Was haltet ihr davon?

Situation:

Es ist Freitag Abend, halb sieben. In die Apotheke kommen 2 junge Männer. Der mit dem Rezept in der Hand erkenne ich als Sohn einer Stammkundin, der andere hält sich im Hintergrund.

Das ist das Rezept, das ich überreicht bekomme:

Irgendwelche Gedanken dazu?



36 Antworten auf „Was haltet ihr davon?

    1. 1990 ist vom Geburtsdatum.
      Die Verbandsmaterialien hat vermutlich der Arzt noch dazu gekritzelt. Das Zolpidem ziemlich sicher er selbst (bzw. sein Kollege).

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  1. Ist die obere Hälfte vom Rezept echt? Sehen die in der CH so aus? Wie dem auch sei, ich gehe mal von der Echtheit aus.

    Meine Analyse: Jemand hat zu den verschriebenen Medikamenten Verbandszeug dazugeschrieben (Mepix soll wohl Mepilex heißen) und anschließend hat noch jemand anderes (andere Schrift) Zolpidem hinzugeschmuggelt. Letzteres waren die zwei jungen Herren und die wollten sich mit dem Stoff wohl einen schönen Abend bereiten.

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  2. Aus unseren GMP Richtlinien: Leerfelder müssen entwertet werden, damit nachträglich nichts mehr hinzugefügt werden kann. Gibt es für Rezepte keine solchen Vorschriften?

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  3. Das ist dann wohl die Medizinvariante von dem, was bei uns im Supermarkt mit Zigaretten und Korn passiert. Zum Glück hab ich Anweisungen vom Chef den Kram nicht zu verkaufen und die Kunden zu bitten kurz zu warten, damit Cheffe ihnen das Zeug selber verkauft. Ein echter Raucher würde entweder warten oder n Aufstand machen, was für ein Scheissladen wir sind(vor allem weil ich vorher mehrmals und sehr direkt nachfrage, für wen die sind), aber nicht abwimmeln und mit eingezogenem, roten Kopf verschwinden.

    Aber die Kids versuchen es jedes Jahr wiedee. Kack Ferienlager!

    Aber wir verkaufen ja auch keine Energydrinks an Zeltlagerkids(die haben praktischerweise so bunte Armbänder aus Plastik, wir sagen immer Vogelringe. Und jedes der zahlreichen Lager hat n anderes. Wir sind ja so dreckig und rufen die Betreuer an*hähä*, die betonen dann nochmal, wie verboten die sind). Zum Glück machen da alle Läden im Ort mit auf Bitte der Betreuer. Und bei allen anderen Kids, denen wir kein Bier verkaufen würden, verkaufen wir das Zeug auch nicht. Da sind wir aber die einzigen. Wer über sechzehn ist, kann sich ausweisen, wer drunter ist, gerne seine Eltern schicken, denen verkaufen wirs dann auch für die Blagen, wenn sie das wollen. Meist kommen die Kinder nicht mit ihren Eltern wieder oder haben beim nächsten Einkaufwas auf dem LaLaufband oder so.

    Vorher war das echt schlimm. Gerade die Zeltlagerkids(die noch drei Kilometer Fußmarsch gegen Wind vor sich haben, also schon recht leidensfähig sein müssen) haben das Zeug gleich in 24er-Paletten gekauft. Und die Betreuer konnten nachts nicht mehr schlafen, wegen der völlig überdrehten Kids.

    Das gibt es also nicht nur bei Medizin, selbst beiKaugummi hab ich das sschon erlebt.

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    1. nun ja – man muss nur sagen, gewusst wo!

      In irgendeinem Regionalzug in Bayern, gegen 22 Uhr: Eine laute Gruppe Jugendlicher steigt in XXX ein. Der (mir flüchtig bekannte) Zugbegleiter meinte: “ Die fahren nur bis YYY, die Tankstelle neben dem Bahnhof verkauft Alk an Jugendliche – ist im ganzen Landkreis bekannt….“

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    1. Es genügt hier bei uns, z.Bsp 1OP zu schreiben. Gemeint ist dann „die kleinste erhältliche Packung“. Ausnahmen davon sind machbar, wenn zum Beispiel die Behandlungslänge angegeben ist – hier oben zum Beispiel „bis und mit (Datum)“ … oder wenn es bis zum nächsten Arzttermin reichen muss etc.

