Der Apotheken „Anti-Knigge“

(Rerun vom 20. Juni 2011) – Nur weil es immer noch so viele Leute gibt, die sich in der Apotheke richtig zu benehmen wissen :-)

  1. Wenn Du 10 Minuten bevor die Apotheke aufmacht ankommst, ist es absolut ok, vor der geschlossenen Glastüre zu stehen und die Mitarbeiter anzustarren. Vergiss nicht mit den Füssen zu scharren, laut zu seufzen und alle paar Sekunden auf die Uhr zu schauen, bis sie die Türe aufmachen. Falls eine der Mitarbeiterinnen Dir ein Zeichen gibt, dass sie sie bemerkt hat und dass sie in ein paar Minuten aufmachen, roll mit den Augen und schau genervt.
  2. Wenn es Dein erstes Mal in dieser Apotheke ist: mach Dir keine Sorgen, weil du die Krankenkassenkarte nicht mitgenommen hast. Sag ihnen einfach es sei die Groupe Mutuel und sie werden auf magische Art und Weise zu der notwendigen Information über die Versicherungsdeckung kommen.
    Frag sie genau aus, was die Versicherung an den Medikamenten, die über die Zusatzversicherung gehen zahlt. Glaub ihnen nicht, wenn sie sagen, dass sie das nicht könnten.

  3. Wenn Du eine Krankenkasse hast, die keinen Vertrag mit den Apotheken hat und Du deshalb selbst zahlen musst, oder etwas auf dem Rezept ist, dass die Versicherung nicht zahlt, so ist das die Schuld der Apotheke. Dann musst Du für Dich einstehen, laut werden und eine Szene machen. Die Mitarbeiterin der Apotheke wird Dir vermutlich sagen, dass nicht sie bestimmen, was übernommen wird. Alles Lügen. Und Deine Krankenkassenprämie ist natürlich so hoch, weil die Apotheke die Leute abzockt.

  4. Du kannst von der Apotheke erwarten, dass sie immer alle die Medikamente, die der Arzt für dich aufgeschrieben hat an Lager haben, selbst die seltenen und obskuren. Darum sollte es auch überhaupt kein Problem sein kurzfristig zu kommen, weil Deine Tabletten ausgegangen sind – auch nicht für die wirklich lebenswichtigen Sachen. Und wenn Du auf dem Weg zum Flughafen für die Ferienreise bist – genau dann ist der richtige Moment rasch für das Malariamittel in der Apotheke vorbeizuschauen.
    Wenn sie Dir dann sagen, dass sie keine (mehr) an Lager haben und dass sie es erst morgen wieder bekommen – erinnere Dich: es ist absolut ihr Fehler. Dann darfst Du schreien und sie beleidigen. Sie haben kein Recht von Dir zu erwarten vorauszuplanen. Verlang ein Wiedergutmachungsgeschenk für all die Probleme, die sie Dir verursacht haben.

  5. Es ist auch überhaupt nicht Dein Job zu wissen, welche Medikamente Du nimmst, wofür sie sind und wann sie ausgehen. Wenn Du ein Dauerrezept hast, geh‘ einfach in die Apotheke und verlange, dass sie Dir alles abgeben, was „nach ist“. Und falls sie fragen welche Du brauchst, sag Du weißt es nicht, weil das ja nicht in Deine Verantwortung fällt.

  6. Die Aufgabe der Apotheke ist, Dir zu dienen. Du bist die wichtigste Person in ihrem Leben, denn Du zahlst ja auch ihren Lohn. Darum musst Du dir auch keine Gedanken machen um 5 Minuten vor Ladenschluss mit 7 Rezepten zu kommen. Und falls sie fragen, ob es ok ist, es auf morgen bereit zu machen, verlange, dass sie es gleich jetzt ausführen – auch wenn Du nicht zwingend alles heute noch bräuchtest. Falls die Angestellten dabei die Miene verziehen, dass sie jetzt 20 Minuten über Ladenschlusszeit noch arbeiten müssen, versichere sie, dass Du Dich über ihre miese Arbeits-Einstellung beim Inhaber der Apotheke beklagen wirst.

