Dialoge aus der Apotheke / 12

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apodialog10

Kunde: „Ich möchte gerne mit dem Chef reden. Sie wissen schon: dem Mann.“

Apotheke denkt: „Das ist der Lehrling …“

Nicht gerade aktuell, da Urs kein Lehrling ist, aber … hatten wir auch schon. Öfter. Da ist es offenbar noch nicht angekommen, dass heute etwas andere Zeiten sind. Es sind zwar immer noch viele Chefs Männer, auch in der Apotheke (und Drogerie), aber das scheint eher eine aussterbende Spezies zu sein. Frauen übernehmen im Gesundheitssystem inzwischen so ziemlich jede Rolle – und das ist gar nicht schlecht. Beispiel: Ärztinnen. Laut haben deren Patienten die (etwas) bessere Überlebenschance. Das mag an deren etwas anderen Herangehensweise an ein Problem liegen … oder an besserer Kommunikation. Interessant.

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18 comments on “Dialoge aus der Apotheke / 12

  1. almandor sagt:

    Wie war da die Antwort? „Sie müssen sich schon entscheiden.“?

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  2. OtaconHC sagt:

    Also wer immer die Studie gemacht hat, kannte meine Ehemalige Hausärztin nicht.

    Schlimm was die Dame Unfallchirurgin fabriziert hat bei ihren Patienten.
    In erster Linie weil sie ihre eigenen Fähigkeiten komplett überschätzt hat und nichts abgeben wollte.
    So lief ich von Kindheitstagen herum mit Asthma, ihre Meinung dazu „Der soll halt mehr Sport machen dann ist er nicht so schnell außer Atem“
    Dass eine sehr schwere Grippe (ja die echte Grippe, das konnte sie noch feststellen) später das Herz angegriffen hat war bei ihr nur „Stell dich nicht so an und trainier halt“.
    Also bei Jemandem der von heute auf Morgen keine 500meter Fahrrad mehr fahren konnte.

    Beides Jahre später durch einen ordentlichen Arzt festgestellt worden….
    Bin ich froh dass ich gewechselt bin.bananaflies

    Das beste war der Arbeitskollege eines Onkel der für nen gebrochenen Fuß eine Salbe verschrieben bekommen hatte…..

    Nein ich hab kein Problem mit weiblichen Ärzten, nur mit ihr. Schlimm diese Frau 😦

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    • Mr. Gaunt sagt:

      Unfallchirurgin als Hausarzt? Na das kann ja nicht gut gehen. Zum Thema Chirurgen empfehle ich folgende Fachlektüre:
      Der mit der Blut-Hirn-Schranke gefällt mir besonders gut 🙂

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  3. Torge sagt:

    Das erlebe ich in meiner Apotheke auch, allerdings hat das auch so seine Vorteile: Da männliche PTA (wie ich) so selten sind halten mich viele für einen Apotheker und lassen mich so Anfragen bearbeiten die meinen Chef entlasten 😀 Denn hier sind manche noch der Auffassung dass ihr grünes Rezept für Ambroxol nur durch einen Apotheker bearbeitet werden könne.

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  4. Das habe ich in einer Apotheke immer wieder erlebt. Ich, Apothekerin berate, männlicher PTA-Praktikant steht daneben um zu lernen und wird gefragt, ob ich recht habe…..

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  5. Hermione sagt:

    Bei uns im Rettungsdienst und Krankentransport auch. Da werde ich oft gefragt, ob ich meinen Papa heute mal zur Arbeit begleite, ob ich denn selbst auch fahren darf wenn ich fertig gelernt habe, …
    Ich hatte einmal einen Dienst zusammen mit zwei Männern, einer davon Rettungssanitäter (also von der Qualifikation her unter mir) und der andere war unser Praktikant. Das war fast nicht mehr lustig, was da bei einem Einsatz los war. Mein RS-Kollege war für den Angehörigen „der Notarzt“ und ich wurde aufgefordert, den anderen Kollegen (nämlich den Praktikanten) den Zugang legen zu lassen. Soll ja jemand ran, der das schon kann.
    RS-Kollege hat die Situation dann ganz zauberhaft entschärft, indem er den Angehörigen informiert hat, dass ich in diesem Raum die Person mit der höchsten Qualifikation bin, aber dass auf ausdrücklichen Wunsch natürlich gern der Praktikant am ersten Tag versuchen kann, bei seiner Frau den Zugang zu legen. 😀
    Auch werde ich oft gefragt, warum „ich als Frau“ mir denn so einen schweren Beruf gesucht habe und ob ich nicht lieber Krankenschwester sein möchte (als ob das ein leichterer Beruf wäre!!). Wetten, dass ich wenn ich dann Ärztin bin immer noch für geringer qualifiziert gehalten werde als der männliche Praktikant neben mir?
    Ich kann das alles echt nicht mehr hören. Wir leben doch im 21. Jahrhundert.

