Gesucht wird: Apotheker*in

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Ich bin ja bei mir in der Apotheke in der glücklichen Lage kompetente und langjährige Mit-Apothekerinnen zu haben, so dass ich nun schon länger nicht jemanden neues suchen musste. Aber ich weiss, wie das ist. Der Prozess dafür ist … langwierig und nicht ganz Problemlos. Zuerst erstellt man einen Anforderungskatalog und macht anhand von dem eine Stellenanzeige – man muss ja meistens eine abgehende Stelle ersetzen, oder braucht zur Ergänzung des Teams jemanden. Vielleicht braucht das zusätzliches Wissen oder Ausbildungen? So jemanden gerade passenden zu finden wäre ideal … allerdings ist man meist heute schon damit zufrieden, eine motivierte Apothekerin* zu finden. *Oder Apotheker … der Einfachheit halber verwende ich hier die weibliche Form.

Die Stellenanzeige für die Apothekerin veröffentlicht man online und in Print an den einschlägigen Stellen: das heisst in Fachzeitschriften. Anzeigen in allgemeinen Zeitungen bringen gar nichts … musste ich auch schon auf dem harten Weg feststellen. Man bekommt dann wohl Bewerbungen – nur sind die nicht brauchbar.

Wenn ich eine Apothekerin suche, dann suche ich eine Apothekerin. (Zu) Vielen Leuten scheint immer noch nicht klar zu sein, was das ist. (Wer einen Refresher braucht, schaue hier: Wer arbeitet denn hier alles?) oder vielleicht auch in dem Beschrieb der Ich kann nicht verstehen, wie man sich um eine Stelle bewerben kann, wenn man nicht mal weiss, was genau die Voraussetzungen dafür sind.

Die „beste“ Bewerbung (und ja, ich meine das ironisch) bekam ich einmal von einer Raumpflegerin, die in der handgeschriebenen Bewerbung angab einige Jahre in einer Arztpraxis geputzt zu haben … und offensichtlich der Meinung war, dass sie damit genug Kontakt mit einem Gesundheitsberuf hatte, dass ich sie als Apothekerin einstellen könnte?

Aber andere Apotheken haben ähnliche Erfahrungen gemacht:

Auszug aus einer Bewerbung:

ich bewerbe mich auf ihre Anzeige für eine Apothekerin. Ich studiere im ersten Semester Gesundheitsökonomie und würde mir gern als Apothekerin was dazuverdienen.

Oder der hier:

Bewerbung einer Bäckereifachverkäuferin, die meinte, sie hätte nachmittags noch Zeit und würde gern was dazuverdienen als Apothekerin.

Oder der:

Ich hatte mal eine vom Schlecker, die hatte eine Weiterbildung in den „Arzneimitteln“, die die da verkauft haben und wollte auch als Apothekerin bei mir arbeiten!

(Schlecker= grosser Drogeriemarkt in Deutschland).

Die Allgemeinheit weiss immer noch nicht, was einen Apotheker ausmacht. Ansonsten würde man derartiges nicht so oft hören:

„… wie lang geht denn so eine Ausbildung zum Apotheker?“
Apotheker: Das STUDIUM (ja, ich betone das extra) geht 5 Jahre.

Und:

„Studiert? Ich hätte nicht gedacht, dass man ne Ausbildung braucht, wenn man die Päckchen da aus den Schubladen holt!“

Ja. Nur dass die „Päckchen“ Medikamente sind – und als solche keine normalen Konsumgüter. Sie wurden designt (oder besser gefunden, erforscht, studiert und dann hergestellt) um spezifische und direkte Wirkungen auf Funktionen im Körper zu haben und haben deshalb direkte Auswirkungen auf die Gesundheit. Unsachgemässe Anwendung (zum Beispiel nach Anwendung ohne dafür bestehende Indikation oder Überdosierung oder auch Wechselwirkung) kann deshalb auch durchaus negative Auswirkung auf die Gesundheit haben. Deshalb „geben“ wir auch nicht einfach Medikamente ab … wir fragen nach. Wir beraten. Wir müssen viel wissen dahinter. Deshalb die lange Ausbildung bis zur Berufsbezeichnung Apotheker. Und deshalb können wir nicht einfach irgendjemanden hinein stellen, der „Päckchen verkauft“. Das ist ein Beruf, kein Job.

