Geschmack(muster)los

Der Mann fragt mir in der Apotheke Löcher in den Bauch über den Bexin Hustensaft, den er für sich will. Über Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen … Und dann fragt er, ob er dran RIECHEN kann.

Äh, nein. Das ist kein Gourmetshop … und wir bekommen von den wenigsten Medikamenten Muster. Ich kann ihnen sagen, nach was es schmeckt, aber ich kann die Packung nicht für Sie öffnen.

Er wollte ihn dann nicht und meinte, er versucht es noch woanders. Wenn es davon schon keine Muster gäbe, macht ihm sicher eine (bessere) Apotheke den Sirup auf, damit er schauen kann, ob er ihm passt.

Und wenn er ihm nicht passt, dann macht die die Flasche wieder zu und probiert es dem nächsten weiterzuverkaufen? Oder verteilt den Hustensirup mit Dextrometorphan in der Erkältungszeit in kleine Shot-Gläser für die trocken hüstelnden Kunden?

Auch „vom Fach“

Pille danach Gespräch am Samstag nachmittag.

Ein Pärchen Mitte 20, die Frau war erst etwas unwillig: weshalb sie das erst nach einem Gespräch mit der Apothekerin bekommt, ob das wirklich nötig sei?

Ja. Ist es.

Es fängt eigentlich ganz normal an – die Frage der Kundin nach dem Zyklus, und ob die Pille danach da wirklich nötig ist … hatten wir ja schon öfter. Sie geben mir dabei die interessante Nebeninformation, dass sie „auch vom Fach“ sind –  offenbar beide in medizinischer Ausbildung. Okay … dann könnten sie das vielleicht auch so wissen.

Lustig wird es bei der Frage: weshalb wird die Pille danach gebraucht? Weil das Kondom kaputtgegangen ist. Klassiker. Aber dann will sie genau wissen, weshalb das jetzt das dritte Mal bei diesem Freund passiert ist … und noch nie bei den anderen, die sie hatte … TMI und: Kann ich auch nicht sagen. Vielleicht sollte sie die Kondommarke wechseln oder mehr Gleitmittel benutzen?

Und weiter geht es mit der Frage nach anderen Medikamenten.

Ja, sie nimmt Isotretinoin.

Vollbremsung.

Pharmama: „Was?“

Mann: „Ja, seit ein paar Wochen hat sie das. Wegen der Akne.“

Pharmama: „Und sie verhüten nur mit Kondom?“

Beide: „Ja, wieso?“

Pharmama: „Weil man bei diesem speziellen Medikament auf gar keinen Fall schwanger werden darf (wegen Missbildungsgefahr)! Deshalb ist auch in der Packungsbeilage deutlich geschrieben, dass man doppelt zu Verhüten hat – also mit Kondom und Pille, damit nichts passiert! Die Pille danach zählt auch hier nicht zu Verhütungsmethoden.“

Oh, das hätten sie bisher noch nicht gewusst und gesagt sei ihr das auch nicht geworden … sie habe sich das aber auch praktisch von einem Kollegen verschreiben lassen. (Implizierend vielleicht: der hat gedacht, sie wüsste das und deshalb nichts gesagt?).

Ich habe ihnen die Pille danach abgegeben und ihr dringend geraten, per sofort und in Zukunft auch die normale Pille dazu zu nehmen – und den Frauenarzt aufzusuchen, wenn die Periode sich nicht einstellt.

Zur Erläuterung: Ich weiss nicht, was sie mit medizinischer Ausbildung genau gemeint haben. Waren es Medizinstudenten oder schon im Assistenzjahr? Vielleicht auch Pflegepersonal? Ich weiss es nicht, Aber was ich weiss ist, dass wir in der Apotheke wirklich besser Bescheid wissen über so manches Medikament. Isotretinoin sollte übrigens nur von einem Arzt verschrieben werden, der sich wirklich damit auskennt: ein Hautarzt – und der vorher die zahlreichen Gegenanzeigen durchgegangen ist. Das Medikament ist echt nicht ganz ohne.

Dazu passt auch Apothekentheaters abschliessende Worte zu ihrem Beitrag (in dem sie auch Isotretinoin erwähnt): Apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Medikamente gehören bei der Abgabe an den Endverbraucher in kundige Hände! Und das sind die Apotheker.

Ich mach‘ die Preise nicht.

Der Patient hat eine Versicherung, die uns das Medikament erstatten würde, weigert sich aber sie zu benutzen und will selber zahlen – darf er – dafür hält er uns (und die anderen Patienten) dann 5 Minuten mit der Diskussion auf, weshalb das Atorvastatin jetzt so teuer ist.

Ich mach die Preise der Medikamente nicht. Ganz speziell nicht die der rezeptpflichtigen Medikamente, die von der Grundversicherung übernommen werden. Die sind tatsächlich gesetzlich geregelt. Und die Checks die da drauf kommen, die sind für meine Arbeit, da verzichte ich nicht drauf (ganze maximal 7 Franken 30! Egal wie teuer die Packung sonst ist).

