Die beste Antiwerbung für DocMorris: Kundenbeiträge

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Am Sonntag hat DocMorris im grossen Stil und an alle (aktiven und auch ehemaligen) Kunden der Versandapotheke mails geschrieben um gegen das geplante Versandverbot von rezeptpflichtigen Medikamenten anzugehen. Merke: das Verbot betrifft nur rezeptpflichtiges – das Problem ist, dass das der einzige Weg zu sein scheint, mit dem gegen die Folgen des EuGH-Urteils angegangen werden kann. Das (irre) Urteil bevorteilt nämlich die ausländischen Versandapotheken, die nun Rabatte (auf alles) gewähren dürfen, während die Apotheke vor Ort weiterhin an die gesetzliche Preisbindung gebunden ist.

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Klaro: man versucht die Leute heute beim Geldbeutel zu packen – dabei gibt es gute Gründe, die gegen Rabatte bei rezeptpflichtigem sprechen: sollte da wirklich ein Anreiz geschaffen werden, mehr (als nötig) zu bestellen? Und: da die Krankenkassen die Medikamente ja im Endeffekt bezahlen – stehen diese Rabatte dann nicht eigentlich der Kasse zu? Und die „Preisvorteile für alle“ betrifft ja nicht die Apotheke vor Ort selber, die darf nämlich keine Rabatte geben (und auch keine bekommen). Unfair.

Dabei haben die Versandapotheken vorher schon viele Vorteile gehabt: sie leisten ja keinen Nacht- und Notdienst, sie stellen keine Individualrezepturen her, sie versenden keine Betäubungsmittel für schwerstkranke Patienten – praktisch picken sie sich die „Rosinen“ heraus, während die Apotheken vor Ort einem Kontrahierungszwang unterliegen und das alles machen müssen. Diese Leistungen kosten Geld (Lohn und Miete und Einkauf und so weiter) und werden den Apotheken zwar verlangt, aber sehr schlecht vergütet (bis gar nicht). Wandert jetzt ein Teil der Patienten gelockt von den Rabatten zu den ausländischen Versandapotheken ab, werden (noch) mehr Apotheken unrentabel und müssen schliessen. Dagegen wehren sie sich natürlich.

DocMorris geht schon lange in die Offensive… die schiessen seit Monaten aus allen Rohren um mehr Kunden zu gewinnen: Flyer in den Kaufhäusern, Flyer in den Ärtepraxen, Fernsehwerbung … und jetzt offensichtlich noch mails an alle Kunden. Ja – da sieht man auch, wie die Patientendaten verwendet werden. Wenn man mal drin ist …

Aber die Beste Anti-Werbung für DocMorris findet sich auf der der Versandapotheke selber bei den Besucherbeiträgen:

Warum muss ich so lange auf Antwort warten! Ich versuche seit Tagen eine Lieferung zu reklamieren, .. Werbung läuft auf Hochtouren aber keiner kümmert sich um Reklamationen. Mails werden nicht beantwortet, Am Servicetelefon fliege ich nach 10 bis 20 Minuten aus der Warteschleife. Faxe kann ich nicht an Docmorris senden, immer eine Fehlermeldung. Egal welchen Versuch ich unternehme es ist mir nicht möglich Docmorris zu erreichen um meine Reklamation vorzubringen.

Super enttäuscht von der Erreichbarkeit des „Kundenservice“. Dauerwarteschlange in der Hotline. Mails werden erst nach Tage (wenn überhaupt) beantwortet. Da darf nichts dringendes dabei sein.

Erreichbarkeit: die Apotheke vor Ort ist täglich für Dich da. Dank Notdienst ist rund um die Uhr eine Apotheke erreichbar – auch für Fragen oder Reklamationen, wenn mal etwas nicht so geklappt haben sollte. Wer jetzt ausruft von wegen den weiten Wegen zur nächsten Apotheke auf dem Land (und den kurzen in der Stadt) sollte folgendes bedenken: Eine Apotheke ist nicht stattlich gesponsert. Sie muss sich selber erhalten / rentieren. Je mehr Kunden, desto besser ist das möglich. Ohne Kunden stirbt die Apotheke vor Ort … also auch, wenn die nur noch Online einkaufen.

