F…X…irgendwas

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Der Patient kommt mit einem neuen Rezept für ein Antidepressivum, das er schon hatte, ein Rezept für Fluoxetin. Ich erwartete also eine Unterhaltung mit ihm über sein neues Antidepressivum … was ich nicht erwartete, war den Patienten dies fragen zu hören:

„Ist mein neues Antihistamin gut wirksam?“

– und er hat keine Ahnung über eine Änderung in seiner Antidepressiva Therapie.

Nach einem längeren Telefon mit dem Arzt haben wir das aussortiert: er sollte das als neues Mittel nehmen und bekam noch ein neues Rezept für seine Allergie zugeschickt.

Das war übrigens Fexofenadin als Wirkstoff … ziemlich ähnlicher Name. Zufall?

Für mich zeigt auch das wieder, dass es gut ist, Patienten bei neuen Medikamenten zu fragen, ob sie wissen, was das ist und wie einnehmen.

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13 comments on “F…X…irgendwas

  1. Hermione sagt:

    Das erinnert mich daran, dass wir mal eine Notärztin hatten, die statt „Gilurytmal“ immer versehentlich „Gelomyrtol“ sagte. Klar, wir wussten aus dem Kontext heraus immer, was sie meinte (Gelomyrtol ist kein Notfallmedikamnet 😂), aber in einer anderen Situation (Krankenhaus oder Praxis) hätte das ungut enden können, vor allem bei neuen Mitarbeitern, die diesen Tick noch nicht kannten.
    Blöd auch, dass ich bei diesem Medikament seitdem auch regelmäßig stocke und überlege, was ich sagen möchte, damit nicht „Gelomyrtol“ aus meinem Mund kommt. 🙄😅

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  2. Mr. Gaunt sagt:

    Eine gesunde Skepsis ist immer angesagt. Wie schnell hat sich da in der Praxishektik mal jemand vertippt und ein von den Antidepressiva her gut eingestellter Patient ist plötzlich komplett neben der Spur und muss sich auch noch mit einer unbehandelten Allergie rumschlagen.

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  3. Punkt sagt:

    Eine ältere Kundin bei uns kam mit einem Rezept über Falithrom.
    Mein Computer zeigte mir keinen Abverkauf für sie in den letzten 99 Tagen an, deshalb habe ich nachgefragt, ob ihr Blutverdünner denn immer Falithrom hieß oder vielleicht auch mal Marcumar, Phenprogamma,…?
    Antwort: „Wieso Blutverdünner? Das ist für die Nerven! Hat meine Freundin mir gegeben, und jetzt ist die Packung leer. Nein nein, ich brauch das, zur Beruhigung! Ich nehm das ja auch nicht jeden Tag, nur wenns mir mal nicht gut geht, und dann helfen die wunderbar.“

    Nach Rücksprache mit der Praxis durfte ich es dann vom Rezept streichen. Da die Dame auch noch Xarelto nimmt, wäre sie beim nächsten Kratzer vermutlich leergelaufen O.O

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  4. Matthias sagt:

    Das finde ich ja wirklich bedenklich. Solche Fehler sollten bei einem Arzt nicht passieren, denn gerade die Kombination verschiedener Antidepressiva kann ja schon sehr ernste Nebenwirkungen haben. In meiner Stammapotheke werden solche Wechselwirkungen regelmäßig anhand der Medikamente ich ich dort so kaufe überprüft…

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  5. Medimaus sagt:

    Heparin und Reparil klingen für einen kleinen PJler auch sehr ähnllich, vor allem wenn der CA es nur nuschelt.
    Nur die Dosierung ist ganz anders (mg statt I.E.), weshalb ich zum Glück nochmals Rücksprache mit dem CA hielt… Wieviel I.E. Heparin soll der Patient bekommen? – Wieso Heparin? Ich sagte Reparil!

    Ähmja…

    😦

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  6. Erinnert mich an die Aufnahme meiner Tochter in einer Epilepsieklinik. Im Gespräch mit der Ärztin kommt die Frage auf aktuelle Medikamente und ich antworte, dass die Tochter neben Orfiril und Rivotril auch Diacomit bekommt. Erstaunter Blick – „Dauerhaft?“ Das sei doch nur für kurzzeitige Behandlung gedacht?! „Das wäre mir neu, ich kenne etliche Kinder, die das seit Jahren bekommen“, sage ich … und dabei bleibt es erstmal.

