Darf ich Ihnen einen Polymedikations-check anbieten?

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Der Polymedikationscheck ist eine Dienstleistung in Schweizer Apotheken, die die Apotheken als direkter Leistungserbringer gegenüber der Krankenkasse auf ähnliche Stufe wie die Ärzte stellt.

Wer täglich mehrere Medikamente nehmen muss, verliert leicht den Überblick. Je mehr Medikamente desto schwieriger wird es, sie nicht nur zu nehmen, sondern auch sie richtig zu nehmen. Die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt – vor, zum, nach dem Essen, Morgens, mittags, abends, vor dem Schlafen, bei Bedarf…

Bei dem Polymedikationscheck nimmt sich der Apotheker (die Apothekerin) extra Zeit, zusammen mit dem Patienten seine Medikamente gründlich durch zu gehen.

Dabei wird angeschaut, weshalb ein Medikament genommen wird – gelegentlich findet sich wieder eines, das nur aus reiner Gewohnheit weiter verschrieben und genommen wurde, Manchmal lässt sich der Einnahmeplan vereinfachen, Manchmal findet man Wechselwirkungen, die einen Wechsel nach sich ziehen. Wichtig ist es auch zu zeigen, was passiert, wenn man ein Medikament vergessen hat zu nehmen, was man dann tun soll, wenn man es merkt – und bei welchen das wichtig und bei welchen das nicht ganz so schlimm ist.

Insgesamt soll dies die Einnahmetreue des Patienten verbessern helfen. Bei manchen Medikamenten reicht es schon eine einzige zu vergessen und es hat üble Auswirkungen.

Einmal im Jahr können wir das der Krankenkasse abrechnen – und brauchen kein Rezept vom Arzt dazu. Ab 4 Medikamenten während mindestens 3 Monaten genommen, übernimmt die Krankenkasse diesen Check.

In manchen Ländern wie Grossbrittanien ist der Polymedikationscheck (dort MUR Medicines Use Review genannt) sogar Pflicht, in anderen, wie Amerika auch nur Kür (dort heisst das CMR Comprehensive Medication Review)

Die Schweiz bietet den Polymedikationsscheck PMC seit 2010 an … bis jetzt aber eher zögerlich. Ich verstehe die Probleme, die die Apotheker damit haben: eine (neue) Dienstleistung zu verkaufen und eine im Wert von 48.60 Franken ist nicht einfach – das muss man manchen Patienten erst mal schmackhaft machen. Dazu kommt, dass man für etwas, das von der Krankenkasse übernommen wird nicht unbedingt Werbung machen darf – also fallen allgemeine Fernseh- Zeitschrift- und Radiowerbung weg. Bleibt nur noch die Leute direkt zu fragen – in der Apotheke. Aber es gibt ja noch :

Stellt Euch das vor, wir könnten ja dafür wie die Vertreter früher von Tür zu Tür gehen um es bekannter zu machen:

„Guten Tag! Hätten Sie heute Interesse an einem PMC? Ich könnte rasch hineinkommen und Ihnen meine Dienstleistung demonstrieren. Nur 15 Minuten ihrer Zeit für ein gesünderes, glücklicheres Sie. Blick auf die Packung Sortis auf dem Küchentisch Ah, ich sehe, Sie nehmen ein Statin. Haben Sie gewusst, dass …? (Tür schlägt zu)

„Guten Tag liebe Frau. Kann ich Ihnen zeigen, wie praktisch so ein PMC ist? Damit kann es Ihnen im Nu besser gehen! Nehmen Sie zu viele Medikamente? Haben Sie Wechselwirkungen von all den Tabletten, die Sie 6 x täglich nehmen müssen? Verspüren Sie Nebenwirkungen? Mit dem PMC können wir all diese unangenehmen Nebeneffekte reduzieren, Sie müssen weniger Medikamete nehmen und so können Sie den Tag besser geniessen. Darf ich hinein kommen?“ (Tür schlägt zu).

