Apotheken-Bewertungen schnell gemacht

Zum QMS (Qualitätsmanagementsystem) in der Apotheke gehört auch, dass man regelmässig getestet wird (durch eine externe Stelle) und dann gibt es noch die Patientenbefragung. Früher wurde die via abgegebenem (und hoffentlich retourniertem) Fragebogen durchgeführt, heute im digitalen Zeitalter stellt man dafür einfach eine dieser „Happy or Not“ Säulen beim Ausgang auf, wo die Kunden ihre Zufriedenheit oder Frust über unsere Arbeit sofort ausdrücken können, indem sie auf eines der Smileys drücken:

happyornot

Das ganze wird gespeichert und am Schluss (nach 2, 3 Wochen) ausgewertet.

Das Ding hatten wir letztens auch bei uns stehen. Ich habe nicht gedacht, dass da viele gedrückt haben – aber in der Auswertung sieht man, dass das doch über 30 pro Tag gemacht haben … und 95% davon waren sehr zufrieden und fast 5 weitere Prozent zufrieden! Yay!

Wirklich unzufrieden haben wir einen Punkt am ersten Tag in der ersten Stunde … und das war ich glaub selber, ich hab die Smileys nämlich erst mal alle geputzt. Auf saubere Knöpfe wird vielleicht eher gedrückt?

Jedenfalls: Cool! Dickes Lob an meine Mitarbeiterinnen, die ihre Arbeit immer zuverlässig und freundlich erledigen, sowohl im Apotheken, als auch Drogerie-bereich.

Es gibt inzwischen ja diverse Stellen, wo man online über Apotheken seine Bewertung einstellen kann, aber das scheint mir für viele schon „zu viel“ Aufwand zu sein – „meine“ Apotheke hat jedenfalls immer noch keine Bewertungen (oder ich habe sie noch nicht gesehen Korrektur: habe gerade eine 5*Bewertung auf google gefunden- wohoo!). Ausserdem sollte man bei denen daran denken, dass da gerne die unzufriedenen ihren Frust ablassen, während die zufriedenen den Aufwand nicht auf sich nehmen.

Trotzdem kann ich mir eine gewisse Freude nicht verkneifen, wenn ich auf eine gewisse Online-Apotheke (mit denen die Apotheken in Deutschland so Probleme haben) anschaue:

domobewertung

Das bitte beachten Sie unsere Netiquette sind wohl die vom Seitenbetreiber gelöschten schlimmeren verbalen Ausraster der frustrierten Patienten.

Nun ja – es gibt immer einzelne Unzufriedene. Bei uns sicher auch – aber das ist doch eine rechte Sammlung …

All together now!

Ich habe ein paar Sachen zu bemerken zum heutigen Tag – obwohl ich ziemlich sicher bin, dass das nicht sehr viele lesen werden, denn heute kommt ja so ziemlich alles zusammen.

Zuallererst: Frohe Ostern allerseits! Feiert auch bei dem wahrscheinlich miesesten Osterwetter seit Jahren den Tag. Mit Kindern macht das sowieso noch viel mehr Spass.

pharmostern

Dann ist der erste April. Eigentlich ein Tag für Aprilscherze – ich versuche mich heute zurückzuhalten. Der fieseste Scherz heute wäre wohl, Junior nach Eiern und Schokolade suchen zu lassen … ohne vorher etwas versteckt zu haben.

pharmapril

Und dann habe ich Blogjubiläum. Runde 10 Jahre ist es her, dass ich blogge. Den ersten Blogpost habe ich (kein Aprilscherz!) am 1. April 2008 geschrieben. Ja, ich kann es selber kaum glauben.

pharm10jahre.jpg

Leider (muss ich sagen) kommt auch bei mir in der Apotheke momentan alles zusammen, so dass ich nicht dazu gekommen bin, das so vorzubereiten, wie ich wollte. Eigentlich wollte ich ja ein Gewinnspiel veranstalten … aber … stay tuned!

Mehr demnächst. Hier.

Ferienlager für Kinder in der Schweiz

erlebnis-fahrten

Als Idee hier, weil ich letzte Woche gehört habe, er könnte noch etwas Werbung gebrauchen: Erlebnislager für Kinder in der Schweiz.

