Buchrezension The City and the City

 

Den Schriftsteller China Mieville kannte ich schon aus verschiedenen Science-Fiction Büchern. Sein Schreib-Stil ist auch in diesem Werk erkennbar … auch wenn es einiges weniger Science Fiction war, als ich erwartet habe. Tatsächlich viel weniger.

Das Buch hat mich Anfangs verwirrt – es ist eine Detektivgeschichte, die in einer Stadt spielt, die irgendwo im Grenzgebiet liegt. Eine geteilte Stadt, ähnlich wie Berlin damals, und doch … ganz anders. Ein Teil der Stadt Beszel ist osteuropäisch, die Schwesterstadt Ul Quoma arabisch. Unterschiedliche Baustile, Kleidungsstile, Umgangsformen, Sprache, politischer Hintergrund. Unterschiedliche Verwaltungen und Polizei. Der Mord an einer jungen Frau ist in einem Teil der Stadt geschehen, die Spuren führen aber in den anderen Teil. Soweit so gut und eine typische, etwas langsam anfangende Story.

Aber weshalb redet der Protagonist, Inspekto Borlù davon, wie er fast jemanden sehen konnte / Mühe hat die Person zu „unsehen“? Ist sie nicht real oder ein Geist? Wieso ist es so kompliziert in den anderen Teil der Stadt zu gelangen, wenn das doch ganz offensichtlich so nahe liegt, dass nicht einmal Mauern die Städte trennen? Das ist dann auch die Lösung davon: Die beiden Städte existieren geografisch auf demselben Platz. Sie stehen auf den Ruinen einer Ursprungsstadt, deren technologisch weite Artefakte an verschiedenen Orten aus der Erde geholt und studiert werden. Die Städte sind ineinander verwoben und teilen sich Plätze, Parks und Häuser  … aber die Bewohner dürfen nicht miteinander interagieren. Ein „Bruch“ ist streng verboten, schon kleinen Kindern wird beigebracht, was sie sehen dürfen (und was nicht), wohin sie gehen dürfen (und wie: es gibt auch unterschiedlichen öffentlichen Transport). Und wer doch durchbricht / „breaks“, den holt die „Breach“  – eine Spezialeinheit, die ausserhalb der polizeilichen Systeme der beiden Städte operiert und der fast mystische Kräfte zugeschrieben werden. Vielleicht gibt es sogar noch eine dritte Stadt – zwischen den beiden. Orciny – der Fall scheint immer mehr damit zu tun zu haben.

Das ist die Umgebung, in der Inspektor Borlù den Fall lösen muss. Er bekommt die Ausnahmerlaubnis, den Fall in Ul Quoma weiterzuverfolgen mit Hilfe des dortigen Vertreters. Nun darf er Ul Quoma sehen – aber dafür Beszel nicht. Auch dann nicht, wenn er praktisch an seinem eigenen Wohnort vorbeikommt.

Die Geschichte ist spannend zu lesen und sich vorzustellen, wie das wohl da wäre … interessanterweise gibt es inzwischen sogar eine TV-Serie, die daraus gemacht wurde. Der verdanken wir diese (fiktive) Touristen-Information für Beszel (Ul Quoma hat sicher auch eine …)

Jedenfalls: Sehr interessante und lesenswerte Lektüre. Nicht nur für Detektivgeschichten-fans.

Die deutsche Version.

V apteke. Zapiski farmatsevta o riskah i pobochnyh deystviyah

В аптеке. Записки фармацевта о рисках и побочных действиях

Kannst Du nicht lesen? Ich auch nicht – aber: das ist mein Buch in Russisch! „“ wurde ins Russische übersetzt. Ich musste das natürlich haben und habe es Mitte Dezember bestellt. Jetzt ist es angekommen. Den ganzen Briefmarken nach frisch aus Russland. Google translate sagt mir, dass sie den Titel geändert haben zu: „Aus der Apotheke – Risiken und Nebenwirkungen einer Apothekerin.“

Ja, weil ich ja so gefährlich bin :-P

Lustig: für das Titelbild haben sie sich von mir inspirieren lassen:

Basteln mit Junior – Lippenpomadestifte

Etwas wirklich einfaches zum machen – man muss nur die Zutaten haben. Am schwierigsten aufzutreiben waren die leeren Lippenpommaden-stift-dosen, vor allem weil diejenigen, die ich erst bestellt habe zu lange gebraucht haben. Do-It-Yourself Shops haben die hier offenbar auch nicht, aber bei unserem eigenen Apotheken-Laborbedarf-Lieferanten wurde ich dann noch rechtzeitig fündig.

Benötigtes Material: pro 10-12

  • 2 Teelöffel Kokosnussöl
  • 1 Teelöffel
  • 1 Teelöffel Mandelöl (oder Arganöl)
  • 2 Teelöffel
  • Melissenöl oder Pfefferminzöl 5-10 Tropfen

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Die Lippenstifttuben zum füllen vorbereiten: öffenen und aufrecht hinstellen, dass sie nicht umfallen können.