  7. Falls Du nach Ladenschluss kommst und Du noch eine Angestellte herauskommen siehst, während sie die Jacke anzieht, halte sie an und verlange, dass sie zurückgeht und deine Rezepte ausführt. Akzeptiere keine Ausreden wie „die Computer sind heruntergefahren“ und „die Kassen sind alle abgeschlossen“, „die Apothekerin ist nicht mehr da“ oder „ich muss nach Hause, Kindern und Mann zu Essen machen“. Das sind keine validen Entschuldigungen, Dich bis morgen warten zu lassen. Sag ihnen, dass Du in Zukunft Dein Geld in einer anderen Apotheke ausgeben wirst, da es sie ja offenbar nicht interessiert, dass Du ihren Lohn zahlst.

Habe ich noch etwas vergessen?

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46 Antworten auf „Der Apotheken „Anti-Knigge“

  1. Ich denke, diese Tips werde ich als „anständiger Mensch“ nicht benötigen.

    Ich werde ja nicht mal ausfallend, wenn ich erkläre, dass mir der Apotheker gestern in meiner Eile statt des gewünschten Kühlsprays gegen die rote Haut wegen Sonnenbrands eine Sonnencreme zum Sprühen verkauft. FÜR ZWEIUNDZWANZIG EURO.
    Wenigstens konnte ich es umtauschen gegen das gewünschte Produkt, was mit etwa dem halben Preis immer noch nicht billig, aber wenigstens wirksam war.

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  2. Wie wahr, wie wahr… momentan sind sie wieder besonders zahlreich, die Kunden, die glauben, man sei rund um die Uhr nur für sie da. Hmpf.

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  3. ein echtes Highlight zum Montagmorgen :-D
    ich werd’s mir ausdrucken (selbstverständlich mit Quellennachweis ;-) )
    .. und unters Kopfkissen legen
    (vielleicht hilft es mir zum Erlangen der „wahren Einstellung“)
    Liebe Grüße und eine schöne Woche
    Hajo

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  4. 8. Wenn Du erkältet bist, lass es alle wissen und großzügig daran teilhaben. Niese über die Auslagen, huste in die Hand und probiere danach in der Wartezeit die Testspender für Kosmetika durch. Die freundlich gereichte Gratis-TaTü-Packung ist selbstverständlich, reagiere mit: „Was, nur eine?“

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  5. 9. Wenn du der Apothekerin dein Problem schilderst und sie dir etwas dagegen vorschlägt: Ignoriere ihren Rat. Verlange lieber das, was die Dame im Bus neben dir dir eben geraten hat oder das Hausmittel das deine Ururoma vor 500 Jahren vielleicht genutzt hat. Falls du doch das mitnimmst, was die Apotheker für richtig halten: Nutze es nicht bzw. falsch und beschwere dich danach, warum es dir nicht besser geht.

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  6. True Words….traurig, aber wahr. Nicht nur in der Apotheke, auch sonstwo…ich könnte jetzt auch aus dem Stand einen Rettungsdienst-Anti-.Knigge schreiben ohne groß überlegen zu müssen…wir leben in einer Gesellschaft, in der jeder nehmen will, aber kaum einer noch geben will…^^ :-(

    Aber zu Kannibalen müssen wir ja nicht sofort werden: „„ich muss nach Hause, Kindern und Mann zu Essen machen“.“ :-D

    Gruss
    RDBlog

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    1. @rettungsdienstblog: Das ist nun eben wieder mal ein Helvetismus. wir machen im Dialekt „zu essen“ oder eben „z‘ ässe“ und „KinderN und Mann“ ist klar Dativ… Aber ich gebe zu dass sich das für deutsche Augen seltsam liest :-)

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  7. *gg*
    Sehr schön! Und schöm, dass du deinen Humor dabei nicht verlierst!
    Du solltest das in der Apotheke aushängen!
    Es fehlt auch noch:
    Warte bis die Apotheke ganz, ganz voll ist und erzähle dann allen und jedem deine komplette Krankengeschichte, am besten hast du noch eine schöne frische Wunde oder noch besser Entzündung, die du allen vorführen kannst!
    Liebe Grüße
    Die NähMa!

