem Fall sicher nicht. Erklären Sie mir Ihre Beschwerden, das reicht in den meisten Fällen für eine Beurteilung … und ansonsten schaut sich das der Arzt an.

Danke für‘s fragen (und nicht gleich zeigen) – auch in diesem Fall.

Generika-Substitution und Ärzte-Information. Eine Frage.

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Eine Frage an meine schweizer Apotheken-Kollegen: Apotheker*innen und auch Pharmaassistent(inn)en. Es geht um den Austausch von Medikamenten durch ihre Generika (oder einen Austausch von Generika untereinander).

Im Krankenversicherungsgesetz (KVG) Artikel 52a steht, dass die Apotheke beim Ersatz eines verschriebenen Medikamentes durch ein Generikum den Arzt informieren muss:

Apotheker oder Apothekerinnen können Originalpräparate der Spezialitätenliste durch die billigeren Generika dieser Liste ersetzen, wenn nicht der Arzt oder die Ärztin beziehungsweise der Chiropraktor oder die Chiropraktorin ausdrücklich die Abgabe des Originalpräparates verlangt. Im Falle einer Substitution informieren sie die verschreibende Person über das abgegebene Präparat.

Wie handhabt Ihr das in der Apotheke? Ich bin davon ausgegangen, dass das bei uns immer noch die Abrechnungsstelle automatisch und gesammelt macht, musste mich aber belehren lassen, dass das seit Anfang 2014 nicht mehr der Fall ist, da sie von den Ärzten eine Menge Reklamationen bekommen haben, respektive Mitteilungen, dass sie nicht mehr benachrichtigt werden wollen (und aus Kostengründen).

Auszug aus der Benachrichtigung der Abrechnungsstelle:

Im Jahr 2013 haben wir zahlreiche Anfragen von Ärzten erhalten, die künftig nicht mehr per Post über die von den Apotheken vorgenommenen Generika-Substitutionen benachrichtigt werden möchten. Auch aus Kostendämpfungs-gründen wird Ofac deshalb ab Januar 2014 die entsprechenden Briefe nicht mehr automatisch an die verschreibenden Ärzte senden.

Über eine Anfrage an (emailadresse der Abrechnungsstelle) welche die genauen Kontaktangaben des/r betreffenden Arztes/Ärzte enthält, kann dieser Service jedoch von Fall zu Fall jederzeit erneut aktiviert werden.

Meldet ihr das noch? Ist das jetzt einfach „üblich“, dass man das allgemein nicht mehr macht? Gab es Reaktionen?

Dass sich die Ärzte über die Informationen nicht gerade freuen, habe ich schon selber erlebt – und darüber geschrieben. Das stammt noch aus der Zeit, als ein Austausch gemeldet wurde. Im neuen Licht sehe ich den Fax, den ich vom Arzt bekommen habe als Reklamation nicht über den Austausch, sondern vielleicht die Information selber.

Inzwischen scheint es so, als haben sich mehr oder weniger alle an den Zustand gewöhnt: also dass nicht mehr informiert wird. Natürlich: den Patienten informieren wir bei einem Austausch … und in Zukunft werde ich die Patienten selber wohl vermehrt bitten, bei Dauerrezepten den Arzt zu informieren, welches Medikament/Generikum er jetzt nimmt. Aber bisher war es so, dass die meisten Ärzte (trotzdem) und Spitäler (sowieso) fröhlich weiter das Original auf das Rezept schreiben.

Nun frage ich mich natürlich auch, ob das dem Arzt einfach egal ist – die meisten sind zwar froh und zufrieden damit, dass wir Generika abgeben, aber ist es ihnen wirklich so egal, welches?