Herstellung: In einer Tasse im heissen Wasserbad die Fette und das Wachs zusammenschmelzen, bis alles aufgelöst ist.

Das ätherische Öl dazugeben. Wir haben echtes Melissenöl genommen, nicht nur weil das sehr erfrischend ist, es hat auch eine gewisse antivirale Wirkung, weshalb es zum vorbeugen von Fieberbläschen gut ist. Das Zeug ist allerdings erstaunlich teuer, kommt in einem Mini-Fläschchen mit einem Mini-mini-Tropfer. Hier gibt Junior grad die 5 Tropfen dazu. Bei nicht so reinem Öl muss man mehr zugeben: 10 Tropfen.

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Dann geht es ans giessen, was man ziemlich zügig machen muss, da ansonsten die Mischung schon im Trichter aushärtet. Man füllt die Tuben bis möglichst ganz oben, am Schluss kann man nicht ganz volle noch etwas nachfüllen. Wird die Mischung in der Tasse fest, kann man sie einfach nochmals wärmen.

Die Lippenstifttuben stellt man ins Kühle über Nacht, damit sie ganz aushärten können. Danach bastelt man Etiketten und klebt sie auf die Tuben. Hier das Endprodukt: zart-Schmelzende (aber nicht zu weiche) feine Schoko-Melisse Lippenpommadenstifte. Schokolade wegen dem Kakaobutter, das einerseits zur guten Konsistenz beiträgt und andererseits einen deutlichen Eigengeschmack hat.

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Sind wirklich gut geworden!

Basteln mit Junior – Salbe mit ätherischen Ölen

Verwandte und Freunde weggeschaut, denn hier kommt das diesjährige Weihnachtsgeschenk, zumindest der erste Teil – für den zweiten Teil fehlt mir noch etwas, ich hoffe, das kommt rechtzeitig.

Es ist eine Salbe mit ätherischen Ölen – ich habe sie Aethorub getauft. Faktisch Vaporub … mit Anpassungen, die es Tigerbalm etwas ähnlicher machen, das mir geruchsmässig besser passt.

Man braucht:

, Glas, Material für die Salbengrundlage (s.u.), äetherische Öle (s.u.), Melamingefäss zum rühren, Wassertopf.

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Salbengrundlage: (reicht für 10 Dosen zu 60ml)

  • Kokosnussöl 300g
  • 100g
  • Mandelöl 50ml
  • 3 Esslöffel

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In einer Schüssel im heissen Wasserbad alles zusammenrühren, bis es geschmolzen ist. Das braucht Zeit, bis auch das letzte Körnchen Wachs es geschafft hat.

Die Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und rühren, rühren, rühren. Irgendwann wird es etwas trüber, dickflüssiger.

Dann die gewünschte Mischung ätherische Öle dazugeben. Pro 100g Grundlage braucht man etwa 60 Tropfen. Es lohnt sich auf Reinheit zu achten oder Arzneimittelqualität zu nehmen, immerhin wird das auf die Haut aufgetragen. Ich habe genommen:

  • Eucalyptusöl (Eucalypti aetherolum)  10ml
  • Zimtöl (Cinnamomi aetherolum)   5ml
  • Nelkenöl (Caryophylly aetherolum) 3ml
  • Lavendel (lavendula aetherolum) 3ml
  • und dazu noch Levomenthol – fein pulverisiert, etwa 2 Esslöffel voll (oder: 1g auf 100g)

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Weiterrühren. Irgendwann hat Junior die Geduld verlassen (und ich habe angefangen zu zweifeln, dass das je wirklich fest wird. Kann man das auch als Bodylotion verschenken? Wir haben dann beschlossen es doch nicht „lege artis“ kaltzurühren, sondern flüssig abzufüllen und in den Kühlschrank zu stellen, in der Hoffnung, dass es so auch fest wird und nicht trennt.

Das hat dann bestens funktioniert: Das Ergebnis ist eine gut riechende, geschmeidige Salbe, die besser einzieht als Vicks Vaporub und so fein riecht wie Tigerbalsam:

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Jetzt noch die Etiketten kreiert, herzig einpacken und es bereit zum verschenken. Volià, Salbe für Erkältungen und Husten und auch bei Sportverletzungen. Sie wirkt mit ihren aetherischen Ölen auf die Atemwege und auf der Haut kühlend / schmerzstillend.

Das kenne ich doch irgendwoher?

Wenn ich Zeit für mich habe (momentan wenig genug), schaue ich noch gerne Filme – der letzte war die DVD von  Stephen Kings „„. habe ich verschlungen, die Film-umsetzung ist okay, ich vermisse aber ganze Handlungsstränge und Figuren, die ich gerne gesehen hätte …

Jedenfalls sehe ich dabei in einer Szene dieses Bild:

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Und das kommt mir doch sehr bekannt vor … Ist das nicht? Ich google, wo der Film gedreht wurde. Südafrika. Ah – ja. Da war ich doch gerade. Das ist übrigens unser Bild von der gleichen Stelle (unbearbeitet):

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Der Pinnacle auf der Panorama Route von Mpumalunga.