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  8. 10. Wenn Du mit einem Problem in die Apotheke gehst und es dem Apotheker geschildert hast und Dich dieser 20 Minuten seiner Zeit zu Deinem Problem ausführlich beraten und Dir verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt hat, es zu behandeln: Schreibe Dir die empfohlenen Produktnamen auf einen Zettel auf, verlasse die Apotheke und bestelle es dann im Internet, denn dort ist es 50 cent billiger. Beratung ist grundsätzlich für lau und der Apotheker darf froh sein, dass er Dich an seinem Wissen teilhaben lassen durfte.
    11. Wenn Du ein Problem hast, gehe auf keinen Fall selbst in die Apotheke. Schildere dieses Problem Deinem Mann, der es wiederum seinem Kind schildern wird, welches dann in die Apotheke geschickt wird und dem Apotheker erzählt, dass Mutti ein Problem hat, allerdings nicht beschreiben kann, welches. Der Apotheker ist grundsätzlich allwissend und kann dem Kind auf jeden Fall entnehmen, was dem Kleinen über 2 Ecken mitgeteilt wurde. Falls das Kind dann doch das falsche Medikament mit nach Hause bringt, beschwere Dich in der Apotheke.

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    1. Zu 10: Oder besorge dir gleich irgendwas im Internet (oder beim Arzt oder in einer anderen Apotheke) und lass‘ es Dir bei Zweifel anschliessend von der örtlichen Apotheke erklären. Ausführlich und lange.

      Zu 11: und verlange, dass das inzwischen (versehentlich) geöffnete Produkt deshalb ausgetauscht werden muss.

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  9. 12. Wenn du einen Ausschlag hast, besonders einen an einer pikanten Stelle, reicht es selbstverständlich nicht aus ihn der Apothekerin so genau wie möglich zu beschreiben. Nein, es muss zumindest ein Foto mit Nahaufnahme her. Da das aber immer noch zu ungenau sein kann wird es wohl das beste sein einfach die Hosen vor der Apothekerin runter und sie mit eigenen Augen sehen zu lassen.

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    1. Anmerkung:
      12b: Primäre männliche Geschlechtsorgane sind dabei dem weiblichen Personal vorenthalten, Brüste mit Sonnenallergie von 60jähren Frauen prinzipiell dem männlichen Personal.

      Und nein: Ich hätte nichts dagegen, wenn mir mal eine 25jährige Frau die Sonnenallergie auf ihrem Dekollete zur fachlichen Begutachtung zeigen würde. ;-)

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  10. Sollte der Apotheker dann einen Hinweis auf Götz von Berlichingen von sich geben, verlange, daß er unverzüglich die Hosen herunterlasse, auf daß du seinem Ansinnen nachkommen könnest.

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  11. 13: Bring unbedingt deine sieben Kinder mit in die Apotheke. Die ausgelegte Ware ist zum Spielen da! Andere Kunden – auch ältere – dürfen umgerannt werden. Pro gerammte Oma gibt es 20 Punkte, für mit fettigen Händen betatschte Scheiben 10, und für lautes Geschrei 30 Punkte. Die böse Apothekerin, die deine Kinder zurechtweist, ist ganz bestimmt auch im richtigen Leben eine blöde Rabenmutter, die ihren Kindern nichts erlaubt.

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    1. Nicht zu vergessen: *Verlange* die Traubenzucker und nimm gleich 5 – für eventuell zuhause gebliebene Geschwister, Teddybär, imaginäre Freunde und was dir sonst noch einfällt, Hauptsache du kannst mehr als 1 für dich ergattern.

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  12. Hihi, sehr schoen. :-D

    14: Stell dich so nah wie moeglich an den Kunden vor dir, damit du ja nicht verpasst, welche Medikamente er braucht und welche Symptome er schildert. Natuerlich sind sowohl deine Erfahrungen/Meinung als auch die der Schwester deiner Nachbarin deiner Arebitskollegin erwuenscht.

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  13. „ich muss nach Hause, Kindern und Mann zu Essen machen“. Das sind keine validen Entschuldigungen, (…)“
    Ich war zwar noch nie in der Schweiz, aber zumindest in einigen anderen Ländern ist das tatsächlich keine valide Entscheidung, denn es ist generell akzeptiert, dass Männer (auch) kochen können.

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    1. Na und? Wenn abgemacht ist, daß Partner 1 heute für die Familie kocht, dann kann nicht irgend ein D… äh, Sepp hingehen und sagen, „die können ja warten, oder Partner 2 kocht“. Vielleicht ist Partner2 ja gar nicht da, oder krank.

      Bei mir ist jedenfalls „ich hab jetzt Dienstschluß“ eine SEHR ausreichende Erklärung (NICHT Entschuldigung! Zu entschuldigen hat sich nur, wer Fehler begangen hat!), und wer das nicht akzeptiert, hat Pech – und sollte mal über seine eigene Schuld nachdenken.

