Die falsche Anwendung (21)

Die Patientin kommt in die Apotheke um ein neues Medikament abzuholen gegen ihre Migräne: Novalgin Tabletten. Nicht gerade das übliche Medikament dafür und sie hatte von diesen schon Tropfen. Was dann natürlich eine kleine Diskussion gab, weshalb das und weshalb nicht mehr Tropfen.

Dabei erzählt sie uns von dem Problem, das sie letztens mit den Tropfen hatte. Bei einem Migräne Anfall hat sie die Novalgin Tropfen nehmen wollen, die sie zu Hause hatte … und in ihrem Kopfschmerz-Dussel hat sie die Tropfen verwechselt mit den Tramadol-Tropfen, die sie von einem Unfall vom letzten Jahr, als sie sich den Arm gebrochen hat noch zu Hause hatte (!).  Dummerweise hat sie dann die Tramadol Tropfen in derselben Dosierung genommen, wie sie die Novalgin Tropfen nehmen sollte … (zuviel für das andere Medikament) und daraufhin hatte sie einen totalen Flash –aber gegen die Kopfschmerzen hat es trotzdem nicht geholfen.

… Und dann hat sie sich nicht mehr getraut, nachdem sie ihre Verwechslung bemerkt hat danach noch die Novalgin Tropfen zu nehmen. Sie ist dann an dem Tag dann gezwungenermassen zu Hause geblieben … Autsch.

Nun also Tabletten – man hätte natürlich auch einfach die Tramadol Tropfen entsorgen können, dann kommt es auch so nicht mehr zu einer solchen Verwechslung.

mehr Beispiele falscher Anwendung:

Die falsche Anwendung 1Die falsche Anwendung 2Die falsche Anwendung 3,

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kreative Anwendungen

Ich hab' mein Spirivaversehentlich geschluckt.Kann ich das nichtjeden Tag machen_Ich mag das mit demInhalieren nicht so ...

Spiriva – das sind Kapseln zum inhalieren mit einem speziellen Inhalator, der sie vorher ansticht und das Pulver freilegt. Es gab schon Leute, die das vergessen haben … dann bringt das auch nichts. Genauso wenig wie die Kapseln zu schlucken. Das Pulver muss in die Lunge, damit das wirkt.

Platzhalter

Ein Mann kommt zurück in die Apotheke. Er hat Zäpfchen verschrieben bekommen und ist trotz Dosierungsetikette (x mal täglich ein Zäpfchen einführen) noch unsicher.

„Drücke ich die ganz rein oder halte ich die dort am Platz?“

Naja, in der Packungsbeilage steht:

Die Zäpfchen werden von der Umhüllung befreit und in den entleerten Enddarm tief eingeführt.

Das ist schon ziemlich deutlich. Tief heisst in dem Fall: bis hinter den Schliessmuskel. Man merkt das, wenn das Zäpfchen nicht mehr die Tendenz zeigt wieder herauszurutschen. Festhalten muss man sie nicht (wie sähe das auch aus für die 20 Minuten oder so, die sie zum schmelzen brauchen?).

 

die falsche Anwendung (20)

Kundin: „Ein Vi-De 3, bitte.“

Ich hole es und frage:

Pharmama: „Wie nehmen Sie ihr Vitamin D?“

Kundin: „Nun, da steht drauf Vitamin D 3, also nehme ich mein Vitamin D drei Mal pro Tag!“

:-)

(Das nimmt man einmal täglich, da das ein fettlösliches Vitamin und gut speicherbar ist … es gibt inzwischen auch Anwendungsarten, die einmal pro Monat vorgeben.)

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Die falsche Anwendung (19)

Nicht von uns, aber … bemerkenswert:

Als die Scopolamin Pflaster vor ein paar Jahren ausser Handel gingen war da ein Patient, der fragte, was er sonst benutzen kann auf seiner Kreuzfahrt. Die Apothekerin empfahl ihm Kapseln mit Doxylamin. Als sie den Patienten nach den Ferien wieder sieht und ihn fragt, wie es gegangen ist, sagt der: „Schrecklich. Die Kapseln haben nicht gewirkt.“

Stellt sich heraus, dass er sie hinter das Ohr geklebt hat – wie vorher die Pflaster.

Mehr nicht wirklich korrekte Anwendungen?  (die meisten kürzer …)

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Ich habe etwas Mühe, das zu öffnen

„Ich habe etwas Mühe, das zu öffnen“ …. sagt die etwa 50jährige Frau in der Apotheke und gibt uns diese Packung Hustensirup Solmucalm (links):

Na, kein Wunder. *SO* macht man die auch nicht auf.

Und selbst wenn Sie sie so geöffnet hätte – das hätte ihr gar nichts gebracht.

Rechts daneben ist die Packung, wie sie aussehen sollte.

Was die Frau hätte machen sollen: den durchsichtigen Becher oben abnehmen. Den weissen Ring in der Mitte des „Deckels“ abziehen. Fest mit der Hand von oben auf den Deckel drücken, dann fällt das Wirkstoffpulver in den Grundlagensirup in der Flasche … und die Flasche ist offen.

Bei ihr fehlt der ganze obere Teil. Das Pulver hat sie wohl bei ihren Bemühungen schon verschüttet.

Das einzige was daran gut ist: die Frau hatte die Packung nicht von uns. Das wollte ich auch hoffen, denn meine Leute erklären, was man machen muss … und bieten an, das vor Abgabe zu öffnen.