Ferienreife Mitarbeiter- oder: weshalb Ferien wichtig sind!

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Ferien sind wichtig. Ich denke – wenn ihr meinem Blog hier folgt – habt ihr schon gemerkt, dass sie bei mir einen ziemlich hohen Stellenwert einnehmen. Man könnte so weit gehen zu sagen, dass «Ferien» mit ein Grund sind, weshalb ich Arbeite :-)

Die Arbeit in der Apotheke ist anstrengend, stressig. Vielleicht nicht immer körperlich (wobei: stell‘ da mal jemanden hin, der es nicht gewohnt ist stundenlang zu stehen), aber sicher geistig. Um den unvermeidlichen Stress und die Anspannung bei der Arbeit auszuhalten, sind Phasen der Entspannung und Erholung nötig. Ferien gehören zur Work-Life-Balance. Der Begriff stammt aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life) und Gleichgewicht (balance) und beschreibt ein ausgewogenes Nebeneinander von Freizeit, Arbeit, Familienleben, Hobby und genügend Schlaf. Die Schweiz ist darin nicht wirklich gut – in Studien fällt sie in die obere Hälfte der Länder mit der schlechtesten Work-Life Balance. Dabei wäre das nicht nur ein soziales Modell, sondern für Unternehmen auch ein Instrument für höhere Produktivität, steigende Arbeitgeber-Attraktivität, stärkere Mitarbeiterbindung und -motivation sowie längere Lebensarbeitszeit.

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Selbst wenn man nur die Ferien alleine anschaut, haben die schon positive Effekte. Laut einer holländischen Forschungsgruppe* beinhaltet das:

  • eine generell bessere psychische und physische Gesundheit von Personen, die regelmässig Ferien machen, als bei Personen, die nicht oder selten Ferien machen.
  • Gesundheit, Wohlbefinden und Zufriedenheit verbessern sich zu Beginn der Ferien rapid und erreichen typischerweise am 8. Ferientag die höchsten Werte.
  • Die Langzeiteffekte sind vor allem dann positiv, wenn regelmässig über das Jahr verteilt, Ferien gemacht werden.
  • Schlafdauer und -qualität: Wer in den Ferien gut und viel schläft, fühlt sich auch zwei Wochen nach den Ferien noch deutlich erholt.

Eine finnische Studie** hat zudem gezeigt, dass Ferien ein guter Weg sind, um Stress abzubauen und die Lebenserwartung zu verlängern. Diese Studie, die auf dem Europäischen Kongress für Kardiologie in München (Deutschland) präsentiert wurde, verfolgte über 40 Jahre mehr als 1000 Personen und zeigte, dass Männer, die weniger als 3 Wochen Urlaub pro Jahr machten, eine um 37% höhere Wahrscheinlichkeit hatten zu sterben als diejenigen, die mehr als 3 Wochen pro Jahr Ferien machten.

Schön ist dabei: Es ist total egal ob aktive oder passive Ferien gemacht werden, alleine, als Paar oder in Gruppen: Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für erholsame Ferien! Wichtig ist vor allem die individuelle Gestaltungsfreiheit der Ferien: Wer selbst über Art und Zeitpunkt von Entspannung und Aktivität bestimmen kann, erholt sich langfristig am besten.

Mein Mann ist ja eher der Strandferien-Typ und ich eher die Unternehmungslustige – ich will was sehen und erleben, wenn ich irgendwo bin. Zum Glück fährt er auch gerne Auto, so dass wir uns die Ferien jetzt so aufteilen: Im Frühjahr hauptsächlich Strand und ins Warme mit kleinen Ausflügen … und im Herbst etwas anderes zum sehen / unternehmen mit Unterkünften mit Pool. Und Junior macht bei uns mit Freude mit … das ist toll, dass das klappt.

