Nebenwirkung: Tod

Es gibt einfach Medikamente, die sollte man nicht zusammen nehmen. Ein typisches Beispiel dafür ist Viagra und Isoket Spray – das ist Nitroglycerin, das man nimmt, wenn man einen Angina Pectoris Anfall hat.

Herzprobleme und Viagra sind schon nicht gut und die Kombination von Nitroglyzerin und Sidenafil noch viel schlechter.

Was jetzt, wenn beides vom gleichen Arzt für den Patient aufgeschrieben wurde?
Was, wenn man sowohl Arzt als auch Patient auf die Wechselwirkung aufmerksam gemacht hat und davon abgeraten hat, das zusammen zu nehmen? Und sie beide nicht auf die Warnung hören?

Und wenn der Patient dann stirbt?
Wer ist schuld?
Irgendeine Kollegin hat mir mal folgendes gesagt: „Der Unterschied zwischen einem Arzt und einem Apotheker ist …. dass der Arzt die Totenscheine selber ausstellen kann.“

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13 Antworten auf „Nebenwirkung: Tod

  1. Wow, gute Frage. Wahrscheinlich kann der Apotheker/die Apothekerin nachweisen, dass sie auf die Gefahr hingewiesen hat, oder? Damit sollten sie doch eigentlich aus dem Schneider sein.

    Ich musste dies sogar für den Rettungsdienst lernen: Wenn wir zu einem Patienten mit akutem Coronarsyndrom kommen, unbedingt vor Gabe von Nitrospray erfragen, ob Viagra oder ein anderes Medikament mit Inhaltsstoff Sidenafil genommen wurde. Ganz besonders bei Frauen sollen wir konsequent nachfragen, da dies in einem für Frauen gängigen Blutdruckmedikament enthalten ist.

    LG Tanja

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    1. Ein spezielles Blutdruckmedikament für Frauen, was Sildenafil enthält??? Das wär mir aber ganz neu. Sidenafil wird u.a. bei primärer pulmonaler Hypertonie verwendet. Der Patientenkreis dafür ist aber ziemlich klein!

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    2. Ah ja, Nachweis. Was würde da genügen? Der Vermerk im Computer „Patient auf lebensbedrohliche Wechselwirkung hingewiesen, will es trotzdem“
      oder grad ein Formular mit Unterschrift des Patienten?
      „Ja, ich habe verstanden, dass die Einnahme dieser Medikamente miteinander lebensgefährliche Folgen haben kann – und dass die Apothekerin mich auf diese Gefahr aufmerksam gemacht und mir dringend abgeraten hat, das Viagra einzunehmen.“

      Aber selbst dann … wenn ich es trotzdem abgebe … er nimmt es ja sicher nicht nur nach Hause zum anschauen ….

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  2. Mein alter Kriminalistiklehrer sagte dazu:
    „Wenn auf jedem Grab, für das ein falscher Totenschein ausgestellt wurde, ein Teelicht brennen würde, dann wären die Friedhöfe nachts taghell erleuchtet.“

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  3. @ chilara: Verwendung von Sidenafil bei primärer pulmonaler Hypertonie ist ja prinzipiell ein spezielles Blutdruckmedikament (soll ja den Druck in dem Lungenkreislauf senken, ergo ist es ein spezielles Blutdruckmedikament) und soweit mir bekannt wird es häufiger bei Frauen angewendet als bei Männern (warum weiß ich aber nicht). Übrigens wird es wird zumindest in Deutschland auch bei sekundärer pulmonaler Hypertonie verwendet (ich kenn da jemanden der das dafür bekommt).

    LG

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    1. aber schon ein seeehr spezielles… mittel gegen lungenhochdruck sind nicht gleichzusetzen mit mitteln gegen „normale“ arterielle hypertonie… und bei sekundärer pulmonaler hypertonie ist es soweit ich weiß sogar ein off-label-use… (oder was sagt die pharmazeutin dazu? ;-) )

      Dass es bei frauen häufiger angewandt wird, liegt meiner erinnerung nach daran, dass die häufiger an primären lungenhochdruck leiden…

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  4. Da würde ich die Abgabe von Viagra ehrlichgesagt verweigern. Da steht für mich die Vernunft über dem Konsumwunsch eines Patienten und dem Leichtsinn eines Arztes. Den Arzt würde ich vielleicht sogar beim Kantonsarzt melden, schliesslich gefährdet diese Entscheidung ein Patientenleben!

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    1. Darf man in der Schweiz wirklich ein Medikament als Apotheker verweigern, wenn der Arzt offenkundig Schwachsinn aufgeschrieben hat?

      Eine deutsche Apotheke muss ein Medikament, welches verschrieben worden ist, abgeben.
      Bei Bedenken muss man zwar noch den Arzt zurückrufen, wenn der aber auf der Abgabe besteht, hat man Belieferungszwang (normalerweise kommt man bei solchen Sachen eh nicht zum Arzt telefonisch durch und die Entscheidung wird durch die Sprechstundenhilfe getroffen).

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      1. Ich habe im Gesetz keinen „Abgebezwang“ gefunden, aber in diversen kantonalen Verordnungen oder Ausführungen wird die Kontrollpflicht von Rezepten durch die Apotheker betont. Da finde ich, dass eine Abgabeverweigerung durchaus drinliegt (zumal Viagra jetzt nicht wirklich ein Notfallmedikament ist…)

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  5. Sehr gefährlich wird auch die Kombination mit Kokain, MDMA und anderen Amphetaminen, was in manchen Kreisen ja gängig ist. Schön die ganze Nacht in Puff, um wach zu bleiben und aufgrund der aphrodisierenden Wirkung Aufputschmittel wie die o.g., aber um auch lange die „Standfestigkeit“ zu bewahren bzw. weil diese Mittel sich in höherer Dosis negativ auf die Erektion auswirken, eben noch kombiniert mit Viagra & Co.

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  6. Umgekehrt gibt es anscheinend Mittel die im Todesfall angewendet werden können (!). Lesen Sie doch mal die Fachinfo von Plavix, Abschnitt „Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten“: „vaskulär bedingter Tod bei Patienten mit kürzlich zurückliegendem Schlaganfall“.
    Ob’s wirklich hilft? ;-)

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    1. Das … das … gibt’s ja nicht. Rasch nachlesen.
      Das steht genau so da.
      Ich schätze mal die meinen den Gewebetod wegen Gefässverschluss im Herz, aber … das tönt wirklich seltsam.

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