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  4. Was mich persönlich an diesem „Rezept“ verwundert – rein aus deutscher Sicht – ist, dass nicht eine Mengenangabe (Stückzahl od. Normgrösse) angegeben ist. Ich hätte das spontan für einen Medikationsplan bzw. eine Spital-Medikations-Entlassungsübersicht gehalten. (Mal von den lustigen Änderungen abgesehen.)

    Sich mit Zolpidem nen „schönen Abend“ machen? Läuft heutzutage „mit Gewalt wegpennen“ -insbesondere bei parallelem Alkoholkonsum – unter Amüsement? Ich hatte ja kürzlich erst festgestellt, dass ich alt werde, aber einige Dinge muss ich nicht verstehen. Oder?

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    1. Wenn Mutti vor dem Schnapsschrank sitzt und fern sieht, dann kann es hilfreich sein, wenn sie dabei einpennt. Oder so. Wenn man beim penny nur Apfelsaft verkauft kriegt, muss man sich eben was ausdenken, wie man an die elterlichen Reserven kommt…

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    2. Nochwas. 6g Paracetamol am Tag finde ich reichlich. Wenn 4g nicht ausreichen, sollte man m.E.
      – Paracetamol-Codein-Kombi geben
      – Ibuprofen nehmen (Panto zur Magenabschirmung bekommt der Patient eh schon)
      – auf ein „leichtes“ Opiat wie z.B. Tramadol wechseln
      – oder zumindest ACC dazu geben zur Leberprotection
      Just my 2Cent

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      1. die Dosierung vom Paracetamol ist hier 1g maximal 6-std. Also: 1 Tablette maximal alle 6 Stunden (24:6=4) also 4g maximal pro Tag. Nicht 6.

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        1. Huch, habe ich mich verlesen. Habe da „bis 6x tgl.“ reinimterpretiert. Schande über mich!

          Aber so blöd es sich anhört, finde ich Paracetamol für alles ausser Kopf- & Gliederschmerzen, gegebenenfalls im Zusammen mit Fieber, sowie Zahnschmerzen sowieso suboptimal. Von Sonderfällen wie Asthma, TAH-Therapie u.ä. mal abgesehen…

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    3. Es steht schon etwas wenig Info drauf … aber: das war wirklich ein Rezept. Von einem Arzt in einem Spital. Stempel Unterschrift waren auch drauf – die sind auf Medikationsplänen nicht drauf.

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      1. Rein technisch wird das immer noch gemacht, so wie auch die Regelung gilt: „Wenn keine Menge angegeben, dann kleinste lieferbare Menge!“ und „Wenn keine Stärke angegeben, dann schwächste Stärke!“. ABER… Ersten sind die Ärzte angehalten, so nicht mehr zu verordnen, weil es sich prinzipiell um nicht 100% klare Verordnungen handelt (läßt halt Interpretationsspielraum zu: Was ist bitte eine „Originalpackung“, wenn der Arzt dazu noch z.B. „Reimport“ geschrieben hat?) Zweites dürfen die Krankenkassen jetzt ja nach dem letzten BSG-Urteil höchstrichterlich bestätigt die Apotheken wegen jeden Fliegendreck von „nicht ordnungsgemäß ausgestelltem Rezept“ auf Null retaxieren. D.h., die durchschnittliche deutsche Apotheke würde bei diesem Rezept der Arztpraxis den Hörer abtelefonieren. Was auf einen Freitag abend nicht einfach werden dürfte… Insbesondere bei den Mengen der Vebandstoffe wäre mir das Rezept doch „unklar“. Vor 10 Jahren hätte ich das auch noch viel lockeren gesehen. Aber vielleicht bin ich auch deutsche-kranke-kassen-bürokratie-geschädigt…

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  5. Meine Gedanken. Rezept ist grundsätzlich echt. Antibiotika, Schmerzmittel, Magenschutz sind ok. Es könnte sich um eine Verletzung/infektiöse Wunde handeln und aus diesem Grund noch nachträglich vom Arzt Wundversorgungsmaterial von Hand hinzugefügt worden sein, da der Arzt oder Patient nachträglich noch merkt, dass es noch Wundversorgungsmaterial für zu Hause braucht.

