Eine Antwort.

… auf den deutschen Arzt, der ganz offensichtlich der Meinung ist, dass der Apothekerberuf überholt ist und der sehr gerne die ganzen Medikamente auch bei sich in der Praxis abgeben würde.

(Siehe Kommentare auf den Post: Änderungen in Sichtweite …)

Zuallererst einmal: Ich nehme das als Affront, das mir von Ihnen jegliche Diagnosefähigkeit abgesprochen wird. Ich triagiere zuerst einmal und schicke zum Arzt, was dahin gehört. Wenn es sich um ein gesundheitliches Problem handelt, das ich mit meinem Mitteln behandeln kann, dann mache ich das (und zwar nach einer Befragung über die Vorgeschichte und andere Medikamente etc.). Dafür bin ich auch ausgebildet worden! Unsere Ausbildung wurde schon lange an die aktuelle Situation angepasst – und das funktioniert.

Ganz offensichtlich sogar so gut, dass uns hier in der Schweiz wohl bald noch mehr Kompetenzen in die Richtung gegeben werden. Vor allem was die Weiterbehandlung und Kontrolle von diagnostizierten gesundheitlichen Problemen betrifft. Ich möchte hier vor allem auf Diabetes und Blutzuckerkontrolle und Hypertonie und die Einstellung und Überwachung des Blutdruckes hinweisen. Es gibt in der Schweiz schon Zirkel wo Ärzte und Apotheker in diesen Bereichen zusammenarbeiten – zum Wohle des Patienten. Das ist nicht nur eine „Arbeitswegnahme“ bei den Ärzten. Die Ärzte, die da mit den Apothekern zusammenarbeiten sehen die nicht als Konkurrenz, Sie sehen das als Ergänzung und als Entlastung. Die Ärzte untersuchen und diagnostizieren die Patienten, die Apotheker beraten dabei die Ärzte bei der Wahl des Medikamente und machen die Nachsorge: Adhärenzkontrolle und Blutdruck- Blutzucker-Kontrolle bei den Patienten. Bei auftretenden Therapieproblemen, wie wenn zum Beispiel das Mittel nicht genügend wirkt, wird mit den Ärzten Rücksprache genommen und neu eingestellt. Das spart nicht nur dem Gesundheitssystem Kosten wegen weniger Arztbesuchen, sondern auch, weil diese Patienten tatsächlich einen besser eingestellten Blutdruck / Blutzucker haben … und demnach weniger Folgeprobleme.

Es existieren Studien, die den Erfolg dieses Systems nachweisen (ich bin jetzt bloss zu faul zum suchen).

Aber zur Selbstdispensation des Arztes: In der Schweiz mag das mit dem Medikamentenlager beim Arzt noch (halbwegs) funktionieren – speziell weil die leider immer noch nicht die gleichen Voraussetzungen erfüllen müssen, wie wir in der Apotheke. Aber angenommen, das würde in Deutschland eingeführt mit dem Gesundheitssystem, das ihr jetzt habt?

Ach ja, ich denke (nach dem was ich lese), dass das System der Rabattverträge in Deutschland von Ihnen noch nicht ganz verstanden wurde (was ich erstaunlich finde, aber es zeigt vielleicht auch, dass Sie nicht soviel Ahnung haben von der Abgabe der Medikamente, wie Sie denken). Lassen Sie mich erklären, wie das funktioniert (und die deutschen Apotheker mögen mich korrigieren, wenn etwas davon nicht stimmt). Die verschiedenen Krankenkassen machen alle paar Monate für verschiedene Wirkstoffe Ausschreibungen. Die Pharmafirmen geben Gebote ab, wieviel sie für die Medikamente verlangen würden. Die Krankenkasse macht mit der für sie günstigsten Firma Verträge – die Rabattverträge. Wieviel die Firmen dann tatsächlich für die Medikamente von den Kassen verlangen und wieviel die Kassen da sparen, weiss keiner, da die Kassen das nicht offenlegen müssen. Sie beharren aber entsprechend bei den Apotheken darauf, dass nur die Medikamente abgegeben werden, wo die Kasse die entsprechenden Rabattverträge hat.

Ich persönlich finde das eine unglaubliche Sache, dass derartiges überhaupt gemacht wird! Da schreibt die Krankenkasse – die nun wirklich nur wirtschaftliche Interessen hat und keinen medizinischen oder pharmakologischen Hintergrund – den Ärzten und Apothekern vor, welches Generikum sie verschreiben / abgeben müssen. Da müssen Sachen substituiert  werden, wo ein Wechsel eine so grosse Änderung der Bioverfügbarkeit zu Folge hätte, dass man den Patienten faktisch neu einstellen müsste. Das kann man (mit Mühe) in der Apotheke verhindern – allerdings nur mit grossem Bürokratischen Aufwand (muss alles festgehalten werden und ein Formfehler führt auch zur Nullretaxation: siehe unten). Da müssen den Patienten ständig wechselnde Generika abgegeben und erklärt werden … und gerade bei älteren Patienten sorgt das für Verwirrung und Falscheinnahmen.

Was hat die Apotheke davon? Nur die Arbeit, noch mehr Bürokratischer Aufwand und nichts von dem „ersparten“ Geld. Tatsächlich wird sie auch noch bestraft – und zwar mit sogenannter Nullretaxation – wenn mal ein anderes Generikum abgegeben wurde als das von der Krankenkasse gewünschte oder ein Formfehler auf dem Rezept vom Arzt nicht bemerkt wurde oder etwas nicht ganz korrekt (in den Augen der Kasse) protokolliert wurde.

Eine Nullretaxation ist, wenn die Kasse nicht nur die Differenz des Preises zwischen den Generika zurückverlangt (das machen sie nie), sondern gleich das ganze abgegebene Medikament nicht bezahlt. Je nach Medikament geht es da um hunderte bis tausende von Euros. Das lohnt sich für die Kasse immer.

Übertragen wir diese Situation jetzt also auf die Arztpraxis.

Als erstes müsste der Arzt auch ein Computersystem haben, das auch die aktuellen Rabattverträge der Krankenkassen anzeigt. – Kein Problem. Einfach ein bisschen teuer und muss regelmässig (und zwar nicht nur alle paar Monate, sondern mindestens wöchentlich) upgedatet werden.

Dann die Lagerhaltung der Medikamente:  wie gesagt: verschiedene Krankenkassen, verschiedene verlangte Generika. Es reicht also nicht (wie bei uns möglich) nur 1 Generikum von einer Firma und vielleicht nur 1 oder 2 Grössen davon von einem Medikament an Lager zu halten.  Das sind pro Wirkstoff mehrere.

Und: sie wechseln gelegentlich.

Damit müssen Sie auch alle paar Monate auch ihr Lager anpassen.

Viel Spass mit der Lagerhaltung in der Arztpraxis – aber Sie haben ja gesagt, das sollte für eine frisch eröffnete kein Problem sein? Platzmässig nicht und finanziell wohl auch nicht?

Natürlich … könnten Sie die Medikamente dann auch bestellen. Das geht in der Apotheke innerhalb eines halben Tages, für die Schweizer Ärzte (nach dem was Sie gesagt haben) innerhalb eines Tages … aber dann muss der Patient ja auch wieder zu Ihnen zurück-kommen. Da existiert dann kein Vorteil mehr gegenüber der Abgabe in der Apotheke.

Dann … angenommen, die Krankenkasse setzt bei Ihnen die gleichen Mass-stäbe an, wie bei den Apotheken und retaxiert „falsch“ abgegeben Generika auf Null. Ich könnte mir vorstellen, dass das  finanziell so belastend würde, dass selbst Sie Sich das mit der Medikamentenabgabe nochmals überlegen würden. Aber es ist ja alles für das Patientenwohl, richtig?

