Medikamentennamen sind schwierig (5)

Gestern zu einem Patienten mit Rezept:

Pharmama: „Ja, ich sehe auch, dass der Arzt „geben Sie ihr ein Generikum“ auf das Rezept geschrieben hat. Leider bedeutet das nicht, dass es für das Medikament auch schon ein Generikum gibt.“

… das erinnert mich an eine Situation, die mich letzthin schmunzeln lies. Schreibt der Arzt auf das Rezept:

Atova (durchgestrichen)

Atrova (nochmals durchgestrichen) …

das Generikum von Sortis!

Ja, neu gibt es auch Generika vom Sortis – und Ja, Medikamentennamen sind schwierig. Das geht den Ärzten nicht anders als uns. Richtig heisst es: Atorvastatin.

Medikamentennamen sind schwierig (1)

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Medikamentennamen sind schwierig (3)

Medikamentennamen sind schwierig (4)

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10 Antworten auf „Medikamentennamen sind schwierig (5)

  1. Kaum zu glauben, im Computerzeitalter – wir haben die ganze Rote Liste im Rechner und ein Programm, welches sogar das richtige Medikament der Kasse des Patienten zuordnet. In Deutschland haben die Kassen Verträge mit den Pharmakonzernen. Da würde sonst keiner mehr durchsteigen…

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    1. Ich behaupte jetzt einfach mal frech, dass es bei uns tatsächlich noch Ärzte gibt, die sich hauptsächlich auf die Printausgabe (und Printupdates 5x im Jahr) des Kompendiums verlassen haben.
      … oder er hat den Satz hier nur auf Wunsch des Patienten aufgeschrieben und gedacht, das kann dann die Apotheke erklären …

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  2. Zu dem blühenden Silbenunsinn, der da als Medikamentenname in die Welt gesetzt wird, gesellt sich dann ja noch bunte, klingende Vielfalt bei den Herstellernamen. Kaum hat man sich an einen Namen wie Müller, Meier oder Schulze gewöhnt, gehen die hin und heißen auf einmal Samosia oder Flavurnus. Man kann sie kaum noch auseinanderhalten, und ob es sich nun um Kaufhauskonzerne, Bergwerksbetreiber, Pharmaunternehmen oder die Tochter von Chantal von nebenan handelt, kann man auch nicht mehr wissen.

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  3. Ist in der Schweiz die Preisdifferenz zwischen Sortis und den Generika auch so extrem groß? Da war ich ziemlich baff, als ich gesehen habe, dass das ca. 200 Euro Unterschied ausmacht. – und da war sogar der aufs Original sehr versessene Privatpatient plötzlich sehr einverstanden mit dem Generikum…

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    1. Laut generika.cc und jeweils 20 mg und eine 100er-Packung:

      Sortis Pfizer 166 bzw. 224.–
      Atorva Pfizer 76.–
      Atorvastatin Actavis 69.–
      Atorvastatin Axapharm 76.–
      Atorvastatin Helvepharm 76.–
      Atorvastatin Pfizer 76.–
      Atorvastatin Sandoz 70.–

      Also, früher wars sicher schlimmer… :)

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    2. Da das Original „nur“ 166.10 Franken kostet, kann der Unterschied gar nicht 200€ ausmachen…
      Aber die Generika sind um mehr als die Hälfte günstiger…

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      1. Na, inzwischen ist der Preis ja auch vom Original heruntergekommen … 200 € waren es auch vorher nicht. Aber ich kann gut verstehen, dass das ein Anreiz ist :-)

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  4. In meinem Umfeld kenne ich einen Menschen, der sein Antidepressivum eigenständig abgesetzt hat, weil er befunden hat, dass dieses billige Zeug (das Generikum) nichts taugen könne. Er hat seinen Arzt erpresst, ihm wieder das Original zu 350 Euro pro Packung zu verschreiben, weil er sich geweigert hat, das 60 Euro pro Packung Billigzeug zu nehmen.

    Dieser Menschen hat mir auch erklärt, dass ein Arzt ohne Doktortitel nicht gut sein kann.

    Was macht man als Arzt oder Apotheker, wenn die Kundschaft derart intellektuell beeinträchtigt ist?

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