Ganz schwach ! Vor 3 Tagen Bestellung aufgegeben, immer noch nichts erhalten. Also besser direkt zur Apotheke gehen, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet.

Ich habe am Montag vormittags bestellt. Heute am Donnerstag ist die Ware immer noch nicht im Versand. Ich versteh ja, dass mal was schief läuft, aber eine Info wäre nett bzw. eine Antwort auf meine E-Mail-Rückfrage wäre nett gewesen… Bin etwas enttäuscht.

Manchmal frag ich mich, ob DocMorris überhaupt mitdenkt, ich habe bei meiner letzten Bestellung extra vermekrt, dass man eine Zustellung für samstag veranlasst, nichts ist passiert, Zustellung am Donnestag, ich nicht da und habe jetzt wieder die Ehre einen Umweg von über 5 km machen zu müssen, damit ich mir mein Päkchen auf der Post abholen kann. So stelle ich mir den Service nicht vor und ich werde mir wohl überlegen, ob ich da bei DocMorris bleibe oder zur Kongurenz gehe!

Nun, dies war meine erste Bestellung bei DocMorris. 2 Rezepte. Es ist jetzt 96 Stunden her, und ich habe erst die Medikamente des einen Rezeptes erhalten … Kein Hinweis auf den Verbleib der Medikamente des 2. Rezeptes. Keine Mail. Kein Anruf. Lediglich auf der DocMorris-Bestellseite wurden die nicht gelieferten Medikmente aus der Bestell-Historie heraus gelöscht! OK. Also, beim Kundenservice angerufen. Nach ca. 2 Minuten war ein freundlicher Mitarbeiter am Telefon, der mir erklärte, dass die größte Versandapotheke Europas meine Medikamente nicht liefern kann. Donnerwetter, das hätte ich nicht erwartet. Täte ihnen leid, aber ihr Lieferant könne die Medikamente nicht besorgen. Sie würden also das 2. Rezept an mich zurückschicken. – Das ist der Anfang vom Ende. Ich kaufe wieder bei meiner örtlichern Apotheke um die Ecke! Sorry DocMorris, von Europas – angeblich – größter Versandapotheke hatte ich mehr erwartet!

habe Montag den 6. Februar eine Bestellung online gemacht. Bis jetzt noch nichts gehört vom Versand. Sind wichtige benötigte Tropfen dabei. Wann bekomme ich meine Ware??????

Habe heute bei DocMorris angerufen, weil sie ja Lieferschwierigkeiten haben.
Habe nach gefragt ob ich bei DocMorris ASS 100 bestellen kann und ob die Tabletten da sind. Die Dame am Telefon sagte das ASS 100 nicht da wären und sie nicht liefern kann.
Dann gehe ich doch gleich in eine Ortsansässige Apotheke und hole es da auch wenn man manche Medikamente nicht da hat, in 2 bis 3 Stunden sind die aus der Zentral Apotheke da. Ich frage mich warum macht DocMorris noch so Reklame !!!

Lieferfähigkeit – die Apotheke vor Ort kann mehrmals täglich Medikamente bestellen. Im Normalfall sind sie nach einem halben Arbeitstag da. Die Apotheke vor Ort bemüht sich auch bei Lieferengpässen engagiert und selbständig um Ersatz. Ganz viele Apotheken bieten auch an, nicht vorrätige Medikamente oder bei Mobilitätsproblemen nach Hause zu bringen. Kostenlos.

DocMorris ist (war?) eigentlich eine tolle Sache! Nur leider sind seit kurzem für manche ganz wichtige Hilfsmittel (z.B. Insulinspritzen) auf Rezept „vorrübergehend nicht verfügbar“, heißt auf Rezept gar nicht mehr erhältlich!! Weiß nicht, wie oft ich schon nachgefragt habe, ob es dazu mal eine konkretere verlässlichere Meinung bei docmorris gibt. Wenn man nur noch bestimmte Sachen bekommt, kann man auch gleich zur Apotheke vor Ort gehen.