Bei Ihren ganzen Überlegungen, dass das ja die Apothekenhelferin in der Praxis ja auch könnte mit dem entsprechendem Interaktionsprogramm vergessen Sie, dass die Anzeige der Interaktionen nur das eine ist. Die Interpretation das zweite. Nicht jede Interaktion ist gleich schwerwiegend.

Eigentlich hätte ich gedacht, dass so etwas in den Arztpraxen jetzt schon passiert, bevor ein Rezept herausgeht.  Wäre doch überaus sinnvoll, oder?

Das Gefühl habe ich allerdings nicht, wenn ich die Rezepte hier in der Apotheke sehe. Ich muss täglich mehrmals eingreifen wegen Wechselwirkungen, wegen Dosierungsproblemen etc – selbst bei Sachen, die vom gleichen Arzt verschrieben wurden. Und: ich sehe bei mir in der Apotheke viele Patienten die verschiedene Ärzte besuchen. Bei mir kommt diese Information zusammen. Ja, auch wenn es Ihnen nicht passt – als Apothekerin bin ich die zweite (und unabhängige) Kontrollinstanz der Medikamente. Und ja: es braucht mich auch in Zukunft noch, auch wenn Sie das nicht wahrhaben wollen.

Übrigens: die Öffnungszeiten der Apotheken in der Schweiz sind durchgehend (Notfallapotheken sei Dank) und damit genauso lang wie die der Ärzte (mit dem Notfalldienst). Also *das* ist jetzt wirklich kein Argument gegen Apotheken.

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51 Antworten auf „Eine Antwort.

  1. Aber zum Teil finde ich (mit Rabattverträgen im Hintergrund) euer Schweizer System mit Tiers garant /payant auch besser. Weil ihr sicher sein könnt, euer Geld irgendwie zu bekommen. Ich bin froh, dass ich das nur so halb mitbekomme. Sonst würde ich glaube ich auswandern oder so.

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    1. Ja. Ich finde unser System auch besser. Nicht nur wegen dem Geld. Natürlich bin ich voreingenommen, aber bei uns lässt man die Apotheker noch die Medizinalpersonen sein, die sie sind.

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  2. ich habe ausschließend schlechte Erfahrungen mit der Apotheken-Beratung in Deutschland (meine Freundin ist Ärztin).

    Für mich sind Apotheken in der derzeitigen Anzahl überflüssig – würde folgendes tun:
    – elektronische Patientenakte (Drama.. wird aber kommen)
    – Onlineversand stärken
    – Verdichtung der Apothekenstandorte (MVZs, Krankenhäuser, Ballungsräume – dezentrale Versorgung per Taxi ist im Notfall günstiger).
    – Konzentration aufs Kerngeschäft / Schärfung des Profils: Kosmetik kaufe ich in der Drogerie und nicht in der Apotheke.

    Es gibt viele Leistungen (analog zur Apotheke) die sinnvoll und nützlich sind, wir müssen uns die Frage stellen was wir uns leisten wollen.
    Beim Tante Emma Laden, beim Buchhändler, beim Bäcker, bei der Bankfiliale, beim Hausarzt, .. war es genauso.
    Wenn man merkt, daß man ein totes Pferd reitet sollte man absteigen.

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    1. Ja klar mehr Onlineversand und keine Apotheker vor Ort. Nun erklärt mal meiner Oma wie sie das zu machen hat. da wäre ich dann mindestens 5 mal in der Woche mit ihr am Telefon, da ich nicht zu ihr fahren kann. Mal ganz davon abgesehen, dass meine andere Oma nicht mal Internet hat und auf ihrem Dorf wohl auch keins bekommen könnte. Wieso sollten sich ältere Leute nur für so was Internet anschaffen, vor allem wenn sie mit ihrer Rente eh nicht auskommen?
      Außerdem ist der Onlinehandeln von Medikamenten nicht immer von Vorteil, bei Dauerrezepten wo man die Notwendigkeit für sich planen kann, mag es Vorteile geben. Diese Vorteile verfliegen aber so bald man etwas dringend braucht, sei es nun die Antibiotika oder das Durchfallmedikament oder was weiß ich.
      Auch ist der Onlinehandel wieder eine Stelle wo empfindliche Daten in die verkehrten Hände gelangen können, das ist gar nicht mal so schwer, denn die sind nicht so gut gesichert wie sie sein sollten.
      Die elektronische Patientenakte gibt es ja in Vorstufen schon und diese wurden schon gehackt, ganz toll wenn so empfindliche Daten in falsche Hände geraten. Die falschen Hände sind in dem Fall alle Leute außer der behandelnde Arzt, der Apotheker und der Patient.
      Seit wann ist der Hausarzt ein totes Pferd? Hier sind alle Praxen mehr als genug beschäftigt und die Krankenhäuser sind froh wenn ein neuer aufmacht, da sie dadurch entlastet werden. Stell dir mal vor was mit unserem Gesundheitssystem passieren würde, wenn alle Patienten die jetzt von Hausärzten versorgt werden nur noch in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen könnten, das wäre das reinste Chaos.
      Der einzige Punkt von dir, dem ich zu stimmen kann, ist die Konzentration auf das Kerngeschäft. Sachen wie Kosmetika muss ich wirklich nicht in der Apotheke kaufen. Das sie da verkauft werden hat aber wirtschaftliche Zwänge, denn mit Medikamenten alleine verdienen sie nicht mehr genug.

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    2. Und wie kommt jemand an nicht-rezeptpflichtige Produkte? Müsste meine achtzigjährige Mutter dann eine gebührenpflichtige Rufnummer benutzen, um bei einer Versandapotheke eine Beratung zu bekommen, bei der sie nicht mal angeschaut werden kann? Oder muss dann auch das noch über den Arzt laufen (also zB. „ich habe vom Putzen so aufgerissene Hände, womit creme ich die ein?“ oder „meine Füsse schmerzen, gibt es da was zum Einreiben?“ – in der Apotheke würde sie da auf die Oberschenkel zeigen, aber wie läuft das am Telefon? – in manchen Gegenden Deutschlands geht ein Fuss von der Zehe bis kurz unter dem Hüftgelenk…)
      Und auch bei den rezeptpflichtigen… hast du schon mal erlebt, wie ein Mensch, der nicht mehr gut sieht, einen Medikamentennamen entziffert? Hier im Blog gibts schöne Beispiele, wie kreativ man alles mögliche schreiben (und vermutlich vorher so lesen) kann. Wenn dann aufgrund ähnlicher Produktnamen das falsche geliefert wird, merkt die Patientin das nicht mal, weil sie ja schon weiss, dass wegen der Rabattverträge ständig andere Tabletten kommen… Dann wird statt Blutverdünner vielleicht etwas gegen Sodbrennen genommen.
      Versandapotheken meinetwegen, auch die haben in der modernen Welt ihre Daseinsberechtigung. Aber es gibt zahlreiche Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Und ich kann nicht für jeden Apotheken-Anruf mal eben 700 km zu meiner Mutter fahren.
      @AF: meine Mutter kann nicht mal eine Batterie oder eine Glühbirne wechseln (ohne Witz, ist einfach so), sie könnte nie und nimmer einen Computer bedienen.

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  3. Wegen der Rabattverträge: wenn auf dem Rezept „Aut idem“ NICHT angekreuzt ist dann wird das Medikament abgegeben das die Kasse gerade zahlt. Das System ist einfach.