Frage an Euch: Was arbeitet ihr und was für Bewerbungen, die es absolut „nicht getroffen“ haben habt ihr denn schon bekommen oder gesehen?

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53 comments on “Gesucht wird: Apotheker*in

  1. Sebastian sagt:

    Am schlimmsten sind die Pflichtbewerbungen: Wenn das (deutsche) Arbeitsamt vorschreibt, dass sich jemand auf Stelle XYZ bewerben muss, derjenige weiß, dass er zwar hochqualifiziert ist, aber eben so gar nicht zu den Anforderungen dieser Stelle passt, sich aber doch Mühe für diese sinnlose Bewerbung gibt und man ihm dann – wie erwartet – absagen muss.

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    • Hufflepuff sagt:

      Ich war als nicht in der Apotheke tätiger Apotheker wegen einer unerwarteten Arbeitslosigkeit schon gezwungen, solche Pflichtbewerbungen an öffentliche Apotheken zu schreiben. Das ist echt unschön.
      Das Problem ist: Du bekommst von der Arbeitsagentur einen Vermittlungsvorschlag und musst Dich darauf bewerben, selbst wenn Du für die Stelle eher nicht geeignet bist. Machst Du es nicht, kürzt man Dir das Arbeitslosengeld.
      Ich habe damals versucht, in der Betreffzeile den Satz „Vermittlungsvorschlag der Agentur für Arbeit“ aufzunehmen und habe stets gehofft, dass der Arbeitgeber den Wink mit dem Zaunpfahl versteht.
      Das wirklich Blöde ist: Die Bewerbung muss so gut gestaltet sein, dass man sie auch der Arbeitsagentur vorlegen kann. Andererseits muss sie so gut gestaltet sein, dass der Arbeitgeber auch versteht, das man sich wirklich nur bewirbt, weil man dazu gezwungen ist.
      Um das abschließend zu verstehen: Man wird als Norddeutscher durchaus aufgefordert, sich im süddeutschen Stuttgart auf eine Stelle zu bewerben, die der Arbeitsagentur gerade als frei gemeldet ist.

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      • OtaconHC sagt:

        Mal abgesehen davon dass die Agentur doch eigentlich nur einmal die kompletten Unterlagen sehen möchte, und einzelne Bewerbungen doch gar nicht zu Gesicht bekommt. Man ist nicht verpflichtet sich auf Stellen zu bewerben für die man einfach nicht die Anforderungen erfüllt.

        Da hatte ich nie ein Problem mit, denn ich hab dutzende Vorschläge bekommen mich doch als Softwareentwickler zu bewerben, obwohl ich Network Engineer bin.

        Die meisten Vorschläge kommen vom automatischen System, ohne Sinn und Verstand.
        Man kann ja begründen warum man sich nicht beworben hat. Das Ziel ist ja nicht dich in eine Stelle zu vermitteln wo du garantiert die Probezeit nicht überstehst.

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        • aucheinemama sagt:

          Das ist stark vom Sachbearbeiter abhängig! Ich hatte beides, erst jemanden, der wollte, dass ich mich auf den größten Mist bewerbe und mir mehrfach völlig sinnbefreite Schulungen aufs Auge gedrückt hat, für die ich dann bitte möglichst kurzfristig irgendeine Betreuung für meine Kinder aus dem Nichts zaubern durfte. Und später jemanden, der sehr entspannt freudig zur Kenntnis genommen hat, dass ich mich freiwillig und selbstständig auf alle sinnvollen Positionen beworben habe.
          Und bevor ich eine vierseitige Begründung liefern muss, warum ich mich nicht auf eine Stelle bewerbe, für die ich weder qualifiziert bin, noch Interesse habe bzw. die ich umständehalber gar nicht antreten kann, schicke ich doch lieber in 5 Minuten eine Standard-Bewerbung raus, bei der jeder Personaler sofort merkt, woher der Wind weht. Auch wenn ich verstehe, dass das für die Unternehmen nicht wirklich toll ist.