Das ist Kühlware … wie garantiert da die Post die ununterbrochene Kühlkette?, Aber ich habe schon geschrieben, dass sowieso nicht alles rezeptpflichtiges bei der Versandapotheke bestellbar ist? Betäubungsmittel (starke Schmerzmittel etc.). Also ist so eine Versandapotheke keine Hilfe für Palliative Patienten – da ist nichts mit „einfach nach Hause schicken“.

Bekannter hat bei euch Talcid bestellt. Da er Probleme mit der schilddrüse hat nimmt er Schilddrüsentabletten ein. Leider hat ihm das keiner gesagt, dass er 2 Stunden abstand nehmen soll zu den tabletten. Jetzt hat er dadurch einige Probleme .. Nicht so super!

Beratung: geht immer noch am besten im direkten Patientenkontakt. Interessanterweise hat die Versandapotheke in Deutschland eigentlich hier noch einen Vorteil: da sie alle Patientendaten und eingekaufte Medikamente speichern darf können sie so Wechselwirkungen eigentlich sehen. Dagegen darf die Apotheke vor Ort das nur mit ausdrücklicher Genehmigung speichern – zum Beispiel in Zusammenhang mit einer Kundenkarte. Aber anscheinend heisst „können“ auch hier nicht machen.

Bildquelle: mailing DocMorris.

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29 comments on “Die beste Antiwerbung für DocMorris: Kundenbeiträge

  1. PR konnten die schon IMMER gut. Alles andere – steht für saudische Prinzen und Spargeldampfermitfahrer eher weniger zur Debatte…

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    • Pharmama sagt:

      PR mit so viel Geld im Hintergrund ist auch einfach. Viel einfacher als für die vielen kleinen Einzelkämpfer-Apotheken und der Verband, der sie eigentlich zusammenhalten sollte ..

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  2. Edmund sagt:

    Wow die Facebook Seite ist ja eine einzige Beschwerde

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  3. Michael Behr sagt:

    Hm, kann das vielleicht auch was damit zu tun haben, an welchen Apotheker man bei DocMorris gerät? Was gerne übersehen wird ist ja, dass die mit über 100 niedergelassenen Apothekern zusammenarbeiten (so erklärte man es mir zumindest einmal am Telefon).

    Ich will die vielen negativen Berichte gar nicht relativieren und auch keine Partei ergreifen. Ich nutze DocMorris, weil die mir ein Zahlungsziel von sechs Wochen einräumen, was bei Medikamenten im Wert von über 5.000 Euro, die ich regelmäßig mit meiner Beihilfe/Versicherung abrechnen muss, sehr praktisch ist. Für kleinere Sachen nutze ich auch die Apotheke vor Ort.

    Ich habe bis jetzt immer meine Medikamente binnen 48 Stunden erhalten, mit speziellem Kühlwagen einer speziellen Spedition. Wenn einmal ein Medikament bestellt werden muss, erhalte ich immer eine E-Mail darüber. Auch beim fünften Bestellvorgang ruft der zuständige Apotheker mich an und klärt mich darüber auf, dass das Medikament nicht ganz ohne für die Verkehrstüchtigkeit ist.

    Ergo: Ich kann DocMorris nicht so negativ sehen, wie es hier gezeichnet wird. Oder ich habe bis jetzt einfach nur Glück.

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    • dass die mit über 100 niedergelassenen Apothekern zusammenarbeiten
      Das ist Quatsch. Die 100 niedergelassenen DM-Apotheken sind ein Franchise-Geschäft für DM. „Du zahlst Miete für unseren Markennahmen und „Serviceleistungen“ wie zentralisierte Werbung und QMS-Vorgaben, und Du darfst dafür den Markennamen benutzen und Dir von uns deine Marge vorschreiben lassen.“ Ist letzthin wie bei Burger-King.