    (Ich halte NIX von Rabattverträgen aber es gibt sehr viele Ärzte die dahinter stehen und meinen, das mit der Bioverfügbarkeit sei Quatsch)

    Im Gegensatz zu meinem Vorredner bin ich sehr dafür dass Apotheken bleiben ! Online-Apotheken brauchen IMMER mindestens einen Tag bis das Medikament da ist – manchmal benötigt man es sofort ! Wenn die Apotheke (jedenfalls meine) es nicht vorrätig hat und am selben Tag beschaffen kann bekommt man es geliefert, wenn sie es nicht am selben Tag beschaffen kann (passiert selten) dann wird auch mal mit anderen Apotheken telefoniert ob die das vorrätig haben. Und dann sach ich noch Notapotheke.

    Mehr Apotheken auf dem Land ! Eine pro Dorf ! (ebenso mindestens einen Tante-Emma-Laden, eine Bäckerei usw)

    [Unsere Nachbarstadt hat übrigens eine Apothekerin, der gehören zwei Apotheken – eine „eigene“ und dann führt sie eine Filiale einer „Apotheken-Kette“. Die einen Kunden gehen hierhin, die anderen dahin…]

    Ich habe ausschließlich gute Erfahrung mit Apotheken-Beratung, wenn ich bei Ärzten was auf der Packungsbeilage anspreche heißt es immer „lesen Sie die Packungsbeilage nicht, das verwirrt nur“. Apotheker (oder PTA) erklärt dagegen was Sache ist.
    Mag sein dass ich an die „falschen“ Ärzte geraten bin.

    Ich gestehe ich weiß auch nicht 100%ig den Unterschied zwischen Apotheker/in und PTA außer dass erstere/r qualifizierter ist (Studium, soviel ich weiß und das andere ein Ausbildungsberuf ?) aber im Gegensatz zu den meisten in meiner Umgebung weiss ich dass die Leute in einer Apotheke MEHR tun und können als Medikamente verkaufen !
    (Ob in einer Apotheke auch Kosmetik verkauft werden sollte darüber kann man geteilter Meinung sein aber an Tankstellen bekommt man auch mehr als Benzin, Öl und Auto-Ersatzteile…)

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    1. Wenn der Arzt ein netter Kerl ist, dann hat er auch gute Helferinnen und dann könnte er und jene den gleichen Service in einer Arztpraxisapotheke bieten wie die bisherigen Apotheken. Nur, dass hier mehr Kenntnis in Sachen Medizin herrscht.

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      1. Ich glaube, so langsam würde ich Herrn Offenraus ignorieren.
        Seine Argumente wiederholen sich, ohne dass er auf irgendeine Frage deiner- oder Mitschreiberseits eingeht. Und deinen Namen konsequent und offensichtlich bewusst so falsch zu schreiben, dass man merkt, er hält dich für hauptberuflich Mutter, die wegen Nicht-Ausgelastetsein daheim ein bisschen nebenher Globuli verkauft, ist auch nicht die vornehme Art. Die Information, dass du dank einer Volksabstimmung (die in der Schweiz gesetzgebenden Charakter hat, nicht nur eine Befragung ist) dazu gezwungen bist, Placebo-Medikamente auf Kosten der Allgemeinheit zu verkaufen, ignoriert er auch geflissentlich.

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        1. @Irene: Mir selbst ist aufgefallen, dass er der Meinung ist, seinen Doktorgrad in seinem Pseudonym explizit betonen zu müssen, während er gleichzeitig Pharmama ausdrücklich auf den Begriff „Mamma“ reduziert.
          Dabei handelt es sich dann auch noch entweder um einen Rechtschreibfehler (Mutter = Mama) oder er bezeichnet bewusst die Autorin dieses Blogs als „weibliche Brust“ (Mamma). Letzteres wäre der Gipfel der Frechheit.

          Ich frage mich gerade, wie viele diplomierte oder promovierte Apotheker hier kommentieren, die nicht explizit ihren wissenschaftlichen Grad in ihrem Pseudonym betonen.

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      2. Dafür leider Null Kenntnis in Galenik – ich bin jedesmal schockiert wenn ich wg einer Rezeptur die nicht plausibel ist bei einem Arzt anrufen muss, viel Zeit vertuhe um der Helferin zu erklären was dass Problem ist und dann doch nur zur Antwort bekomme “ das schreiben wir schon immer so auf“.
        Toll, dann bekommen ihre Patienten schon immer einen Placebo.
        Und das ist nur ein kleines Beispiel …..

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  4. Ich bekomme einmal monatlich ein Rezept für ein Immunsupressivum, gehe damit jedes Mal in dieselbe Apotheke auf dem Dorf. Immer zum gleichen Datum, das habe ich sechs Monate lang gemacht. Zwischenzeitlich bestelle ich das Medikament online – auch wenn mich einige jetzt verfluchen. Warum? Ganz einfach: Ich musste in der Apotheke hier jedes, aber wirklich jedes Mal mindestens einen Tag warten. Danach war oft nur der erste Teil der Packung da, der zweite Teil kam noch einen Tag später. Ich hatte in der Apotheke darauf hingewiesen, dass ich einmal im Monat komme und dieses Medikament holen werde, ob man das nicht entsprechend vorab bestellen könnte. Konnte oder wollte man nicht. Auch bei anderen Medikamenten gab es mindestens eines, wegen dem ich immer noch mal wieder kommen musste („A und B haben wir da, C nicht. Das muss ich bestellen, das ist dann morgen früh da.“) Zur nächsten Apotheke sind es 15 Kilometer.

    Bestelle ich online, ist das für mich einmal der Weg zur Post. Und danach habe ich das Medikament innerhalb von 24 Stunden hier und bislang auch immer vollständig. Und bei Fragen kann ich dort anrufen und bekomme auch (m. M. n.) eine fachkundige und fundierte Antwort.

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    1. Hallo Katrin – ich verstehe deinen Ärger … und natürlich kann ich nicht genau sagen, warum die Apotheke das nicht für dich an Lager genommen hat. Ich vermute, dass das auch ein finanzielles Problem ist. (siehe dazu auch den Artikel vom Gedankenknick: ). Wenn es sich um Spritzen handelt auch noch um ein Lagerungsproblem und Kühlprodukte kann man bei uns zum Beispiel auch gar nicht retournieren.
      Bei uns in der Schweiz wäre terminiertes Bestellen noch eine Möglichkeit – aber da Du in Deutschland wohl für jedes Mal ein neues Rezept vom Arzt direkt vorlegen musst (Dauerrezepte gibt es ja nicht) bewegt sich die Apotheke da auf grauem gesetzlichen Terrain.
      Die Online Apotheke bekommt das Rezept von Dir per Post und schickt es Dir dann per Post. Das ginge wohl auch bei einer normalen Apotheke so (oder sie können es Dir vorbeibringen). Gleicher Aufwand. Länger ginge das auch nicht. Und eine gute Apotheke würde das wohl auch hinbekommen, dass es nicht nur eine halbe Lieferung jeweils ist. Wobei in Deutschland die normale Apotheke noch in dem Sinne von der Gesetzgebung behindert wird, dass die Auslieferung von einem Apotheker gemacht werden muss – von wegen Fragen. Das finde ich ungerecht: wenn man es für die Online Apotheke reicht, dass man anrufen kann wieso dann nicht auch für die normale Apotheke??