    Zolpidem ist von mir aus jedoch nicht vom Arzt. Vergleiche Kugelschreiberfarbe und das ’M’ in Zolpidem und jenes von ’Mefix’ usw….

    Ich denke ein Arzt schreibt durchaus bedenklose Mittel von Hand in ein Rezept, jedoch solche Medis, die auch er automatisch in der Medikationsliste seiner elektronischen KG aufgeführt haben muss wie Zolpidem, die würde er nicht von Hand eintragen, da es neuerdings auch dem BTM-Gesetz unterstellt ist.

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      1. Ist das eine Überraschung?

        Hier ist ein Link für die Schweiz:

        Du findest Zolpidem ganz unten im Anhang 3, Verzeichnis b,
        Damit fällt es unter das Betäubungsmittelgesetz, ist eine kontrollierte Substanz, braucht aber (Verzeichnis b) kein Betäubungsmittelrezept.

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  6. Nicht gerade schlau in der Hausapotheke der Mamma sowas zu probieren ;-)
    Oder dachte der junge Mann, er hätte Welpenschutz und da bekannt bei euch, würdet ihr nicht so genau hinschauen?

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  7. Das M in Zolpidem weicht von dem M in Mepix und in Kompressen ab. Eindeutig eine Fälschung. Auch wenn sich die Herren mit der Krakeligkeit sehr viel Mühe gemacht haben, um die Arztschrift zu imitieren.

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  8. @Pharmama: Wie habt ihr denn reagiert? Polizei? „Ich muss jetzt leider dein Mami anrufen.“? Oder reichte ein kritischer Blick, dass die beiden die Flucht ergriffen haben?

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  9. Man weiss nie, was die ganz gerissenen Fälscher so machen.

    Was, wenn der Arztstempel mittels einer geschnitzten Kartoffel gefälscht wurde?

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    1. Das ist leider nicht zum Lachen. Ich kenne da einen Fall, wo ein Stempel ziemlich perfekt gefälscht war. Das Problem ist, dass fraglicher Stempel eigentlich vorher „vernichtet“ wurde. Womit sich die Frage ergibt: In wie weit hat ein Insider den Stempel aus dem Vernichtungsprozess geklaut – oder ist er (wie gesagt recht perfekt und nicht unbedingt aus einer Kartoffel) nachgeschnitten worden?

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      1. naja wenn man sich die 3D-Drucker mal anguckt, in welcher auflösung die drucken können und wie gut Scanner geworden sind, dann könnte man ggf den Stempel einscannen, am PC den Scan reinigen und dann mit einem Drucker entsprechend ausdrucken.

        Gibt es bei euch noch weitere Dinge um die Echtheit von einem Rezept zu bestätigen? – Das Blatt sieht für mich nach Standard Din A 4 aus

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        1. Kommt auf das Formular drauf an. Gesetzliche Krankenkassen haben ein bestimmtes Formular, welches in den letzten Jahren in bestimmten Punkten mehrfach geändert wurde. (Wie, verrate ich jetzt mal nicht.) Privatrezepte müssen sich nicht an diese Richtlinien halten – aber wer will schon schweineteure Arzneimittel selbst bezahlen, wenn man die als „Deingabe“ auch noch „umsonst“ bekommen kann? Es gibt gegebenenfalls noch ein paar andere Hinweise…

          3D-Drucker – zumindest die, die man sich für den Privatgebrauch leisten kann – haben aber mit einer Auflösung von 0,2mm für Stempelfälschungen noch eine zu schlechte Auflösung. Auch kenne ich (noch) keinen, der einen gummiartigen Plaste verdruckt. ABS ist eher nicht Stempel-geeignet… Im obigen Fall sprach alles für einen professionell nachgemachten – oder eben geklauten – Stempel.

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