Dafür ist keine Zeit!

Das war eine unglaublich hektische Woche. Speziell der Freitag.

Ein jüngerer Mann rennt in die Apotheke, er schaut … zerzaust aus und hat riesige Schweissflecken auf dem T-Shirt.

„Ich brauche Hilfe. Ich muss etwas haben, um jemanden zum erbrechen zu bringen, ansonsten stirbt er!“

Wa…?

Pharmama: „Da kenne ich leider gar nichts mehr (früher gab es noch Ipecac Sirup). Sie sollten sofort mit ihm in den Notfall gehen, oder die Sanität rufen, wenn es so schlimm ist.“

Verschwitzter Mann: „Dafür ist keine Zeit, er wird sterben!“

Und rennt wieder raus. Keine Ahnung, wohin.

Ich verstehe nicht ganz, wie man in einer Situation sein kann, wo es zu spät ist für die Sanität/den Notfall, aber etwas, das man in der Apotheke kauft, kann ihn noch retten? Ehrlich, ich hoffe, er war etwas dramatisch – vorher gesehen habe ich ihn noch nie.

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26 Antworten auf „Dafür ist keine Zeit!

  1. man geht eher in die Apotheke oder sonstwohin wenn das rufen der Sanität die Polizei mit auf den plan rufen würde. Das was du schreibst errinert mich an früher (mitte 00er) wo es öfters Todesfälle gab weil ein GBL Abhängiger seine literflasche nebens Bett gestellt hat und versehendlich einen zug aus Ihr anstatt der sprudelflasche genommen hat (leider hatte er es nicht überlebt… R.I.P. )

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  2. Vielleicht war es ja eine Art Mutprobe oder er hatte eine Wetter verloren und der Auftritt war der wetteinsatz. Manche Leute kommen auf die seltsamsten Einfälle aus einer Bierlaune heraus.

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  3. Sonderbar.

    Aber was soll man tun, ausser hartnäckig nachzufragen, was passiert ist, und anbieten, Sanis und Notarzt zu rufen?

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  4. Was ist aus dem guten alten „Finger-in-den-Hals“ geworden? Und bei Gift kann es doch mal schnell gehen müssen? Vielleicht hat sein Kind wie in der Werbung das Putzmittel ausgetrunken… Und so als Laie sieht vieles lebensgefährlich aus.

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    1. @zwerg
      Es gibt aber Menschen, die dabei nur würgen, aber nicht erbrechen „können“.

      @Pharmama
      Ich meine mich zu erinnern, dass Erbrechen in manchen Fällen (wie halt Reinigern o.ä.) mehr schadet als nützt.
      Gibts dafür irgendwelche Hausmittel, um schnell helfen zu können (Trinken zum Verdünnen?) oder bleibt nur der Anruf beim Notarzt?

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      1. Erbrechen ist in vielen Fällen eher schädlich (Faustregel: bei allem was ätzt oder schäumt), daher wird grundsätzlich davon abgeraten. Mund gut ausspülen und dann zum Verdünnen bzw. zum Reinigen der Speiseröhre einfaches Wasser trinken.

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      2. @chena:
        Schau Dir mal folgenden Link an:

        Die Seite ist vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung. Man kann sich dort fürs IPhone oder Android-Handy eine App herunterladen, die beschreibt, wann man bei Vergiftungen (chemische Produkte, Medikamente, Pflanzen/Pilze und Spielzeug) bei Kindern Erbrechen auslösen sollte und wann nicht. Es wird auch beschrieben, in welchen konkreten Fällen man etwas zu trinken geben soll und wann nicht. Die App ist kostenfrei. Vieles, was darin beschrieben ist, gilt für Erwachsene analog. Man kann sich damit auch schnell telefonisch mit dem nächsten Giftinformationszentrum verbinden lassen.

        Letztlich bleibt bei Vergiftungen immer nur der Anruf beim Notarzt. Man kann aber schon viel im Vorfeld tun.

        @Pharmama: Ich hoffe, die Werbung geht ausnahmsweise in Ordnung.

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          1. Mal will ja nicht trollen. Ich hatte mir die App aufgrund eines Artikels in der Deutschen Apothekerzeitung heruntergeladen ( ). Ich finde sie auch als Apotheker ganz schick, wenn man selbst kleine Kinder hat. Manchmal hat man gewisse Dinge spontan nicht immer parat.