Oder richtig mutig:

„Gehören Sie zu den vielen, die vielleicht demnächst sterben werden? Ich bin der Syrio Forel der Apotheke und ich sage: „Nicht heute!“. In nur 15 Minuten ihrer Zeit kann ich ihnen zeigen, wie praktisch der PMC ist und wie ich mit seiner Hilfe auch ihr Leben retten kann!“ Ich höre: Brutus! Fass!) und renne um mein Leben …

Oder vielleicht so:

„Haben Sie Medikamente? Kann ich ihnen helfen, sie richtig zu nehmen?“

Echt, ich finde das PMC eine sehr gute Sache … ich bin einfach nicht gut darin, das zu verkaufen. (Und das oben sollte kein Hinweis an meine Arbeitgeber sein, das so einzuführen!). Ich weiss, wie wichtig das ist – es hängt auch davon ab, dass gezeigt wird, dass das einen positiven Effekt hat, damit es auch weiterhin von der Krankenkasse übernommen wird. Die Tatsache, dass die anscheinend schon bei einigen eingesandten PMCs als „nicht genügend“ reklamiert haben (und offenbar nicht bezahlt?) hilft mir da auch nicht.

Vielleicht ist das ein Aufruf an die Patienten da draussen: Das gibt es, das ist eine gute Sache, das ist die Gelegenheit die Medikamente mal zusammen mit einer Fachperson, die sich richtig Zeit nehmen kann durch zu gehen und anzuschauen, ob man da nicht etwas vereinfachen könnte, ob es Probleme damit gibt und wie man die umgehen kann.

Ich finde, das sollte man nutzen.

Also: fragt in der Apotheke danach. Auch damit sich die Apothekerin nicht wie eine Bittstellerin vorkommen muss.

Info des Apothekerverbandes über den PMC: 

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42 comments on “Darf ich Ihnen einen Polymedikations-check anbieten?

  1. turtle of doom sagt:

    „Brutus! Fass!“

    Oh, das ist marketingtechnisch wirklich blöd.

    Das würde ich einleiten mit: „Wussten Sie, dass Ihr Hund deutlich länger leben würde, wenn ich ihm keine lecker Kekse schaut zum Hund mit oralen Insulin-Kapseln verabreichen müsste?“

    Es läge doch auch im Interesse der Versicherer, für diese Polymedikationschecks zu werben. Ohne den PMC nimmt jemand einen teuren Blutdrucksenker wohl für einige Monate zu lange, was die rund 50 Franken doch wert sein dürfte.

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    • Pharmama sagt:

      Werbung darf man dafür eben eigentlich nicht machen (gilt wohl für die Kassen wie für die Apotheken) … Wie bei den rezeptpflichtigen Medikamenten – weil das eine Leistung ist, die von der Grundversicherung übernommen wird…
      In dem Fall zwar irgendwie paradox.

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  2. hajo sagt:

    eine interessante Leistung, die dem Apotheker (m/w) jedoch m.E. viel Verantwortung auferlegt, denn ihm/ihr stehen i.d.R. wohl kaum Diagnosemittel zur Verfügung
    .. bleibt also lediglich die Überprüfung von z.B. Doppelmedikation.
    Was ich gern in Anspruch nehme, ist die Beratung bei ausserordentlichen Medikamenten (Augentropfen, Schmerzmittel etc.), die ich von der Apothekerin meines Vertrauens regelmässig gibt.
    Allerdings bedingt das, dass man jedes Mal die selbe Apotheke besucht.

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    • Pharmama sagt:

      Na ja, der PMC bedingt eine „Zusammenarbeit“ mit dem Patienten. Die wissen ja häufig selber (sollten sie) was sie haben. Der Apotheker vermittelt hier einfach noch mehr Wissen über die richtige Anwendung und Unterstützung dabei.