Andere Eltern mit Kinder im selben Alter wie unserem Junior suchen vielleicht auch noch nach etwas für ihr Kind … und so ein Erlebnislager ist mal etwas anderes als die reinen Sportlager (Fussball-, Skifahren- etc.) oder die von den Kirchen ausgerichteten Lager – mein Junior war auch schon zwei Mal in solchen. Als evangelisch getauftes Kind in einem Lager der katholischen Kirche (notabene von einer Mama, die inzwischen aus eben der Kirche ausgetreten ist). Das geht … führt aber doch gelegentlich zu … ah … Diskussionbedarf. Ein Erlebnislager ist dafür eine gute Alternative.

Mir gefällt ja das Prinzip: möglichst viel raus in die Natur, zusammen etwas unternehmen und erleben – und die ruhige Zeit zusammen dann auch nutzen um das zu reflektieren und zu lernen.

Auf finden sich einige Lager rund ums Jahr für Kinder zwischen 8 bis 14 Jahren (Altersangaben bei den einzelnen Lagern beachten). Vom „Erlebnis Winter“ über „Vier Elemente – Abenteuer Feuer, Wasser, Erde, Luft“, „Lamalager“, „Segellager“ und „Erlebnis Mittelalter“.

Der Lagerleiter hat eine Vielzahl an Kursen und Weiterbildungen als Erlebnispädagoge, diverse Zusatzausbildungen zum Trainer in verschiedenen Sportarten – er hat sich erst letztes Jahr selbständig gemacht. Angesichts der Tatsache, dass Schulferien gerade für arbeitende Eltern eine zusätzliche Belastung darstellen, was die Betreuung des Kindes angeht (das man ja auch nicht einfach irgendwo abschieben will) und dass die Lehrer immer weniger „Lagerfreudig“ sind – denke ich, das hat echt Potential.

P.S.: es hat noch freie Plätze …

Disclaimer: Ich wurde nicht bezahlt für diesen Beitrag, noch erhalte ich Vergütungen in irgendwelcher Art. Ich durfte Cyril letzhin kennenlernen und fand das Projekt unterstützenswert – und vielleicht auch interessant für andere Eltern hier.

Gehen Eure Kinder auch in Lager? Wenn Nein: weshalb nicht?

Buchrezension: Ärzte sind auch nur Menschen

Der Medizynicus hat ein Buch geschrieben. Eigentlich sollte ich schreiben „noch“ eines, denn es ist das zweite. Es heisst: Ärzte sind auch nur Menschen. Wer seinen Blog liest, erkennt rasch seinen Schreibstil. Er schreibt aus seinem kleinen Krankenhaus irgendwo in der Provinz. Er beeilt sich dazuzuschreiben „in einer finktiven deutschen Kleinstadt“ – aber eigentlich könnte das Krankenhaus so ziemlich überall sein. Auch in der Schweiz.

Die Probleme, denen sich Benno Armschlag, der dort arbeitende Arzt stellen muss, sind ziemlich universell … und oft moralischer Natur. Es geht um schwierige Entscheidungen rund um kranke Patienten und besorgte Angehörige. Um Konflikte, die sich oft weniger mit Fachwissen als mit gesundem Menschenverstand lösen lassen. Medizynicus aka Benno schreibt mit seiner typischen Einfühlsamkeit und in einer dezenten Art, die mehr Fragen aufwirft, je länger man sich mit einem der Themen befasst. So ganz nebenbei bringt er dazu Informationen aus der Geschichte des Gesundheitswesens, die mich zwischen „Echt jetzt?“ – und „Ja – stimmt leider“ schwanken liessen.

Also: durchaus lesenswerter Stoff – Empfehlung von mir.

Ärzte_sind_auch_nur_Menschen

Ärzte sind auch nur Menschen

Neue Geschichten aus dem Kreiskrankenhaus Bad Dingenskirchen

Das Buch bekommt man im lokalen Buchhandel (müssen sie vielleicht erst bestellen, aber das geht) mit der ISBN 978-3746047751 – Oder  (auch die müssen das wahrscheinlich erst bestellen, die mögen Bücher offenbar nicht so).

104 Seiten für 5.99

 

 

Mehr Geschichten findet ihr auf . Schön für lange Leser wie mich ist, dass er auch dort wieder regelmässig schreibt … das tut er übrigens schon (viel) länger als ich (und ich feiere bald den 10. Bloggeburtstag). Auch ihm gehen die Themen nicht aus :-).

Euro Millones Gewinner

Das ist zu gut – ich wusste gar nicht, dass die das immer noch auf die Art versuchen … Mein Mann hat einen Brief bekommen (ja: Schneckenpost, Hardware, wirkliches Papier!) aus Portugal. Innen im Umschlag dieses „Juwel“:

euromillones

Juhuu – wir haben gewonnen! Seltsam nur, dass wir nicht daran teilgenommen haben ….

