Schreck-lich

Heute mal aus der Rubrik: Wie erziehe ich mein Kind?

Eine Mutter mit sehr jung aussehendem Teenager in der Apotheke: „Können Sie mir rasch helfen?“

„Mein Sohn will wissen, was eine Baby-Ausstattung so kostet.“

(Er sieht nicht so aus …)

„Könnten Sie uns mal zeigen, wie das mit dem Essen und den Windeln aussieht für … sagen wir eine Woche?“

Ich bin etwas überrascht, kann mir aber denken, wo das hinführt.

Ich zeige ihm also die Milchen und rechne grob durch, wieviel das so macht in einem Tag, in einer Woche … dann wenn die Breie dazukommen … dann natürlich die Windeln. „So ein Pack kostet … und hat X Stück drin. Pro Tag wechselt man bei einem Baby zwischen 4 und 10 x die Windeln, sagen wir durchschnittlich 6 x, dann hält das …“

(Taschenrechner sind was schönes, möchte ich hier anmerken)

„Und dabei wären wir noch nicht mal bei der Kleidung oder wenn man etwas an Medikamenten braucht, Arztbesuche und Krankenkasse …“

Der Sohn hat vorher schon nicht sehr glücklich ausgesehen, bei der Liste wird sein Gesicht immer länger …

zur Mama:  „Ich hab’s begriffen… können wir jetzt bitte gehen?“

Die Mutter: „Noch nicht. Können Sie uns helfen, einen Schwangerschaftstest auszusuchen?“

Das war sicher …. eindrücklich. Ich hoffe, es ist bei dem Schreck geblieben.

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23 Antworten auf „Schreck-lich

  1. Hm, in der Schweiz zahlt man Krankenversicherung, Arztbesuche und Medikamente für die Kinder? In Deutschland wird ein Baby beim Elternteil mitversichert und dann sind auch die Medikamente zuzahlungsfrei. (bis auf wenige Ausnahmen).

    Es mag ja daran liegen, das ich kein Teenager mehr bin und ein volles Gehalt habe, aber ich war ja erstaunt wieviel billiger mein Baby so im Unterhalt ist als erwartet. :p Und dabei kann ich nicht mal mehr stillen.

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    1. Ja, in der Schweiz muss jede Person (und Kind) selber eine Krankenversicherung haben. Für Arztbesuche bekommt man meist erst mal die Rechnung, die kann man dann der Krankenkasse einschicken. Die Medikamente kann die Apotheke im Normalfall der Krankenkasse direkt abrechnen AUSSER man hat eine der Krankenkassen, die keinen Vertrag mit den Apotheken haben. Dann zahlt man sie auch und schickt sie dann ein.

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    2. Das gilt aber nur für die gesetzlich Versicherten – die privatversicherten Babys (bzw. ihre Eltern) müssen auch erst alles vorstrecken: Arztkosten, Medikamente etc. Und kostenlos ist die Versicherung auch nicht, vom ersten Lebenstag an kostet es eigene Beiträge.

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  2. Nunja, allein den Kostenaspekt der Sache zu betrachten ist natürlich etwas einseitig. Vielleicht das Einfachste vorzurechnen. Vielleicht war die Hauptsache dabei auch die Demütigung das ganze in der Öffentlichkeit zu machen. Ihn selber den Schwangerschaftstest kaufen zu lassen hätte da meiner Meinung nach aber auch gereicht, und den Rest kann man dann im privaten Rahmen diskutieren.

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      1. Für eine Teenager schon, da ist es ja schon tiefpeinlich Kondome zu kaufen. Außerdem, ist Demütigung eine sinnvolle Erziehungsmethode?

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  3. Hm,
    es ist okay, ihm die Kosten vorzurechnen.

    Dennoch: Sie hat sich ja auch Kinder – zumindest ihn – „angeschafft“.
    Des weiteren: wenn er ihr Sohn ist, wird seine Freundin nicht zur Familie gehören (also hoffentlich). Demnach dürfte doch die Freundin da auch ein Wörtchen mitzureden haben. Und sich für eine Abtreibung auf Grund der Kosten zu entscheiden – ist zwar nachvollziehbar, sollte aber nicht der Regelfall sein/werden.

    Außerdem ist es nie ausgewogen, immer nur eine Seite der Medaille zu betrachten.

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    1. Absolut. Aber von wegen dem „anschaffen“ … da kommt es häufig auf den (gewählten) Zeitpunkt an. Und ob die Freundin wirklich schwanger / eine Abtreibung in Aussicht hat … wissen wir nicht.

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  4. Das erinnert mich an einen GEO-Artikel, den ich vor Jahren mal las.
    Darin ging es um eher ländliche Teile der USA, in denen man versuchte, Teenie-Schwangerschaften zu verhinderte, indem man den Mädchen aufzeigte, wie beschwerlich so eine Schwangerschaft doch ist. Und wie anstrengend so ein Neugeborenes.

    Einfach über anständige Verhütung aufzuklären kam selbstverständlich nicht in Frage, das würde ja zu Promiskuität führen.

    Ich hab schon mit 15 den Kopf darüber geschüttelt…

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  5. Von Kinderwagen, Bett, Kleidung, Pflege-/Hygieneprodukten neben den Windeln us.w. war ja noch gar nicht die Rede…

    Eventuell ging es um die Sinnhaftigkeit der Verhütung und die Kostenrelation zwischen einem Kondom und einer Baby-Ausstattung. Und da Kinder manchmal besser zuhören, wenn jemand anderes, als die eigenen Eltern etwas erklärt/vorrechnet, ist der gewählte Weg für den Sohn einprägsamer… Und während der Rechnerei ist ihm vermutlich aufgegangen, dass diese Kosten sein eigenes Einkommen (derzeit) übersteigen und die Investition in den Kauf eines Kondoms für ihn eine gute Idee ist.