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  3. Lea sagt:

    Ich ging bisher davon aus, dass so etwas ähnliches wie ein PMC bei jedem Medikamentenbezug gemacht wird und beim PatientInnen mit einer guten Stammapotheke gut funktioniert. Bisher wurde ich beim Bezug neuer Medikamente (bzw. Wechsel der Apotheke) jeweils gefragt wann und wie ich diese einnehme und auf besondere Gefahren hingewiesen (Vergessen, Überdosis, Schwangerschaft…). Oft wurde ich auch auf Wechselwirkungen mit Lebensmitteln oder frei verkäuflichen Medikamenten hingewiesen und ging davon aus, dass immer (automatisch) geprüft werden muss, ob es gefährliche Wechselwirkungen zwischen meinen Medikamenten gibt.
    Ich sehe den Vorteil eines PMC ist aus meiner (Langzeit Patientinnen) Sicht, dass PatientInnen dabei mit gutem Gewissen auch komplexe Fragen stellen können und dass ApothekerInnen bezahlt werden, für längere Beratungen.
    Anbieten würde ich einen PMC direkt mündlich an der Theke, wenn du einen geeigneten Kunden hast und nicht viel los ist. Am besten, wenn jemand eine (Komplexe) Frage stellt oder mehrere Medikamente Umgestellt hat.

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    • Pharmama sagt:

      Das ist so … Und noch ein Grund weshalb ich das so schwierig „an den Mann zu bringen“ finde. Eine (kleine) Version davon machen wir ja schon jedesmal.
      Gut: richtig gemacht kommt bei einem PMC schon noch mehr Info zusammen (und immer wieder erstaunliches zum Vorschein), immerhin hat man da auch mehr Zeit als die knapp 5 Minuten bei einer Rezept-Abgabe.

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  4. Sebastian sagt:

    In Deutschland umgehen die Apotheken das Werbeverbot, in dem massiv für das kostenlose Apothekenjournal (herausgegeben vom Verband? Auf jeden Fall zentral und in fast jeder Apotheke zu haben) geworben wird. Das ist (im weitesten Sinne) eine Zeitschrift und unterliegt damit keinem Werbeverbot. Wenn es so etwas in der Schweiz auch gibt, könnten die problemlos einen Info-Artikel drucken – fertig. Euer Verband könnte sich auch für Artikel in anderen Zeitschriften und Zeitungen stark machen oder Du sprichst einfach Eure Lokalzeitung an.
    Mich würde noch interessieren: Weißt Du zufällig, ob es in Deutschland auch etwas vergleichbares gibt? Meine (dieses Jahr leider verstorbene) Tante hat jede Woche mehr Pillen geschluckt als Zoe im Monat Smarties isst 😦

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    • Ismaha sagt:

      Aargh! Mir sträuben sich gerade die Nackenhaare…Die Zeitung, die Du vermutlich meinst – die Apotheken Umschau- wird NICHT von den Apothekern oder ihren Verbänden herausgegeben. Sie kommt vom Wort-und Bild-Verlag, finanziert sich durch massive Werbemaßnahmen der Industrie und ist beileibe nicht kostenlos – zumindest nicht für die Apotheken. Durch die massive Werbung für die Umschau ist man leider fast schon gezwungen, sie zu kaufen, um sie dann kostenlos an die Kunden weitergeben zu dürfen… (“ wie, Sie haben keine Umschau? In der xy-Apotheke kriege ich sie aber immer!“ “ Haben Sie die auch mit Fernsehprogramm?“)

      Was den Medikationscheck angeht : das ist die Kernkompetenz der Apotheken, den sollte jede Apotheke machen ( können) . Sicherlich nicht von jetzt auf sofort, aber mit einer gewissen Bearbeitungszeit und ggf. einer Aufwandsentschädigung sollte das machbar sein. Im besten Fall macht das die Stammapotheke, bei der die Medikamente bezogen wurden.
      Außerdem gibt es dann auch noch einige Apotheken, die die Arzneisicherheitstüte anbieten.
      Guckst Du hier:
      Das entspricht wohl am ehesten dem PMC, ist allerdings auch kostenpflichtig.

      Schöne Grüße von der Nordsee…

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      • Sebastian sagt:

        Ich bin gerade geschockt. Ich war selbstverständlich davon überzeugt, dass die Umschau von den Apotheken stammt 🙂 Danke für die Aufklärung!
        Wie Pharmama schon geschrieben hat, ist es eine Fach-Leistung und ich bin absolut dafür, dass diese auch bezahlt wird, sei es von der Krankenkasse oder privat. Die gewonnene Lebensqualität, wenn dadurch – hoffentlich – ein paar Pillen und Neben- oder Wechselwirkungen eingespart werden gibt am Ende nicht nur der Krankenkasse, sondern ganz konkret dem betroffenen Patienten einen großen Vorteil.
        Danke für die Aufklärung.

