Auch dann nicht.

Ärgert mich etwas: der Arzt schreibt auf dem Rezept:

Benzodiazepin – Dauerrezept für 1 Jahr

Und ich darf dem verärgerten Patienten dann klarmachen, dass Dauerrezepte für Benzodiazepine vom Gesetz her nur für maximal 6 Monate ausgestellt werden dürfen.

Kunde: „Sie haben gesehen, dass das ein Dauerrezept ist?“

Pharmama: „Ja – allerdings geht das für dieses Mittel nicht für ein Jahr, sondern nur für 6 Monate.“

Kunde (maulig): „Früher durfte man Dauerrezepte für 1 Jahr ausstellen, weshalb geht das heute nicht mehr?“

(Merke: früher war alles besser.)

Pharmama: „Der Arzt darf auch heute noch für die meisten Medikamente ein Dauerrezept für 1 Jahr ausstellen – nur eben nicht für Schlafmittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Da ist es auf 6 Monate beschränkt.“

Kunde: „Aber wenn der Arzt es so aufschreibt …“

Pharmama: „Auch dann nicht.“

Ich hab’ das Gefühl, dass der Arzt das nur deshalb so aufgeschrieben hat (1 Jahr), weil das der ausdrückliche Wunsch des Patienten war. Und er dann nicht mit ihm diskutieren muss … das darf ich dann.

Danke.

Nicht. :-(



14 Antworten auf „Auch dann nicht.

  1. Ich würde dem Arzt jetzt nicht pauschal unterstellen, dass er das extra gemacht hat. Es gibt auch bei uns in der Umgebung, da haben manche Ärzte noch nichts davon gehört…
    Sogar wir in der Apotheke sind erst 2 Monate(!) nachdem diese Änderung eingetreten war per Zufall auf die entsprechenden Papiere gestossen…
    In manchen Kantonen (z.B. Bern) ist nun alles neu und strikte geregelt, in anderen (z.B. Solothurn oder Aargau) haben die Kantonsapotheker immer noch keine gültigen Vorschriften erlassen – und so bastelt jeder vor sich hin…

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      1. Würde man denken… Es gab eine Mitteilung, als sich das eidgenössische Gesetz änderte (Wochen danach!), aber nicht, wie es im Kanton wo ich arbeite nun gehandhabt wird. Die Blätter wurden zwar öffentlich im Internet publiziert, jedoch gab es keine Meldung, keinen Brief oder anderen Hinweis, dass es nun eine Wegleitung gibt und wo sie zu finden ist… Ich bin gelinde gesagt enttäuscht. Auch, dass es immer noch keine Verordnung oder offizielle Erläuterung dazu gibt – nach über einem Jahr! Alles was es gibt, ist ein „Positions-Papier“ – ob das rechtlich bindend ist – wer weiss!? :-(

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  2. Ich würde dem Kunden sagen, er soll doch eine Initiative dagegen starten ;-)
    Ach, was liebe ich Kunden, die sagen „Sie dürfen schon, Sie wollen bloss nicht (wähle: weil Sie mich nicht mögen / weil Sie gegen Ausländer sind / weil Sie unfähig sind / weil…)“

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    1. So einen Kunden hatte ich auch mal, bis ich ihm gesagt habe: „Richtig, ich will nicht – und zwar nicht in den Knast gehen und schon gar nicht wegen sowas“. …(Es ging allerdings nicht um Medikamente, sondern um Steuerbetrug – Rechnung auf jemanden anderes ausstellen, aber woanders die Ware hin schicken usw.)

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  3. Nun, so etwas ähnlich haben wir hier in Dtl. Auch gerne, wenn Ärzte Dinge auf Rezept verordnen, die von der kranken Kasse nicht bezahlt werden. Dann sage ich den Patienten gerne, daß der Arzt aufschreiben kann, was er/sie will, aber nicht alles von der Kasse bezahlt wird. Das macht dann auch Freude…..

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  4. Hast du dem Arzt das rückgemeldet? Nicht, dass der sich wundert dass der Patient nach einem halben Jahr wieder auftaucht und noch ein Rezept will…

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  5. Also ich weiß nicht – wenn der Arzt sagt, dass das Wasser den Berg hinauf fliesst, dann tut es das doch gewöhnlich, oder? ;-))
    Wer bist Du, dass Du die Weisheit des Arztes in Frage stellst….

    Etwas OT: Siehe dazu („Weisheit“ der Ärzte) auch:
    Datum vom 07.01.2014 in Zusammenarbeit mit Kaiser.
    Du hattest letztens mal nen post dazu, glaube ich.

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    1. oh – ich hätte besser die Seite mal vorher angeschaut – das working paper ist mit Datum 2013 eingestellt .
      Es geht um erhöhte AM-Ausgaben bei dispensierenden Ärzten vs nicht-dispensierende Ärzte am Beispiel verschiedener Kantone in der Schweiz…

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  6. Leider gibt es da für Ärzte kaum „Fortbildungen“ in Sachen Rezeptausfüllen. Es gibt im Studium einmal einen ganz kurzen „Crashkurs“, in dem es hauptsächlich darum geht, BTM-Rezepte vorzustellen… Aber ehrlich – welcher Student stellt Rezepte aus? Auch Jungmedizinier machen das noch lange nicht. Und welcher Arzt kann sich nach 10 oder 15 Jahren noch an alles erinnern, was er in irgendeiner Doppelstunde während des Studiums mal gehört hat.
    Es ist tatsächlich so, dass ich über Trial and Error gelernt habe, Schritt für Schritt, was man so wie aufschreiben muss. Und ich bin mir sicher, dass ich da noch lange nicht alles weiß.

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    1. Das stimmt hier immer noch, dass das bei uns nicht richtig beigebracht wird.
      Wie wäre es mit einem online-Kurs von Apothekern für die Ärzte: Wie stelle ich richtig ein Rezept aus?

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