      Der „Versandbereich“ von Holland-DM findet exakt in den 2 Niederlassungen in den Niederlanden statt. Wo die Telefonhotlines sitzen, bin ich mir nicht sicher.

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    • Das mit dem Zahlungsziel können wir auch und machen es auch regelmäßig bei Kunden von uns die privat versichert sind. Die bringen das Rezept, das wird quittiert und am Monatsende kommt die Rechnung. Wenn die Kasse bis dahin noch nicht gezahlt hat, dann kann man auch zahlen, sobald das Geld da ist. Du mußt nur mit Deiner Apotheke reden, den Fall schildern und einen zuverlässigen Eindruck machen.man kann auch eine Abtretungserklärung unterschreiben, dann gibt es die Möglichkeit, daß die Apotheke direkt mit deiner Kasse abrechnet. Dann kann es natürlich sein, daß Du trotzdem noch einen Eigenanteil in der Apotheke zahlen mußt.

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      • Michael Behr sagt:

        Glaub mir, ich habe bei den zwei, drei Apotheken, bei denen ich häufiger kaufe, wegen des Zahlungsziels nachgefragt. Es wollte sich leider niemand darauf einlassen. Es hätte eine Apotheke am anderen Ende der Stadt gegeben, an die mich mein Arzt verwiesen hat, aber der Aufwand wäre für mich zu hoch gewesen, dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen.

        Das mit der Abtretungserklärung hätte geklappt, aber leider nur für die Versicherung. Der Anteil der Beihilfe liegt bei mir aber bei 70% und mit denen scheint eine Abtretung nicht möglich zu sein.

        Es kommt wohl wirklich immer auf den Einzelfall und den einzelnen Apotheker an.

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  4. DLA sagt:

    ich gehe mit rezepten in eine apotheke vor ort. weil es mich einfach nicht interessiert erstmal das rezept einschicken zu müssen, tagelang warten etc.
    rezeptfreie sachen habe ich auch durchaus schon bei diversen versandapotheken bestellt.
    was für mich persönlich nicht als argument zählt, ist der punkt „beratung“! habe ich in ca. 10 apotheken vor ort nie bekommen. ich habe mir angewöhnt den beipackzettel auf wechselwirkungen, vorsicht bei… durchzulesen. für gewöhnlich werde ich hier in der apotheke nicht mal gefragt ob der arzt die einnahme erklärt hat (wann, wieviel…). und erst recht nicht über mögliche wechselwirkungen informiert. ich gebe das rezept ab, bekomme die schachtel, zahle ggf, danke, gehe.
    ich will die fehlende „beratung“ nicht zum vorwurf machen. noch bin ich fähig den beipackzettel zu lesen und mich dort selbst zu informieren. weil wenn ich da nicht auf mich aufpasse, tuts keiner. aber „beratung“ ist aus meiner sicht eben auch absolut kein punkt der apotheken hier beim rezepte einlösen.

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    • gnaddrig sagt:

      Kann gut sein, dass nicht in jeder Apotheke automatisch jedes Mal beraten wird, kann ich nicht beurteilen. Aber in der Apotheke kann man, wenn man Bedarf hat, um Beratung bitten und bekommt die dann in den allermeisten Fällen auch sofort. Die Möglichkeit hat man bei der Versandapotheke nicht so ohne weiteres.

      Beim direkten Gespräch in der Apotheke kann man auch gleich nachfragen, wenn man was nicht verstanden hat oder eine Detailinformation fehlt. Online bzw. per E-Mail ist das schwieriger.

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  5. Alwin sagt:

    Ich weiß nicht, was ich bei echt teuren Medikamenten tun würde, für die ich in Vorleistung treten müsste. Aber da ich glücklicherweise nur „normales“ Zeug nehme, bin ich nie in die Versuchung gekommen, eine Versandapotheke in Anspruch zu nehmen, obwohl ich auf dem Land (in Deutschland) wohne und „meine“ Apotheke ein paar Kilometer weit entfernt ist. Der Vorteil dabei ist, dass der Apotheker seine Kunden teils scon jahrelang kennt und einfach weiß, was man schon jahrlang nimmt und was eventuell neu ist. Der braucht dazu kein Dossier.