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  5. Liebe pharmama

    Um euch genau bei solchen Fragen zu untersützen, haben wir unter Zuhilfenahme von erfahrenen PMC-Apothekern ein Mustergespräch abgefilmt:

    Und folgendes Strichzeichnugnsvideo für eure Webseiten oder Screens in den Apotheken und zum Teilen auf Plattformen:

    Hier gibt’s Schulungen und POS-Material:

    Präsentiert in der Apotheke wird euch eure Kundschaft auf das Thema ansprechen.

    Liebe Grüsse aus der pharmaSuisse-Kommunikationsabteilung

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    • Pharmama sagt:

      Ah- cool! Das genau mag ich so an unserem Verband: echtes Engagement ! Bis in die Privatblogs 🙂
      Das POS Material kenne ich und hab ich auch. Das ist gut, aber : Glaubt mir, das ist trotzdem nicht leicht anzubringen.
      Die youtube Videos schau ich mir natürlich an … Den für die Websiten kann ich ja auch mal hier bringen …

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      • Coffee sagt:

        jetzt müsste man bei dem Video nur noch was verstehn 😂 die ältere Dame versteht man ganz gut, aber den Apotheker und die 2. Apothekenmitarbeiterin (der ich jetzt lieber keine Position andichte, da lieg ich sowieso falsch) sprechen soooo schweizerisch, faszinierend wie man manche laute über die lippen kriegt… (das merci/ merce mit dem h/ch ist beeindruckend!) wenn hier mal ein Satz schweizerisch geschrieben ist versteh ich das ohne Probleme (kanns mir ja nötigenfalls ein 2. mal oder langsam durchlesen) aber in dem Video habe ich mit ganz viel Konzentration den Sinn von ca jedem zweiten Satz erfasst, meine Mama (die ich anschließend zum anschauen verdonnert habe) hat genau ein Wort verstanden…
        Kann man in der Schweiz auch sagen der/diejenige kommt aus basel/zürich/woher auch immer rein anhand des dialekts oder ist das in der deutschsprachigen Schweiz überall ähnlich?
        und versteht ihr euch untereinander, egal woher ihr kommt (ich mein natürlich den deutschsprachigen Teil der Schweiz)? wenn ich mit meinem bairischen Dialekt in Köln, Berlin oder Hamburg bin, versteht mich niemand, allenfalls teilweise… jetzt weiß ich wie sich Norddeutsche fühlen wenn sie mir gegenüberstehen^^ Bisher konnte ich das nicht so ganz nachvollziehen weil ich noch nie vor dem Problem stand jemanden wegen seinem Dialekt nicht zu verstehn.
        Aber mein Interesse am schweizerischen Dialekt und am sprachlichen Alltag in der Schweiz ist geweckt, hättest du nicht mal Lust darüber einen Post zu verfassen? Dass die Beipackzettel bei euch 3-sprachig sein müssen hast du ja schonmal erwähnt, auch dass du sehr selten dein Schulfranzösisch brauchst. Wie oft brauchst du andere Sprachen außer Deutsch, gibt es wegen Dialekten verständnisprobleme, sprichst du in der Apotheke gar hochdeutsch?
        Dankeschön 😉

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        • Pharmama sagt:

          Ja, anhand des Dialektes kann man ziemlich gut sagen, woher jemand kommt. Teils bis aufs Tal genau 🙂 Ich verstehe die meisten deutschen Dialekte ziemlich gut, auch wenn ich mit reinem Walliserisch Mühe habe mit manchen Worten (was heisst jetzt „lotsen?“ Ansonsten gibt es wenig Verständigungsprobleme zwischen den Dialekten hier.
          Bayrisch finde ich auch lustig zum anhören und verstehe es – Platt ist mir allerdings unverständlich.
          Ausser Deutsch brauche ich persönlich hochdeutsch am meisten, dann englisch, danach französisch. Für Italienisch, das hier auch noch oft gebraucht wird, habe ich meine PA.

