Post Catch 22

Ich habe ein neues Telefon (für mich immer noch etwas spezielles, das ist das 5. Smartphone das ich habe, das 6. Natel und das 7. Telefon überhaupt). Mein altes wird aber nicht weggeworfen, die Idee ist, dass Junior jetzt das übernimmt, als sein erstes eigenes Telefon – zusammen mit einem (kleinen) Vertrag. Ich will hier auch keine Diskussion über Sinn und Unsinn anstossen, ob ein (bald) 12 Jähriger wirklich ein Telefon braucht. Hier und heute finde ich, dass er bereit dafür ist und brauchen kann er es auch.

Für mein neues Telefon und die Änderung des alten auf Junior sind wir im Swisscom Shop gewesen, wo der Angestellte so ziemlich alles erledigt hat. Die neue SIM-Karte bekommt Junior zugeschickt. Sobald ich sie habe, kann ich das alte Smartphone einrichten.

Samstag kam die Nachricht in den Briefkasten, dass sie eingeschrieben bei der Post abzuholen sei. Eigentlich wäre ich ja Samstag morgen tatsächlich zu Hause gewesen, geklingelt hat der Pöstler nicht dafür.

Gestern ging mein Mann auf die Post mit dem Abholschein. Da er aber nicht der auf dem Brief angegebene Empfänger ist, wollte man es ihm nicht geben. Obwohl er nachweisen konnte, dass er der Papa ist und eigene ID gezeigt hat und alle Daten (inklusive Geburtsdatum wusste). Sie bräuchten Juniors ID – am besten käme er selber vorbei.

Heute geht meine Mann mit Juniors ID vorbei …. und sie wollen es ihm immer noch nicht geben. Das ginge nur an Junior selber. Aber Halt! Nein, das geht auch nicht an Junior selber, denn … der muss den Empfang des eingeschriebenen Briefes bestätigen. Per Unterschrift. Und Junior ist minderjährig – da DARF er laut Post nicht unterschreiben. Und wir dürfen das auch nicht für ihn. Selbst mit allen Ausweisen nicht.

Also bekommen wir die SIM-Karte nicht, obwohl sie auf der Post bereit liegt.

Sie schieben das übrigens als „Fehler“ der Swisscom zu, die die SIM-Karte an mich hätte adressieren sollen. Telefonisch lässt sich das auch mit der Swisscom nicht lösen – wir müssen nochmals im Shop vorbei. Dort sollte man uns eine neue Karte geben können. Oder an mich schicken.

Der Post gesagt, dass sie die Karte im eingeschriebenen Brief zurück schicken sollen.

Ja, Danke für die Info, aber auch dafür brauchen wir eine Unterschrift.

Von Junior.

?!

25 Antworten auf „Post Catch 22

  1. In Deutschland bekommt man SIM-Karten normalerweise mit der normalen Post nach Hause geschickt. Da man sie online aktivieren muß (dafür reicht die Karte alleine nicht), ist das Risiko überschaubar.

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  2. Es kommt auch auf das Kind drauf an. Meine Kinder haben in der 5. Klasse jeweils ein einfaches (meine Tochter hatte ein klappbares, mein Sohn hatte auch kein „high tech“)Mobiltelefon bekommen. Für Notfälle.

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  3. „Hier und heute finde ich, dass er bereit dafür ist und brauchen kann er es auch.“

    Eben. Es gibt kein bestimmtes Alter, in dem ein Kind reif genug für ein Smartphone ist, das ist immer individuell.

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  4. „Samstag kam die Nachricht in den Briefkasten, dass sie eingeschrieben bei der Post abzuholen sei. Eigentlich wäre ich ja Samstag morgen tatsächlich zu Hause gewesen, geklingelt hat der Pöstler nicht dafür.“

    Schon etliche Male erlebt.