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        • Hufflepuff sagt:

          Bei mir war das damals ähnlich wie bei aucheinemama. Der Sachbearbeiter wollte bei mir, dass ich mich unbedingt auf Stellen in öffentlichen Apotheken bewerben sollte, auch wenn ich dort seit Jahren nicht mehr gearbeitet habe.
          Es ist einfacher, dem Sachbearbeiter beim nächsten Gespräch die vorliegenden schriftlichen Absagen vorzulegen als bei jedem sinnbefreiten Vermittlungsvorschlag zu erklären, warum Du die Stelle für nicht geeignet hältst.
          Mach bei der Arbeitsagentur einfach, was die dortigen Sachbearbeiter von Dir wollen und bewirb Dich parallel auf Stellen, die zu Dir passen.

          Letztendlich vermitteln die nur Stellen, die Ihnen von einem Apothekeninhaber gemeldet wurden. Und warum ein Apothekeninhaber nicht über die Webseite der Landesapothekerkammer, des -verbands, der DAZ oder der PZ sucht, sondern ausgerechnet den Weg über die Agentur wählt, erschließt sich mir sowieso nicht.

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  2. Tomi sagt:

    „Ich bewerbe mich, weil ich gerne nach ARBEITSORT ziehen würde“ 😀 Ansonsten passte leider nichts.

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    • Sylana sagt:

      Na ja, das muss ja auch nicht unbedingt was negatives sein, auch wenn es oft so interpretiert wird. Kann ja sein, man möchte in Zukunft mit Freund/Freundin zusammenwohnen, sich einen langen Arbeitsweg nicht mehr antun oder, oder, oder. Obwohl es da mit Sicherheit geschicktere Formulieungen gäbe.

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      • Pharmama sagt:

        Thema verpasst? Das mit dem in die Nähe des Arbeitsortes zügeln war das einzige, das in der Bewerbung gut war.

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      • Tomi sagt:

        Ja, das stimmt. Es wurde in dem Fall als einziges Argument im Anschreiben präsentiert, warum wir die Person einladen sollten, ohne irgendwelche konkrete Bezugnahme auf die Stellenausschreibung. Das war dann im Gesamtpaket mit den nicht passenden Qualifikationen keine passende Bewerbung.

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  3. Der Flo sagt:

    Ich habe mich mit dem Thema noch nicht so oft auseinandersetzen müssen: manchmal kommen Initiativbewerbungen von MPAs, und einmal haben wir eine solche ausgebildet (da kamen allerdings auch so ein paar Bewerbungen, die so richtig schön hingerotzt waren… lernen die Jugendlichen denn in der Schule nicht mehr, wie man sowas macht? Und vor allem, dass man als Bewerbungsfoto nicht einfach einen Ausschnitt eines Fotos aus dem letzten Sommerurlaub nimmt?).

    Aber bald steht ein Umbruch in meiner Praxis an: meine derzeitige MPA (eine echte Perle, ein absoluter Glücksgriff meines Vorgängers macht seit einem Jahr an den Wochenenden ihre Berufsmatur und will dann ab 2018 oder 2019 an der FH studieren (nach aktuellem Stand „Soziale Arbeit“). Da wird es echt schwer werden, einen auch nur einigermassen gleichwertigen Ersatz zu finden.

    Aber meine MPA ist sehr intelligent udn wissbegierig – wer bin ich, dass ich ihr Steine in ihren Berufsweg lege?

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    • Pharmama sagt:

      Ah dann kommst Du ja bald in den Genuss (ironie!) jemanden neuen suchen zu müssen. Ich wünsche ganz viel Erfolg!

