die Nachschmeisspille

13

Gastbeitrag von Ingrid aus Deutschland:

Letzter Nachtdienst, kurz vor Mitternacht, ein junger Mann verlangte „eine Nachschmeißpille.“

Auf meine Frage (ich ahnte aber schon etwas), was das denn sein sollte, antwortete er :
„So für Frauen, das ist doch so mit 48 Stunden.“

Er ging dann grummelig weg, nachdem ich ihm erklärt hatte, daß es ‚die Pille danach‘ nur auf Rezept gibt.

Au toll. Wie locker.

Bei uns in der Schweiz gäbe es sie zwar auch ohne Rezept in der Apotheke, aber er hätte sie trotzdem nicht bekommen – da muss die Freundin selbst antraben. Dafür hätte es noch ein bisschen Zeit – bis maximal 72 Stunden.

Advertisements

13 comments on “die Nachschmeisspille

  1. Ich bin erstaunt, wie leicht das manche Leute zu nehmen scheinen. So ganz ohne ist das Zeug ja nicht.

    Gefällt mir

  2. Rose sagt:

    Scheint wohl die einfachere (oder bequemere) Methode zu sein als das schnöde Verhüten. Ich weiss nicht, kann man sich da nicht vorher Gedanken drüber machen? Wenn man das Spiel spielt sollte man auch mit den Kosequenzen leben können.

    Gefällt mir

  3. squirrel1976 sagt:

    „Nachschmeisspille“ ist gut *g*
    Aber ich bin immer noch etwas unsicher, was die Rezeptpflicht hier in D angeht. Würde nicht eine eingehende Beratung durch den Apotheker/die Apothekerin reichen?
    Abgesehen davon könnte man von meinem Wohnort aus auch bequem nach Frankreicht rüberfahren und die Pille danach dort dann ohne Rezept bekommen.

    Gefällt mir

    • Lu sagt:

      Ist in D leider tatsächlich so, dass die betreffende Dame erst zum Arzt fürs Rezept muss und dann in die Apotheke um sie dort zu holen. Der Arzt darf ihr die Pille nämlich nicht aushändigen – ist also nochmal ein Weg mehr. Und natürlich auch ein Zeitfaktor mehr.
      Finde das Schweizer System da besser, bin nämlich durchaus der Meinung, dass unsereins als Apotheker kundig genug ist ein Pille danach Gespräch zu führen.

      Gefällt mir

      • McCloud sagt:

        Ich bin auch der Meinung, dass der Apotheker fachkundig ist, eine Beratung zur Pille danach durchzuführen (bin selbst Apotheker).
        Trotzdem ist obiges Beispiel eigentlich ein ganz guter Grund, die Hemmschwelle für die „Pille danach“ etwas höher anzusiedeln, so dass die Kids erst mal zum Arzt müssen und sie nicht einfach in einer Apotheke erhalten. Manche Mädchen schlucken die Dinger wirklich wie Bonbons. Da suggeriert die freie Verfügbarkeit der PD ohne Rezept schon, dass es sich dabei um ne Lappalie handelt.

        Gefällt mir

  4. anna sagt:

    Die „Nachschmeisspille“ darf während 72h abgegeben werden — aber die Wirksamkeit nimmt kontinuierlich ab, daher ist Eile durchaus angebracht; trotzdem sollte die betreffende Frau sich schon persönlich zur Apotheke bequemen.

    Gefällt mir

  5. Liz sagt:

    Ich finde die schweizer Vorgehensweise auch besser als die in D.

    Was ist denn letztendlich schlimmer: Dass irgendwelche Teenager mit dem IQ und dem Verantwortungsbewusstsein einer Ananasdose die PD wie Bonbons futtern oder dass sie doch lieber riskieren, schwanger zu werden?

    Und ein durcheinandergewürfelter Hormonhaushalt ist nicht so tragisch wie ein weiteres Kind, das zur Unzeit geboren wird und lieblos aufwachsen muss – oder ein weiterer Schwangerschaftsabbruch in der Statistik.

    Um es klarzustellen: Ich bin für vernünftige Verhütung – und für Wunschkinder, die geliebt werden und niemals zu spüren bekommen, ob sie nun geplant oder ungeplant entstanden sind. Kinder haben ein Recht auf Liebe. Und die PD verhindert ungeliebte Kinder.

    Gefällt mir

  6. Mr. Gaunt sagt:

    Keine Frage, eine vernünftige Beratung bekommt man in der Apotheke. Eigentlich braucht es da keinen Arzt. Die Erfahrungen in Ländern, die das arztfrei regeln, zeigen das. Jedenfalls sind mir keine vermehrten tragischen Fälle bekannt.

    Allerdings muß ich auch McCloud zustimmen. Die Hemmschwelle sinkt, und das finde ich nicht gut. Es ist immer noch ein starkes Hormon-Arzneimittel. Der Gang zum Arzt darf da ruhig zur Erziehung beitragen. Gerade am Wochenende ist der Gang zum ärztlichen Notdienst sehr lästig. Fremder Arzt, peinliches Problem (besoffen oder zu geil gewesen). Ich glaube nicht, dass dadurch vermehrt ungeplante Kinder entstehen.

    Eine statistische Auswertung zu diesem Thema wäre aber sehr interessant. Wie häufig wird in der Schweiz die Pille danach genommen und wie oft in Deutschland?

    Gefällt mir

  7. muetze sagt:

    ich finde die Pille auch sehr nützlich und finde es gut wie es hier in Frankreich geregelt wird. Aber was ich nicht so toll finde ist wie es verallgemeinert wird. Ich war sehr froh das wir die PD in der Apotheke bekommen haben ohne vorher zum Arzt zu müssen. Wir wollten sie aber auch deswegen weil wir eben verhütet haben aber uns ein kleines Missgeschick passiert war. Meine Schwiegermutter meinte dann das man teilweise einfach auch 4 normale Pillen auf einmal schlucken kann um den Effekt der PD zu haben. Man muss dazu aber halt auch die Pille haben 😉

    Gefällt mir

  8. Marco sagt:

    Sonntagsmorgens im Dienst: „Kann ich die Pille danach bekommen?“
    Patientin bekommt ihr Medikament und ist weg.

    Sonntagsabends im Dienst:
    Gleiche Person kommt wieder: „Kann ich die Pille danach bekommen?“
    Ich: „Sie waren doch heute morgen schon hier und haben sie (die Pille danach) bekommen.“
    Sie: „Ja aber ich weiss nicht mehr ob ich sie genommen habe oder nicht…“ (sic)

    Gefällt mir