Tatsächlich bin ich der Meinung, die sind schon ziemlich gut heruntergekommen mit den Preisen – wären Sie mit dem Rezept gekommen, als es noch nur das Sortis gab, dann hätten Sie Grund zum motzen, aber so?

Zeitverschwendung!

Ich habe echt genug zu tun, ohne mit Ihnen über die Preise zu diskutieren. Hinter Ihnen fragen sich gerade 3 weitere Patienten, weshalb das so lange dauert.

Wenn Ärzte Mittel verkaufen …

Wenn Ärzte Mittel verkaufen … ich meine jetzt nicht mal Medikamente in den Kantonen wo die Selbstdispensation erlaubt ist, sondern von etwas, das bei manchen Ärztegruppen offenbar auch in der Schweiz seit neuerem eingesetzt wird, um ihr Einkommen aufzubessern.

Ich komme darauf, das zu schreiben, weil ich grad gestern eine Kundin hatte, die mir von ihrem letzten Arztbesuch berichtet hat. Sie ist sicher nicht die einfachste Patientin, hat sie doch eine Menge dokumentierter Allergien – tatsächlich hat sie sich von mir eine Liste zusammenstellen lassen, damit der neue Hautarzt den sie besucht die Info auch hat. Ihr momentan akutes Problem ist eine schlecht heilende Wunde, die ihr letzter Hautarzt bei der Entfernung eines möglichen weissen Hautkrebses im Gesicht hinterlassen hat. Deshalb wollte sie nicht mehr zu dem und hat sich einen neuen gesucht, der auch die verschiedenen sonstigen Probleme (sie ist sehr sensibel und hat auch gelegentlich juckende Ausschläge) wieder einmal anschauen sollte. Nun … das hat er nicht wirklich. Sie war wohl bei ihm und hat ihm die Probleme geschildert, aber angeschaut hat er nichts. Ihre Hautausschläge hat er als normales Problem wegen trockener Haut abgetan und ihr ein rückfettendes Duschmittel und Bodylotion aufgeschrieben – beides mit Polidocanol als juckreizstillendem Mittel drin. Nun, zumindest für einmal nicht Cortison … das wäre sonst die Standardverschreibung vom Hautarzt. Auf der Kopfhaut hat sie auch immer wieder Ausschläge, was er auf dasselbe zurückgeführt hat, obwohl sie rasch fettiges Haar und auch fettige Schuppen hat (wie gesagt, angeschaut hat er nichts) – für das hat er aber nichts aufgeschrieben, sondern ihr in der Praxis ein Shampoo von Eucerin verkauft. Sie war nach 7 Minuten wieder draussen – und das bei einem Erstbesuch. Sie meinte auch, dass die Praxis gut besucht war und die Patienten vor ihr auch nicht länger hatten.

Meine Kundin / Patientin war also ziemlich irritiert vom Arztbesuch … und hat sich beim Eucerin gefragt, ob sie das eventuell schon mal hatte, da ihr der Name bekannt vorkam. Nun, wir haben die Produkte ja auch hier, kein Wunder kommt ihr die Marke bekannt vor. Als sie mich aber gefragt hat, weshalb er ihr nichts verschrieben hat, da … habe ich sie darüber aufgeklärt, dass man das Shampoo auch ohne Rezept bekommt – tatsächlich hat das keine „Listung“, das bedeutet es ist freiverkäuflich eigentlich überall … also auch beim Arzt.

Sie fand das nicht so toll, denn wenn sie das gewusst hätte, hätte sie das kaum beim Arzt bezogen. Immerhin hatte sie auch keine Möglichkeit zu überlegen, ob sie das wirklich will.

So etwas kommt aber immer häufiger vor, gerade Hautärzte nehmen  bei sich ein Zusatzsortiment auf von Hautpflegenden Medizinalprodukten, die sie dann selber an die Patienten verkaufen  (dürfen).

Die andere Ärztegruppe, bei denen ich das sehe, sind die Augenärzte. Mein Mann war letztens beim Augenarzt mal wieder den Augendruck messen – und hat dabei wieder eine Packung befeuchtende Augentropfen einfach in die Hand gedrückt bekommen. Er habe trockene Augen. (Wer nicht?). Die Packung des OTC Produktes, das auch nur eine Zulassung als Medizinalprodukt hat (und satte 21 Franken kostet)  musste er nicht gerade dort bezahlen, aber sie fand sich dann in der Abrechnung des Arztes, die wir zugeschickt bekommen separat wieder.

Damit bin ich auch nicht wirklich glücklich. Die (oder ähnliche) hätte er via mich sogar günstiger bekommen … und so wie ich ihn kenne, benutzt er die sowieso nicht. Also habe ich ihm dringend geraten, beim nächsten Mal zu sagen, dass er die nicht will.

