Die falsche Anwendung (15)

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Es ist schon ein paar Jahre her, da kam eine Kundin, die Bactrim forte gegen ihre Blasenentzündung verschrieben bekommen hat zurück und fragte:

„Ich begreife das nicht, jedes Mal, wenn ich Pipi machen muss, verliere ich meine Tablette!“

Da fragt sich die  Apothekerin natürlich, wo sie die Tablette denn hingemacht hat.

Man stellt die Frage mal vorsichtig.

Kundin: „Na unten rein … in meine Vagina – dorthin, wo es  auch weh tut!“

Umm….key, sie hat sich was dabei gedacht. Leider sind das Tabletten zum Einnehmen und nicht Vaginaltabletten.

 

Mehr falsche Anwendungen hier.

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26 comments on “Die falsche Anwendung (15)

  1. Bäddi sagt:

    … aber in wirklichkeit sind das /die/ kunden, die einem schon im ersten semester versprochen werden und auf die man sein ganzes apothekerinnenleben wartet.

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    • Steven sagt:

      Also ich hatte wirklich mal ne ca. 60jährige Kundin, die mir erzählt hatte, dass sie die Vaginaltabletten gegen ihren Scheidepilz oral eingenommen hatte.
      Die ältere, durchaus gepflegt wirkende Dame war auch sehr verwundert, dass die Tabletten nicht gewirkt haben.

      Dem Gesichtsausdruck nach war sie sehr überrascht, wo sie sich die Tabletten hinstecken sollte, war mir aber dann doch sehr dankbar, vor allen Dingen offensichtlich dafür, dass ich ihr die Anwendung sehr diskret erklärt hatte.

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  2. anna sagt:

    Ha, ich hab’s gefunden: In diesem Beitrag…

    http://paska.info/2010/05/10/kreativ/

    …war in den Diskussionen die Rede davon, dass man manche Tabletten auch vaginal einnehmen kann. EarlMobile hat seine Dozentin angeschrieben, um Einzelheiten zu erfahren, aber die Antwort ist zumindest dort nicht angekommen. 😦

    Und auch wenn mir die vaginale Einnahme in manchen Fällen äusserst praktisch erscheint, bei einer Blasenentzündung möchte ich an der Stelle ausser Wärme gar nix zuführen; da brennt doch jede Berührung wie blöde!

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    • Pharmama sagt:

      Ausserdem ist das Antibiotikum oral genommen schon schlecht genug für die Vaginalflora – ich will gar nicht wissen, was das lokal so anrichtet…
      Danke für die Erinnerung, ich will doch mal nachfragen, ob EarlMobile nicht doch noch etwas erfahren hat.

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  3. svuechiatrie sagt:

    Wo wir wieder bei dem vielen unsinnigen Papier für Beipackzettel wären xD

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    • Pharmama sagt:

      Die sind doch reine Deko.
      Ausserdem macht man die lieber nicht auf – bei der Falttechnik bekommt man sie nie mehr wieder richtig zusammen.
      (nicht ernst gemeint – wobei … manche sind schon sehr „Origami“)

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      • svuechiatrie sagt:

        Also ich hab meine gestern tatsächlich noch gelesen. Selbst den für Ibuprofen den ich bald auswendig runterbeten können müsste. Aber du hast Recht. Ich hab ihn nicht mehr zusammen gefalten. Wieso auch? Mein Schrank ist groß genug, da passt das auch in ungefalten rein xD

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  4. Nuna sagt:

    Ich lese Beipackzettel eigentlich sehr gerne. Ich finde es einfach interessant 😀

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    • Blümchen sagt:

      Ich auch! Aber mein Freund verbietet mir mitlerweile ihm seine vorzulesen 😦

      In Bezug auf die Anwendung im Artikel frage ich mich jetzt aber seit heute Morgen: Was machen solche Leute, wenn sie die Tabletten gegen Kopfschmerzen oder Beschwerden in Armen oder Beinen bekommen? Nehmen sie dann ein Messer und machen ein Loch in das betreffende Körperteil und stecken die Tablette rein? Kleben sie sich die Tablette mit Pflaster auf die Haut? Akzeptieren sie dabei nur Salben?

