Prioritäten, Prioritäten …

Frau, die unglaublich nach Zigaretten stinkt kommt in die Apotheke mit einem Rezept für Ventolin Inhaler. Sie hat keine Krankenkassenkarte dabei und war noch nie mit einem Rezept bei uns.

Frau: „Dann zahle ich es halt. Wieviel?“

Pharmama: „Das macht 17 Franken und 5 Rappen.“

Frau: „Waaas? Aber … ich kann nicht atmen….!!“

Dann geht sie – ohne es genommen zu haben. Als nächstes sehe ich sie mit einem Riesen-Pack Zigaretten – einer sogenannten Zigarettenstange in der Plastiktasche an der Apotheke vorbeilaufen.

Ich könnte mich ja  irren, weil ich nicht rauche, aber … das hat sicher mehr gekostet als das Ventolin. Einiges.

Ja, ja. Prioritäten halt.

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19 Antworten auf „Prioritäten, Prioritäten …

  1. Das ist aber mal eine tragische Szene!
    Ich frage mich, ob ich überhaupt verstehe, was bei einer echten Addiktion im Tiefinneren vor sich geht…

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    1. Das ist auf jeden Fall richtig und ich persönlich möchte nicht in die Situation geraten, das komplett aus eigener Erfahrung zu verstehen. Glücklicherweise gibt es gute Schulungen, die einem die Welt der Süchtigen ein wenig näher bringen.
      Aber selbst mit einem guten Verständnis als „Fachpersonal“ und in Suchtdingen fortgebildeter Vorgesetzter ist es trotzdem immer wieder erstaunlich, wie stark doch die Sucht das Leben bestimmt. In Pharmama’s Beispiel hat die Person ein echtes Gesundheitsproblem (wer schon mal Atemprobleme hatte weiss, wie stressig das ist), trotzdem haben 3 Schachteln mehr Zigaretten Vorrang, was eine vergleichsweise geringe Menge im Vergleich zum Monatsbedarf ist. Das erstaunt immer wieder.

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      1. Eben – es ist ja nicht die ganze Stange, auf die sie verzichten müsste. Und es kostet pro Zigarette exakt gleich viel, ob sie nun die Päckchen einzeln oder die Stange kauft – ich kaufe auch nur deshalb stangenweise ein, weil ich keine Lust habe, alle paar Tage an ein Päckchen für den Mann zu denken (ein grantiger Raucher ohne Zigarettenvorrat ist die schlechteste aller Optionen… – das wäre fast wie ich ohne Schokoladenvorrat im Haus *g*)

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    2. Es gibt auch genug Raucher die nicht süchtig sind und nur aus Genuß rauchen. Das mit dem gesparten Geld ist immer so ne Sache. Spart mans wirklcih oder gibt mans dann für irgendnen anderen Luxus aus?

      Den Starbuckskaffee oder die 20. Jenas fürn 100 oder ne 500 Eur Uhr, Den neuen Plasma für 3k. what ever. Alles unnötig und nur dazu da einem spaß zu bereiten.

      Und genusd? Naja, NE Flasche Wein ist auch nciht gesund, oder fettiges Essen. Aber hey, ich lebe nur noch knapp 40-50 Jahre, da möchte ich mein Leben genießen.

      Lieber so als mit 90 immernoch im Pflegeheim zu versauern weil man ja ach so gesund gelebt hat. Nenene, dann lieber mit 60 Krebs und tschüss. Ist zumindest meine Meinung.

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      1. Naja, schön und gut, aber dadurch auf sein Salbutamol zu verzichten, ist dann schon eine ziemlich krasse Haltung.
        Zumal eine COPD schon eh praktisch nicht behandelbar ist, sondern nur solange wie möglich der Status Quo aufrecht erhalten wird.
        Die Krankheit ist im Prinizp ein schleichendes jahrelanges Ersticken. Nix mit mal eben „und tschüss“!

        Und die wenigsten haben wie Roland Kaiser das Privileg, einen neuen Lungenflügel zu erhalten!

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      2. „dann lieber mit 60 Krebs und tschüss“ …. das Blöde ist nur, dass die meisten, die ich hier sehe mit Krebs noch keine 60 sind. Und bis jetzt habe ich auch (selbst mit über 60) noch niemanden getroffen, der nicht doch noch ein bisschen leben mochte.

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  2. Sucht ist Scheiße (PUNKT)

    Und hey, nach einer Zigarette kann man tatsächlich (kurzfristig) besser atmen und auch besser abhusten. Liegt an den Zusatzstoffen, die einführt worden sind, damit man den Dreck noch besser inhalieren kann. Langfristig… COPD, wenn nicht sogar das ganz große C.

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