Apotheken aus aller Welt, 763: Wittenberg, Deutschland

Auch Verwandte von Bloglesern werden inzwischen auf Apothekenjagd geschickt: Danke an Biene, deren Mama diese Fotos ergattert hat:

meine Mama war im Juli in Wittenberg auf den Spuren von Martin Luther unterwegs. Dabei hat sie auch an uns gedacht und zwei Apotheken fotografiert.
Zum einen die Cranach Apotheke: Lucas Cranach war nicht nur ein berühmter Maler und fertigte Bilder von Martin Luther, er führte auch Wittenbergs einzige Apotheke. Die zwei Gemälde in der Apotheke zeigen Lucas Cranach und seine Frau.
Die aktuelle Apothekerin war letztes Jahr sogar in der Deutschen Apotheker Zeitung mit dieser historischen Apotheke:

Wittenberg_cranach1Wittenberg_cranach2Wittenberg_cranach3Wittenberg_cranach4

Zum anderen die Löwen Apotheke: von der gibt es leider nur Fotos von außen und ich habe keine Infos gefunden. Aber der Spruch am Fenster ist schön.

Wittenberg_loewen1Wittenberg_loewen2

Apotheken aus aller Welt, 762: Kairo, Ägypten

besten Dank an Peter für seine (schon vor längerer Zeit) eingeschickte Apotheke!

Anbei findest Du Bilder von 2 Apotheken aus Cairo Downtown. Beide Apotheken liegen in Kairo Downtown und sind nur wenige Gehminuten vom Tarhir Platz entfernt. Die erste und ältere Apotheke (Stephensons) hat noch die ca 120 Jahre alte Einrichtung. Die zweite Apotheke (Anglo-Eastern) ist da etwas spartanischer..auch was die Öffnungszeiten angeht. Dort hat man eher zwischen18 und 23 Uhr Glück wenn man einkaufen möchte.
Auch wenn die Apotheken auf den ersten Blick in Ägypten relativ ähnlich zu den deutschen und schweizer Apotheken sind gibt es ein paar sehr wichtige Unterschiede. (Man beachte dazu unter anderem das Augmentin und das Concor in dem Schaufenster)
Es gibt eine Freiwahl und eine Sichtwahl und den berühmten Tresen im hinterem Teil an dem die Rezepte eingelöst werden. Wenn nun aber mal ein Medikament nicht vorhanden ist, dann sollte man nicht auf eine zeitnahe Bestellung hoffen. Mit ein wenig Glück wird einem angeboten bei der nächsten Bestellung auch das gesuchte Medikament mitzubestellen. Dies kann aber auch mal ein paar Wochen dauern. Viel wahrscheinlicher wird man in die nächste Apotheke geschickt. Und wenn man mit einem anderem vergleichbaren Wirkstoff zufrieden wäre, dann sollte man auch nicht auf einen Vorschlag warten. Als Kunde muss man auch hier ein wenig aktiv werden.
Dafür ist im Gegensatz jeder Beipackzettel auf Arabisch und Englisch. Zudem ist eine telefonische Bestellung und sofortige Lieferung nach Hause oder in das Hotel fast Standart.
Notdienste gibt es in Cairo übrigens auch nicht wirklich. Irgendeine Apotheke wird schon geöffnet haben.

Kairo0Kairo1Kairo2Kairo3Kairo4Kairo5

Das ist ein sehr klassisches Interieur – ähnliches habe ich in alten Apotheken auch bei uns schon gesehen. Dunkles Holz und Goldaufschriften.

Wie ein Apotheker die Drohnenfotografie erfand

Apotheker sind ja sehr erfinderisch – wie ich schon im Artikel Wer hat’s erfunden? Ein Apotheker gezeigt habe. Aber habt ihr gewusst, dass auch die erste Drohnenfotografie von einem Apotheker stammt? Und zwar schon von 1907.

Glaubt ihr nicht? Dann schaut mal in dem :-). Der Apotheker Julius Nebronner in der Nähe von Frankfurt benutzte wie sein Vater vorher schon Brieftauben um sich Rezepte liefern zu lassen – und offenbar auch zum ausliefern dringender Medikamente, solange sie leicht genug waren. Ob eines davon unterwegs verlorengegangen ist, ist unbekannt, aber als eine seiner Tauben 4 Wochen verschwunden war, überlegte er sich, wie er herausfinden könnte, wo sie gewesen ist. Zu diesem Zweck entwickelte er eine leichte Kamera, die der Taube angeschnallt werden konnte:

pidgeonfotograph

Die liess er dann nach anfänglichsen Schwierigkeiten (das Patentamt glaubte nicht, dass das funktionierte) auch patentieren. Durch Fotos liessen sie sich überzeugen … auf dem bekannten ersten Bild sieht man sogar die Flügelspitzen des Kameraträgers:

pdigeopfotography2

Im Zweiten Weltkrieg wurden die mobilen, kleinen Luftfotografen dann auch eingesetzt … aber leider schon bald von Fotographie aus dem Flugzeug abgelöst. Das hat der Erfinder, der 1932 starb schon nicht mehr mitbekommen.

Ganz fertig war aber noch nicht mit der Fotografie aus kleinen fliegenden Objekten heraus … noch um 1970 herum hat das CIA die Brieftauben-Methode gebraucht. Ich schätze heute wurden sie aber komplett durch Drohnen abgelöst.