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      1. Hm, bist du sicher, dass ein Apotheker es ausliefern muss? Bisher kamen zu mir fast immer Studenten, die den Lieferdienst übernommen haben. Auch BTM Rezepte wurden von diesen ausgeliefert und ich hab dafür erst 1 Mal unterschreiben müssen, sonst nie. Ich bin sehr froh über diesen Lieferservice, da ich unter Einwirkung von Palexia nicht selber fahre und deshalb von den Arbeitszeiten meines Mannes abhängig wäre.
        Ich habe diverse Allergien und Unverträglichkeiten. In der Apotheke hat man sich immer sehr bemüht, passende Medikamente zu finden…. mein Arzt hat das nicht geschafft! Ärzte sollten Apotheken nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung, als Teil des Gesundheitsteams sehen. ´“Dr. Offenraus“ Argumentation kann ich als Patient nicht nachvollziehen.

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        1. Ich muss zugeben, sicher bin ich nicht. Die Formulierung könnte auch sein „Fachpersonal“ muss die Auslieferung machen. Das bedeutet aber faktisch, dass man zum Beispiel nicht den Lehrling schicken kann – aber die Post darf das für die Online-Apotheken problemlos übernehmen.
          Ich finde leider nicht mehr, wo ich das gelesen habe – vielleicht hilft mir ein deutscher Apothekenmitarbeiter?

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        2. es muss dann durch pharmazeutisches Personal – dazu zählen auch Pharmaziestudenten – geliefert werden, wenn du nicht in der Apotheke beraten wurdest. Dass du fast nie für BtM unterschreiben musst, ist allerdings rechtlich fragwürdig…

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      2. Warum rufst du nicht einfach einen Tag vorher in deiner Stammapotheke an und bestellst telefonisch vor ?! Das funktioniert bei unseren Kunden ohne Probleme, und so ist allen Parteien geholfen. Medikamente, die nur ein Kunde bekommt und die z.T. mehrere Hundert Euro im EInkauf kosten, vorrätig zu halten, ist einfach ein zu großes Risiko für uns … tut mir leid.

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  5. Ich bin schon dafür, dass es weiterhin Apotheken gibt – aber wenn ich zum Beispiel bei mir (Frankfurt) gucke – dann gibt es in einem Gebiet von 1 Quadratkilometer 9!! Apotheken – da stimmt dann in meinen Augen schon etwas nicht. Das sind deutlich mehr Apotheken als Lebensmittelgeschäfte oder Bäcker in diesem Umkreis….

    Sabine

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    1. Korrigiere mich jemand, der es besser weiß: Meines Wissens nach muss eine Apotheke (in Deutschland) eine bestimmte Anzahl an Patienten versorgen (können). Wenn jemand eine neue Apotheke eröffnen will, wird geprüft, wie viele Apotheken und Patienten „im Einzugsgebiet“ ansässig sind. Und eigentlich sollte – wenns genug Apotheken gibt – der Eröffnugn dann auch nicht zugestimmt werden.
      Aber wie gesagt: Korrigiere mich, wer es besser weiß.
      In Großstädten ist die Einwohnerdichte entsprechend hoch, auch in Berlin gibt es einzelne Straßen, in denen man den Eindruck hat, jedes zweite Geschäft sei eine Apotheke. Die Landbevölkerung würde sich über eine höhere Apothekendichte sicherlich freuen.

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      1. Das war mal…..
        Seit 1958 gibt es die Niederlassungsfreiheit (siehe – unter Geschichte) – wo ein approbierter Apotheker eine Apo aufmacht, ist sein eigenes Risiko….er ist eben AUCH Kaufmann und muss als Kaufmann überleben….Wo viele Menschen leben hat man viele potentielle Kunden.
        Ich kenne das nur noch aus Frankreich mit der Konzession – und ob das noch stimmt?

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  6. Pharmamamma, die Öffnungszeiten der Apotheken in St Gallen, das habe ich zugegeben vor 6 Monaten erfahren, waren : Dienstschluss ab 20 Uhr auch in der letzten grossen Apotheke und Sonntag gleich völlig dicht. Stimmt das nicht mehr?
    Den Affront über Ihre Unfähigkeit zur Triage kann ich verstehen. Das sage ich aber jedem, der keine Diagnostikerfahrung in Krankenhäusern gesammelt hat und sich so betätigt. Wenn Sie über die Jahre den Fusspilz und das Histiozytom richtig diagnostizieren können, dann freut mich das. Aber ich komme doch auch nicht auf die Idee mal eben den Airbus Kapitän am Steuerknüppel abzulösen, wenn ich Antoine de Saint Exupery gelesen habe. Wer mit dem weissen Kittel Diagnosen stellt, sollte das beherrschen oder es lassen. Anekdoten über tolle Treffer gibt es viele. Vernünftig ist es nicht. Ich habe es ja schon gesagt, wenn man die exclusive Diagnostik des Apothekers bei OTCs betrachtet, dann zeigt sich das Risikopotential. Er verkauft nach einer Diagnose, die binnen 30 Sekunden am Tresen erstellt wurde. Ohne Anamnese, ohne Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne körperliche Untersuchung. Natürlich auch ohne ärztliche Erfahrung. Sowas ist ein medizinischer Offenbarungseid. Das ist merkantiler Humbug. So werden zB homöopathische Wasser- und Zuckerplacebos oder Säure-Basen-Haushalt-Beschwörungen auf Bauernfängerniveau verkauft. Die Beliebigkeit der Pseudotherapien ist so unüberprüfbar, wie die diagnostische Leistung von Apothekern und ihren Helferinnen, die vom Patienten in diese Rolle gedrängt werden. Ich gebe Ihnen Recht, dass es meistens gut geht. Bei den Ärzten sind ja auch nicht alle Fehler gleich eine Bombe. Aber das darf man deswegen doch nicht unterstützen.
    Ihre Ausführung zum Leiden der deutschen Apotheker unter Rabattverträgen und der SGB-5 Diktatur ist in diesen Aspekten gewiss eine entsetzliche Qual und Ungerechtigkeit. Diese deutsche Regelwut trifft eben nicht nur die Ärzte. Über das Thema Arzneimittelregress wollte ich bei Judi oben erst gar nicht ins Detail gehen. Um der krakenartigen deutschen Irrsinnsexpansion etwas entgegenhalten zu können hilft aber nur ein Streik. Das SGB-5 ist verfassungswidrig und gehört genauso abgeschafft wie der akademische Beruf des Apothekers. Einem verwaltungstechnischen Overkill braucht man nicht mit einem akademischen Overkill begegnen.
    All die verheerenden Details der Ausnutzung von Marktmacht durch Krankenkassenkartelle mit ihren komplexen Details sind ein ordungspolitisches Thema. Dass dies alles sehr lange dauert um es auszuhebeln ist kein Grund zum Nachgeben.
    Arzt-Gruppenpraxen könnten locker eine grosse Apotheke haben. Die rückläufigen Einzelpraxen könnten die Schweizer Situation haben. Patienten hätten die echte und nicht die Arzt-Mimikri-Beratung bei den wenigen sinnvollen OTCs . Bei den Rezept-Fragen des Patienten, die immer die reine Interaktionsbewertung übertreffen, braucht es das Original und das ist der Arzt. Patienten fragen ALLES was ihnen einfällt. Und da kommt der Chemiker und Beipackzettelfachmann leider schnell an eine Grenze.
    Den Vorteil von abendlicher Medikamentenabgabe durch den Hausbesuchsarzt können Sie genauso wenig entkräften, wie Ihre nicht vorhandene Kompetenz in klinischer Medizin. Sie hatten einst eine eindrucksvolle Kompetenz, als Sie Ihr Staatsexamen abgelegt hatten. Sie konnten Medikamente HERSTELLEN. Diese wunderbare Fähigkeit, die heute nur in der Industrie erblühen kann, haben sie in den Winterschlaf geschickt.
    Ich verstehe, dass Sie böse werden Pharmamamma, wenn ich solche Wahrheiten ausspreche. Deshalb erwähnen Sie jetzt die Fehler der Ärzte bei der Rezeptierung so deutlich. Aber das finde ich ja auch gut. Zweitmeinung ist da ganz wichtig aber eben nicht in einem so ungeeigneten Setting. Das ist wie ein Gespräch über die Integralrechnung am Verkaufstisch des Gemüsehändlers. Ich sagte doch, es braucht gute online-Beratung von klinischen Pharmakologen und flächendeckende Interaktionschecks in den Praxen. That`s it. Die Bewertung dieser Kontrollinformationen macht der Arzt, der auch für die Therapie verantwortlich ist. Dann braucht es den akademischen Apotheker nicht. Nur Ihr gutes nichtakademisches Personal. Diese Leute sind unersetzbar.