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  6. ednong sagt:

    Nun ja,
    fast 50 Franken sind schon eine Menge Holz für wahrscheinlich 15 Minuten Beratung/Information, die man größtenteils selbst schon hat. So gesehen wüßte ich auch nicht, wofür ich die Mehrausgabe tätigen sollte, selbst wenn es die Krankenkasse (hinterher?) mir erstattet.

    Ergo:
    – ihr müßtet herausstellen, was dieser PMC überhaupt umfaßt
    – klipp und klar formulieren, wie lange das dauert
    – aufzeigen, was ich als Versicherter davon für Vorteile habe

    Und das ganze dann vielleicht auf einen DIN-A4-Aufsteller auf dem Tresen, neben der Kasse etc. plazieren. Ist ja dann eher Information denn Werbung …

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    • McCloud sagt:

      Das mit dem Polymedikationscheck dürfte ähnlich wie bei einer Steuererklärung oder bei einem Widerspruch bei einem behördlichen Schreiben sein.

      Wenn man (wie ich) seine Steuererklärung selbst erstellen kann, braucht man keinen Steuerberater und kann sich die Ausgabe in Höhe von 250 Euro sparen. Wenn man die Begründung für einen Widerspruch auf ein behördliches Schreiben selbst verfassen kann, dann braucht man keinen Anwalt, der einem sowas formuliert und dafür auch grob 200 Euro verlangt.
      Wenn man die Wechselwirkungen und die Therapietreue selbst beurteilen kann und weiß, warum man dieses oder jenes Medikament einnimmt, kann man sich die Ausgabe in der Höhe von knapp 50 Franken sparen.

      Wenn man das aber nicht kann, muss man halt eine Fachperson (Steuerberater, Anwalt bzw. Apotheker) hinzuziehen. 50 Euro für 20 Minuten Arbeit finde ich für die Konsultation eines Akademikers absolut in Ordnung, zumal man wahrscheinlich ja auch vorab ein paar Dokumente sichten muss, die in dieser Zeit noch nicht enthalten sind. Der Preis ist vergleichbar mit dem eines Steuerberaters oder eines Anwalts.

      Scheitern könnte es aber daran, dass sich im Gesundheitswesen beim Bürger irgendwie die Einstellung etabliert hat, dass derartige Leistungen kostenfrei sein müssen. Weiterhin könnte es daran scheitern, dass der Nutzen der Ausgabe dem Laien nicht kurzfristig erkennbar ist, sondern sich eher mittelfristig auswirkt (anders beim Steuerberater: Wenn der einem 1000 Euro zurückholt, erkennt man den Nutzen kurzfristig).

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    • Lea sagt:

      15 Minuten finde ich etwas gar knapp, da ich davon ausgehe, dass eine PMC meist erst bei deutlich mehr als vier Medikamenten gemacht wird und oft noch ein oder mehrere Ärzte angerufen werden müssen.
      Wenn ich jeweils spezial Fragen zu meinen Medikamenten habe (zB. Cytochrom P450 3A4), für die mein Apotheker Zeit benötigt, fände ich es gäbig ihn dafür offiziell via KK entlöhnen zu können.
      Am fairsten würde ich ein System wie bei Ärzten finden (zB. 15Min. PMC zu XX Fr. + jede weiteren 5 Min zu YY Fr.), damit es nicht atraktiv ist, den einfachen Kunden einen PMC anzubieten und schwierige zu vergessen.

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    • Pharmama sagt:

      Merke: nicht alle haben all die Info schon … Das sind dann eben die eigentlich besten Empfänger dafür (und nicht, die, die eh schon alles wissen). Nur … Viele können das nicht so … zugeben.
      Den DIN A4 Aufsteller hatten wir auch schon. Plus Prospekte. Rückmeldungen leider mässig.

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    • Pharmama sagt:

      Du musst das nicht in der Apotheke auslegen. Das ist das super-spezielle am PMC: da sind wir gegenüber der Krankenkasse Leistungserbringer wie der Arzt und können das ihr direkt in Rechnung stellen.