Das hätte ich da jetzt nicht erwartet, aber ich sehe gerne in Filmen die Orte, wo wir schon gewesen sind. Seien das Dokumentationen oder Hollywood-Filme. Es gibt schon so sehr exotisch (auserirdisch :-) ) aussehende Orte.

Was habt ihr schon wiedererkannt in Filmen?

Rezension: We are legion (Bobiverse)

Der Titel täuscht – mit anonymos hat das Buch nichts zu tun. Die Bobiverse-Serie von Dennis E. Taylor ist solide Science fiction mit guter Balance zu wissenschaftlichen Tatsachen. Aber von Anfang an: Für Robert (kurz Bob) läuft es gut, er hat gerade seine Software-firma gewinnbringend verkauft und sich in Las Vegas neben dem Besuch einer Science-fiction Convention bei CryoEterna teuer „versichert“. Das sind die, die einen kurz nach dem Tod einfrieren. Dass er bald danach beim Überqueren der Strasse überfahren wird, ist wirklich unfair. Er „erwacht“ in einer Zukunft (2133), die so ganz anders ist, als vorgestellt. Zum ersten wurde den eingefrorenen Gehirnen jegliche persönlichen Rechte aberkannt und das dazugehörige Vermögen einkassiert. Faktisch sind die wenigen, die aufgetaut werden Eigentum des Staates – und seine ehemalige USA ist eine Theokratie im Krieg mit den anderen Weltstaaten. Eigentlich existiert auch sein Gehirn nicht mehr: Wissen und was die Persönlichkeit ausmacht wurde in einen Speicher übertragen und er soll als „Steuerung“ einer Neumann-Sonden dienen, die das Weltall entdecken soll um mögliche  Planeten für die Menschheit zu finden, die mit ihren Kriegen auf dem besten Wege ist, die Erde unbewohnbar zu machen. Bisherige Versuche sind gescheitert – wirkliche KI sind noch nicht weit genug und andere vor ihm wurden psychotisch. Ausserdem sind da noch die Kandidaten der anderen (feindlichen) Staaten in ihren Neumann-Sonden …

Eine Neumann-Sonde in dem Fall ist ein Raumschiff, das in der Lage ist, sich – mittels 3D-Druckern und bei genügend Ressourcen- selber zu replizieren. Es braucht natürlich auch eine Kontrolleinheit, so dass sich Bob selber kopiert. Um vorzugreifen: die Kopien erweisen sich als nicht ganz genau gleich in der Persönlichkeit …

Bob ist eine sehr sympathische Hauptfigur mit Humor – aber das Buch wirft einige schwerere Fragen auf: Was macht einen Menschen aus? Was ist Leben?

Buch 1:   / deutsch: ab Juli 18: .

Wir begleiten Bob bei seiner Ausbildung, Flucht von der Erde ins Weltall und wie er die ersten Systeme erforscht. Dabei trifft er auf Konkurrenz von der Erde, beginnt die Replikation, verbessert seine Ausrüstung, findet mögliche Evakuationsziele, ein Bob fliegt wieder zur Erde, sie treffen auf Leben, nicht unbedingt im gleichen Entwicklungsstadium wie der Mensch. Bob wird zu einem kleinen Gott für manche …

Buch 2:

Auf der Erde ist nach Bobs Verlassen der totale Krieg ausgebrochen, 99.9% der Menschheit hat nicht überlebt, der Rest ist wegen dem nuklearen Winter verteilt an den noch bewohnbaren Orten. Seine Auftraggeber gibt es noch und sie hätten gerne die Kontrolle über ihn – er sieht sich mehr als im Dienst der gesamten Menschheit stehend und versucht sie zu vereinen. Eine radikale Gruppe steht dagegen und die Zeit drängt. Mehr Planeten werden erforscht, mögliche Evakuationsziele gefunden, aber auch in der Peripherie trifft man auf Probleme: eine technisch fortgeschrittene Spezies auf Raubzügen. Und die „Andern“ lassen sich nicht gerne dabei stören …

Buch 3:

Die Bobs tun alles um den Wettlauf zwischen Klimaverschlechterung, der die Erde zunehmend unbewohnbar macht und die Evakuierung zu den gefundenen bewohnbaren Planeten zu gewinnen. Daneben haben die „Andern“ wegen den Bobs die Erde ins Visier genommen – und sie lassen nicht mit sich reden. Daneben stehen persönlichere Geschichten: ein Bob verliebt sich, Original-Bob spielt weiterhin Gott, die technischen Entwicklungen werden vorangetrieben: Bob bekommt einen Körper … Viele Handlungsstränge, denen es zu folgen gilt, aber immer humorvoll geschrieben.

Fazit: leicht lesbare Science Fiction mit vielen kleinen Nerd-details und Humor trotz teils schwereren Themen. Hat mir sehr gefallen! Momentan noch nur in Englisch, aber die deutsche Übersetzung kommt im Sommer.