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    1. Ach, ich denke, Sie haben Ihre Meinung deutlich gemacht. Ich habe meine Meinung deutlich gemacht.
      Ich finde einfach, dass sie vor allem in Deutschland das enorme Potential, das in den Apothekern und Apothekern steckt krass unterschätzen und nicht verwenden. Dadurch entstehen dann auch solche Meinungen wie ihre.

      Dass St Gallen die Ausnahme von der Regel ist, haben Sie schön erfasst. Hier steht auch, weshalb das so ist: (kurz: den selbstdispensierenden Hausärzten ist Dank dafür). Da hätten sie also die Zustände, die sie wollen. Nein, das ist *nicht* Patientenfreundlich.

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    2. “ Die Beliebigkeit der Pseudotherapien ist so unüberprüfbar, wie die diagnostische Leistung von Apothekern und ihren Helferinnen, die vom Patienten in diese Rolle gedrängt werden.“

      Nun gibt es leider Gottes auch eine große Menge niedergelassene Ärzte, die genau das gleiche tun. Die schmücken ihr Praxisschild mit ihren erworbenen alternativ-ganzheitlichen Zusatzqualifikationen und verkaufen munter IGELs wie Glaubuli, Reiki, Bioresonanz und was der Markt noch so hergibt.

      Der IGEL Katalog bietet überhaupt eine Menge merkwürdiger Dinge, die einem als Patient beiläufig untergejubelt werden, selbst bei Ärzten, die ohne alternativ-ganzeitliches Angebot auskommen.

      Haben sich niedergelassene Ärzte allgemein somit ihrer Daseinensberechtigung entledigt?

      Um Medikament herzustellen braucht es kein Pharmaziestudium. Jeder, der einen Kuchen backen kann, kann auch ASS kochen. Ich arbeitet in der Pharmazeutischen Industrie und kann versichern, dass dort eine Menge Chemiefacharbeiter und Ingenieure arbeiten – Pharmazeuten brauchen wir kaum.

      Wenn ich aber wissen will, ob Wirkstoff XY an Rezeptor AB bindet und welchen Einfluss eine zusätzliche funktionelle Gruppe hat, dann befrage ich doch lieber einen Pharmazeuten.

      Die Diagnose stellt ein Arzt, das passende Medikament sucht ein Pharmazeut heraus und die freundliche Pharmaindustrie stellt es her.

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    3. Bei solchen Kommentaren stelle ich mir gerne mal meine Hausärztin vor (oder den behandelnden Arzt im Krankenhaus), …

      – wenn ich kurzfristig etwas brauche (Diabetes Typ 1): ich bin am 2. Januar für längere Zeit ins Ausland geflogen. Ich habe die Rezepte beim Arzt schon im vorherigen Quartal vorbestellt, und auch der Apotheke gesagt was ich brauche. Hätte ich noch auf einen Arzt warten müssen, hätte ich niemals den Flug erwischt.

      – wenn ich ankomme, um mir Schmerzmittel zu holen, wegen simplen Sachen wie Regelschmerzen etc.

      – wenn ich apothekenpflichtige Medikamente brauchen, die aber nicht verschreibungspflichtig sind
      etc

      Ich weiß nicht, wie die Lage in der Schweiz aussieht – in Deutschland sind meines Wissens zu wenige Hausärzte, besonders im ländlichen Bereich. Und wenn Sie tatsächlich Arzt sind: Zu Erkältungszeiten ist die durchschittliche Wartezeit so oder so schon länger.
      Allerdings kann man meiner Meinung nach NICHT von Patienten verlangen, selbst mit den Medikamenten so zu „haushalten“; dass man grob gesagt zwischen Oktober-März nicht wegen einfachen Rezepten zum Arzt muss.

      Klar, Gemeinschaftspraxen könnten eine Apotheke haben. Räumlich und finanziell dürfte sich das bestimmt organisieren lassen. Aber (auch) in Gemeinschaftspraxen wartet man zu Stoßzeiten als nicht-Notfall gerne mal recht lange. Weil Notfälle vorgehen MÜSSEN. Und das Problem ist in einer Apotheke nicht gegeben – zumindest nicht in dem Ausmaß.

      Klar, ein Arzt hat mehr medizinisches Hintergrundwissen, das will ich gar nicht bestreiten. Aber wenn ich mir mal eine -sorry- tüddelige alte Oma vorstelle, die seit Jahrzehnten immer zur gleichen Apotheke geht und alle ihre Medikamente aus dieser Apotheke bezieht. Angenommen, sie geht zu unterschiedlichen Fachärzten, die – Ihrer Meinung nach – alle befugt sein sollten, Medikamente zu verschreiben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie ihre tägliche Medikation nicht zusammenkriegen würde, und so eventuell nicht verträgliche Medikamentenkombis entstehen könnten. Auch wenn wir von einer elektronischen Patientenakte ausgehen – wie wird auf diese zugegriffen? Was, wenn dies nicht klappt? Hier sehe ich die Apotheke eindeutig im Vorteil:

      4 Augen sehen mehr als 2 – AUCH WENN DAS AN IHREM EGO KRATZT. Und ich traue ApothekerInnen durchaus zu, im Zweifelsfall den Arzt anzurufen, à la „Sie haben A verschrieben, aber Patient nimmt auch B. Bereitet das keine Probleme?“ Und ich HOFFE, dass der Arzt nicht zu angepisst ist, um zu reagieren.

      (Auch wenn ich mich damit jetzt äußertst unbeliebt mache: Ich habe den Eindruck, dass sich der werte Herr Doktor nur in seiner Ehre gekränkt fühlt. Aber sehen Sie es mal unter diesem Aspekt: wollen sie wirklich jeden einzelnen Verkauf von apothekenpflichtigen Mitteln in der Praxis nach Konsultation eines Arztes sehen (denn MTAs sind sicherlich geringer qualifiziert als Pharmazeuten, wer hielte da seinen Kopf hin, wenn etwas schief geht?), jede Frage nach homöopathischen Zeug (denke, dass es meistens die „Kunden“ sind, die Homöopathie verlangen), jede einzelne Frage ob eine zerbrochene Tablette den doppelten Wirkstoff enthält, … Mein Tag hat nur 24 Stunden, und Ihrer?)

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      1. Also ich sehe hier das Problem (das auch Pharmama mal beschrieben hat), dass es eben immer weniger alte „tüddelige“ Leute mit einer Stammapotheke gibt, sondern die Leute ad libitum wechseln. Und hier bringt dann der Vorteil einer eventuellen Stammapotheke eben nichts, weil die Leute die Möglichkeit dazu eben explizit unterlaufen. Außer natürlich, das Patientendossier (eben auch elektronische Krankenakte) wäre überall gleich und in Echtzeit verfügbar.