Gerade eine flexible Ferienregelung gehört dementsprechend zu den Massnahmen die Work-Life-Balance zu steigern. Damit das aber klappt (für alle im Team) braucht es eine frühzeitige und langfristige Planung. Das ist nicht ganz einfach für die Apothekenleiter – kann ich Euch aus eigener Erfahrung sagen! Zum Beispiel sind arbeitende Eltern mit Schulkindern praktisch gezwungen die Ferien während der Schulferien zu nehmen – auch weil Betreuungsangebote wie das Tagesheim dort nur begrenzt verfügbar sind. Andere nehmen gerne ausserhalb der Schulferienzeiten Urlaub, da die Preise da häufig günstiger sind. Sehr geschickte rechnen Brückentage mit ein. Andere wollen unbezahlt aber mehr Ferien zum Beispiel für eine grosse geplante Reise. Nicht alle Mitarbeiter kann man dazu bringen, gleich 2 Wochen am Stück zu nehmen …

Das braucht ziemlich Organisation das für alle befriedigend unter einen Hut zu bringen – danach kann ich grad wieder Ferien brauchen :-)
*J. de Bloom et al. (2013). Vacation (after-) effects on employee health and well-being, and the role of vacation activities, experiences and sleep. Journal of Happiness Studies: 14,2.
** präsentiert im französischen Magazin Top Santé, Ausgabe November 2018

Blogpost mit freundlicher Unterstützung von , das praktische Personalverwaltungstool, mit dem man als Geschäftsführer/in an jedem Arbeitsplatz (da webbasiert) alle relevanten Informationen der Mitarbeitenden zur Hand hat (z.B. Eintrittsdatum, Kontaktdaten, AHV-Nummer, absolvierte Kurse etc.). Dies vereinfacht das Erfassen von Meldungen an Versicherungen oder das Schreiben von Arbeitszeugnissen.

9 Antworten auf „Ferienreife Mitarbeiter- oder: weshalb Ferien wichtig sind!

  1. Das stimmt, Ferien sind wichtig. Guter Beitrag!

    Ergänzen möchte ich noch, dass man sich auch auf die Ferienzeit verlassen kann, damit man auch tatsächlich etwas planen kann, denn sonst endet man auf der Couch und das ist vielleicht körperlich erholsam, geistig aber oft zu dröge, um einen wirklichen Ausgleich zu schaffen.
    Ansonsten sind auch genügend freie Tage nötig, denn nur 1 Tag/ Woche ist bei vielen, gerade körperlichen Arbeiten einfach zu wenig Erholungszeit (und steigert den Krankenstand massiv)

    Die Work-Life-Balance ist also nicht bloß heile Welt für den Arbeitnehmer, sondern kommt auch dem Arbeitgeber entgegen.

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  2. „Mein Mann ist ja eher der Strandferien-Typ und ich eher die Unternehmungslustige – ich will was sehen und erleben, wenn ich irgendwo bin.“

    Klingt, als sollten wir mal Partnertausch versuchen… ;)

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  3. Für mich haben sich Ferien/Urlaub mit viel räumlichen Abstand bewährt. Sie es in die südliche Sonne mit Strand und anderer schöner Umgebung oder an die klare Luft in den Bergen mit Schnee und hoffentlich ebenfalls Sonne.
    Mein Beruf bringt es mit sich dass man täglich mit viel Druck umgehen muss, letztlich soll das Unternehmen ja Gewinn machen. Dazu bleiben viele Dinge parallel offen da sie nicht in einem Tag zu lösen sind, bei manchen Dingen auch länger als ein Jahr. Da hilft mir viel Ablenkung ohne Firmenhandy. Am besten eine Mischung, z.B. etwas Sport, dann nachmittags noch etwas am Strand lesen und abends Party. Oder einen langen Skitag, ein leckeres Abendessen mit viel Schweizer Käse und dann bei gute Bergluft todmüde ins Bett fallen.
    Auf diese Weise tanke ich wirklich auf und bin dann deutlich leistungsfähiger. Einmal habe ich bei langer Zeit ohne Urlaub in einem wichtigen Projekt tagelang an einem Problem herumgebastelt und es nicht gelöst. Nach dem Urlaub hat es eine Stunde gedauert und die Lösung war da. Das hat mir als noch recht junger eher karriereorientierter Mensch dann doch ein wenig die Augen geöffnet wie wichtig Urlaub ist.

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  4. Meine Work-Life-Balance wäre erreicht wenn ich genug Geld hätte um nicht mehr Arbeiten gehen zu müssen.

    Das mit den 8 Tagen kann ich bei mir nahezu bestätigen. Wirklich entspannt bin ich am 9. Tag. Da ich meisst zwei Wochen Urlaub mache beginne ich mich am 10. Tag schon wieder zu unentspannend da die Arbeit dräut. :D

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