    Die Frau am Postschalter nimmt den Pöstler (vermeintlich) in Schutz, und fragt mich: „Sind Sie in diesem Moment nicht etwa in der Waschküche gewesen?“

    Ich: „Absolut nicht…“

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    1. Ich war letztens extra zu Hause, als ich auf ein wichtiges Paket wartete. Plötzlich kam ne Email, dass das Paket zugestellt sei. Ich fand es auch vor der Haustür unseres Wohnblocks -.-

      Kommentar der Post: Wir deponieren, Klingeln kostet extra. Wenn man will, kann man sich registrieren lassen, dass man nur noch den gelben Zettel bekommt in den Briefkasten. Danke für die Info. Alle anderen Spediteure schaffen es, zu klingeln!

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      1. Deponierte Pakete kommen bei mir grundsätzlich nicht mehr an. Basta. Dann freut sich eben der Nachbar über meine Bestellung.

        Gefahrenübergang der Post ist nicht meine Türmatte sondern meine, oder die eines Nachbarns, Entgegennahme und Bestätigung mit Unterschrift.

        Haben sie sich zum Glück mittlerweile wieder abgewöhnt. Entweder es wird geklingelt oder es ist ein Schein drin. Erfreulicherweise habe ich seit einem Jahr garkeine Probleme mehr mit der Zustellung. Unsere Zusteller sind bemüht und freundlich. Wir zeigen uns dafür dann aber auch mal erkenntlich.

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  5. In Deutschland umgeht man so etwas, indem man eine unleserliche Unterschrift auf die – auf der Benachrichtigungskarte abgedruckten – Vollmacht zur Abholung durch Dritte setzt.

    Die Post-Meisterschaft erringt man, wenn man seinen Personalausweis vergessen hat und daher das Schreiben nicht bekommt, dann aber die Vollmacht schnell unterschreibt und denjenigen, der in Schlange hinter einem ist, bittet das Schreiben mitzubringen.

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    1. Die „Deutschschweiz“ kann das mindestens genausogut runduckandcover.
      Ich wünsche Euch, dass zumindestens ein Postler mit Hirn dort arbeitet und sich Eurer erbarmt ist ja schließlich bald Weihnachten…
      Liebe Grüße!

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      1. Das ist eine Sendung die gerne wiederkommen könnte. Mir ist keine ähnliche Sendung bekannt die noch läuft.
        Was anderen Behördenwahnsinn angeht ist der Teil „Der reale Irrsinn“ in der Sendung Extra 3 vom NDR eine ganz wunderbare Quelle nichtendenwollender Dummheit oder Starrsinn (kleine Clips zu finden auf Youtube). Da fehlt aber die persönliche Komponente wie bei „Wie bitte?!“.,

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        1. Es ist halt eine andere Herangehensweise, nichtsdestotrotz sehr unterhaltsam. Bei „extra 3 spezial“, wenn diese Fälle gebündelt präsentiert werden, kann man vor lauter Kopfschütteln aber leicht schon mal ein Schleudertrauma bekommen. ;)

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  6. Und beide unterschreiben dürfen auch nicht? Quasi als gesetzlicher Vertreter und Junior stimmt auch zu?

    Was bei der Post immer hilft sind verifizierte Post.ch Logins. Lässt einen viele Probleme mit kurzen workarounds selber lösen.
    Hier könnte man damit online mit der Abholungseinladung eine Vollmacht ausstellen oder auch die Post noch einmal an eine dritte Person zustellen lassen.

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    1. Nein, beide unterschreiben geht auch nicht. Das mit den Logins hört sich interessant an – und ich habe eines und denke, mein Mann auch. Aber das wurde nicht mal angedeutet, dass es so vielleicht ginge.
      Das mit dem zustellen haben sie gesagt …. konnten aber nicht garantieren, dass es dann auch an mich oder an meinen Mann abgegeben werden darf. Und auch für die Zustellung muss ja der angegebene (!) Empfänger unterschreiben. Oder?
      Letztendlich haben wir die SIM Karte direkt vom Swisscom Shop bekommen. Die meinten nur, dass unsere Poststelle nicht das erste Mal „Ärger“ macht.
      Oh – und die Unterschrift zum Zurückschicken, die hätte mein Mann dann machen dürfen. Das wollte er aber nicht mehr.

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