    Er weiß aber auch zu verkaufen. Wenn der Kunde zahlungskräftig aussieht, schwatzt er dem schon mal ein „pflanzliches Erkältungsmittel“ für 20 Euro auf. Kann aber medizinisch sinnvoll sein, wegen Placeboeffekt: Was so viel kostet, muss schließlich wirksam sein. Ist Kamillentee aber auch.

    Ach, und natürlich habe ich die Petition gegen Versandapotheken mit unterschrieben. Mein Apotheker hat drei Angestellte rumwuseln, einen schönen, übersichtlichen Laden, und Service und Beratung sind immer einwandfrei. Unsere Gegend leidet bereits unter Ärztemangel; ehemals staatliche Krankenhäuser wurden privatisiert und infolge dessen entweder geschlossen oder in zweifelhafte Spezialkliniken umgewandelt (TCM und so); wenn jetzt auch noch Apotheken schließen müssten, wären wir medizinisch völlig unterversorgt.

    Außerdem versteht mein Apotheker Spaß. Ich wollte mal 100 ml Isopropylol „zur innerlichen Anwendung bei Darmverschluss“. Nein, natürlich nicht, aber auf die Frage „Wozu?“ konnte ich mir diese Antwort nicht verkneifen. (Man nimmt das u.a. zum Entfetten von Bauteilen, z.B. bevor man an alten Radioplatinen rumlötet.)

    Und wenn ich das mit den Wartezeiten so lese: Ich musste mal 15 Minuten auf die Zubereitung einer Mixtur warten und bekam in der Zeit unaufgefordert (!) irgendsoein isotonisches Brausegetränk angeboten, dem ich zwar schon aufgrund seiner zartrosa Färbung misstraute und das auch scheußlich schmeckte, aber aus Höflichkeitsgründen hab‘ ich mir’s reingewürgt und mich bedankt. Durst hatte ich ja, aber Wasser hätt’s auch getan.

    Apropos Höflichkeit: Die ist mir wichtig im menschlichen Miteinander, und die gibt’s bei Versandgeschäften ja wohl immer weniger. Es gab die mal, z.B. einen Kundenservice, der immer erreichbar ist, mit Leuten, die sich auskennen und auch auf persönliche Wünsche eingehen, aber in einem vollautomatisierten Großbetrieb ist so etwas wohl nicht möglich.

    Deshalb, liebe Apotheker, lasst euch nicht unterkriegen von den Großkonzernen. Ihr werdet gebraucht.

    Mich wundert übrigens immer wieder, woher DocMorris sein immenses Werbebudget hat. Aus Umsätzen allein kann sich das doch nicht finanzieren, also, welche Interessen stecken dahinter?

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    • Mich wundert übrigens immer wieder, woher DocMorris sein immenses Werbebudget hat.
      Im Augenblick stehen da ein paar saudische Prinzen als Sponsoren zur Verfügung. Haben sich mit mal eben 40 Mega€ in das Unternehmen eingekauft.

      Aus Umsätzen allein kann sich das doch nicht finanzieren…
      Nö. DM hat bisher meines Wissens nach seit ca. 15 Jahren noch nicht einmal scharze Zahlen geschrieben, nicht mal ne schwarze 0. Jede deutsche Einzelkaufmanns-geführte Apothekenbude wäre von Finanzamt schon nach einem Jahr solcher Zahlen wegen Insolvenzverschleppung geschlossen und verklagt worden.

      …also, welche Interessen stecken dahinter?
      Mit unlauteren Mitteln den Markt aufrollen, alle Konkurenz Pleite gehen lassen, und DANACH so richtig Rendite einfahren. Je nach Finanzinvestor im Hintergrund kann man da schon mal Zeitplanvorgaben von 10-20 Jahren verfolgen – denn es geht ja „nur“ darum, Kapital aus dem deutschen Gesundheitssystem ins Ausland zu verschieben… So arbeitet Risikokapital nun mal. Und alle Schafe machen mit, weil man da das Heu derzeit VIEL billiger bekommt…

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  6. OtaconHC sagt:

    Hmm also zumindest eine Versandapotheke in DE stellt auch Individualrezepturen her.