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    • OtaconHC sagt:

      „lernen die Jugendlichen denn in der Schule nicht mehr, wie man sowas macht?“

      Ich zähle mich mit 33 nicht mehr zu den Jugendlichen, aber kann dir sagen, nein wir haben das damals nicht gelernt. Überhaupt nicht.
      Nicht einmal im wichtigen letzten Jahr wo man anfangen sollte sich zu bewerben, wurde dieses Thema angesprochen.

      Ich weiß von einigen Bekannten, dass dies heute noch ein großes Problem an vielen Schulen ist.
      Bewerbungen schreiben habe ich lustiger weiße erst an der Berufsschule gelernt von einem der Lehrer in „Privatunterricht“ weil ich dringend den Ausbildungsbetrieb wechseln wollte.

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      • Der Flo sagt:

        Hauerha! Hätte nicht gedacht, dass das inzwischen so finster ausschaut. Und ich bin nur 12 Jahre älter als Du.

        Bei uns am Gymnasium fand in der vorletzen Woche vor den Ferien immer die sog. „Wanderwoche“ statt, in der die Jahrgänge 7, 9 und 12 auf Klassen- bzw. Studienfahrt gingen. Für die Daheimgebliebenen gab es ein Sonderprogramm – und dies bestand im 11. Jahrgang fast komplett aus Vorträgen und Kursen, die einen auf das Berufsleben vorbereiten sollten. Da fanden dann Vorträge über’s Sozialsystem (Arbeitslosen- und Rentenversicherung) statt, Berufsberatungen beim Arbeitsamt und schlussendlich auch Bewerbungstraining. Ich dachte immer, dass es sowas auch an anderen Schulen gab/gibt.

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        • aucheinemama sagt:

          Ich bin genauso alt wie Du und bei uns an der Schule gab es sowas leider gar nicht.

          Trotzdem denke ich manchmal, dass manche Dinge doch auch selbsterklärend sein müssten. Bauchfreies Top und/oder zerrissene Jeans bei einem Bewerbungsgespräch für eine Position mit Kundenkontakt?! Haben solche Jugendliche keine Eltern/Freunde/etc.?!

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    • Mae sagt:

      Das ist je nach Schule unterschiedlich. Als Lehrerin kann ich aber auch nur sagen – wie oft ich mit denen geübt habe, Lebensläufe und Anschreiben zu formulieren, Gespräche zu führen … und auch das Wie-sieht-das-Bewerbungsbild-aus Thema kann ich nicht mehr hören. Die Schüler kriegen von uns Material mit, mit Negativ- und Positivbeispiel und allem Pipapo.

      … und TROTZDEM machen einige davon irgendwelchen totalen Quatsch. Sowas kriegen dann, es tut mir leid, die Ausbilder ab. Aber man kann nicht sagen, dass ich es nicht wenigstens versucht hätte 😉

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    • Sebastian sagt:

      Bewerbungsfotos sind (mittlerweile?) eine mitteleuropäische Besonderheit. In Amerika und Asien ist eine Bewerbung ohne Foto selbstverständlich, z.T. werden sogar Name und andere persönliche Daten für die ersten Auswahlrunden anonymisiert.
      Mein Arbeitgeber unterhält Büros auf unterschiedlichen Kontinenten, dem entsprechend international ist das interne „Telefonbuch“. Wer an einem europäischen Standort arbeitet, hat ein „braves“ Bewerbungsfoto dort drin, die internationalen nicht selten (Party-)Fotos, die ich noch nicht mal auf Facebook hochladen würde 🙂

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      • Pharmama sagt:

        Party Fotos in der Bewerbungsunterlage? Vielleicht noch für Bewerbungen zum Animateur geeignet, aber sonst?

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      • Regina Sophia Billes sagt:

        Das erinnert mich an das Bewerbungsfoto, gemacht in der Küche vor dem Regal mit den Frühstücksflocken, Toastbrot und Marmelade. Davor stand dann die rausgeputzte Dame und machte einen ordentlichen und seriösen Eindruck (wirklich!).

