Auch Ärzte machen Ferien

Ja, ganz ehrlich, ich meine: dürfen sie ja auch. Es scheint einfach immer wieder überraschend zu kommen für manche Patienten.

Ganz doof ist das bei selbst-dispensierenden Ärzten (diejenigen, die die Medikamente selber an die Patienten abgeben/verkaufen). Da hatte ich letzte Woche morgens einen älteren Mann in der Apotheke, der vorher etwa 1 Stunde vor der Arztpraxis gewartet hat, in der Hoffnung, dass sie doch noch öffnet, weil er seine Dauer-Medikamente „für Blutdruck und das Herz“ braucht. Angeschrieben war offenbar nichts – auf dem Anrufbeantworter hat der Arzt aber seine Abwesenheit angegeben und noch 2 Ersatzärzte. Allerdings, nachdem ich dem ersten angerufen habe und der AUCH in den Ferien weilt, habe ich beschlossen dem Mann einen Vorbezug für seine Medikation zu machen.

Er war dankbar. Ganz im Gegensatz zu der Frau einen Tag später, die sauer auf uns war (hässig für die Schweizer), weil wir „noch immer“ kein Rezept für ihr dringend benötigtes Medikament vom Arzt gefaxt bekommen haben.

„Ich habe es heute morgen um 9 Uhr dort verlangt.“
– Jetzt ist nach 5 Uhr.

Pharmama: „Wissen Sie, ob die Praxis noch offen hat? Dann könnte ich dort nachfragen.“

Frau: „NEIN, die Praxis hat heute zu – darum komme ich ja jetzt zu Euch!“

Hmpf. Offensichtlich noch ein Arzt in den Ferien. Aber das bringt gar nix, wenn sie ihm auf den Anrufbeantworter redet, oder das der Praxisassistentin mitteilt (die offensichtlich gelegentlich auch in dessen Ferien in der Praxis sind), wenn er selber nicht da ist.



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7 Antworten auf „Auch Ärzte machen Ferien

  1. Die Frau sagt selbst, die Praxis hat zu und wundert sich, dass ihr Rezept von dort noch nicht ausgeführt wurde? Herr, wirf Hirn, oder Steine, aber bitte triff!

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    1. Naja – entweder hat sie auf den Anrufbeantworter gesprochen (obwohl der in den Ferien öfters abgeschaltet zu sein scheint) oder sie hatte Kontakt mit der Praxisassistentin. Wie auch immer … nützt beides nichts. Für ein Rezept braucht es den Arzt.

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  2. Wie, in der Schweiz gibt es nicht die 24h-Geheimhotline zu jedem Arzt der Welt? Die müssen doch erreichbar sein, wenn man völlig zurecht am Tag bevor die Medikamente ausgehen um 18:00 Uhr das Rezept benötigt für morgen früh? Und warum ruft Ihr nicht in seiner Strandvilla auf den Malediven an, da habt Ihr doch sicher die Durchwahl?!?!!
    Etwas mehr anstrengen könntet Ihr Euch also schon… ;-)

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  3. Eine Apotheke darf nicht einfach so mal eben für zwei Wochen schließen, weil der Apotheker in Urlaub gehen möchte. Schließlich soll ja die Arzneimittelversorgung sichergestellt sein.
    Konsequenterweise sollte daher ein selbstdispensierender Arzt dafür sorgen müssen, dass die Arzneimittelversorgung seiner Patienten durch ihn oder einen anderen selbstdispensierenden Arzt sichergestellt ist. Finde ich jetzt nicht richtig, dass die Apotheke hier den Lückenfüller bilden und über einen Vorbezug die Verantwortung dafür übernehmen soll, dass der Patient mit seinen Medikamenten versorgt wird. Das ein Arzt auf seinem AB einen Kollegen als Vertretung angibt, der zur gleichen Zeit im Urlaub ist, spricht eh für sich.

    Bitte richtig verstehen: Für einen Patienten, der sich seit Jahren seine Blut- und Herzmedikamente in dieser Apotheke abholt, kann man – bei der schweizer Gesetzgebung – gerne die Verantwortung für einen Vorbezug eben jener Medikamente übernehmen. Aber ein Patient, der seine Ware stets über einen anderen Vertriebsweg wie das Internet oder einen selbstdispensierenden Arzt bezieht, muss in so einem Fall zusehen, wo er bleibt. Es ist dann für die Apotheke absolut nicht nachvollziehbar, ob der Patient wirklich regelmäßig Metoprolol oder Digitoxin vom Arzt verschrieben bekommt. Wenn etwas passiert, hängt der Apotheker.

    Ich finde die schweizer Gesetzgebung des Vorbezugs gut. Aber doch wirklich nur für Medikamente, bei denen sich nachvollziehen lässt, dass der Patient diese wirklich schon seit längerer Zeit in dieser Apotheke bezogen hat (was bei der Selbstdispensation nicht der Fall ist).

    Mit dieser Argumentation würde ich einem Patienten, der seine Medikamente immer beim selbstdispensierenden Arzt bezieht, einen Vorbezug verweigern.

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    1. Nee – das mit dem Apotheke schliessen für Urlaub geht wohl nur für Inselapotheken.
      Ich verstehe auch deinen Einwand, aber irgendwie … kann ich so manchen nicht in einem solchen Fall im Regen stehen lassen. Aber ich lasse sie gut wissen, wie „toll“ ich das finde, dass ich hier nur der Lückenbüsser sein soll. Es gibt auch wirklich Patienten die das verstehen und die ich dann doch gelegentlich wieder sehe – mit Rezept oder ohne.

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  4. Ist mir auch schon öfters passiert, dass ich zum Arzt in meine nächstliegende Gruppenpraxis marschiert bin und keiner da war. Aber war darüber niemals böse oder gar zornig. Gehört dazu.

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