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    • Die unterliegen ja auch der DEUTSCHEN Gesetzgebung. Im Gegensatz zu den niederländischen Versandapotheken. Die unterliegen nicht der deutschen Gesetzgebung (logisch), aber da die für die Niederlande keine Zulassung haben, interessieren sich die niederländischen Aufsichtsbehörden auch nicht für sie. Mit anderen Worten – DM sind alle Gesetze schnurz.

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    • sechseckiges Sterndingsbums sagt:

      Wäre das nicht sogar sinnvoll?
      Die Apotheken vor Ort liefern, was schnell gebraucht wird und einigermaßen üblich ist und die Versandapotheken übernehmen den Rest.
      Hilfsmittel werden ja schon zu großen Teilen versandt. An teuren Medikamenten (wie bei Michael Bahr) verdienen die Apotheken ohnehin kaum und Rezepturen sollen ein Draufzahlgeschäft sein.
      Die großen könnten vielleicht auch den nötigen Druck ausüben, um eine angemessene Vergütung für Rezepturen erhalten. Außerdem würden die die notwendigen Geräte besser auslasten und – noch wichtiger – weniger Ausgangsstoffe wegwerfen.
      Schade wäre nur, dass dann manche gut ausgebildeten und motivierten PTA einen schönen Teil ihres Jobs aufgeben müssten.

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      • Die Apotheken vor Ort liefern, was schnell gebraucht wird und einigermaßen üblich ist und die Versandapotheken übernehmen den Rest.
        Jupps. Dann brechen der Vor-Ort-Apotheke ALLE Chroniker-Rezepte weg. Damit ist eine Vor-Ort-Apotheke bei der derzeitlichen wirtschaftlichen Lage und der derzeitigen Rezeptvergütung nicht mehr wirschaftlich zu betreiben. Die Vor-Ort-Apotheke wird geschlossen, der Versender übernimmt dann auch die „Akut“-Versorgung. Natürlich zu Versender-üblichen Lieferzeiten.

        Hilfsmittel haben in der Zwischenzeit oft Selektivverträge einer Krankenkasse mit einem Versender. Das ist DANN toll, wenn mal wieder ein Hilfsmittel DRINGEN gebraucht wird. Dann sagt die Vor-Ort-Apotheke: Geht nicht! Wenden Sie sich an ihre Krankenkasse! Und die Mutter sagt Freitag Mittag: Ich brauche das Inhaliergerät für meinen Säugling aber DRINGEND! und hält der Apotheke eine Rezept unter die Nase auf dem steht Inhalationsgerät über Apotheke, da Versender der Krankenkasse seit 3 Wochen nicht liefert. Un die Apotheke wiederholt: *Bitte gehen Sie mit diesem Rezept AUCH zu Ihrer Krankenkasse, da ihre Krankenkasse mir KEIN Inhalationsgerät erstatten wird. Oder kaufen Sie es selber – kostet (je nachdem) zwischen 100 und 200€“. Das ist die Welt von HEUTE.

        In der Welt von Morgen sagt die Apotheke: Tut mir leid, ich kann auf ihrer Elektronischen Gesundheitskarte KEINE Verordnung für ihr regelmäßiges Insulin und Blutdruckmedikament nachvollziehen. Dies kann daran liegen, dass die Krankenkasse mir nur den Zugriff auf „Akutmedikamente“-Verordnungen wie Antibiotika gestattet und alles andere direkt an ihre Versandapotheke übermittel. Patient: Aber mein Insulin ist alle, und die BD-Tabletten auch – ich brauche das JETZT! Apotheke: Bitte wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse, oder holen Sie sich ein Privatrezept vom Arzt, welches Sie ALLEINE bezahlen. Dann bestelle ich das für Sie bis morgen nachmittag, da ich kein Insulin vorrätig habe, da ich das in den letzten 5 Jahren nur 1x verkauft habe. Dieses Szenario ist von den gesetzlichen (deutschen) Krankenkassen im Ausschreibungspapier 2004 für die eGK angestrebt werden und konnte nur mit Mühe (bisher) unterbunden werden.