Aber ich sehe schon das Problem: Wer „getraut“ sich schon beim Arzt (immer noch dem Halbgott in weiss) zu sagen, wenn der einem etwas „empfiehlt“ (was das Verkaufen ja auch ist, egal ob direkt oder auf Rechnung): „Nein, damit warte ich noch.“ Oder vielleicht: „Gibt es da nicht etwas, das von der Krankenkasse übernommen wird?“ Oder: „Das hole ich lieber in der Apotheke, wenn ich es brauche?“

Ein bisschen ist das ausnützen der Situation.

Und das kommt immer mehr. Offenbar verdienen die Ärzte zu wenig. Wird das jetzt noch schlimmer, mit der neuen Tarmed?

 

Vorsicht Kinderhaut und Sonne!

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Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – hört man immer wieder, wenn man mit medizinischen Problemen bei Kindern zu tun hat. Damit ist vor allem gemeint, dass die Erwachsenen-Dosierungen nicht so einfach auf deren Gewicht „heruntergebrochen“ werden kann – da spielen noch mehr Dinge mit rein. Tatsächlich haben Kinder eine andere Körperzusammensetzung (zum Beispiel Wasser- und Fettverteilung, die sich ausserdem schnell ändert in den ersten Jahren), haben noch nicht alle Enzyme oder mehr davon (die sind für die Umsetzung von Stoffen im Körper verantwortlich) und auch ihre ist anders. Womit wir beim Thema wären: Sonne und Kinderhaut.

Kinderhaut ist nur ein Fünftel so dick wie Erwachsenenhaut. Die Zellen liegen nicht so dicht beieinander – dadurch werden Stoffe schneller aufgenommen und dringen tiefer ein. Auch die Pigmentierung (was für die Farbe verantwortlich ist) ist noch nicht vollständig ausgebildet. Das Melanin, das uns vor dem Sonnenbrand schützen soll wird viel weniger gebildet. Aus diesen Gründen reagiert Kindehaut auch sensibler auf UV-Licht, also die Sonnenstrahlung.

Früher hat man Hautkrebs mit älteren Menschen und exzessiven Sonnenanbetern in Verbindung gebracht, aber heute ist es so, dass dieser Krebs zum Beispiel in England bei jungen Erwachsenen (zwischen 15 bis 34 Jahren) die zweithäufigste Art Krebs ist – und in Australien (zwischen 15-44 Jahren) sogar die häufigste. Der Grund scheint in vielen Fällen Sonnenbrand in der Kindheit zu sein. Diesen gilt es also unbedingt zu vermeiden.

Dafür ein paar (wichtige) Tipps zu Kindern und Sonne:

  • Im ersten Lebensjahr: direkte Sonnenstrahlung meiden. Schatten der Sonne vorziehen, die Mittagszeit wenn möglich im Haus oder im Schatten verbringen.
  • Von 1-6 Jahren: generell Schatten der Sonne vorziehen.
  • In den Monaten Mai bis August (oder in den Ferien überhaupt) die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr meiden.
  • Möglichst viel Hautfläche, vor allem Schultern und Kopf, mit leichter Kleidung bedecken: sie bietet den besten Schutz vor UV-Strahlen. Fürs spielen am und im Wasser gibt es spezielle UV-Textilien, deren Sonnenschutz auch im nassen Zustand erhalten bleibt.
  • Sonnenbrille tragen: auch die Kinderaugen sind empfindlicher auf Sonne.
  • mit einem Lichtschutzfaktor von 30 oder höher verwenden und grosszügig auftragen / nach dem Baden wiederholen, auch wenn sie als wasserfest deklariert sind.

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Ein Beispiel für eine gute Sonnencreme für Kinder ist von die Eucerin Kids Sun Lotion 50+

eucerinsunSie enthält keine Parabene als Konservierungsmittel, keine Farbstoffe oder Parfüm und ist besonders wasserfest. Die nicht fettende und doch wasserfeste Lotion schützt Kinderhaut vor Sonnenbrand und verringert die Gefahr dauerhafter Hautschäden durch UV-Licht. Sie enthält eine Kombination des physikalischen Schutzes von Titandioxid und des chemischen Filter Tinosorb S. Dazu etwas um die empfindlichen Zellen der Kinderhaut zusätzlich zu schützen – die Antioxidantien aus der Süssholzwurzel: Glycyrrhetinsäure und Licochalcone A. Sie lässt sich als Lotion überall gut auftragen – auch als und fettet nicht, obwohl sie sehr wasserfest ist.

Anwendbar ab 1. Lebensjahr. Theoretisch früher, aber man will ja unter einem Jahr grundsätzlich nicht, dass die Kinder an die Sonne gehen.

Wusstet ihr, dass die meisten Leute nicht die empfohlene und getestete Menge Sonnenschutz auftragen? Dadurch schützt ein 30er nur noch etwa wie eine mit Schutzfaktor 15. Es lohnt sich also im Zweifelsfall einen höheren Schutzfaktor zu verwenden.

Dieser Beitrag wurde erstellt im Auftrag der MIK Agency

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