Mostly harmless

Sooo – zurück zu mehr pharmazeutischen Themen.

Hauptsächlich harmlos – „mostly harmless“ Daran musste ich denken, als ich den Bescheid vom Lebensmittelinspektor in den Fingern hielt. Die haben es tatsächlich geschafft in meiner Ferienabwesenheit überraschend die Apotheke zu inspizieren. Hmpf. Da geht man Ein Mal weg … Natürlich habe ich es schon in den Ferien erfahren, die Welt wird erstaunlich klein, mit Internet. Aber meine Kollegin hat das bestens gemeistert. Anscheinend war er ziemlich zufrieden (Yay!), und das einzige, was sie auszusetzen hatten war, dass wir bei Importen von Kosmetika (die wenigen, die wir machen) nicht auch noch alles schriftlich festhalten wie beim Rest: Hersteller, Chargennummer, Verfall, Zeitpunkt des Imports und für wen es ist … Okay, es muss halt immer was sein. Dafür war die Inspektion, da wir „bestanden“ haben auch kostenlos.

Aber lustig finde ich, wie das bei ihnen angegeben ist:

„Die von ihrem Betrieb ausgehende Gesamtgefahr ist unbedeutend“

Na Danke! Da komme ich mir vor wie Arthur Dent in per Anhalter durch die Galaxis, wenn er den Eintrag im (gleichnamigen) Buch über die Erde liest: „mostly harmless“.

Übrigens: wie das aussehen kann, wenn er mal was zu reklamieren hat, kann man hier anschauen, bei Videothekerin Kossendeys – ein Beispiel aus Deutschland zwar, aber … man glaubt gar nicht, was es da gibt.



14 Antworten auf „Mostly harmless

    1. Verstehe jetzt nicht, was an der Hühnereiverordnung so lächerlich ist… Salmonellen und andere Bakterien fühlen sich auf Eierschalen ziemlich wohl. Eier sind ein sensibles Lebensmittel, aber trotzdem in Europa sicher. Gerade wegen solcher Verordnungen.

      Und nebenbei gesagt möchte ich auch als Verbraucher ungern drei Wochen alte Eier kaufen, schon aus Qualitätsgrunden. So alte Eier nehme ich sonst nur fürs Backen.

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      1. Sehe ich ähnlich.
        Gut, ob es tatsächlich straftatwürdig ist, darüber läßt sich sicher streiten, aber die Regeln sind nunmal so, und wenn man dann Eier verkaufen will, sollte man auch die Gesetze dazu kennen und auch nicht den Kontrolleur anpampen, wenn der auf Fehler hinweist.
        Wenn man nur kurz haltbare Sachen verkauft (dürfte in einem Bioladen, der u.a. auch Eier hat, ja bestimmt mehreres sein), sollte man die doch auch regelmäßig kontrollieren, und dann sollte es doch auch kein Problem sein, auf die 21 Tage ab Legedatum zu achten, oder sehe ich das falsch?

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  1. Eier. Ein endloses Thema. Mal finden sie Dioxin drin, mal Antibiotika, mal e. coli auf der Schale. Ja, e. coli auf der Schale! Sagt mal, Leute, geht’s noch? NATÜRLICH sind da escherichias auf der Schale, wenn die Eier von freilaufenden Hühnern sind.

    @anne, über Euren Bundesrat Merz haben wir in Deutschland auch herzlich gelacht, seine Bündnerfleischrede gibt’s nämlich auf Youtube.

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      1. Naja, Frau Kossendey klingt ja in dem Video doch recht aufgebracht.
        Meine persönliche Meinung ist, dass man Kontrolleuren gegenüber immer freundlich und sachlich bleibt. Die Jungs machen nur ihren Job. Und es ist der Job dieser Jungs, etwas zu finden. Wenn sie wirklich gar nichts finden, dann haben sie ihren Job nicht richtig gemacht. Das ist jetzt unabhängig davon, ob die Kontrolle in der Industrie oder einer Apotheke stattfindet.
        Sie sagt ja auch, dass das Verfahren letztendlich eingestellt worden ist – wahrscheinlich wegen Geringfügigkeit.