        Wir haben sie eingestellt, auch ein Glücksgriff. Aber das Foto…

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    • Nullachtfünfzehn sagt:

      Man lernt Gedichte zu interpretieren. So nutzlose Dinge wie Berwerbungen oder eine Steuererklärung gehören nicht dazu.

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      • Pharmama sagt:

        … und ein kleiner blauer Elefant …
        Sorry. Aber: ja, auch wir hatten keinen Unterricht darin, wie man Bewerbungsschreiben zusammenstellt, die Steuererklärung macht oder ein Auto betankt … dabei fände ich das alles ziemlich wichtig für später mal…

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  4. Melli sagt:

    Schön war Mal die Bewerbung eines Herrn mit Doktortitel (Bereich Mathematik) auf eine verwaltungsfachliche Stelle, komplett Fachfremd. Der Herr war der Ansicht, dass er keine Fachausbildung dafür benötigt, denn er könne ja logisch denken und damit auch den (bzw. jeden) Beruf ausüben.

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  5. Katharina sagt:

    Mein Kommentar passt nicht ganz, aber doch irgendwie zu deinem Post. Solche speziellen Bewerbungen selbst kenne ich nicht, aber das Unwissen über den Apotheker-/PTA-Beruf begnete mir jüngst an anderer Stelle. Unsere Tageszeitung enthielt letztens eine Beilage im Lokalteil, mit Jugendlichen die nach wie vor eine Lehrstelle suchen. Inhalt war ein Foto mit kleinem Steckbrief und gewünschtem Berufsfeld bzw. Berufsbild pro Person. Sinn der Sache ist, dass sich ausbildungswillige. interessierte Betriebe melden können und so ein Kontakt hergestellt werden kann. Man kann sich aber vorstellen, dass Leute die auf dem Weg noch etwas für das bereits laufende Ausbildungsjahr suchen eher der Kategorie „Resterampe“ angehören.
    Ich habe auf den acht Seiten mindestens zehn Leute gefunden, die gerne Apotheker werden wollen, mit Hauptschulabschluss. Also einem Schulabschluss, der einen in Deutschland zu fast gar nichts mehr qualifiziert. Erst recht nicht zu einem Studium. Daran erkennt man deutlich, dass wohl so einige denken, Apotheker sind Schubladenzieher. Und die ebenfalls gesuchten „Apothekengehilfen“ erst recht. Kaum jemand kommt auf die Idee, dass ein Apotheker ein ähnlich intensives Studium wie ein Arzt absolvieren musste.

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    • Sylana sagt:

      Daran merkst aber auch gleich, wie wenig Ahnung die bei der Zeitung haben. Sonst würden die ja so unrealistische Wünsche gar nicht erst veröffentlichen.

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    • Pharmama sagt:

      Aua. Eigentlich eine gute Idee mit den Selbst-Inseraten, nur macht das einen schlechten Eindruck, wenn die sich nicht über die Voraussetzungen für ihren Berufswunsch informiert haben. Aber ja, da scheint die Zeitung auch nicht wirklich interessiert daran zu sein … müssen die irgendwelche Lücken füllen, damit die Blätter nicht so leer aussehen?

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    • OtaconHC sagt:

      „Also einem Schulabschluss, der einen in Deutschland zu fast gar nichts mehr qualifiziert. “

      Naja genau genommen brauchst du ja nicht mal einen Schulabschluss für eine Duale Ausbildung 😉

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  6. aucheinemama sagt:

