Medizin-Blogger-Treffen in Berlin

Was macht eine schweizer Apothekerin in Berlin? Eifrige Blogleser (nicht nur von meinem hier) werden es schon mitbekommen haben: Am Freitag abend war Bloggertreffen in Berlin. hat eingeladen und wir sind gekommen. Ich wahrscheinlich von am weitesten her … und auch noch für mein erstes richtiges Bloggertreffen, aber: das hat sich gelohnt!

Das war toll, mal die Gesichter hinter den Blogs zu sehen. Gerade bei „uns Medizinbloggern™“ ist es so, dass wir häufig anonym bloggen und eher vorsichtig sind, damit Beruf(ung) und Hobbies sich nicht schaden. Ich kann jetzt, danach sagen: diese Blogger gibt es wirklich – und das sind alles ganz tolle Leute. Nicht nur mir schon lange bekannte waren da, auch einige (für mich) Neuentdeckungen.

Schon im Hotel trafen wir (da war mein Mann – Kuschelbär noch dabei) auf , der sich die Mühe gemacht hat, uns vorher etwas zu organisieren – What’sapp machts möglich. Die Leute sagen ja immer, ich blogge schon lange (im April werden es 10 Jahre sein – wow), aber der Medizynicus schlägt mich da noch um Jahre. Er bloggt aus Bad Dingenskirchen, einem Kreiskrankenhaus irgendwo in der Provinz in Deutschland. Seine Blogposts und Bücher geben auf eindrückliche und gleichzeitig unterhaltsame Weise Einblicke, die oft auch zum später darüber Nachdenken anregen. Ausserdem war er schon häufig an Bloggertreffen … auch am wahrscheinlich ersten in Deutschland überhaupt.

Im Hotel stiess dann auch bald noch das PTAchen vom Blog dazu. Wir nächtigen im selben Hotel – Sie war auch der Grund, weshalb ich mich überhaupt zum Treffen getraut habe, sie hat mich nämlich vorher persönlich angeschrieben. Sie ist PTA in einer deutschen Apotheke … und wir waren heute „die Apothekenlobby“ an den Gesprächen abends. So viele Gemeinsamkeiten wie wir noch fanden, verstanden wir uns prächtig.

Weil wir (um 2 Uhr) noch nichts zu Mittag gegessen haben, suchten wir uns eine kleine Beiz in der Nähe des Hotels, wo sich dann noch der 5-Foraminologe dazustiess, nachdem er vorher für die Familie in Berlin shoppen war (wenn man schon mal da ist …). Ihn kannte ich noch nicht, aber auch sein Blog ist äusserst lesenswert:   Ausserdem ist er so organisiert, dass er es nach dem Zwischenimbiss geschafft hat, uns per öffentliche Verkehrsmittel und rechtzeitig zur Podiumsdiskussion quer durch Berlin zu lotsen.

Das Rahmenprogramm, organisiert von Mira von DocCheck war eine Diskussion von „uns Medizinbloggern™“ über Lobbyismus im Gesundheitssystem mit Florian Eckert, Hauptstadtrepräsentant von Bayer Health Care, jetzt bei fischerAppelt und Wolfgang Wodarg, ehemals Arzt und SPD Politiker und im Vorstand von Transparency International. Die Diskussionen, Fragen und Erläuterungen waren interessant – und hätten noch Stunden weitergehen können. Das Thema ist riesig … und je mehr man nachfragt … Ja, das gibt noch einen separaten Blogpost, was ich für Erkenntnisse daraus gezogen habe (experiences might differ :-) )

bloggertreffen

Im Raum angekommen, wo die Posiumsdiskussion stattfand, traf man dann auch die anderen Blogger, die es in die Hauptstadt geschafft haben. Da war Tobias Sambale vom Blog : Rettungsassistent und auf dem Weg zum Arzt – ein sehr helles Köpfchen, mit breiten Interessen, wie man auch an den Fragen merkte, die er stellte.

