Fehlermanagement und Ärzteinformation

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Man kann nicht alles wissen. Gerade bei Medikamenten und ihrer Verschreibung gibt es auch ständig Wechsel. Wir bemühen uns in der Apotheke auf aktuellem Stand zu bleiben und falls nötig auch entsprechende Rückmeldung an die Ärzte zu geben, wenn uns etwas auffällt.

Letztes Jahr hatten wir nun relativ kurz hintereinander Rezepte vom Spital auf dem folgendes verordnet war:

Methotrexat 10 mg   Dos: 1 1/2 Tabl. 1x pro Woche.

methotrexatSchön und gut, die Dosierung einmal wöchentlich ist für rheumatoide Arthritis üblich – und sogar mit speziellem Warnhinweis auf der Packung versehen, damit da keine Überdosierungen passieren. Zu hohe Dosierungen (die bei undeutlicher Verordnung und Instruktion leider schon vorgekommen sind) führen zu Vergiftung und haben deswegen leider schon zu Todesfällen geführt.

Das Medikament ist hochwirksam, aber nicht ganz ungefährlich. Es ist ein Chemotherapeutikum (also gegen Krebs) und wirkt Immunsystem-unterdrückend. Wenn man unter der Behandlung eine Infektion bekommt, muss man das sofort melden und ev. absetzen. Man darf nicht schwanger sein oder werden, wenn man das nimmt, bis 6 Monate danach, da es Missbildungen beim Kind verursacht.

Und dann steht das in der Packungsbeilage:

Die Tabletten sollen nicht zerstossen werden. Bei der Handhabung sollten möglichst Einmalhandschuhe verwendet werden respektive unmittelbar nach dem Kontakt mit den Tabletten sollen die Hände gewaschen werden. Es ist darauf zu achten, dass allfällige Tablettenteilchen (z.B. bei einer Beschädigung einer Tablette) nicht eingeatmet werden und nicht mit der Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommen. Falls es zu einem Hautkontakt kommt, ist die Stelle mit Wasser und Seife zu waschen, bei Augenkontakt ist mit Wasser zu spülen.

Die Tabletten sollte man nicht mit „blutten Händen“ anfassen und schon gar nicht zu teilen. Der Behälter ist auch so konzipiert, dass das nicht passiert. Weil wir ziemlich sicher sind, dass wir nicht die einzige Apotheke sind, die solche Rezepte erhält – und das vielleicht nicht bei allen so bekannt ist, haben wir das Spital informiert, damit die das in Zukunft nicht mit halben Tabletten aufschreiben, sondern vielleicht so:

Methotrexat 10 mg  1 OP und Methotrexat 5mg 1 OP   Dos: 1x 15mg pro Woche

Das mag trivial erscheinen, ist es aber nicht. Wie häufig kommt es vor, dass die  Ehepartner Medikamente für die Partner richten? Oder Eltern für die Kinder? Häufig. Und die kommen dann in Kontakt mit einer sehr potenten Substanz. Das sollte hier nach Möglichkeit vermieden werden – um mögliche Infektionen wegen der Unterdrückung des Immunsystems zu verhindern oder Auswirkungen auf eine Schwangerschaft.

In den Medikamentenunterlagen im Spital steht das übrigens drin. Der/die Ärzte sollten/könnten das also wissen. Aber wenn ein solches Rezept kommt gibt das halt wieder einen Telefonanruf. Ins Spital (mache ich speziell ungern, aber ist hier wichtig).

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9 comments on “Fehlermanagement und Ärzteinformation

  1. evelyn sagt:

    Danke, dass du so eine Apothekerin bist, die solche Sachen klärt – das sagt eine Ärztin, die gerne produktiv mit Apothekerinnen zusammen arbeitet!

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  2. Oh, diese Teilerei……ist eine echte Plage.

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    • Pharmama sagt:

      Es gibt Medikamente, da geht das problemlos und macht (finanztechnisch) Sinn. Bei anderen kann das tatsächlich gefährlich sein.

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      • Oder es ist für die Patienten nicht machbar. Manche Tabletten sind zwar teilbar, aber nur wenn man gute Augen und kräftige Finger hat…. Ich will nicht wissen, wie viele Tablettenhälften so auf Küchenfußböden landen bevor sie im Patienten landen.

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        • almandor sagt:

          Dafür gibt’s doch Hilfsmittel, z.B.

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          • Biene sagt:

            Die verleiten nur leider dazu, ALLES zu teilen, was es gibt. Und leider vergessen viele, die auch regelmäßig zu säubern. Was ich da schon gesehen haben. gruselig!

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          • almandor sagt:

            @Biene, ich glaube immer noch besser als die Bruchstücke vom Boden aufzusammeln oder immer mal wieder eine reduzierte Menge zu nehmen.

            Und meine Oma teilt auch alles mit dem Messer, egal ob zum Teilen vorgesehen oder nicht. Sie bekommt die psychologisch nicht geschluckt wenn die ganz sind. Egal wie klein.

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          • Biene sagt:

            @almandor: da gebe ich dir Recht. Teilbarkeit ist nur so ein Thema, da krieg ich berufsbedingt immer Gänsehaut.

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