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    4. Ich möchte Sie gerne auf die Auswertung der bisherigen Entwickulung der Selbstdispensastion der Ärzte aufmerksam machen.
      Wie Sie auf dieser seite erkennen können, sind nach der Umstellung der Abgabe der Medikamente durch Ärzte die Packungskosten durch Ärzte um 10 Franken höher als die Kosten in Apotheken.
      Aus diesem Grund wollte das Gesundheitsministerium der Schweiz die Abgabe durch Ärzte benden.
      Ist Damit Allerdings an der Hausarztvereinigung gescheitert.
      Ich finde das sinbild des Piloten sehr gut von Ihnen gewählt. Ich würde Niemals in ein Flugzeug einsteigen, dass nur von einem Piloten geführt wird. Ich erwarte das ein zweiter Pilot mit einer öffentlich Anerkannten Ausbildung diesen überwacht.
      Aber Ärzte begehen keine F^flüchtigkeitsfehler und müssen daher nicht überwacht werden.

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  7. Das schweizer System ist meiner Meinung nach immernoch besser als das deutsche!
    Als Deutscher muss ich sagen, das ich absolut unzufrieden mit unserer Krankenversicherung bin.
    Grüße Bernd

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  8. jössas, da geht es ja zur sache.

    aus österreichischer sicht – und ich war bei der bösen pharmaindustrie angestellt – kann ich aber gerne auch was dazu beitragen. auch deshalb, weil ich die situation im sehr ländlichen raum ausgezeichnet kenne und seinerzeit mit den hiesigen diversen interessensvertretungen sehr vehemant diskutiert habe.

    wir brauchen eigentlich beide: die ärzte, die unter bestimmten umständen einen kleinen teil der von ihnen häufig verschriebenen medikamente selbst abgeben dürfen, und die apotheken.

    in städten ist das problem eigentlich keines, weil die apotheken im gegensatz zu den (insbesondere fach-)ärzten fast omnipräsent sind. ein vernünftiger patient wird es zu schätzen wissen dass er in der apotheke, in die er seit jahren geht, auch einmal telefonisch bestellen kann bei medikamenten, die nicht immer auf lager sind, dass er einmal – wenn der arzt auf urlaub oder das rezept verloren oder was auch immer – ein notwendiges medikament vorab erhält, und dass, falls sich irgendwo eine unstimmigkeit in der medikation ergibt, rückfrage gehalten wird. vom mündigen patienten sind wir alle noch weit entfernt, den wird es vermutlich auch nie geben. auch der augenarzt geht zum orthopäden, wenn er hüftschmerzen hat, oder? und beim kinderkriegen ist eine gynäkologin wesentlich besser am platz als eine dermatologin.

    und den meisten patienten fällt es sehr viel leichter, in der apotheke fragen zu stellen, weil sie: den arzt nicht inkommodieren wollen, nicht dumm dastehen wollen, aufgeregt sind und ihnen die fragen erst später einfallen, gerade das telefon läutet, etc. tbc..

    und viele patienten wollen sich die langen wartezeiten bei ärzten nicht antun (oder können nicht), und gehen lieber zuerst in die apotheke und fragen – das ist in jedem fall besser als mit rauhen händen zum dermatologen zu rennen oder mit einem ekzem nicht hinzugehen.

    in fällen, wo man ohne auto in die nächste apotheke – die dann schon einmal 15 oder 20 km entfernt ist – einfach nicht hinkommt weil es keine öffentlichen verkehrsmittel gibt, da soll der arzt kommen und einen hausbesuch machen, und die 87jährige patientin, die noch dazu gar keine auto hat, muss dann jemanden finden der in die apotheke fährt. die nächste (13 km) hat aber leider an diesem tag geschlossen, und die andere ist 23 km weit entfernt, hat aber das mittel nicht auf lager. das führt zu höchst unliebsamen situationen, ich kenne leide ein paar davon. das geringste problem dabei ist noch, dass ein antibiotikum dann eben est zwei oder drei tage – und gott bewahre uns vor wochenenden, denn die notfallapotheke ist dann 45 km weit entfernt – nach der verschreibung verfügbar ist. das kann ja auch nicht sinn und zweck sein.

    dass die abrechnungsmodalitäten mit entsprechenden computerprogrammen sicherlich erlernbar sind, steht ausser frage, aber: will der arzt das tatsächlich in seiner praxis haben? und, wie schon angesprochen, wie schaut es mit der lagerhaltung aus? sehr viele medikamente erfordern ja ganz bestimmte lagerbedingungen, beim hersteller, im grosshandel und in apotheken wird das penibel kontrolliert, wie sollte das bei einer arztpraxis aussehen?

    also: in besonderen fällen sollte der arzt durchaus ein kleines notfall-lager haben, ärzte, die hausbesuche machen, ebenfalls, und zwar mit den gängigsten medikamenten. aber ansonsten: bitte in die apotheke.

    und dass alle leute vom verdienen leben, und nicht vom draufzahlen: das ist imho nicht nur bei apothekern und ärzten der fall.

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  9. Liebe Pharmama, ich kann verstehen, dass Du getroffen bist – ich auch – aber bitte bitte bitte: Trolle nicht füttern!
    Und da in seinem Universum noch Apotheken“helferinnen“ unterwegs sind, ist er definitiv ein Troll.
    Die Berufsausbildung gibt es schon seit über 20 Jahren nicht mehr. (siehe )

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    1. Nun, das zeigt nur wieder, dass er *wirklich* keine Ahnung hat, wie es in der Apotheke zugeht und von der Arbeit – und sich halt darauf seine Meinung gebildet hat.
      Aber vielleicht hast Du recht.

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  10. Ich weiss nicht, ob das überall so ist (denke aber schon!), aber in meiner Erfahrung als langjährige Patientin und Apothekenkundin wissen Apotheker sehr viel mehr über Medikamente, eventuelle Wechselwirkungen, zu hohe Dosen etc. – das ist nun mal ihr Spezialgebiet. Und da ist einfach nochmals etwas Kontrolle vorhanden, wenn ein anderer Mensch das vom Arzt ausgestellte Rezept anschaut und ev. überdenkt, wie Du ja kürzlich auch beschrieben hast. Mir wäre es nicht wohl, wenn diese Kontrolle fehlen und der verschreibende Arzt das Medikament gleich selbst aushändigen würde. Dass das manchen Aerzten nicht passt, ist klar. Aber lass Dich nicht aufhetzen – ich bin mir ganz sicher, dass ein Grossteil von Patienten/Kunden die Apotheker schätzt und Euch niemals ersetzt haben möchte.

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    1. Apotheker sind auf keinen Fall aus unserem Gesundheitssystem wegzudenken. In unserer Apo ist es schon SO OFT zu Fehldosierungen durch den Arzt gekommen, dass wahrscheinlich schon mehrere Patienten nicht mehr am Leben wären, hätte nicht noch einmal fachkundiges Personal über das Rezept drüber geschaut.
      Leider gibt es so einige Ärzte, die auf ihre Dosierung bestehen und sich gekränkt fühlen, wenn sie berichtigt werden. Allerdings ist das unsere Aufgabe! Keiner macht das aus Spaß an der Freude, sondern weil es unser Job ist.
      Daß wir die ganzen Erkrankungen von Herrn xyz nicht kennen, kann uns nicht zum Vorwurf gemacht werden. Genauso wenig machen wir den Ärzten zum Vorwurf, wenn wir Wechsel- oder Nebenwirkungen bzw. Kontraindikationen ansprechen.
      Es sollte eine freundliche und respektvolle Kooperation zw. Arzt und Apotheker sein.