    Meine Mutter hat eine Ausbildung zur Apothekenhelferin gemacht. So hieß das damals. 🙂 Und hat auch einige Zeit in den Beruf gearbeitet. Damals.
    Sie ist tatsächlich vor einigen Jahren, als sie bereits seit circa 30 Jahren in keiner Apotheke mehr gearbeitet hatte und bereits einige Zeit in Rente war, von „ihrer“ Apothekerin (also von der Apotheke bei ihr in der Nähe) angesprochen wurde, ob sie nicht bei ihr arbeiten wolle. Bitte, bitte, bitte! Alles, was sich in den letzten Jahrzehnten geändert habe, würde sie meiner Mutter gerne selbst beibringen, das sei bestimmt kein Problem. Auf die etwas erstaunte Rückfragen meiner Mutter hat die Apothekerin berichtet, dass sie keine auch noch halbwegs sinnvolle Bewerbung erhalten habe. Die Apotheke befindet sich in keinem sozialen Brennpunkt, trotzdem war die Hälfte der Bewerbungen der Kategorie „komme ich dann problemlos an verschreibungspflichtige Medikamente?!“ zuzuordnen.
    Und ich bin mir sicher, dass in D nur ein Bruchteil der Bevölkerung zwischen „Apothekerin“ und „in einer Apotheke angestellt (z.B. alsPKA)“ unterscheidet.

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    • Pharmama sagt:

      Man kann den Leuten fast alles beibringen, wenn genug Motivation, Verständnis und Zeit vorhanden ist. Von daher verstehe ich die Anfrage der Apothekerin, deine Mutter wieder als PTA rsp. Pharmaassistentin (das wäre dann wohl die heutige Bezeichnung) arbeiten zu lassen gut, vor allem wenn sie als fähige, empathische Person herüberkommt … und sie wirklich so schlechte Erfahrungen gemacht hat mit den Bewerbungen.

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      • stuttgarterapothekerin sagt:

        Liebe Pharmama, heute wäre die Apothekenhelferin PKA.
        Die PKA ist eine pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin (btw in der BRD die einzige mit fundierter kaufmännischer Ausbildung in der Apo laut den jeweiligen Ausbildungsordungen) die eben NICHT zum pharmazeutischen Personal gehört und daher KEINE Arzneimittel beraten darf…
        Was ist eine Pharmaassistentin?

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        • Pharmama sagt:

          In dem Fall vergleichbar mit einer PTA? Die PA gehört zum pharmazeutischen Personal. Danke für die Erklärungen!

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        • aucheinemama sagt:

          Ich dachte auch, eine damalige Apothekenhelferin entspräche heute der PKA, aber ich weiß aus Erzählungen, dass meine Mutter durchaus (in gewissem Rahmen, sie war/ist ja eben nicht Apothekerin) Medikamente verkaufen und zu den Nebenwirkungen beraten durfte und sogar einige Rezepturen selbst hergestellt hat, Cremes und Pillen etc. Natürlich nach Vorgaben des Apothekers.
          Wenn wir die Apothekerin richtig verstanden haben, hätte meine Mutter mit ihrer Ausbildung, egal wie lange her, die notwendigen rechtlichen Auflagen erfüllt für die Stelle, die sie zu besetzen hatte. Und ja, vom Auftreten her, hätte das auch gepasst. Aber über Details wurde dann nie gesprochen, weil meine Mutter nicht mehr zu festen Zeiten arbeiten wollte. Hatte sie ja schon lang genug getan. 😉

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  7. nicoretta sagt:

    Meine Chefin hatte schon eine ganz „schöne“ Bewerbung
    Eine Frau – offenbar ohne nennenswerte Schulbildung – und mit ganz wenig Deutschkenntnissen bewarb sich mit einem Zettel, der aus einem Spiralblock herausgerissen wurde. Darauf stand sinngemäss etwa Folgendes:
    Ich schnell lernen und gut arbeiten. Ich komme als Apothekerin wann?

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  8. Cindy nicht aus Marzahn sagt:

    Wir haben „nur“ eine Sekretärin gesucht (Buchhaltung, Personalwesen, Organisation), berufl. Qualifikation „Bürokauffrau oder vergleichbare Ausbildung“ (eingestellt haben wir eine Industriekauffrau), beworben haben sich u.a. eine Friseurin, ein Schreiner und eine Lehrerin, die aus dem Schuldienst raus wollte. Nichts gegen Quereinsteiger im Verwaltungsbereich (bin ich quasi selbst), aber dann sollte man es doch wenigstens so geschickt verpacken, dass halbwegs ersichtlich ist, wo man die geforderte Kenntnisse erworben hat. Mal davon abgesehen, dass wir im ÖD sind und unser PR uns eh keine Friseurin einstellen ließe, wenn Bürokauffrau gefordert ist.