            Beispiel: Unter WC-Reiniger kommt als Erste-Hilfe-Empfehlung (gekürzt) „Mund auswischen; Haut abwaschen; Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben; Bei nur tensidhaltigen Produkten: Gabe von ca. 1 TL Entschäumer; Produkt/Etikett bereithalten; Giftinformationszentrum anrufen, ob Ätzwirkung; Beschwerden –> Kinderarzt/Kinderklinik, Produkt mitnehmen“

            Oder Waschmittel (auch gekürzt): „Sofort Reste aus dem Mund entfernen, ggf. Augen mit viel Wasser spülen; 1 TL Entschäumer; kein Erbrechen auslösen; nur wenige Schlucke Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben; Bei Erbrechen: Kind aufrecht nach vorn gebeugt halten; Ruhe bewahren; ggf. Giftinformationszentrum anrufen; nur wenn Kind heftig und anhaltend hustet, ist eine kinderärztliche Untersuchung notwendig“

            So grob kann ich die Aussagen zwecks Erste-Hilfe unterschreiben. Die einzige Ausnahme: Ich wäre mit meinen Kindern immer beim Arzt, wenn die etwas geschluckt haben, was sie nicht schlucken sollten.

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          2. Ein Entschäumer ist eine Substanz, welche die Schaumbildung verhindert bzw. rückgängig macht.

            Wird am häufigsten verwendet, wenn ein Kind Spülmittel verschluckt.

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          3. @sakasiru: Ich habe die Aussagen der App – wie von mir angegeben – gekürzt. Exakterweise ist in der App angegeben, dass man bei einer Vergiftung mit einem Tensid als Erste-Hilfe-Maßnahme „Entschäumer (Entblähungstropfen, z.B. mit Dimeticon)“ geben solle. Handelsnamen dafür sind in Deutschland z.B. „SabSimplex“, „Lefax PumpLiquid“ oder „Espumisan“. Das haben – von mir geschätzt – 90% der Haushalte mit Kind im Arzneischrank, da man das auch als Standardarznei gegen Blähungen bei nem Kleinkind gibt.

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      3. Kein Hausmittel – am besten die Tox-Zentrale anrufen, die sagen einem genau für den entsprechenden Fall, was man machen soll – denn das ist nicht immer dasselbe, wie du erwähnt hast.
        In der Apotheke habe ich ein Antidotasortiment und Aktivkohle – aber das zu verabreichen würde ich auch (nur) zusammen mit dem Tox-/Giftzentrum machen wollen.

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  5. emetophobie bezeichnet in erster linie die eigene angst vorm übergeben. das viele betroffene auch ‚fremd-kotz-panik‘ haben, ist aber auch tatsache.

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    1. @Debbie

      Ich hab mal danach gegoogelt, weil es mir ähnlich geht wie Pharmama:

      „Insbesondere ist das Essverhalten bei vielen Betroffenen gestört, da manche Betroffene auf Grund ihrer Phobie nur sehr wenig oder unregelmäßig essen können oder bestimmte Nahrungsmittel meiden. Drei Viertel der Befragten einer Studie[1] gaben an, dass sie eben auf eine gewisse Art und Weise essen bzw. nur bestimmte Lebensmittel zu sich nehmen und/oder bestimmte Rituale rund um das Essen pflegten, z. B. exzessives Waschen oder wiederholtes Überprüfen der Haltbarkeit der Lebensmittel, da sie befürchten vielleicht ein Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, das bereits verdorben sein könnte. So vermeiden auch viele Emetophobiker Restaurantbesuche, da sie dort die hygienische Zubereitung sowie die Haltbarkeit der Lebensmittel nicht überprüfen können.

      […]
      Diagnostik:
      – Die Angst ist stark ausgeprägt und besteht seit langer Zeit.
      – Die Person ist sich bewusst, dass diese Angst übertrieben, also unangemessen ist.
      – Die phobischen Situationen werden gemieden oder nur unter Angst oder starkem Unbehagen ertragen (Vermeidungsverhalten).
      – Die Angst führt zu einer deutlichen Einschränkung der beruflichen, schulischen oder sozialen Aktivitäten bzw. der Lebensführung. “

      Ich denke nicht, dass einfach nur ein sehr großer Ekel davor gleich eine Phobie ist.

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      1. @chena: es gibt ganz unterschiedliche ausprägungen, von total arg bis kaum beeinträchtigend.
        ich bin nicht hier um diagnosen zu stellen und dergl.
        und ‚ekel ungleich phobie‘ ist auch richtig
        aber ich dachte über 20jahre ‚damit‘ allein auf der welt zu sein und hätte auch nie gedacht, dass es einen namen ‚dafür‘ gibt. deshalb habe ich diese phobie einfach mal hier in den raum geschmissen.

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  6. Hm. (Zu viele) Drogen ver-/geschluckt? Ein ehemaliger Kumpel von mir mußte mal einen Marihuanablock oder so etwas vor seiner Mutter verstecken und hat ihn aus Versehen geschluckt, der Trip dauerte wohl sehr lange und verlief nicht schön.

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