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  6. Na, ich könnte mir auch vorstellen, wie es dazu gekommen ist, dass es eine Sache des Geldes war. Sicher war da irgendein Gespräch in der Art wie Folgendes vorangegangen:

    Mutter: „Und was ist, wenn deine Freundin schwanger wird?“

    schulterzuckender Teenager: „Dann kriegt se das Kind halt.“

    Mutter: Und wovon wollt ihr leben? Dein Vater und ich wollen dich, deine Freundin und euer Kind nicht bis in alle Ewigkeit unterstützen.“

    Teenager: „Ich kann ja das Geld nehmen, was ich für meinen Führerschein gespart habe. Und wenn ich dann mit meiner Lehre fertig bin, verdiene ich selbst!“

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  7. Ähm… ich finde das „Gespräch“ in mehrfacher Hinsicht falsch.

    Zum ersten wundert es mich, dass DU, Pharmama, diese ganze Rechnerei gemacht hast. Das ist definitiv nicht deine Aufgabe als Apothekerin. Auch finde ich es bedenklich, dass du dich freiwillig evtl. an einer „halböffentlichen“ Demütigung beteiligt hast. Die Mutter kann ihm das gerne alleine zu Hause durchrechnen…

    Und ganz nebenbei „funktioniert“ die Rechnerei so auch gar nicht. Materielle Kosten verursacht so ein Baby viel weniger, als du hier aufzählst – was man neu kaufen muss (z.B. Windeln) gibts im Drogeriemarkt deutlich günstiger als in der Apotheke. Viele andere Dinge (z.B. Kleidung/Kinderbett) gibt es in unserer Überflussgesellschaft für nen Appel und n Ei auf Basaren/Flohmärkten.

    Nein, der wahre „Nachteil“ eines Babys sind weniger die finanziellen Kosten, die es verursacht – die sind nicht so hoch wie man denkt. Viel „schlimmer“ (gerade für Jugendliche) ist, dass man für ein Baby ganz viel seiner Selbstständigkeit und Freiheit aufgeben muss.

    Stück für Stück kommt die zwar wieder, aber gerade die ersten zwei Jahre sind Babys 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche von ihren Eltern abhängig. Den Willen, die eigenen Bedürfnisse hier unterzuordnen, denn bringen doch nicht mal alle „älteren“ Eltern auf, die sich schon selbst verwirklichen konnten…

    Diese Erkenntnis hat so ein Jugendlicher sicher nicht, indem man ihn in die Apotheke schleppt und von einer fremden Frau eine Mehrbelastung von X € monatlich ausrechnen lässt…

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    1. Wenn ich nur machen würde, was bei mir in der ursprünglichen Job-beschreibung steht … :-)
      Ich denke, man muss das von der Seite anpacken, die bei der Person am meisten Erfolg verspricht. Für die einen mag das die Einsicht sein, dass sie damit ihre Freiheit aufgeben, für die anderen der Geldbeutel, für die dritten hilft vielleicht wirklich ein Appell an die Moral?

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  8. Sicher, die Mutter hätte dem Sohn die Kosten selber vorrechnen können – aber von fremden Leuten nehmen die lieben Kinderchen/Teenager doch eher was an.

    @ Cassa

    Du hast vergessen, zu erwähnen: stillen ist kostenlos…

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  9. Stehe ich jetzt völlig auf der Leitung? Wollte die Mutter den Sohndazu bringen zu verhüten? Oder seine Freundin zur Abtreibung zu überschwatzen?
    Ob Kosten ihn davon abschrecken, eher nicht. Wohl eher ein Besuch bei einer Familie mit 3 kleinen Kindern….
    Ich witzeltevor ca 17 Jahren, Big Brother bei uns gefilmt würde Schwangerschaften extrem verhindern ;-)

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    1. Ich schätze, dem Herrn Sohn sollte ein verantwortungsvollerer Umgang mit dem Thema „Verhütung“ eingebläut werden … aus dem Kauf des Schwangerschaftstests schließe ich, er hat zugegeben, dass „in der Hitze des Gefechts“ keiner der beiden dran gedacht hat, findet das aber nicht sonderlich schlimm (s.o.), was Muttern wiederum auf die Palme gebracht hat.

      Von Abtreibung lese ich da jetzt erstmal nichts rein.

      Und ich muss sagen … wirkungsvoll. Wäre es zumindest bei mir gewesen (nicht dass ich dafür einen Anlass geboten hätte, aber … ).
      Auf jeden Fall sehr viel mehr als eine Moralpredigt am Küchentisch, wie oben vorgeschlagen wurde.

      Und @Pharmama: Ich glaube, für Jungs in dem Alter kann es sehr wohl sehr peinlich sein, einen Schwangerschaftstest kaufen zu müssen … vor allem, wenn Mama daneben steht ;-)

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      1. Da sie so auf den Kosten rumreitet schätze ich eher, dass er sich geweigert hat sein Taschengeld für sowas blödes wie Kondome auszugeben. Woraufhin sie ihm dann vorgerechnet hat dass er mit Kondomen allemal billiger hinkommt als mit einem Baby.

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  10. Ich schätze, das der sohn eine Freundin hat, aber keine Lust auf Kondome und seine Mutter wollte ihm einfach nur aufzeiogen, was auf ihn zukommt, wenn die beiden das risko wieter eingehen und das eine packung Kondome deutlich günstiger ist.

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