    Als wir das letzte Mal einen Techniker gesucht haben, hat sich dafür ein Verwaltungsfachangestellter beworben, der „gerne mal was anderes“ machen wollte.

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  9. Blüte sagt:

    Ich denke, das ist kein spezielles Problem des Apothekerberufs. Irgendwie scheint eine Mischung aus Unwissenheit, Verzweiflung und ungenauem Lesen (Schludrigkeit oder mangelnde Sprachkenntnisse) zu seltsamen Bewerbungen zu führen.
    Ich suche überwiegend Lehrer. Die hier erwähnte Variante von Menschen mit fehlenden Deutschkenntnissen, die arbeiten wollen und meist nach einer Hilfstätigkeit suchen ist schon fast Standard. Wobei man da zwischen Bewerbern unterscheiden kann, die keine nennenswerte Schulbildung haben und solchen, die im Heimatland eine fundierte Ausbildung absolviert haben, aber keine Deutschkenntnisse besitzen und noch nichtmal in der Lage sind, das Bewerbungsgespräch auf Deutsch zu führen, was ein Unterrichten AUF DEUTSCH eher schwierig macht.
    Es gibt aber auch genug Menschen, die meinen, weil sie selbst die Grundschule durchlaufen haben oder selbst Kinder haben (oder beides), könnten sie ohne Probleme als Grundschullehrer arbeiten. Den Stoff haben sie ja drauf.
    Oder gerne auch Muttersprachler, die dann diese Sprache unterrichten wollen, aber noch nie unterrichtet haben und auch sonst keine Qualifikation in Didaktik oder Pädagogik haben.
    Ich bleibe ja dabei: „Lehrer und Fußballtrainer sind Berufe, die sich (fast) jeder Mensch von der Straße ohne weitere Ausbildung zutraut und die er auch meint besser machen zu können als jeder Professionelle.“ Der Apothekerberuf gehört anscheinend auch in diese Sparte ;-).

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    • Pharmama sagt:

      Ja – das mit dem Lehrer sein für Kinder kann ich mir gut vorstellen, dass da noch einige denken sie können das jetzt auch … immerhin haben sie den Stoff ja auch durchgemacht. Ich glaube früher hatte ich diese Illusion auch ein bisschen, aber je länger man weg ist … heute würde ich es mir auch nicht so einfach zutrauen das Junior im Heimunterricht alleine beizubringen.
      Auf der anderen Seite … Juniors Lehrer schafft es nicht eine SMS fehlerfrei zu schicken und auch in vielen Prüfungen habe ich schon Schreibfehler gefunden 😦 Das ist der Lehrer, der Junior auch Deutschunterricht gibt.

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  10. Simone sagt:

    Mein Vater hat einen Handwerksbetrieb, ab und zu helfe ich, mache Computerarbeit und diversen anderen Kleinkram. Unter anderem beantworte ich Bewerbungsschreiben.
    Was man da teilweise zu sehen bekommt….(und nur das SEHEN reicht oft schon, wenn es mit einem Freizeitfoto anfängt, welches den Bewerber mit Schirmmütze in die Kamera grinsend zeigt und schon mal irgendwo geklebt hat….und mit der einzigen Qualifikation endet, nämlich einem dürftigen Schulabschluss und einem anscheinend sehr erfolgreichen Referat über „Wahle und Delfine“).