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      1. habe ich auch gar nciht anders behauptet. Jeder (egal welcher Beruf) aht das Recht auf Feierabend anch getaner Leistung und generell finde ich es unverschämt, wenn Kunden 1 Min (oder so) vor Feierabned noch mal eben *schell* was kaufen oder haben müssen.
        Ich fande nur die Formulierung dieses speziellen Punktes im mindesten etwas unglücklich, weil sie eben die Assoziation wecken kann, dass Männer per se nicht kochen können oder müssen.

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    2. Wenn ich früher wegen verspäteter Kunden, die kein Ende fanden, mein Kind zu spät von der Tagesmutter abgeholt habe, bekam ich neben dem Ärger auch noch entsprechende Extrastunden abgerechnet. Mal ganz davon abgesehen, dass sich sämtliche Termine bei mir verschoben haben und teilweise nicht mehr eingehalten werden konnten.

      Es ist sehr lästig, dem Zahnarzt/Friseur/Sportverein abtelefonieren zu müssen, weil mal wieder ein kapriziöser Kunde einem das Zeitmanagement verdorben hat.

      Die dafür anfallenden Kosten für nichtgenommene Sportstunden oder die Tagesmutter hat mir keiner ersetzt, sowas war dann mein „Privatvergnügen“.

      Ich war ja selbst Schuld, neben meinem Mamajob und Hausfrauendasein auch noch einen qualifizierten Beruf ausüben zu wollen, um damit Geld zu verdienen und den Sozialkassen nicht auf der Tasche zu liegen.

      Was mir noch aufgefallen ist: Es sind häufig gerade diejenigen Leute, die terminliche Extrawürste verlangen, die eigentlich den ganzen Tag über frei über ihre Zeit verfügen können.
      Wen trifft man nach 19 Uhr noch im Supermarkt? Mal scharf hingucken!

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      1. es sit mri schon klar, dass alleinerziehende selbstredend unter Zeit- und Terminstress stehen (oder auch solche, wo der Partner nur kurz nciht da ist und ich weiß nicht, ob ich es so gut hinkriegen würde, wie viele der Alleinerziehnden). Ich wollte eigentlicht nur zum Ausdruck bringen, dass die Formulierung „ich muss meinem Mann was zu Essen“ machen sehr nach alten und zum Glück vergangenen tagen klingt. Das ist alles.

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  14. Ja, wie bereits oben zu sehen ist: Ich habe die Thematik aufgegriffen und einen Taxi-Anti-Knigge erstellt.
    In der Hoffnung, dass uns die Befolger dieser Regeln nicht überrennen, möchte ich schließen mit einem „Es sind ja gottlob nicht alle so!“

    :)

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  15. 15) Wenn du über 65 bist und andere Kunden hinter dir warten: Plaudere unbedingt noch mindestens 15 Minuten mit der völlig genervten Angestellten. Die möchte bestimmt nichts verkaufen, Unterhaltung ist alles! Das deine Enkelkinder vor dem Geschäft in Hundekot getreten sind interessiert jeden!

    15) b.
    Falls ein Kunde hinter dir eine Schachtel Paracetamol oder Aspirin verlangt erkläre dem Kunden unbedingt nur Wehwehchen zu haben. Binde am besten deine Krankheitsgeschichte der letzten 47 Jahre mit ein.

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  16. Ich finde den gesamten Anti-Knigge ja ganz lustig und großteils auch auf bedauernwerte Einzelfälle zutreffend. Mir fehlt allerdings irgendwo etwas das Bewußtsein, daß auch eine Apotheke ein Dienstleistungsbetrieb ist. Der Kunde steht bei solchen Betrieben eben im Mittelpunkt. Dazu gehören auch die geschilderten Macken und Ausnahmen. Wenn man damit nicht zurecht kommt, wäre man eventuell in einem Beruf ohne Kundenkontakt besser aufgehoben.