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  7. sakasiru sagt:

    Kannst du nicht ein Infoblatt drucken, auf dem erklärt wird was und warum und ganz fett dass die Kassen das übernehmen, und sobald du siehst, dass ein Patient bei dir vier verschiedene Medikamente bezieht (ihr habt ja eure Dossiers), dann drückst du es einfach mit in die Hand: „vielleicht interessiert Sie das, das ist eine Leistung, auf die Sie Anspruch haben“. Punkt. Kostenlose Ansprüche werden doch eigentlich immer gern genommen 😉

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    • Pharmama sagt:

      Ja… Aber auch wenn die Krankenkasse das übernimmt, ist das nicht ganz kostenlos. (Was ist das schon wirklich?) Wir haben in der Schweiz die Franchise ( der Teil, den man erst mal selber bezahlt), und nach Erreichen von dem ist da noch der Selbstbehalt von 10%.
      Trotzdem ist das ein gutes Angebot. Speziell für Leute, die regelmässig Medikamente nehmen müssen (das Zielpublikum), die haben die Franchise oft schnell erreicht… Und dann sind das nur 4.85.- … Für die Privatsitzung mit ihrer Apothekerin.

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  8. Nanny Ogg sagt:

    Werbung dafür darfst Du nicht machen – aber Du darfst darüber informieren, oder?
    Meine Stammapotheke (in D) hat Info-Flyer zu verschiedenen Gebieten ausliegen, die auch immer mal wieder wechseln. Sei es zu Kräutern, über verschiedene Krankheiten, Impfungen… Das hat in meinen Augen wenig mit Werbung zu tun, auch wenn ich die vorgestellten Kräuter dort kaufen kann.

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  9. dassteph sagt:

    Gibt es das in Deutschland auch? Würde ich gerne machen lassen

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  10. aga80 sagt:

    Ich kann deine Motivation schon verstehen, aber die meisten sind einfach nur noch genervt, von Treueherzen, Extrapunkten, Papal und den Maltes und Saras, die einem eben nur mal was vom WWF/Brot für die Welt/was weiß ich noch alles erzählen wollen, was ich schon für Flyer von Linkspartei bis NPD schon abgelehnt habe, hier fliegen noch 3 SPD und ein CSU Kugelschreiber rum … man wird einfach dauernd mit Werbung konfrontiert und schaltet einfach ab.
    Da gehen so sinnvolle Programme einfach im Hintergrundrauschen unter … hängt ein Plakat aus, sprecht Stammkunden an, dann wird es sich auch herumsprechen.

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    • Einerseits was zu den Herzen:

      Andererseits ein Shirt für Bonus-Gernevte:

      (Disclaimer: Weder arbeite ich für eine der verlinkten Seiten, noch bekomme ich irgendeine Vergütung für irgendwas von denen. Aber Andreas Rebers sollte man sich mal länger anschauen…)

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      • Pharmama sagt:

        Das Shirt fände ich okay – erspart es mir doch Nachfragen.
        (Nur kenne ich dann gewiss solche die dann nach der Transaktion fragen, ob ich das auch auf ihre Kundenkarte genommen habe …)

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      • aga80 sagt:

        Ja mit Rebers kann ich dir nur Recht geben, hab mir sein Programm an Pfingsten im Lustspielhaus in München angeschaut, er hat zwar manchmal recht verschachtelte Geschichten, aber die gehen gut auf und er geht auch auch Tagesaktuelles ein … aber nicht jeder kommt mit seiner Art klar … .

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  11. … oder die Apotheke schreibt die notfallrelevanten Medikamente auf die Versichertenkarte des Patienten und kombiniert das sinnigerweise mit einem PMC :-). Der Patient weiss über seine Medikamente Bescheid, diese sind auf seiner Versichertenkarte hinterlegt für den Fall der Fälle und in diesem Fall ist die Dienstleistung für den Patienten kostenfrei, da sie über die Versicherung abgerechnet werden kann.

