Woher kommen unsere Medikamente? Am Beispiel Regaine

Vor 20 Jahren wurde der Wirkstoff Minoxidil in den USA nach den üblichen Tests und Studien als Bluthochdruck-Mittel mit Gefässerweiternder Wirkung zugelassen. Es handelt sich um Tabletten, die geschluckt werden. Das Medikament heisst Loniten und wird heute nur noch als Reservemedikation gebraucht, wenn auch die Kombination anderer Blutdruckmittel nicht den gewünschten Effekt bringt.

Aber der Wirkstoff gehört zu den gefragtesten – zumindest in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe :-)

Warum? Unter der Behandlung hat man festgestellt, dass manche der Patienten eine Hypertrichiose entwickelten – eine vermehrte Körperbehaarung und eine Verdunklung und Verstärkung bestehender Haare.

Darauf wurde vom Unternehmen untersucht, ob auch eine äusserliche (topische) Anwendung von Minoxidil Haarwuchs anregen könnte.

Dem war so! – zumindest in einem genügend grossen Teil der Fälle. Hier haben wir noch einen Fall, wo aus einer Nebenwirkung eine Hauptwirkung wird – wie bei Viagra.

Also vermarktete man die Minoxidil-Lösung als Regaine (oder Rogaine in manchen Ländern) als Mittel gegen Haarausfall – auch genetisch bedingten. Und damit man etwas davon hat, gibt es sie mit verschiedenen Applikatoren – immerhin muss man das auch 2x täglich und regelmässig langfristig anwenden, weil sonst die Haare wieder ausfallen.

Der Wirkmechanismus ist nicht ausreichend bekannt, man geht von einer Förderung der versorgenden Gefäße und dadurch vermehrte Durchblutung der Haarpapille aus.

Auf der anderen Seite sind die Nebenwirkungen: Hautreizungen, Augenreizungen, ungewollter Haarwuchs an anderen Körperstellen aber auch Haarausfall …

Für Ratten und Katzen ist Minoxidil übrigens hochgiftig.

Regaine/Rogaine wird heute von Johnson & Johnson vertrieben, früher von Pfizer, noch früher war es Pharmacia/Upjohn – die haben es auch entwickelt. Seit 1996 ist das Patent abgelaufen und es gibt Generika.

Es gibt mancherorts noch Pregaine Shampoo – in der Schweiz nicht mehr. Das enthält allerdings trotz Namensähnlichkeit kein Minoxidil, es ist einfach ein mildes, parfümfreies Shampoo. Das war auch etwas, was gerne als Muster abgegeben wurde  um den Regaine-Vertrieb anzukurbeln …



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8 Antworten auf „Woher kommen unsere Medikamente? Am Beispiel Regaine

  1. Oh Pharmama, erwähne lieber nicht, welche Sachen für Katzen hochgiftig sind – die Verlockung wäre sonst für mich zu groß. Grad durft ich wieder 3 große Haufen Katzenkacke aus unserem Rasen (!) kratzen, die die streunenden Nachbarskatzen hier hinterlassen haben. *grrr*

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  2. Ich hätte mal eine allgemeine Frage zu der Wirkweise von Medikamenten. Ich lasse mich per Homöopathie behandeln und versuche (manchmal verzweifelt), die Logik der Argumente der H.Gegner zu verstehen…
    Also, hier in diesem Artikel zu Regaine, heißt es „Der Wirkmechanismus ist nicht ausreichend bekannt, man geht von einer Förderung der versorgenden Gefäße und dadurch vermehrte Durchblutung der Haarpapille aus.“
    Wenn ich nun an die ganze Diskussion um die Homöopathie denke, so ist ja wohl ein Hauptargument der H.Gegner, dass die H. nicht wirken KANN, weil die Wirkweise nicht wissenschaftlich erklärt werden kann.
    Aber allopathische Mittel, die „DÜRFEN“ wirken, auch wenn man sie „nicht ausreichend“ erklären kann ?
    Ich wäre für eine AUFKLÄRUNG dankbar !

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    1. Das ist ein Argument – das andere ist, dass es für Homöopathie einfach keine Studien gibt, die die Wirkung nachweisen. Egal wie man die Wirkung jetzt erklärt. Für Medikamente muss es das geben.

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      1. Vielleicht sollte man ergänzend noch erwähnen, dass es dafür genügend Studien gibt, die nachweisen, dass zwischen einer Behandlung mit Homöopathika und Placeboglobuli (also Globuli, die nicht nach den Regeln der Homöopathie hergestellt wurden) kein messbarer Unterschied im Behandlungserfolg liegt.

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    2. Der große Unterschied ist: Im Fall von Regain (und den anderen echten Medikamenten) ist ein direkter Zusammenhang zwischen der Medikamentengabe und einer gewünschten Wirkung nachweisbar. Unklar ist in einigen Fällen einzig die Frage des „WIE“.
      Bei homöopathischen Medikamenten ist kein direkter Zusammenhang zwischen der Gabe der Globuli etc. und einer (gezielten?) Wirkung erkennbar. Es ist also nicht nur das „WIE“ unklar – es ist nachweislich keine Wirkung auf das homöopathische Mittel zurückzuführen.

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