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  17. Also als Versicherungskauffrau kann ich nur sagen, dass es bei uns ganz ähnlich aussieht. Schon bevor der Zeiger die 9 Uhr berührt stehen die Leute vor der Türe. Da lobe ich mir wirklich die Gelassenheit anderer Nationen…

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  18. Das mag ja in der Schweiz anders und allgemein nicht die Schuld der Angestellten sein aber:
    Apothekenpreise in Deutschland sind zu großen Teilen Abzocke.
    Medikamentenpreise gehen natürlich von den Pharmakonzernen aus, es geht heir lediglich um die Marge.
    Vor allem bei kleinen Sachen zur Selbstmedikation z.B. Kohlecompretten von M**ck: in der Apotheke 8,50 Euo, im Versand 5,80. Angenommen da sind im Versand immer noch 80 Cent Marge drin. Dann ist die Marge der Apotheke bei 3,50 Euro oder 70 Prozent. Das ist auch wenn man Beratung etc. einrechnet immer noch einfach nur absurd.
    5 min vor Ladenschluss auch eine Dienstleistung von 10 min zu verlangen ist in meinen Augen noch völlig im Rahmen. Gibt eben Leute die standen grad im Stau und brauchen noch was nachdem sie selber von der Arbeit gekommen sind etc.

    Ansonsten kann ich deinem Knigge nur voll und ganz zustimmen, und die dicke Marge wird ja i.A. nicht an die Angestellten weitergegeben.

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    1. Ääääähm, lieber matthias, schon mal darüber nachgedacht, dass ein Versandhandel, der deutschlandweit oder evtl sogar länderübergreifend agiert, vielleicht bei den Kohle-Compretten eine ETWAS größere Menge respektive Palette einkauft, einen DEUTLICH günstigeren EK hat und dadurch die Marge wieder deutlich ansteigt? Oder vor allem: Wenn Du im Versand nur die KohleCompretten kaufst, was bezahlst Du für den Versand?
      Wir haben übrigens um 18:30 Feierabend (für alle Städter mit 22-Uhr-Apos: ist eine Dorf-Apotheke), ich gehe eigentlich nie pünktlich. Soll gar kein Geheule sein, natürlich sind wir Dienstleister, und natürlich bediene ich gern den Kunden und versuche seine Rezept-Wünsche zu erfüllen. Oft genug rufen auch Ärzte an, und fragen, ob wir ein bisschen länger bleiben können, weil sie noch Patienten haben, die sie uns schicken möchten. Was aber hier glaube ich alle stört, sind Menschen, die entweder Punkt Feierabend kommen, einmal Paracetamol für 99 Cent kaufen und dann ungelogen 20 Minuten über Ihren letzten Krankenhausaufenthalt oder Ihren Fußpilz referieren. Oder es sind Menschen, die eben dann kommen, wenn wir Angestellten wie oben beschrieben die Jacke anziehen und alle PCs schon runtergefahren sind – das ist nämlich nicht um 18:30 der Fall, sondern fast immer frühestens 18:45; da haben wir offiziell also schon 15 Minuten zu. Und bitte nicht glauben, dass ich nicht auch um 18:45 noch unterscheiden kann, obs wichtig ist oder nicht – im Notfall werde ich selbstvertändlich gerne für den Kunden den PC wieder hochfahren oder es anders schnell und unbürokratisch lösen. Aber wohlgemerkt nicht für eine Schachtel Paracetamol oder ne heiße Zitrone oder Coffeintabletten oder ähnlichen Rotz. Die können dann ja gern über den Versand bestellt werden, da ist ja eh alles günstiger…

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  19. Ach und übrigens: ja, ich arbeite in Deutschland; nein, in Deutschland ist es nicht üblich, eine „Beratungspauschale“ oder ähnliches auf den Einkaufspreis aufzuschlagen, und nebenbei: da ja sämtliche Apotheken abzocken, müssten sie ja auch finanziell unglaublich gut aufgestellt sein – google mal die 20-30 Apotheken, die von Deinem Wohnort am nächsten sind, und dann malde Dich doch bitte in 12 Monaten mal, wieviele von denen noch existieren. Ich schlag den 1. Juli 2012 vor. Danach können wir weiterplaudern.