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  12. nurso sagt:

    Nur so eine Frage, weil das im oben genannten Schulungsvideo so nicht vorkam: Gibt man dem Kunden nach so einem PMC dann eine schriftliche Zusammenstellung der Informationen mit? Also eine Tabelle mit 1. dem Namen der Medikamente 2. der korrekten Einnahmemenge 3. der korrekten Einnahmezeit 4. einer Erklärung zur korrekten Anwendung 5. einer Notiz zur Wirkung 6. …was auch immer sonst noch wichtig ist? Denn ich denke, gerade bei überforderten Kunden, bei denen es einfach ’nur‘ um die Therapietreue geht, wäre eine solcher Check ansonsten langfristig sinnlos…

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  13. nurso sagt:

    Ach ja, was ich sonst noch sagen wollte: Dieses Argument „ist ja gratis, die Krankenkasse bezahlt’s“ finde in jedem Fall, also auch hier, unangebracht. Entweder ein Angebot oder eine Therapie ist sinnvoll/notwendig, dann soll man es in Anspruch nehmen können, oder es ist sinnlos, dann lässt man es bleiben – egal ob die Krankenkasse zahlen würde oder nicht. Ein Angebot in Anspruch zu nehmen, nur weil die Krankenkasse (also wir Versicherten!) es bezahlen, finde ich einfach nur daneben. Aber ja, mir ist klar, dass ich mich auf einem Apothekerblog befinde, und die Apotheken natürlich ein Interesse daran haben, möglichst viele PMCs zu verkaufen… aber eben genau in diesem Licht muss man die Argumentation sehen.

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    • Pharmama sagt:

      Ganz gut lesen: Ich schreibe immer, dass es nichts gratis gibt. Irgendwer bezahlt immer.

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      • nurso sagt:

        Wenn das bewusst ist – dann ist gut. Habe eben gerade den Kommentar von sakasiru gelesen, wo es recht deutlich so steht, und vielleicht bin ich halt auch etwas allergisch auf dieses (in der Bevölkerung leider immer noch weit verbreitete) Argument – und dass im Blogeintrag und auch bei den Kommentatoren von ‚mehr verkaufen‘ und ‚besser bewerben‘ die Rede ist und der Hinweis auf die Kostenübernahme auch nicht gerade im Kleingedruckten vertreten ist, hat meine Allergie sicher auch nicht gerade vermindert.

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  14. dassteph sagt:

    Huhu ihr lieben, da ich noch keine Antwort von euch hatte, obs das in D auch gibt, hab ich heut meine apo angerufen und o-ton bei mir und meinen medis könnte keiner mehr genau sagen was jetzt mit was korreliert und was nicht… ich weiss das das hat auch mein doc gesagt, ich komm ja soweit auch klar mit dem zeug, aber interessieren würde es mich schon mal wie schlimm es ist. Vielleicht gibts ja hier jemand den es interessiert sich da rein zu fuxen? Lg u danke

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  15. turtle of doom sagt:

    Nachtrag: Im lokalen Käseblatt hatte eine Apotheke soeben für einen Polymedikationscheck geworben. In der Rubrik „Dies und Das“ erschien im redaktionellen Layout der Zeitung eine arrrghs… Publireportage über diese Apotheke. Eine umfassende Übersicht darüber, was diese Apotheke so leistet – Blutdruck, Blutzucker, diese und jene Beratung… Da wurde eben auch erwähnt, welchen Leuten dieser PMC empfohlen wird, und wann man ihn unentgeltlich in Anspruch nehmen kann.

    Soviel zu Apothekenwerbung.

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  16. Mary sagt:

    Wie wahr! Den PMC an den Mann/die Frau zu bringen ist wirklich alles andere als leicht!
    Übrigens, ich dachte den kann man 2x im Jahr durchführen (resp. alle 6 Monate), oder hat sich da was geändert?

    Lg

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  17. Oder du bietest in deiner Apotheke unser Projekt Notfalldaten an. Apotheken können Notfallkontakte, Medikation und Hinweise auf Patientenverfügungen bzw. Organspenderausweise auf die Versichertenkarten schreiben. Das Hinterlegen der Medikation kann man dann mit einem PMC verbinden 🙂

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    • Pharmama sagt:

      Richtig. Nur dass zu diesem Zeitpunkt, die allermeisten Apotheken diese Möglichkeit noch gar nicht haben / das anbieten können wegen fehlender technischer Grundlage.

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