Und dann war da noch – den brauche ich kaum noch vorzustellen, oder? Auf seinem tollen Blog (und Buch) schreibt er aus seiner Praxis. Das ist spannend und lehrreich zugleich (nicht nur für Eltern). Er hat vor etwa 8 Jahren mal auf meinen Blog verlinkt … das war der Moment, wo ich eine Menge Leser bekam, die ihn sonst nie gefunden hätten. Wie erfolgreich er heute noch ist, sieht man daran, dass er heute an der Verleihung zum goldenen Blogger teilnimmt. Wer für ihn stimmen möchte, kann das heute abend nach 19 Uhr live hier

Ein Gesicht, das ich am Tisch kannte, war Jan Dreher von . Er bloggt und podcastet unter Klarnamen und sein Bild ist auch auf seinem Fachbuch „Psychopharmakotherapie griffbereit“ zu sehen. Den Podcast macht er zusammen mit Alexander Kugelstadt vom Blog, der auch anwesend war.

Mir fällt grad auf, dass ich jeweils das Dr. vor dem Namen weggelassen habe – ich hoffe, ihr verzeiht mir das :-)

Offensichtlich haben sie sich über meinen Dialekt amüsiert – Leute, ich kann nichts dafür,… ich bemühe mich auch sehr, wirklich Hochdeutsch zu reden sprechen, aber besser wird’s nicht.

Auch neu für mich war die , die einen Einblick in eine andere Ecke der Medizinwelt bietet: Als Juristin in einem Krankenhaus. Das fällt auch etwas unter: so ein weites Gebiet …

Nach den kurzen 2 Stunden dislozierten wir alle in ein nahe gelegenes Restaurant, wo die Diskussionen auf mehr privater Ebene eifrig weitergingen. Es war ein toller Abend – und nach weiteren 3 Stunden (zu) schnell vorbei. Auf einmal war es 11 Uhr und mein bestelltes Taxi wartete vor der Türe. Nicht irgendein Taxi, sondern das von Sash vom Blog Auch er übrigens nominiert zum goldenen Blogger (in einer anderen Kategorie: Tagebuch Blogs) hint : siehe oben. Mit dem PTAchen ging es zurück ins Hotel, die Fahrt war kurz und kurzweilig … er selber hat schon darüber geschrieben, dem ist wenig anzuhängen :-), ausser das es mich sehr gefreut hat, mit ihm zu reden. Ich denke, ich werde mich wieder mal an so einem Bloggertreffen sehen lassen.

Das war jetzt auch ein wenig „Networking“ – vielleicht sogar schon Lobbyismus? Bezahlt wurde von DocCheck Podiumsdiskussion-Raum und Referenten und das Nachtessen – dies nur zur kompletten Transparenz der Sache …

Jedenfalls: klickt eifrig auf die Links und entdeckt die anderen Blogs – es lohnt sich wirklich! Toll auch die Leute dahinter zu sehen – ich kann also bestätigen: die sind alle echt und authentisch.

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5 Antworten auf „Medizin-Blogger-Treffen in Berlin

  1. Das muss toll gewesen sein. Ich habe vor 5 Jahren mal in einem Blog ein Lesertreffen organisiert, das war auch extrem spannend, die ganzen anderen KommentatorInnen mal im real life zu treffen.

    Ich wurde ja vor 7 Jahren mal von ScienceBlogs angefragt, ob ich nicht Lust hätte, dort meinen eigenen Blog zu schreiben. Es stand dann auch schon alles in den Startlöchern, dann kam meine Praxisübernahme. Und plötzlich hatte ich zum Bloggen keine Zeit mehr. So habe ich mich seitdem auf den einen oder anderen Gastbeitrag bei anderen Bloggern beschränkt. Schade eigentlich, wäre jetzt eine gute Gelegenheit gewesen, die ganzen Medizinblogger mal persönlich kennenzulernen.

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