    Am Abend bringt die Schwester die Medikamente – u.a. eine große, mir unbekannte Tablette. „Das stimmt so nicht“, sage ich. Sie guckt nach und meint, das habe alles seine Richtigkeit. Diese Tablette sei lediglich ein Generikum. Da schrillten dann endgültig die Alarmglocken. „Von Diacomit gibt es kein Generikum.“, sage ich, denn da bin ich ganz sicher (ist als „Orphan Drug“ zugelassen).

    Einige Zeit später stellt sich raus: Ich hatte Recht. Man hatte Diacomit mit Diamox verwechselt. Ich war sehr froh, dass ich eigene Medikamente dabei hatte, denn Diacomit in der passenden Dosis war dann auch nicht vorrätig und ich glaube bis heute, dass so etwas gerade in einer Spezialklinik und gerade, wenn die Mutter schon beim Aufnahmegespräch protestiert, nicht passieren darf. Diacomit und Diamox haben außer den ersten 3 Buchstaben übrigens nichts gemeinsam. Das hätte also sehr übel enden können.

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    • Mr. Gaunt sagt:

      Gut dass Du Dich sehr sorgfältig mit der Medikation auseinandersetzt, bis hin zum Zulassungsstatus von Diacomit. Das ist gerade bei komplexeren Angelegenheiten sehr empfehlenswert. Leider wollen das viele nicht und kennen nur „die grünen für das Herz“ oder so ähnlich. Bei anderen fehlt vielleicht der intelektuelle Zugang. Dein Wissen hat Deiner Tochter sicher eine sehr unschöne Erfahrung erspart.
      Das hätte in einer Spezialklinik nicht passieren sollen, gerade nach Rückfrage nicht. Umgekehrt kann ich die Klinik nicht verstehen, dass die sich so einfach auf mündliche Angaben verlässt, gerade wenn eine (in diesem Fall vermeintliche) ungewöhnliche Dauertherapie mit Diamox angegeben wird. So wie gut informierte Patienten gibt es auch das genaue Gegenteil. Da wären mir als Arzt Medikationspläne oder ähnliches schon ganz lieb um das gegenzuprüfen.

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      • Die Klinik hatte eine Menge schriftliche Unterlagen (vorab von uns bekommen) – sie hätten also nachsehen können. Dass es im Aufnahmegespräch trotzdem abgefragt wird, habe ich allerdings häufig erlebt. (Und da wir manche Arztbriefe erst mit monatelanger Verzögerung bekamen, stimmten die Angaben dort dann oft ohnehin schon nicht mehr.)

        Im Laufe der Zeit mit einer damals partout nicht einstellbaren Epilepsie, bei der die Ärzte nur mit den Schultern zucken und auch nicht weiter wissen, beschäftigt man sich fast zwangsläufig sehr eingehend mit allem, was irgendwie erfolgversprechend sein könnte – so eben auch mit speziell zugelassenen Medikamenten.

        Ich habe mich aber manchmal gefragt, wieviel wohl dort schiefgehen mag, wo die Patienten oder Angehörigen sich nicht so intensiv damit beschäftigen (können) – oder das Ärztelatein nicht verstehen. Ich glaube, da ist man u.U. echt aufgeschmissen.

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        • Pharmama sagt:

          Es entspricht meinen (wenigen) Erfahrungen mit Spitälern und Kliniken, dass man dort oft besser dran ist, wenn ein Angehöriger mit Ahnung dabei ist und zusätzlich aufpasst. Da wird mehrmals hintereinander das Essen wieder abgeräumt, weil es nicht gegessen werden konnte (das Gebiss war nicht da) … und wenn der Patient selber nicht (mehr) etwas dazu sagen kann … sie wäre stillschweigend fast verhungert.
          Meinem Mann wollten sie grad das fünfte Gramm Paracetamol innert 18 Stunden verabreichen – das, was er am morgen intravenös bekommen hat, wurde einfach nicht mitgezählt. Ich habe dann ein anderes Schmerzmittel für ihn verlangt.
          Aber deines ist auch ein heftiger Fall – und gut, hast Du mit aufgepasst und reagiert.

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