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  11. Ich bin sher froh, daß es auf dem Rezept auch die Möglichkeit für den Arzt gibt “ aud idem“ anzukreuzen. Dann muss genau das verschriebene Präparat in der Apotheke abgegeben werden. Warum ich froh bin? Nun, beispielsweise das Präparat „Testim“ (ein Testosterongel) stinkt bestialisch und es klebt auch nachdem Abtrocknen. Die 90 Dosen die ich einmal davon hatte hätten mich fast dazu getrieben die Compliance auf 0 senken – wenn man trotz täglicher Dusche von mehreren Leuten auf seinen Körpergeruch angesprochen wird ist das nicht so toll…

    Aber selbst bei fehlendem Kreuzchen haben die deutschen Apotheken einen Spielraum. Einmal hat mein behandelnder Arzt das Kreuzchen vergessen. Ich habe obiges Problem der Apothekerin geschildert. Das war für sie ein ausreichender medizinischer Grund mit nicht das Rabattpräparat sondern das von mir gewünschte Testogel – in gleicher Dosierung – abzugeben.

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    1. Man kann in D als Apothekerin sog. „pharmazeutische Bedenken“ anmelden. Damit kann man Rabattverträge und die damit verbundenen galenischen Schwachsinnigkeiten umgehen. Natürlich mit der Gefahr einer Nullretaxierung.

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  12. Erstens vielen Dank Pharmama, daß Du eine Antwort auf diesen …. (Deleted) Herrn geschrieben hast.
    Daß dieser Arzt Null Ahnung von unserem Beruf und Fähigkeiten hat, liegt vermutlich auch daran, daß ihn seit Jahren kaum noch eine Apotheke anruft um etwas abzuklären, weil sowieso immer nur die wurschtige Anraunze kommt, daß er weiß, was er tut und wir das genau so abgeben sollen, wie er das sagt……wenn er dann auch noch entsprechend duckmäuserische Kollegen in der Nähe hat, dann wird ihm auch nie einer Pari bieten.
    Ich kenne derartige Götter in Weiß und hab mir tatsächlich abgewöhnt sie außer bei wirklichen Klöpsen anzurufen, weil ich mir manches einfach nicht antun muß.
    Ansonsten: es gibt tolle ApothekerInnen, richtig gute PTAs und es gibt dumme, faule und unfähige, das gibt es aber auch bei den Ärzten und ihren Angestellten. Es gibt Ärzte, deren Namen nenne ich einfach nicht, wenn man mich fragt, wer denn so in der Gegend Internist o.ä. ist.
    Was den Verkauf von Kosmetik etc. Angeht: wo sollen denn sonst die Patienten mit ECHTEN Hautproblemen ihr Kosmetik kaufen? Oder Vitaminpräparate, oder Zahnpflege, Blutdruckmessgeräte, Stützstrümpfe oder Arzneitees? Es gibt eine Nachfrage und warum sollten wir diese denn nicht bedienen? Wir sind nun mal eben auch KAUFLEUTE! Wenn ein Kunde im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten in meiner Apotheke Geld ausgeben will für etwas wie Kosmetik, dann werde ich ihn/sie nicht daran hindern, indem ich das nicht da habe. Hauptsache, daß die Apotheke auch als solche zu erkennen ist.
    Gruß aponette

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  13. ich finde die aussagen dieses arztes reichlich deplaziert, ausserdem ist der gesamte
    tonfall reichlich arrogant. da glaubt offenbar jemand, ganz alleine die weisheit mit
    loeffeln gefressen zu haben. ich jedenfalls lese sehr gerne deinen blog, pharmama,
    und habe auch schon das ein oder andere gelernt. ausserdem habe ich mit meinem
    stammapotheker nur die besten erfahrungen gemacht. es ist tatsaechlich schon
    vorgekommen, dass er mich vor einem fuer mich unvertraeglichen medikament bewahrt
    hat. ich jedenfalls fuehle mich in der apotheke bestens beraten und versorgt. ich halte
    die ideen von dr.offenraus ehrlich gesagt fuer eine…pardon…schnapsidee. die
    apotheke muss auf jeden fall bleiben!

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    1. Ich finde zwar auch, dass Pharmama gelegentlich den Apothekerberuf etwas romantisiert (es ist ja aber auch ein Blog und kein Sachbuch) und bei gewissen Fallberichten die Schuld schnell bei allen anderen als dem Apotheker sucht (ich denke zb an die Story mit dem fehlenden Epi-Pen aus England), jedoch hat sie, wie ich finde bezüglich der Stellung des Apothekers absolut recht. Und ich bin Medizinstudent, also würde die Déformation Professionelle eigentlich eher in die andere Richtung gehen. ;)
      Wieso soll jemand bei einer leichten Otitis media oder externa direkt zum Arzt, wenn die Apothekerin (noch am selben Tag und ohne Termin!) Nasenspray und Mephenaminsäure abgeben kann und gleichzeitig eine kompetente Beratung liefert. Meist reicht das ja, falls es doch schlimmer wird, kann man immer noch zum Arzt und ist aber schon mit potenten Analgetika versorgt, so dass man nicht bis zum nächst freien Termin Schmerzen leidet.
      Anderes Beispiel: Ich leiden an einem Säurereflux, der meist fast nicht zu bemerken ist, manchmal aber sehr stark wird. In der Nacht auf heute machte sich das wieder bemerkbar, Medis hatte ich keine mehr, am Morgen musste ich mich sogar übergeben. Dank der nahen Apotheke hatte ich innert 10 Minuten Riopan forte sowie Esomeprazol 40mg mit Gratis Beratung. Bei meinem Selbstdispwnsierten Arzt hätte ich evt noch auf einen Termin warten müssen und die Konsultation wäre garantiert verrechnet worden.

      Das sind natürlich nur Einzelbeispiele, aber sie illustrieren meiner Meinung nach den Nutzen einer nahen Apotheke, die auch Liste B Medikamente ohne Rezept abgeben darf, sehr gut.

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  14. Ich bin froh, dass es Apotheken gibt. Ich bin jung, aber chronisch krank und muss deswegen dauerhaft einige Medikamente nehmen. Wenn ich dann zum Facharzt gehe, weil ich z.B. lästigen und großflächigen Hautpilz habe und dieser mir ein Medikament aufschreibt und ich frage, ob sich das mit den Asthmamedikamenten verträgt und dieser einfach so sagt, ja, das ist kein Problem. Ok, ich habe relativ starkes Asthma und bekomme wohl mehr Asthmamedikamente als andere Asthmatiker. Der Hautarzt hat sich jedoch auch nicht erkundigt, um welche Medikamente es sich handelt. Als ich dann mit dem Rezept in meine Stammapotheke ging, weil die dort den Überblick haben, stellte die Apothekerin fest, dass das verschriebene Medikament mit einem meiner Asthmamedikamente eine gefährliche Wechselwirkung haben kann. Es ging um den Wirkstoff Salmeterol, der in Viani enthalten ist, eines der in Deutschland umsatzstärksten Medikamente. Nach einigen Minuten Gespräch ergab sich zwar, dass ich das Medikament doch nehmen kann, da sich meine Asthmamedikamente inzwischen verändert haben.
    Doch dies ist für mich nur eins von vielen Beispielen, warum ich es wichtig finde, dass es in Apotheken Fachpersonal gibt, die die angezeigten Warnmeldungen auch deuten können und es den Patienten erklären können.
    Nicht jeder Facharzt nimmt sich die Zeit, um die Vorgeschichte des Patienten aufzunehmen und bei jungen Leuten scheinen viele Ärzte nichtmal daran zu denken, dass diese dauerhaft Medikamente nehmen müssen.