Man weiss gar nicht, wo anfangen. Hier ein paar deutliche Hinweise, dass das ein Betrugsversuch ist (die wollen nur mal die Daten und danach etwas Geld als „Vorschuss“ oder „Bearbeitungsgebühr“ etc …)

1. Das Logo: falsch. Euro Millones? Sollte das nicht Euro Millions heissen und so aussehen?:

euromillions-logo

2. Die Anschrift: Generisch. Auf dem „Gewinnblatt“ steht nirgends der Name von dem Gewinner drauf … nur haufenweise offiziell klingende Bezeichnungen und Zahlen. Los- Serien- und Stapelnummer…

2a haufenweise Schreibfehler. Die glucksnummer /  die Summe ergibt sich von einer gewinnausschüttung von€50,000,000, 00 (FÜNFZIG MILLIONEN EUROSNUR) unter den zwölf internationalen Gewinner geteilt … (Die hoffen wohl darauf, dass man vor Gier nach dem ganzen Geld blind wird).

3. Eine Anwaltskanzlei und wie rechtlich korrekt das alles ist (hust) wird erwähnt … und schon mal angedeutet, dass man das nicht so ohne alles bekommt. 5% sind 110’000 an die Anwaltskanzlei … nicht als Steuern an den Staat? Die verdienen gut an ihren Gewinnern.

4. Eine nicht wirklich zuverlässig klingende mailadresse: [email protected] ? Hahaha!

5. Wir wollen nur ihre Info … und dass sie es uns zufaxen.

Ganz herzig fand ich auch, dass der Aufdruck NOTARIELL BEGLAUBIGTES SCHRIFTSTUE/ da abgeschnitten wurde. Aber dafür hat es so etwas Stempelartiges auf dem Blatt verteilt: loterias y apuestas del estado – das wäre eine Lotteriegesellschaft in Spanien. Der Brief kommt dem Stempel nach aber aus Portugal. Ach was soll’s – ist doch eh alles EU

Medizin-Blogger-Treffen in Berlin

Was macht eine schweizer Apothekerin in Berlin? Eifrige Blogleser (nicht nur von meinem hier) werden es schon mitbekommen haben: Am Freitag abend war Bloggertreffen in Berlin. hat eingeladen und wir sind gekommen. Ich wahrscheinlich von am weitesten her … und auch noch für mein erstes richtiges Bloggertreffen, aber: das hat sich gelohnt!

Das war toll, mal die Gesichter hinter den Blogs zu sehen. Gerade bei „uns Medizinbloggern™“ ist es so, dass wir häufig anonym bloggen und eher vorsichtig sind, damit Beruf(ung) und Hobbies sich nicht schaden. Ich kann jetzt, danach sagen: diese Blogger gibt es wirklich – und das sind alles ganz tolle Leute. Nicht nur mir schon lange bekannte waren da, auch einige (für mich) Neuentdeckungen.

Schon im Hotel trafen wir (da war mein Mann – Kuschelbär noch dabei) auf , der sich die Mühe gemacht hat, uns vorher etwas zu organisieren – What’sapp machts möglich. Die Leute sagen ja immer, ich blogge schon lange (im April werden es 10 Jahre sein – wow), aber der Medizynicus schlägt mich da noch um Jahre. Er bloggt aus Bad Dingenskirchen, einem Kreiskrankenhaus irgendwo in der Provinz in Deutschland. Seine Blogposts und Bücher geben auf eindrückliche und gleichzeitig unterhaltsame Weise Einblicke, die oft auch zum später darüber Nachdenken anregen. Ausserdem war er schon häufig an Bloggertreffen … auch am wahrscheinlich ersten in Deutschland überhaupt.

Im Hotel stiess dann auch bald noch das PTAchen vom Blog dazu. Wir nächtigen im selben Hotel – Sie war auch der Grund, weshalb ich mich überhaupt zum Treffen getraut habe, sie hat mich nämlich vorher persönlich angeschrieben. Sie ist PTA in einer deutschen Apotheke … und wir waren heute „die Apothekenlobby“ an den Gesprächen abends. So viele Gemeinsamkeiten wie wir noch fanden, verstanden wir uns prächtig.