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      • Pharmama sagt:

        Entweder das, oder sie akzeptieren nur solche, wo die Werbung dann gesagt hat, dass sie *speziell* gegen Mesntruationsbeschwerden, oder Rückenschmerzen etc ist. Oder dann muss es *auf* der Packung stehen – „da steht gar nicht drauf, ob es gegen Ischias hilft!“

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      • anna sagt:

        Ich glaube, das war Simon Enzler, der sich beschwerte, dass er gegen seine Schmerzen an Arm/Fuss/Kopf/? keine Salbe sondern irgendein „Pülverli“ vom Arzt bekam (in AI gibt’s schliesslich Selbstdispensation ;-)); wie sollte das denn am richtigen Ort wirken? Richtig unangenehm sei es aber ein paar Wochen später geworden, als er seine Hämorrhoiden mit einer Salbe behandeln sollte — nun wäre er für ein „Pülverli“ sehr zu haben gewesen…

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  5. resuscianne sagt:

    Es gibt wirklich interessante Veriationen von Anwendungsmöglichkeiten…
    Bis ich in den RD gegangen bin konnte ich mir nie vorstellen, dass wirklich solche Wirrungen zustande kommen.
    Ich wurde eines Besseren belehrt.

    Ich selber lese die Beipackzettel (auch wenns mir immer wieder vom Männe verboten wird), allerdings nur, um sicherzugehen, dass die Medis untereinander keine Wechselwirkung haben und so.
    Zusammenfalten muß man die dann doch eh nicht mehr. Einmal gelesen, entweder ok, dann zettel weg, oder Medikament ist nicht ok, dann Zettel in Box mit Medikamenten weg.

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  6. Hermione sagt:

    Hatten wir hier nicht auch schon Patienten mit Mittelohrentzündung, die sich die Tabletten in den Gehörgang geschoben haben?

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  7. Ich habe von einem Kinderarzt folgende Geschichte:

    Mutter kommt mit Baby und Blutungen aus dem Anus in die Klinik und zetert, dass das eine schreckliche Nebenwirkung eines Fieberzpfchens sei – böse Chemie und all das.

    Das Baby musste operiert werden und es stellte sich heraus, dass die Mutter das Zäpfchen samt Aluminuimverpackung verabreicht hat.

    Was muss eigentlich alles dick und fett auf den Packungen stehen? Und wie doof können Leute sein?

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    • Merle sagt:

      Das erinnert mich daran, dass auf den Anwendungszetteln von Haarfärbemitteln immer drauf steht, dass man zunächst den Deckel der Packung öffnen soll.

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      • Piggeldy sagt:

        Auf der Packungsbeilage meiner neuen Pfeffermühle steht, dass man die Mühle vor der ersten Benutzung aus der Umverpackung entfernen muss. Ja mei. Wenn das da nicht gestanden hätte, ich wüsste heute noch nicht, wie ich den Pfeffer in mein Essen bekomme.

        Die Beilage war übrigens nicht aus dem Karton zu bekommen, ohne die Mühle auch direkt mit zu entnehmen. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

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  8. delfinstern sagt:

    ich würde davon ausgehen, dass mir mein Arzt sagt, wie ich Tabletten einnehmen muss und ob es da Besonderheiten gibt. „Normale“ Tabletten würde ich immer oral einnehmen. Ich muss gestehen, dass ich den Zettel durchaus lese, mein Freund findet es nur nicht so schön, wenn ich die Nebenwirkungen vorlese 😛 vorallem wegen Wechselwirkungen.

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  9. Bianca sagt:

    Uuuaaaaah, Bactrim – da habe ich ganz miese Erinnerungen – ich bin darauf allergisch und habe als Kind darauf mit scheusslichen Ausschlägen reagiert. (Gemein, das war so ein flüssig-Antibiotikum, das unglaublich fein nach Banane geschmeckt hat…) Ich kann mich noch erinnern, welche Qual das war! Aber so wie ich höre, bin ich bei Bactrim wohl bei weitem nicht die einzige…

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