        Hier sehe ich das Hauptproblem wirklich schon bei Frau Kossendey. Wäre sie den Kontrolleuren gegenüber sachlich geblieben und hätte sich dafür entschuldigt, dass sie diese Verordnung nicht eingehalten hat, weil ihr diese Verordnung nicht bekannt gewesen wäre, dann hätte sich die Sache wahrscheinlich schon in der Apotheke im Sande verlaufen.
        Ich kann die Kontrolleure menschlich schon verstehen: Wenn man bei einer Kontrolle blöd angepisst wird, dann wirft man halt die ganze Maschinerie mal an.

        Unabhängig davon: Die Kombination Eier und Arzneimittel in einem Geschäft finde ich etwas problematisch. Eier sind immer irgendwie mit E.Coli oder Salmonellen belastet. Weiterhin befindet sich auf der Oberfläche von Eiern naturgemäß immer Kot. Das passt nicht damit zusammen, dass in der Rezeptur nebenan keimfreie Arzneimittel hergestellt werden sollen.

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        1. Ja – das mit dem „immer freundlich bleiben“ hat sie sicher gelernt :-)
          Aber das mit den Eiern in der Apotheke und Rezeptur nebenan: dafür gibt es (zumindest bei uns) Vorschriften, was die Räumlichkeiten angeht: so muss die Rezeptur vom Verkaufsraum (und anderen Räumen, wie zum Beispiel der Toilette) ja sowieso abgetrennt sein. Und faktisch gesehen: wir sind ja selber schon genug besiedelt mit den verschiedensten Bakterien – wenn man Pech hat auch MRSA – in der Rezeptur müssen deshalb auch Hygienevorschriften eingehalten werden bei der Herstellung. Das ist sicher nicht anders dort.

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          1. Ja, stimme Dir bei, dass sie das mit dem „freundlich bleiben“ sicher gelernt hat. Sie sagt ja auch in ihrem Video, dass ihr Mann ihre Vorgehensweise etwas suboptimal fand. :-)
            Nichtsdestotrotz produziert sie dann – im durchaus erregten Zustand – noch so ein Video und stellt es ins Netz.
            Meine Meinung: Spätestens DAS hätte ich mir dann doch verkniffen.

            Bitte klar verstehen: Ein paar Dinge, die Frau Kossendey anderweitig ins Netz stellt, kann ich auch aus der Industrie durchaus unterstützen.

            Was die getrennten Räumlichkeiten angeht: Ja, Du hast schon Recht, dass man selbst genügend mit Bakterien besiedelt wäre und es getrennte Räumlichkeiten gibt. Aber Eier sind halt immer auf der Oberfläche mit Kot verunreinigt. Da ist – salopp formuliert – „Scheiße“ drauf. Ist halt blöd, wenn die PTA mal eben ein paar Eier mit der Hand anfässt, sich danach die Hände nicht wäscht und dann eine Creme anfertigt, die in Kontakt mit einer offenen Wunde kommt.
            Wollen wir mal ehrlich sein: In der Hektik passiert das mit dem Nicht-Hände-Waschen ja durchaus mal, auch wenn so etwas nicht passieren sollte/darf.

            Ich habe noch was, was ich gerade noch nicht geschrieben habe. Ich erkenne bei Eiern – und auch bei Bio-Eiern – wirklich keinen Bezug mehr zu medizinischen oder pharmazeutischen Dingen. Hier in Deutschland müssen in der Apotheke verkaufte Waren immer einen Gesundheitsbezug haben. Das ist der Fall bei Medikamenten, aber sogar auch bei Kosmetika, Bach-Blüten, Homöopathika, Säuglingsnahrung, Schnullern, whatever.

            Aber bei Eiern, auch wenn es Bio-Eier sind, sehe ich den Bezug nun wirklich nicht mehr gegeben.

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