    Ü

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  11. Der Flo sagt:

    Was ich mich auch frage ist, warum Jugendliche, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, eigentlich so gerne ihre Klassenlehrer als Referenz angeben. Wenn jemand mit 20 Jahren Berufserfahrung Referenzen angibt, kann ich das ja noch verstehen, aber bei Kids? Und wenn man Lehrkräfte als Referenz vielleicht noch nachvollziehen kann – manche Bewerberinnen haben tatsächlich auch schon ihren Trainer aus dem Sportverein oder gar den Dorfpfarrer genannt. Und da wird es m.E. wirklich absurd…

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    • Pharmama sagt:

      Hmmm … vielleicht wegen der Vorlagen für die Bewerbungen? Immerhin zeugt es von Motivation und man hat jemanden zum Nachfragen, was die Persönlichkeit des Bewerbers angeht.

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  12. Rena sagt:

    Passt jetzt nicht direkt zum Thema. Ich bin inzwischen 51 Jahre alt und habe Bürokauffrau gelernt. War dann 17 Jahre zu Hause bei den Kindern und entsprechend schwer (nach der Trennung/Scheidung sowieso) ist es, wieder Fuß zu fassen. „Gemacht“ habe ich inzwischen auch einiges, was mit meiner ursprünglichen Ausbildung nicht viel zu tun hat. Ich war froh, überhaupt einen Job zu bekommen. Heute ist leider eh alles befristet auf meistens 1 Jahr. Somit „darf“ ich jedes Jahr wieder Bewerbungen schreiben. Als ich dieses Jahr im Februar aufs Amt bin heiß es: „auf eine Bürostelle kommen 400 Bewerbungen“. Was soll ich also machen, als mich evlt Job-fremd zu bewerben? Harz IV möchte ich nicht werden.
    Bewerbungen gesehen habe ich, als ich bei einer Niederlassung eines Discounters gearbeitet habe. Rechtschreibung war nicht immer die Stärke der Bewerber. „Fresszettel“ habe ich auch gesehen. Heute arbeite ich bei einem Versicherungsvermittler. Da habe ich eher mit Kündigungen zu tun. Auch da kann man sich manchmal nur die Haare raufen.

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  13. Fabian sagt:

    Als unsere Jugendhilfe-Wohngruppe Schulbegleiter für autistische Jugendhilfe suchte, saßen bei den Gesprächen tatsächlich Bewerber, die erstmal fragten, was Autismus ist….😣

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  14. Der Flo sagt:

    Mir ist da ein Gedanke gekommen: da die Leute ja auch so gerne zu sog. „Naturärzten“ gehen, deren Zulassungsvoraussetzungen ja bekanntermassen niedrig sind, die aber durch ihren hochtrabenden Titel hohe Seriosität suggerieren – könnte es sein, dass dieselben Patienten daraus ableiten, dass auch der Beruf des Apothekers keine grösseren Voraussetzungen verlangt? Dass allgemein jeder nur aufgrund seines eingebildeten gesunden Menschenverstandes andere Menschen qualifiziert behandeln kann?

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    • Pharmama sagt:

      Au weh. Ich hoffe nicht, dass da ein Zusammenhang besteht. aber möglich ist es.
      (Und äusser so eine Meinung besser nicht auf Doccheck, sonst wirst Du in den Kommentaren öffentlich gelyncht).

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    • aucheinemama sagt:

      Also in Deutschland ist das erschreckende, dass den meisten Leuten eben nicht klar ist, das man als Heilpraktiker gar keine Ausbildung braucht. Nur eine Prüfung, die aber fast gar kein medizinisches Fachwissen abfragt. Ein Wochenende mit Flußkieseln in einem Zimmer wird da gerne mal als großartige „Sonder“Qualifikation verkauft.

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  15. Pflegefachmann HF sagt:

    Bei uns in der Akutpsychiatrie besonders lustig. Entweder man wird als „Betreuer“ oder als „Arzt“ betitelt. Der Fachbereich Pflege scheint für die Bevölkerung nicht existent zu sein.
    Wir haben auch mal Praktikantinnen die „sich umorientieren wollen“ und dann nach kurzer Zeit nicht mehr auftauchen weils sie merken, dass wir in einem extrem komplexen und herausfordernen Arbeitsfeld tätig sind.

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