Wenn Apothekenangestellte klauen

Diese Geschichte ist momentan in den Medien hier: titelt die Aargauer Zeitung.

Ein Lehrling in einer Apotheke – Drogerie bediente sich 2014 am Sortiment und entwendet Medikamente (Morphin, Ritalin, Viagra) und Kokain. Dabei ist er geschickt vorgegangen: hat Bestellungen gelöscht, unter anderen Namen abgebucht und Betäubungsmittellieferscheine verschwinden lassen. Die Apothekerin wurde jetzt freigesprochen ihre Sorgfaltspflichten nicht beachtet zu haben – das Verfahren um den Lehrling selber ist noch offen.

Meine Gedanken dazu: Es wird zwar weder hier noch in anderen Zeitungen erwähnt, aber offenbar handelte es sich um einen Lehrling der Drogerie. Zitat: „Sie habe den Lehrling weder selber eingestellt, noch betreut. Die verantwortliche Drogistin habe unbedingt einen Lehrling einstellen wollen.“ (Quelle: ) Trotzdem war sie sicher von Anfang an bei der Betreuung des Lehrlings zumindest mitverantwortlich.

Ganz sicher aber hat sie einen Fehler gemacht, indem sie dem Lehrling die Kontrolle der Betäubungsmittel anvertraut hat. Das ist in meinen Augen weder seine Aufgabe, noch seine Kompetenz. Bei uns machen das zum Beispiel ausschliesslich die Apotheker. Das hat nichts damit zu tun, dass ich das den anderen nicht zutrauen würde, das ist einfach eine Verantwortungssache.

Nettes Detail in der Berichterstattung sowohl der bazonline als auch der :

 … sind in der Schweiz derzeit keine Medikamente mit Kokain mehr im Handel. Sie sind jedoch nicht verboten und können auf ärztliches Rezept in einer Apotheke hergestellt werden. So schreibt eine Apothekerin in ihrem Blog, dass sie Kokain wegen seiner gefässverengenden Wirkung etwa zur Herstellung von Augentropfen genutzt habe.

… welcher Blog das wohl ist?

Ah. Richtig.

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6 Antworten auf „Wenn Apothekenangestellte klauen

  1. Irgendwie verwundert es mich nicht so sehr, dass er Zugang zu diesen Medikamenten hatte. Ich bin immer wieder schockiert, wie einfache Praktiken mit der Medizinausgabe in Altenpflege betreut werden. Offiziell ist das natürlich strengstens verboten…
    Aber Personalmangel, Faulheit oder schlichte Naivität (Dummheit?) bringt so manche Blüte hervor.

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  2. Er war offenbar sehr clever beim Vertuschen der Betäubungsmittel. Keine Ahnung wie die Lieferungen in der Schweiz laufen, aber ich nehme an die Bestellungen per EDV. Wenn er dann noch gut die Lieferung abpasst oder ohnehin für sie Bearbeitung zuständig ist, dann hat er beste Chancen.

    Was die Kontrolle von BtM angeht, bin ich zweigeteilt. Natürlich hat die Apothekerin/der Apotheker die Verantwortung, aber BtM-Bestandskontrolle erfordert kein grosses pharmazeutisches Fachwissen sondern penible Sorgfalt. Das kann eine ungestresste PKA deren Hauptaufgabe die Warenwirtschaft ist wahrscheinlich besser als die gestresste Apothekerin der 2 PTAs ausgefallen sind und die mächtig rotiert.
    Das Kernthema wäre aus meiner Sicht Prozesssicherheit, z.B. mit Gegenkontrollen, und nicht die Übernahme durch Akademikerpersonal. Eine geldgierige oder süchtige Apothekerin wird nämlich genauso wie der Lehrling agieren. Neben Kontrolle bei der BtM-Warenwirtschaft könnte man in EDV-Programmen eine Freigabe der BtM-Bestellung einbauen, dann wissen immer zwei von der Bestellung usw…

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  3. Nett, dass sie deinen Blog zitieren. Das Titelbild von 20min zeigte übrigens Sanalepsi N Tropfen. Da musste ich schmunzeln.

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  4. Mit genügend krimineller Energie lässt sich jede Kontrolle umgehen. Ein Vier-Augen-Prinzip erschwert Veruntreuung, aber macht sie auch nicht unmöglich. Das Gehalt eines Lehrlings dürfte noch etwas mehr verführen als das eines Apothekers, das ist richtig – aber eine Garantie ist auch das nicht. In Deutschland gab es letztes oder vorletztes Jahr den Skandal um zu gering dosierte Chemo-Zubereitungen.
    Das Problem gibt es aber nicht nur in der Apotheke: Die Uni Heidelberg und das ZDF stellten vor einiger Zeit durch Messungen und Recherche fest, dass sich die Abgasreinigung bei LKWs ganz einfach abschalten lässt. Kostet weniger als 100 Euro und spart um die 2000 Euro AdBlue im Jahr. Das fällt natürlich auf: Dem Fahrer, der Buchhaltung, etc. – wird aber trotzdem anscheinend von einigen Firmen munter praktiziert.

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    1. Zu den gering dosierten Chemozubereitungen: Hier ist jede Kontrolle innerhalb der Apotheke sinnlos, da hier der Inhaber der Apotheke die kriminellen Handlungen vornahm. Der hat ja anscheinend Kochsalzbeutel ohne Wirkstoff an die Patienten geliefert und die Konsequenzen in Kauf genommen. Jeder Widerspruch durch angestellte Apotheker, PTAs oder PKAs hätte denen wahrscheinlich die rasche Kündigung eingebracht.

      Hier hat die zuständige behördliche Aufsicht (also die Pharmazierätin) bei der Kontrolle geschlafen oder bewusst weg gesehen.

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  5. Den Wareneingang und -ausgang kann wirklich eine PTA oder eine PKA durchführen, soweit gebe ich Mr. Gaunt Recht. Die monatliche Bestandskontrolle sollte aber dann der durchführen, der dann auch dafür unterschreibt – das sollte auch in der Schweiz ein Apotheker sein.

    Man kann sowas deligieren: Dann wundert es mich aber, dass die Apothekerin äußert, dass das das von ihr gewünschte Vieraugenprinzip anscheinend von ihren Mitarbeitern nicht angewendet wurde. Da sollten unter dem Bestandsprotokoll zwei Unterschriften drauf sein; zumindest das muss sie kontrollieren. Es drängt sich einem schon der Verdacht auf, dass die Frau den Laden nicht im Griff hatte.

    Unabhängig davon: Ein Lehrling sollte nichts mit Betäubungsmitteln zu tun haben.

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