        Selektivverträge über Arzneimittel sind der TOD der niedergelassenen Apotheke. Vor allem in ländlichen Bereichen. Wer das nicht glaubt, muss mit den Folgen leben.

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        • sechseckiges Sterndingsbums sagt:

          Eigentlich hatte ich nicht gemeint, dass gleich ALLE Chroniker abwandern sollen, aber darauf liefe es wohl hinaus. Also doch eine eher blöde Idee.
          Und die unrentablen Rezepturen irgendwie zentralisieren? Dauert sicher für manche Patienten zu lang.
          Können die Krankenkassen nicht einen Aufschlag für schnell gelieferte Medikamente (allgemein) zahlen? Oder – nach deren Manier – ein Strafe abziehen, wenn die Rezepte nicht bis zum nächsten Werktag beliefert sind? Oder man bezahlt (via Rezeptpauschale oder wie das heißt) telefonische Beratung schlechter als persönliche, denn manches muss man sehen, fühlen und anfassen um es zu begreifen.
          Wenn man den Versandhandel mit Medikamenten nicht verbieten darf, muss er eben unrentabel werden – und zwar genau in den Bereichen, wo die Patienten in einer Apotheke vor Ort besser aufgehoben wären.

          Habe ich es eigentlich richtig verstanden, dass Versandapotheken Rabatte von ihren Lieferanten bekommen dürfen, die Vor Ort jedoch nicht? Da sollten wirklich alle gleich behandelt werden!

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          • Die deutschen Apotheken sind schon dermaßen überreguliert, dass noch mehr Stellschrauben die Sache nicht besser machen. Aber Es geht noch komplizierter – bitteschön! war die Antwort der Politik und der KrankenKassen in den letzen 12 Jahren auf JEDES Problem mit Apotheken.

            Zum Thema „zentralisierte Rezeptur“ kannst Du Dich mal auf die Suche nach Berichten aus Schweden machen. Da dauert ne Rezeptur bei einer Kette jetzt locker mal ne Woche, und qualitativ besser ist es auch nicht geworden… Hier als Einstieg…

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          • Ausländische Versandapotheken unterliegen NICHT den deutschen Gesetzen, also auch nicht dem AMNOG II, welches Einkaufsrabatte auf Rx ALLEN deutschen Apotheken prinzipiell verbietet.

            Deutsche Apotheken unterliegen diesen (und vielen anderen) gesetzlichen Einschränkungen. Schon deshalb ist ein wirtschaftlicher Vergleich von ausländischen Versendern und deutschen niedergelassenen und auch Versandapotheken einfach nicht möglich.

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      • OtaconHC sagt:

        Schade wäre dass dann manche gute ausgebildete PTA und Apotheker ihren Job verlieren.

        Auf nichts anderes läuft das hinaus.

        Bei einer Versandapotheke macht eine PTA die Kundenmenge die in einer normalen Apotheke 4 Leute machen müssten.

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  7. Sissi sagt:

    Ich bin Chronikerin, brauche aber trotzdem oft meine Medikamente heute noch, weil die Situation trotz chronischer Krankheit akut ist. Allein die Idee, tagelang auf meine Schmerztablettenbwarten zu müssen und dann das Rezept möglicherweise wiederzubekommen, weil genau dieses Generikum, das meine Krankenkasse vorschreibt, nicht lieferbar ist. Da lobe ich mir die Apotheke vor Ort, die mir innerhalb weniger Stunden ein anderes Generikum besorgt hat und mir sogar noch die Wahl lies bei der Darreichungsform. Diesen Service unterstütze ich gern.