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    • rayne sagt:

      Das scheint auch mit der Körpergröße der betreffenden weiblichen Person zusammen zu hängen. Mir wird bei meinen fast 1,80 und damit größer als die meisten Praktikanten (und genau genommen damit auch größer als der Großteil meiner OAs) zumeist mehr Kompetenz als meinem Praktikanten anerkannt 😉 „Schwester“ werde ich eigentlich nur von Damen und Herren ü80 gerufen, für die alle weiblichen Personen im Krankenhaus Schwestern sind (auch die Dame aus der Verwaltung im Anzug). Eine Kollegin von mir (knapp unter 1,60 groß) wird irgendwie deutlich seltener ernst genommen (und wahlweise für Schwester oder Praktikantin gehalten). Dabei ist sie deutlich erfahrener als ich…

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      • Hermione sagt:

        Ja, und mit dem geschätzten Alter. Ich werd meistens auf Anfang bis Mitte 20 geschätzt, auch wenn ich locker zehn Jahre älter bin. Da traut man mir schon allein deswegen weniger zu.

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        • rayne sagt:

          Und wenn wir Frauen dazu jetzt auch noch nett (also eigentlich feundlich-empathisch) sind, dann entfernen wir uns noch weiter von dem Bild des bereits leicht ergrauten, großen, kurz angebundenen Oberarzt und Schwupps… sind wir die netten Küken (Schwestern, Schülerinnen, whatever)…

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        • Freu Dich drüber! Ja, ich weiß, der Spruch ist blöde, wenn es einen selbst betrifft. Aber wenn man nicht mehr 10 Jahre jünger geschätzt wird, ist es auch nicht schön! 😉

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          • Hermione sagt:

            Ja, das sicher. Aber ich würde lieber auf mein reales Alter geschätzt werden und stattdessen darauf verzichten, dass man mir dauernd die Kompetenz abspricht, weil ich jung und weiblich bin.

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        • stuttgarterapothekerin sagt:

          Das erinnert mich daran, dass ich zu Beginn meiner Berufslaufbahn (Praktikum, erste Stelle danach…) mir meist einen Dutt frisiert habe um „älter“ zu wirken…
          da sich aber die Haarfarbe nun umgestellt hat auf „seniorenblond“ (OT der Rausch=Haarpflege!-Event-Fachkraft) ist das nicht mehr notwendig lol

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  6. Shark sagt:

    Gruselig finde ich, dass dieses unbewusste(?) „Frauen-die-Kompetenz-absprechen“ nicht ausstirbt!
    Man sollte ja meinen, dass das nur von alten Herren noch so gehalten wird, die das einfach nicht kennen, dass Frauen in allen Berufen zu finden sind. Es gibt auch mehr als genug junge Männer (und zwar n i c h t mit anderem kulturellen Hintergrund, sondern von „hier“) die das ebenso sehen.

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    • Hermione sagt:

      Und Frauen ebenfalls, die lieber von nem Mann behandelt werden wollen, weil Kompetenz!!!1elf

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      • Bei einer Weiterbildung mit – Referent einer Koryphäe für Psychologie – hat jener (s)eine Studie zu Placebo-Spritzen losgelassen. Da wurde tatsächlich Placebo gegen (veränderte-Umstände-)Placebo verglichen… Wenn der Patient eine Placebo-Spritze bekommt, hilft:
        -eine Sprritze verabreicht durch einen Arzt besser als durch eine Schwester
        -eine Spritze verabreicht durch einen Mann besser als durch eine Frau
        -eine farbige Injektionslösung (rot) besser als eine farblose
        -eine schmerzhafte Injektion besser als eine schmerzfreie
        Sein Fazit: Die bestwirksamste Spritze wird durch einen männlichen unfähigen Arzt verabreicht und ist innen bunt. 😀 😀 😀

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