Betrug mit der Apotheke?

Eine klassische Betrugsmasche, der vor allem (aber nicht nur) ältere Personen zum Opfer fallen ist, sich durch einen Trick Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Früher wurde darum gebeten, rasch ein Telefonanruf machen zu dürfen, die Toilette zu benutzen, oder man fragte nach Papier und Stift, um dem Nachbarn, den man nicht angetroffen hat, eine Nachricht zu hinterlassen … Jedenfalls, nachdem die Person die Wohnung wieder verlassen hat, fällt häufig auf, dass Bargeld und Kreditkarten fehlen …

Neuer ist diese Methode: ()

Seit Anfang Februar 2012 wird nun eine neue Machart bevorzugt. Vornehmlich ältere Menschen erhalten Anrufe von einer Frau, die erklärt, sie habe in einer Saarbrücker Apotheke ein Rezept gefunden, das der Angerufene verloren habe und das man am nächsten Tag überbringen wolle.

Ich persönlich frage mich dabei allerdings: Wissen die Leute denn nicht, wenn sie ein Rezept bekommen haben? Die bekommt man ja nach einem Arztbesuch und die tauchen nicht auf einmal irgendwo auf. Auch nicht in der Apotheke.

So?

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7 Antworten auf „Betrug mit der Apotheke?

  1. Ich vermute mal, daß diese Masche besonders bei denen zieht, die isoliert leben und / oder in einem frühen Stadium dementiell verändert sind und sich leicht verunsichern lassen, weil sie sich selber als „schusselig“ erleben.

    Eine ältere Nachbarin wurde „von der Post“ angerufen, ob sie denn nicht heute ihr Einschreiben abholen wolle. Morgen werde es zurückgeschickt. Während sie auf dem Weg zur Post war, wurde in ihre Wohnung eingebrochen.

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  2. Auf der einen Seite sind so ältere Leute ja oft extrem misstrauisch gegen alles und jeden. Da muss man oft erst gegen die geschlossene Tür anbrüllend lang und breit erklären, wer man ist und was man will, bevor die Tür sich dann vielleicht doch mit vorgelegter Kette einen winzigen Spalt öffnet.
    Auf der anderen Seite gibt es da aber in der älteren Generation auch so eine ungeheure Autoritätsgläubigkeit. Da muss einer nur versichern, Pfarrer, Doktor, Apotheker oder Polizist zu sein, schon öffnet sich die Tür ganz weit und es wird alles herausgegeben und unterschrieben, wonach derjenige nur fragt. Ganz egal was. „Ja aber der Herr Doktor/Pfarrer/Apotheker hat doch gesagt, das hat alles seine Richtigkeit!“

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    1. Das stimmt leider oft mit der Autoritätgläubigkeit.
      Bei der Apotheke ist es aber nicht allein die Autorität, sondern auch das Vertrauen in die Institution. In immer weniger Geschäften wird man persönlich begrüßt, eine gute Apotheke kennt seine Stammkunden mit Namen (klar, es gibt Ausnahmen). Ein Bringservice gerade für ältere Personen ist Standard. Dieses Serviceniveau verbunden mit Beratung kreiiert viel Vertrauen.
      Die Betrüger nutzen genaz das aus, was mich sehr wütend macht.

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  3. Etwas offensichtlich unlogisches vorzugeben ist vielleicht schon Teil des Tricks. Während klardenkende Menschen abweisend reagieren, markieren sich die positiv reagierenden als potentiell leichtes Opfer.
    Wer auf den Eingangstrick reinfällt, lässt vermutlich noch ganz andere Sachen mit sich machen. So funktioniert im Prinzip auch der Enkeltrick. Wer seine Enkel nicht erkennt, lässt sich offenbar auch sonst leicht an der Nase herumführen.

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  4. Ach, ist das gemein, ältere Leute, die oft schon mit dem ganzen normalen Papierkram nicht durch kommen (denn das Leben ist kompliziert geworden), auch noch mit diesem Trick hereinzulegen.!

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  5. Das ist echt gemein, die älteren Leute wissen ja teilweise selbst, dass sie was vertüddeln und denken sich bei dem Anruf vermutlich „oh, hab ich ganz vergessen, dass da noch ein Rezept war“ und schon sitzen sie in der Falle.

    Ich hab übrigens auch in manchen Jackentaschen oder in den Tiefen meiner Handtasche schon Rezepte gefunden. Das war dann allerdings für Medikamente, die ich eh nicht brauchte und die der Arzt ungefragt aufgeschrieben hat. Rezepte, deren Medikamente wirklich gebraucht werden, löse ich unmittelbar nach Erhalt ein.

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