Ein sehr genaues Rezept

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rpzugenau

Ein Rezept vom letzten Monat. Sehr nett finde ich, wie der Arzt nicht nur das Geburtsdatum sondern auch das Gewicht des Kindes aufgeschrieben hat – das erleichtert einem doch sehr, die Dosis zu kontrollieren.

Trotzdem gibt das noch etwas zu rechnen. Die Packungsbeilage von Algifor Sirup sagt:

Die übliche tägliche Dosierung beträgt 20 bis 30 mg Ibuprofen pro kg Körpergewicht, aufgeteilt in 3–4 Dosen, ohne 30 mg pro kg Körpergewicht zu überschreiten.

Das heisst 30 (mg) x 32.9 (kg KG) = 987 mg

in 5ml Algifor Sirup sind 100mg enthalten,

das heisst in 16.5ml (3-Satz): 330mg. Das sind (x3) 990mg pro Tag – damit sind wir bei der empfohlenen (oberen) Dosis. Ziemlich genau sogar.

Und jetzt kommt mein Problem: Wie misst der Patient (respektive die Eltern) das ab? Die Algifor Packung, die die Krankenkasse bezahlt kommt nämlich nur mit einem Dosierlöffel, der 5ml und 2.5ml abmessen kann:

Für die Dosierung ist der Packung ein Doppel-Messlöffel beigefügt; der kleinere Löffel entspricht 2,5 ml (= 50 mg Ibuprofen), der grössere entspricht 5 ml (= 100 mg Ibuprofen).

Da kann der Arzt (und ich) noch so genau rechnen … abmessen lässt sich damit nur 15ml (3 grosse Löffel) oder 17.5ml (3 grosse ein kleiner Löffel) …

Natürlich muss das nicht so genau sein – das Kind kommt mit 15ml wahrscheinlich genau so gut aus … aber mache das mal den Eltern klar. Inzwischen habe ich mir Dosierspritzen angeschafft für diese Fälle (die auch bei Antibiotikasirup vorkommen) und die ich mit abgebe. Die kosten nur 50 Rappen und sind wiederverwendbar.

Aber ich frage mich immer noch: weshalb konnten sie das nicht grad der Packung beifügen? Ist so ein Löffel wirklich eine derartige Ersparnis?

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10 comments on “Ein sehr genaues Rezept

  1. Caron sagt:

    In Der gibt es Ibuflam auf Kassenkosten, nicht nur mit einer super Dosiersprize, sondern auch mit einer Flasche Öffnung, die genau zur Spritze passt, so dass die Außenseite sauber abgestreift wird.

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  2. Andi sagt:

    Man stelle sich einmal vor, jedes Rp. MÜSSTE mit Gewicht ausgeschrieben werden:
    Das wäre die beste Abnehmkur der Nation!

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    • Goddess Of F*cking Things Up sagt:

      Auf dem Rezept würden dann ganz viele Menschen auf einmal 140kg wiegen – bis dahin gehen die meisten Waagen. Und die Dosierung wäre dann erst recht falsch.

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  3. Daniel Kuhn sagt:

    Ist doch bei allem Möglichen so. Cefaclor Präparate die für Kleinkinder gegeben werden wo sich das Gewicht laufend ändert kommen auch mit unsinnigem Löffel.

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  4. Wir bekommen bei solchen Säften auch immer eine Dosierspritze von der Apotheke dazu. Das Problem gibt es ja bei allen Säften (und bei Baby/Kleinkind lässt sich das mit der Spritze auch deutlich leichter verabreichen).

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  5. Mr. Gaunt sagt:

    Hier gibt es wahrscheinlich mehrere Gründe:
    Ja, die Spritzen sind teurer als Löffel. Außerdem gibt es möglicherweise nicht die passenden Zuführgeräte an der Verpackungsmaschine, dann muss das eine Person per Hand machen (=teuer).
    Dann wäre da sicherlich auch noch die Frage der Zulassung. Bin da kein Experte, aber mal eben das Dosiersystem ändern dürfte auch Aufwand sein (Personal und Registrierungskosten).
    Alles zusammen kann das bei solch Billigprodukten in der Tat einen signifikaten Aufwand ausmachen, der den Gewinn deutlich verkleinert. Von solchen Produkten bleibt ohnehin nicht viel übrig und wenn dann ein paar Cent extra ausgegeben werden müssen reden wir unter Umständen über zweistellige Prozentzahlen die der Gewinn geschmälert wird wenn man den Preis nicht anpasst oder anpassen darf. Klingt für den Normalverbraucher seltsam, weil „sind ja nur ein paar Cent“, aber in solchen Bereichen rechnet man halt in der Industrie.

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  6. lu07 sagt:

    Wir haben da einfach die Dosierspritze mir der Kasse abgerechnet. Ich glaub 3,50 CHF war die (System aus Spritze und passendem Flaschenaufsatz).

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  7. gnaddrig sagt:

    Nurofensaft wird in Deutschland mit einer sehr brauchbaren Dosierspritze geliefert. Das muss der Hersteller offenbar nur wollen.

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  8. drnessy sagt:

    Hallo! Zu dieser Dosierung habe ich mir folgenden Dialog ausgedacht… Wobei dieser natürlich frei erfunden ist, so läuft das in der Realität natürlich nieeee ab! ,,Claudia, was hat den der Chef da wieder hingeschrieben?“ – ,,Zeig ma. Kann kein Schwein lesen. Für wen isn das?“ Für den kleinen Müller, der mit den psychosomatischen Bauchschmerzen und dem wunden Hinterteil… (oder was war das sonst für ein obskures Krankheitsbild?) Ach, guck einfach nach, wie man das maximal dosieren kann, wir sind eh 5 Patienten hinterher, wenn du ihn jetzt nervst kommen wir noch später heim… und der Kleine hat seine Ruhe… Alles Liebe, Eure DrNessy (happyhealthytrendy.com)

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  9. Sonja Aeschlimann sagt:

    Oh ja! Das nervt mich auch immer!!!
    Bin Pflegefachfrau, kenn mich also „etwas“ aus, wenn es um das Dosieren von Medis geht….
    Habe selber 2 Jungs zu Hause, und einen „guten“ Algifor Verschleiss….
    Fahre mit der Dosierspritze von „Convulex“ am besten! Da hat genügend Algifor Platz auch bei grösseren Kindern, und sie ist lang und schlank genug, um bis an den letzten Rest am Flaschenboden zu reichen!

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