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  8. Sonja sagt:

    Vergangene Woche in der neu-eröffneten Apotheke nahe meines Arbeitsortes:

    Guten Tag, mein Kind, 14 Monate, 10 Kilo schwer hat hohes Fieber und ich habe nur Zäpfchen mit 80mg Paracetamol zu Hause. Kann ich bereits 150mg verwenden oder besser 100mg?
    Die Apothekerin schaut in ihren Computer, sucht einen Moment. Dann: Ich gebe Ihnen 300mg-Zäpfchen mit, davon dürfen sie alle 4 – 6 Stunden eines verabreichen.
    Ich: Erst sprachlos, dann habe ich mich eigenmächtig für 150mg und die Packungsbeilage zur Häufigkeit entschieden. Hätte ich auf die Dame gehört, hätte ich meinem 10kg schweren Kleinkind innert 24 Stunden 1800mg Paracetamol verabreichen können.

    Ob die Beratungsqualität wirklich (immer) ein gutes Argument für die niedergelassenen Apotheken ist?

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    • Also irgend etwas passt an dieser Geschichte nicht 100%ig…

      Also ich kenne Paracetamol-Zäpfchen zu 75; 125; 250; 500 und 1.000mg.

      Zur besseren Übersicht aber nochmal die derzeitig gültige Dosierungstabelle (Gewicht; maximale Zäpfchenanzahl in 24h; Wirkstärke):
      3-4kg; 2x 75mg
      4-5kg; 3x 75mg
      5-6kg; 4x 75mg
      7-8kg; 3x 125mg
      7-12kg; 4x 125mg
      13-16kg; 3x 250mg
      17-25kg; 4x 250mg
      26-32kg; 3x 500mg
      33-43kg: 4x 500mg
      ab 43kg: 8x 500mg bzw. 4x1000mg
      Achtung! Tabletten sind nicht unbedingt wirkstärkegleich zu Zäpfchen!

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      • Sonja sagt:

        Keine Ahnung welche Dosierungen es gibt. Von Kind 1 kenne ich 100, 125, 150 und 200mg. Danach wurden Zäpfchen nicht mehr akzeptiert und auf Sirup gewechselt. Kind 2 verweigert den Sirup, also Zäpfchen.
        Eben nachgeschaut: Dafalgan gibt es mit 300mg…

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  9. Andi sagt:

    …aber ich frage mich schon, warum ich für Nicorette-Kaugummis oder ähnliche Produkte in der Apotheke vor Ort gleich das Doppelte zahlen soll von dem, was es in der Versandapotheke kostet.

    Die Rezepte von mir und meiner Familie gebe ich brav in den Apotheken vor Ort ab.Und zwar in denen, wo ich den Eindruck habe, daß gut gearbeitet (sprich: mitgedacht) wird. Auf gute Beratung vertrauen kann ich aber nicht. Ein Beispiel: Auch wenn zwei Ärzte und zwei Krankenhäuser Salbutamol und Atrovent zur Inhalation bei meinem an Asthma erkrankten Kind angeordnet haben, sagte mir die Mitarbeiterin einer Apotheke vor kurzem, das dürfe man auf keinen Fall kombinieren…
    Und genau solche definitiv falschen „Beratungen“ habe ich schon oft erlebt. Da wird dann z. B. genau das falsche Schmerzmittel in der Kombination angeraten oder auch irgendein homöopathisches Zeug versucht, dazu zu verkaufen, denn das sei ja soo wichtig…

    Ich gönne es den Apotheken, daß z.B. unser Kinderarzt jedes Medikament auf einem Extra-Rezept verschreibt (das gibt glaube ich je Rezept 10 Euro extra?), aber ich hätte schon gerne auch in jeder Apotheke eine korrekte Beratung.

    Grundsätzlich schätze und achte ich den Berufsstand der Apotheker (und natürlich Pharmamama :-)) , aber ich denke, da läuft schon einiges schief auf dem „Markt“, zumindest hier in Deutschland. Dann sollen die schlecht(er) ausgebildeten Leute Homöopathie, Vitamine oder von mir aus auch Nicorette verkaufen (und das billiger!) und die guten Leute kümmern sich um die wichtigen und besser vergüteten Sachen. Wäre das eine Lösung??

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