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    1. @Moinsen: Nimm das doch nicht persönlich, die Argumentation von matthias entbehrt doch schon mal jeglicher Fakten.
      Hab gerade bei nem bekannten Versandhändler (dem wohl bekanntesten…) nachgesehen: Kohle Compretten sind dort 85ct (und nicht 2,70 Euro wie von Matthias erwähnt) günstiger als die Preisempfehlung des Herstellers. Dafür zahlst Du dann noch 4,95 Euro Versandkostenpauschale (schon klar, ab 20 Euro wirds kostenfrei, bestellen wir halt noch einen 100er Pack Aspirin dazu) und wartest noch 3 Tage bis das Medikament geliefert wurde. Gerade letzteres stelle ich mir bei Durchfall eher ziemlich unangenehm vor: Persönlich geb ich da lieber die 85ct mehr aus, bevor ich jetzt 2 Tage nicht mehr vom Pott runter komme.
      Es erklärt Dir auch keiner, dass Kohlekompretten eigentlich eher weniger geschickt zur Behandlung von Durchfall sind, sondern eher bei Vergiftungen angezeigt wären und dass Loperamid (Immodium) vielleicht die bessere Wahl wäre.

      Matthias setzt seine Priorität in erster Linie auf den Preis und das ist sein gutes Recht (@matthias: korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liegen sollte).
      Du und ich setzen unsere Priorität darauf, so schnell wie möglich wieder beschwerdefrei zu werden und vom Pott wieder runterzukommen und geben dafür halt 85 ct mehr aus.

      Das muss jeder selber wissen, wo er seine Prioritäten setzt.

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      1. Ich wollte hier nicht zu spezifischen Versandapotheken verlinken, weil ich nicht spez. werben will. Den Preis kriegst du bei Aponeo. Wenn du ein Rezept einschickst zahlst du keine Versandkosten. Kohle Compretten sind ein Medikament das ich in meiner Hausapotheke vorhalte, insofern brauche ich es nicht erst bestellen wenn ich Durchfall habe.
        Und die Argumentation mit dem Einkaufspreis. Selbst wenn die Apotheke bei der Versandapotheke einkauft ist die Marge noch astronomisch und das ist Fakt.

        Wenn sich Versandhandel im Verlauf der Zeit weiter durchsetzen wird kann ich mir gut vorstellen, dass ein paar Apotheken bankrott gehen und die Apothekendichte ein wenig runter geht und die Preise ein wenig sinken. Sicher schlimm für die Apotheken die bankrott gehen und auch schade um die Arbeitsplätze aber so ist das System der Marktwirtschaft. Und zur Zeit funktioniert bei lokalen Apotheken der Preisangleich eben nicht. Es halten sich alle an die UVP und bilden damit ein Quasikartell.

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  20. Hallo Moinsen,
    ich schrieb ja bereits welchen Überzugsrahmen ich für akzeptabel halte. Das sind 5 bis maximal 10 Minuten und die sollten einfach in der Arbeitszeit vom Chef eingeplant sein. Macht er da nicht macht er was falsch und die Angestellten haben ein gutes Recht sich zu beschweren aber eben beim Chef.

    Deine Theorie hat einen Haken. Es gibt einfach viel zu viele Apotheken. Dadurch sind sie selbst mit Abzocke nicht zwingend super reich. Und auf dem letzten Dorf mit 1 Person Belegschaft sind solche Apothekenpreise evt. notwendiges Übel. Ob ich die dann bereit bin zu zahlen ist wieder eine andere Frage.
    Das andere Problem: In der Stadt in einer Apotheke mit mehr, deutlich mehr Umsatz werden die Sachen nicht günstiger. Müssten sie aber werden da bei mehr Umsatz die Lagerhaltung und Bestellung effektiver werden wie in jedem Einzelhandel.

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  21. Und wenn Du nachts auf dem Weg zu / von einer Party an einer Notdienstapotheke vorbeikommst, läute sofort – auch um drei Uhr morgens – den Apotheker aus dem Schlaf, damit Du auf jeden Fall noch vor dem Schlafengehen die Packung Multivitamin-Tabletten für 0,99 cent zu Hause hast. Die sind ja schließlich überlebenswichtig!

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  22. lasse dich von der apothekerin ausführlichst (wenn die apotheke voll ist!) beraten. schreibe dir alle details auf. erwähne immer und immer wieder, dass es sich um „apothekerpreise“ handelt und du „nicht die ganze apotheke kaufen willst“. frage dann, ob die apothekerin eine günstige alternative kennt, die es in der drogerie gibt (stichwort: nahrungsergänzungsmittel, sonnencreme) und dann noch mal betonen, dass du nur noch übers internet kaufst. alles frei haus. weniger wartezeiten. weniger kritisch. und fachpersonal braucht man auch nicht mehr. gibt ja google und wikipedia.

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