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  15. Was mich an der ganzen Geschichte (eigentlich immer wieder mal im Blog) irritiert ist die doch erhebliche Position des Apothekers in der Schweiz. Zumindest liest sich das so. Ich würde im Leben nicht darauf kommen, irgendwelche Krankendaten zu meiner Person in einer Apotheke zu hinterlegen, und ich gehöre zu jenen, die nur dann eine Apotheke in Anspruch nehmen, wenn es eiliger ist, als die 24 Std., die eine Versandaptoheke benötigt. Für den „Eilservice“ zahle ich dann gerne etwas mehr, aber auch nur dann. Ich respektiere und verstehe ja, dass chronische kranke Menschen, die eine Menge Medikamente einnehmen müssen, ihre Prioritäten anders setzen. Dennoch erlebe ich in Deutschland Apotheken in erster Linie als Geschäfte, die mir etwas verkaufen wollen. Ich würde mich dort – wenn irgendwie vermeidbar – nicht beraten lassen, weil mir das Vertrauen fehlt, dass mir dort medikamentenmäßig nur das Nötigste angeraten wird anstatt das, was eben lukrativ ist. Das soll nicht heißen, dass ich unterstelle, ein Apotheker würde mir verkaufen, was mir schadet, aber durchaus zusätzliche Dinge, die ich nicht wirklich brauche.

    Was ich mir vor allem wünsche: nehmt doch die Patienten ernst als mündige Menschen. Nicht jeder Patient ist dement und unfähig, selbst nachzufragen ob Medikament A und Medikament B irgendwelche unangenehmen Wechselwirkungen miteinander eingehen. Ich bin erwachsen und möchte auch so behandelt werden. Wenn ich mehrere Medikamente bekomme kann ich selbst bei meinem Arzt nachfragen ob das so kompatibel ist. Ich will nicht noch mehr Daten irgendwo hinterlegen, nur damit ein Apotheker dann den Job meines Arztes erledigt. Und ich möchte vor allem nicht so behandelt werden, als wäre ich von Haus aus erst mal unwissend wie ein Kleinkind.

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    1. Erheblich? Naja,
      Ich brauche, um die Medikamente richtig kontrollieren zu können nun mal bestimmte Angaben. Du kannst Dich weigern, diese Angaben zu machen – dadurch entbindest Du mich allerdings auch von der Verantwortung, wenn dann mal etwas schief geht, weil die Wechselwirkung doch schwerwiegender Natur war oder der Arzt vergessen hat, dass es da eine Kreuzallergie mit dem Antibiotikum gibt …
      Worauf Du hier nicht verzichten kannst ist allerdings, dass jede Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikamentes für den Patienten festgehalten wird. In einem sogenannten Dossier. Das ist gesetzlich festgelegt (und eines der Dinge, die mir meine Arbeit doch auch sehr erleichtern).
      Und meine Arbeit ist eine Ergänzung von der des Arztes. Nicht die Arbeit des Arztes selber. Er Diagnostiziert und bestimmt die Therapie, ich kontrolliere und gebe die Medikamente dazu ab.
      Dass Du mündig, selbständig und intelligent bist ist toll. Es trifft leider nicht für jeden zu. Tatsächlich ist es sogar so, dass sich das sogar im Laufe des Lebens durch verschiedene Umstände ändern kann. Und wann das der Fall ist… sieht man auch nicht immer von aussen. Also: lieber einmal zuviel informiert, kontrolliert oder nachgefragt als danach den Schaden zu riskieren, den Medikamente (die direkt auf den Körper wirken, nicht zu vergessen) anrichten können.
      Ausserdem fehlen Dir garantiert gewisse Informationen und das Wissen diese Informationen auch zu interpretieren in Bezug auf Medikamente und Therapien. Beipackzettel und auch Internet helfen da auch nur bis zu einem gewissen Grad.
      Das geht allen so.
      Ich stelle mich auch nicht hin und erkläre, nur weil ich alles über … sagen wir mal Heizungen gelesen habe (oder über meine eigene Heizung), dass ich nachher eine installieren könnte. Ich bin kein Sanitär. Das überlasse ich denen. Das ist deren Job.
      Und meiner … sind halt die Medikamente und die Patienten.

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    2. ach… und die Versandapotheke sammelt keine Daten über dich? sorry, das kann ich jetzt nicht ernst nehmen….

      Ich habe noch NIE in einer Apotheke etwas zusätzlich verkauft bekommen (oder auch nur das Gefühl erhalten da will mir noch jemand was zuätzliches/lukrativeres verkaufen), sondern wurde wirklich immer gut beraten (auch bei kleinen Problemchen) – und das fällt nun mal bei einer Versandapo auch weg.

      Die Frage wegen den Wechselwirkungen…. ich glaube nicht, dass sich wirklich viele Leute darüber Gedanken machen dass es da überhaupt (gefährliche) Wechselwirkungen geben kann, und dann auch nicht unbedingt nachfragen (gerade beim Arzt nicht – „der wird schon wissen was er mir gibt“). Von dem her finde ich die Beratung/Information in einer Apotheke enorm wichtig. Und sich nur wegen so einer Frage als Kleinkind vorkommen – naja.

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  16. Sorry liebe Anja aber da unterliegst du einem gewaltigen Irrglauben. „Online-Apotheken“ sind auch nur ganz normale Apotheken mit einer besonderen Versanderlaubnis soweit ich weiß (falls nicht, lass ich mich gerne korrigieren;).
    Anders als die öffentliche Apotheke vor Ort verfolgen diese jedoch deutliche „agressivere“ Marketingstrategien und locken den ja über alles informierten und mündigen Kunden über den Preis (wird dann beim Versand meist aufgeschlagen;)
    Falls du wirklich glaubst, dass hierbei deine Daten nicht gespeichert werden, kann ich dich leider nur als naiv in diesem Punkt bezeichnen. Die Versdandapos werben doch geradezu damit, eine Bestellhistorie zu jedem Kunden anzulegen, meinst du wirklich, dass diese nicht auch anderweitig verwendet werden könnte? Im Internet hinterlassen wir Spuren, welche die meisten Menschen deutlich unterschätzen.
    Ich habe selber einige Male Nahrungsergänzungsmittel von einer deutschen Internet-Apotheke bestellt und wurde kurz darauf mit Werbung zu ähnlichen Substanzen zugemüllt.

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  17. „Da müssen Sachen substituiert werden, wo ein Wechsel eine so grosse Änderung der Bioverfügbarkeit zu Folge hätte, dass man den Patienten faktisch neu einstellen müsste.“

    Generika werden in der Regel nur dann zugelassen, wenn sie eine übereinstimmende Bioverfügbarkeit vorweisen können – daher ist mir nicht ganz klar wie Sie zu der Behauptung kommen.

    Ansonsten – auch im Büro haben wir Vier-Augen-Prinzip, daher sollte es bei so etwas Wichtigem wie der Gesundheit eines Menschen erst recht gelten und vom Arzt-Apotheker sichergestellt werden.

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    1. Gut, das war vielleicht etwas zu generell geschrieben, ABER das mit der übereinstimmenden Bioverfügbarkeit: Ein Generikum gilt als solches, wenn die Bioverfügbarkeit Innerhalb gewisser Grenzen liegt. Dabei sind Abweichungen von +25% bis –20% von Plasmaparametern des Originals erlaubt.
      Es gibt genau darum einige Medikamente, Wirkstoffe und -Gruppen, die man nicht einfach so substituieren sollte. Darüber habe ich auch schon geschrieben:
      http://paska.info/?s=generika+betrachtung
      Das Problem ist vor allem beim Wechsel zwischen Generika relevant: da kann man im schlimmsten Fall dann Abweichungen von fast 50% haben (eines mit -20% Abweichung, Wechsel zu einem mit +25% Abweichung) und ja: Das kann dann durchaus Probleme machen und zu totalen Neueinstellungen führen.

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