Zweitkürzeste Pille danach Beratung

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Zweitkürzeste Pille danach Beratung aller Zeiten: (die kürzeste findet man hier).

Pharmama: „Was ist passiert, dass Sie die Pille danach brauchen?“

Frau: „Das Kondom ist gerissen.“

Pharmama: „Wie lange ist das her?“

Frau: „Das war Sonntag mittag.“

Pharmama: „Oh – es ist jetzt Donnerstag abend. Ich kann Ihnen die Pille danach nicht geben.“

Frau: „Was? Aber ich habe gelesen, man hat 5 Tage Zeit!“

Pharmama: „Das stimmt für die Ella One. Die ist hier in der Schweiz rezeptpflichtig. Ich darf in der Apotheke nur die Norlevo ohne Rezept abgeben – bis 72 Stunden nachher. Dafür ist es jetzt zu spät. Aber Sie können immer noch zum Frauenarzt oder in die Frauenklinik. Dafür ist es noch nicht zu spät, aber gehen Sie gleich!“

Ich glaube da sind manche verwirrt wegen der Berichterstattung über die Pille danach in Deutschland. Die dürfen die Ella One auch abgeben. Wir hier in der Schweiz bisher nur die Norlevo (Pidana).

UPDATE März 2016: Per sofort dürfen wir auch in der Schweiz die Ella One abgeben ohne Rezept.

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6 comments on “Zweitkürzeste Pille danach Beratung

  1. turtle of doom sagt:

    Dann frage ich morgen in der Apotheke, welche die kürzeste Pille ist.

    Danach Beratung? I like it. 🙂

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  2. Warum wartet man da so lange…

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    • Pharmama sagt:

      Das gefürchtete Halbwissen eben: Ich hab ja 5 (oder 3) Tage Zeit.
      Dass die Wirkung der Pille mit vergehender Zeit immer mehr abnimmt ist denen nicht klar. Etwas was ich bei den Beratungen auch gerne erkläre: je früher sie kommen, desto besser (sicherer) ist die Wirkung.

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  3. Hatte neulich eine Beratung. Auf englisch. Die Frau kam aus einem Land, wo es die Notfallpille für unter 10€ (im Supermarkt?) geben soll…

    Nachdem wir die Kosten (vorweg) mal ausdiskutiert hatten (was ca. 3min dauerte wegen der dramatischen Höhe in D)… und geklärt war, dass GV ohne irgendwelche Verhütung ihr wohl öfter mal passiert (weil Frau ja die „Pille danach“ ohne Probleme käuflich erwerben kann), und dass ca. 72h vergangen waren, kam ich zum Beratungspunkt „Hinweise auf bestehende Schwangerschaft“, und der Frage, ob die letzte Blutung „so wie immer“ war: Äh, nein. Die war viel schwächer als sonst. Ah ja. Die mitgebrachte moralische Unterstützung bekam ein „o“ im Gesicht. So fragte ich, ob sie im Zyklus davor auch ungeschützten GV hatte… Ja. Moralisch unterstützendes Gesicht: großes O. Und ob sie dann nach jenem „Unfall“ mit der Notfallpille verhütet hätte? Nein, wieso? Moralische Unterstützung -> Facepalm. Selbige übernahm mir dann auch (eher unbewußt), ihre Freundin darauf hinzuweisen, dass sie gegebenenfalls schon lange schwanger ist. Ich wies dann darauf hin, dass selbst die beste Notfall-Pille nun wohl nicht mehr wirkt (für den Monat davor), als auch dass ich aus Bedenken der potentiellen Schwangerschaft heraus ihr keine verkaufen könne. Immerhin wurde meine Argumentation offensichtlich verstanden und auch akzeptiert.

    Ein Schwangerschaftstest für ca. 5€ war dann aber auch nicht auf der – nun wohl überarbeiteten – Wunschliste. Also empfahl ich dringlichst einen Arztbesuch – was sie wohl auch machen wollen würde…

    Was bei mir blieb, war der schale Nachgeschmack, dass
    – die Notfallpille bei passendem Preis-Verhältnis und Abschaffung jeglicher Beratung zu einer völlig „regulären Nicht-Notfall-Vergütung“ verkommt
    – die Notfallpille als „reguläre Verhütung“ bei „unklarer Chance auf GV“ auch deshalb scheinbar so benutzt wird, weil sie dann billiger ist als eine andere „reguläre Verhütung“
    – das Bewußtsein für Nebenwirkungen und Versagerrate der Notfallpille kaum vorhanden ist
    – durch oben angesprochene „Halbwissen“ die Anwendung immer weiter nach hinten verschoben wird (Eilt ja nicht, habe ja 5 Tage Zeit.), und damit die Versagensquote steigt

    Kurz war jene Beratung allerdings nicht wirklich, auch wenn der Stolperstein so ca. im ersten Drittel meines Doku-Bogens lag, da ich auch noch Themen wie „Möglichkeiten der regulären Verhütung“ angeschnitten habe…

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    • Pharmama sagt:

      So (zum Glück nur einzelne) Leute rauben einem fast den Glauben an die Intelligenz der Menschheit. Auf der anderen Seite: manche scheinen’s wirklich nur so zu lernen …auf die ganz harte Tour.
      Und aus deiner Geschichte lerne ich noch was: es bringt’s eben doch, wenn das Ding einen gewissen Preis hat. Und es ist wichtig dazu zu beraten.

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