die Krankenkassenkarte ist kein Bezahlungsmittel (auch nicht in der Apotheke)

Ein Mann kommt zu mir in die Apotheke und verlangt verschiedene OTC Produkte (Panadol, Triofan, Nasobol) und als ich ihm sage, wie viel das kostet … hält er mir seine Krankenkassenkarte entgegen und will, dass ich es darüber abrechne …

Das hat viel Mühe und Zeit gebraucht, ihm zu erklären, dass das *so* nicht funktioniert. Wenn ich für ihn etwas über die Krankenkasse abrechnen soll, braucht er dafür mindestens ein Rezept (und das zu holen lohnt sich meist nicht – man bezahlt ja schliesslich auch für’s Rezept ausstellen etwas). Er könnte noch versuchen die Quittung für seine OTC Medikamente selbst einzuschicken … aber ich denke, die Erfolgsaussichten so etwas zurückzubekommen sind relativ gering.

Ich hatte schon Anfragen, ob die folgenden Dinge von der Krankenkasse bezahlt werden:

  • Mittel zum Verhüten (Angefangen bei der Pille bis zu Präservativen). Nö. Ich kann die Frage ja begreifen, weil es Länder gibt, wo man das über die Krankenkasse abrechnen kann (die USA z.B.). In der Schweiz zahlt man sie allerdings selbst. Auf Reklamationen diesbezüglich antworte ich im Normalfall: es ist immer noch günstiger als die Alternative!
  • Pampers. Nööö. „Erwachsenenwindeln“ wie Tena werden zum Teil übernommen, wenn der Arzt eine schwerere Inkontinenz feststellt, nicht aber die Babyausstattung. Dasselbe gilt für Babynahrung, es sei denn es handelt sich um Spezialnahrung.
  • Zahnpasta, die meisten Mundspülungen
  • Kosmetika
  • Sonnencreme (auch schon auf Rezept verschrieben)
  • die meisten Mittel zum Abnehmen
  • die meisten Vitamine (ausser vielleicht noch, man ist schwanger)
  • so ziemlich alles, für das Werbung gemacht wird  (da gibt es allerdings gelegentlich Alternativen, die bezahlt werden)

Für all das lohnt es sich auch nicht ein Rezept verschrieben zu bekommen, das wird auch dann nicht übernommen.

Wer wissen will, was die Krankenkasse in der Schweiz so übernimmt, findet die Antwort hier.

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13 Antworten auf „die Krankenkassenkarte ist kein Bezahlungsmittel (auch nicht in der Apotheke)

  1. Probieren geht über studieren… ;)
    Finde ich ja lustig! Kannst Du dabei ernst bleiben?
    Manche Leute verstehen das System einfach nicht.
    Toll finde ich die Menschen, die der Meinung sind, sie würden alles bekommen, sie zahlen ja schliesslich auch Beiträge. Alle Untersuchungen, Medikamente, dauernde Arztbesuche usw.
    Und wer zahlt das Ganze? Die erhöhten Beiträge? Wir alle! Und dann meckern die Leute natürlich, weil sie ja soooooviel Geld bezahlen müssen.
    Und was resultiert wieder daraus? Ich zahle ja soviel Geld, also habe ich auch Anspruch -.- *seufz*
    Sry, für den kleinen Exkurs, aber das ist ein Thema was mich gestern aufgeregt hat bei uns…

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    1. Ich habe mal davon gelesen, bei Mondscheinkindern (Wiki-Link: ) ist das wohl üblich, neben den speziellen Cremes für die Haut, auch Sonnencreme zu bekommen. Etwas anderes weiss ich persönlich nicht….

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    2. Naja, es gibt Ärzte die schreiben das auf, damit die Patienten ihren Sonnenschutz auch mal ernster nehmen. Im Prinzip ist das auch bitter nötig – anscheinend gehört die Schweiz zu den Gebieten mit den am schnellsten ansteigenden Hautkrebsraten.

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    1. Ja. Wir sind ja auch eine Apotheke und Drogerie – mit Angestellten aus beiden Bereichen.
      Das wird hier immer üblicher und macht auch Sinn, weil Gesundheit und Wellness gut zusammenpassen.

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    2. Ich werfe mal ein, dass in Deutschland die Windeln auch für Kinder ab dem 3. Geburtstag bezahlt werden, wenn es einen Grund gibt (Behinderung, Entwicklungsverzögerung …) – die gibt es dann also durchaus auf Rezept.

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  2. Ah, ich dachte die Krankenkassen-Karte sei so eine Art Kreditkarte mit der man Shoppen kann, nur dass man die Rechnung nicht selbst bezahlen muss :-P.

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