Weil wir (um 2 Uhr) noch nichts zu Mittag gegessen haben, suchten wir uns eine kleine Beiz in der Nähe des Hotels, wo sich dann noch der 5-Foraminologe dazustiess, nachdem er vorher für die Familie in Berlin shoppen war (wenn man schon mal da ist …). Ihn kannte ich noch nicht, aber auch sein Blog ist äusserst lesenswert:   Ausserdem ist er so organisiert, dass er es nach dem Zwischenimbiss geschafft hat, uns per öffentliche Verkehrsmittel und rechtzeitig zur Podiumsdiskussion quer durch Berlin zu lotsen.

Das Rahmenprogramm, organisiert von Mira von DocCheck war eine Diskussion von „uns Medizinbloggern™“ über Lobbyismus im Gesundheitssystem mit Florian Eckert, Hauptstadtrepräsentant von Bayer Health Care, jetzt bei fischerAppelt und Wolfgang Wodarg, ehemals Arzt und SPD Politiker und im Vorstand von Transparency International. Die Diskussionen, Fragen und Erläuterungen waren interessant – und hätten noch Stunden weitergehen können. Das Thema ist riesig … und je mehr man nachfragt … Ja, das gibt noch einen separaten Blogpost, was ich für Erkenntnisse daraus gezogen habe (experiences might differ :-) )

bloggertreffen

Im Raum angekommen, wo die Posiumsdiskussion stattfand, traf man dann auch die anderen Blogger, die es in die Hauptstadt geschafft haben. Da war Tobias Sambale vom Blog : Rettungsassistent und auf dem Weg zum Arzt – ein sehr helles Köpfchen, mit breiten Interessen, wie man auch an den Fragen merkte, die er stellte.

Und dann war da noch – den brauche ich kaum noch vorzustellen, oder? Auf seinem tollen Blog (und Buch) schreibt er aus seiner Praxis. Das ist spannend und lehrreich zugleich (nicht nur für Eltern). Er hat vor etwa 8 Jahren mal auf meinen Blog verlinkt … das war der Moment, wo ich eine Menge Leser bekam, die ihn sonst nie gefunden hätten. Wie erfolgreich er heute noch ist, sieht man daran, dass er heute an der Verleihung zum goldenen Blogger teilnimmt. Wer für ihn stimmen möchte, kann das heute abend nach 19 Uhr live hier

Ein Gesicht, das ich am Tisch kannte, war Jan Dreher von . Er bloggt und podcastet unter Klarnamen und sein Bild ist auch auf seinem Fachbuch „Psychopharmakotherapie griffbereit“ zu sehen. Den Podcast macht er zusammen mit Alexander Kugelstadt vom Blog, der auch anwesend war.

Mir fällt grad auf, dass ich jeweils das Dr. vor dem Namen weggelassen habe – ich hoffe, ihr verzeiht mir das :-)

Offensichtlich haben sie sich über meinen Dialekt amüsiert – Leute, ich kann nichts dafür,… ich bemühe mich auch sehr, wirklich Hochdeutsch zu reden sprechen, aber besser wird’s nicht.

Auch neu für mich war die , die einen Einblick in eine andere Ecke der Medizinwelt bietet: Als Juristin in einem Krankenhaus. Das fällt auch etwas unter: so ein weites Gebiet …

Nach den kurzen 2 Stunden dislozierten wir alle in ein nahe gelegenes Restaurant, wo die Diskussionen auf mehr privater Ebene eifrig weitergingen. Es war ein toller Abend – und nach weiteren 3 Stunden (zu) schnell vorbei. Auf einmal war es 11 Uhr und mein bestelltes Taxi wartete vor der Türe. Nicht irgendein Taxi, sondern das von Sash vom Blog Auch er übrigens nominiert zum goldenen Blogger (in einer anderen Kategorie: Tagebuch Blogs) hint : siehe oben. Mit dem PTAchen ging es zurück ins Hotel, die Fahrt war kurz und kurzweilig … er selber hat schon darüber geschrieben, dem ist wenig anzuhängen :-), ausser das es mich sehr gefreut hat, mit ihm zu reden. Ich denke, ich werde mich wieder mal an so einem Bloggertreffen sehen lassen.

Das war jetzt auch ein wenig „Networking“ – vielleicht sogar schon Lobbyismus? Bezahlt wurde von DocCheck Podiumsdiskussion-Raum und Referenten und das Nachtessen – dies nur zur kompletten Transparenz der Sache …

Jedenfalls: klickt eifrig auf die Links und entdeckt die anderen Blogs – es lohnt sich wirklich! Toll auch die Leute dahinter zu sehen – ich kann also bestätigen: die sind alle echt und authentisch.