Immer noch nass

Nachdem die Pharmaassistentin am Vortag eine geschlagene Dreiviertelstunde lang ein geeignetes Inkontinenzprodukt für die gebrechliche ältere Frau herausgesucht hat und ihr Muster von 2 Sorten mitgegeben hat, kommt diese wieder zurück und beklagt sich, dass sie immer noch nicht wirklich trockene Unterhosen hat.

Pharmaassistentin: „Welche haben sie den ausprobiert? Die Einlagen oder die Pants?“

Frau: „Beide.“

Pharmaassistentin:Und war eine vielleicht etwas besser?“

Frau: „Nein. Ich habe beide gleichzeitig an, bin aber immer noch nass.“

Pharmaassistentin: „Wie – Gleichzeitig??“

Die Frau erklärt, dass sie die Unterhose an hat und darüber die Pants mit der Einlage drin.

Sie will kaum glauben, dass man entweder die Einlage in die Unterhose macht oder die Pants (die Höschen) statt der Unterhose anzieht.

– Kein Wunder hat sie immer noch das Gefühl es sei nass.

Man hat es ihr übrigens nicht angesehen, dass sie all das (ziemlich dicke Einlage und gepolsterte Höschen) gleichzeitig anhatte. Ein Wunder dass sie noch normal laufen konnte.



9 Antworten auf „Immer noch nass

  1. @Hermione: ich glaub wir haben es ihr dann erklärt, dass sie es verwenden soll wie die Einlagen bei Periode … ok, die hatte sie sicher auch schon ein ganzes Zeitchen nicht mehr, aber daran kann sie sich sicher erinnern.

    @Daniela: Nö, da habe ich noch keine gesehen – speziell nicht bei den Mustern. Aber vielleicht sollte man das langsam in Betracht ziehen.

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  2. Vielleicht die Anwendung beim Verkauf an einer Schaufensterpuppe oder ähnlichem Modell anschaulich demonstrieren?
    Immerhin ist es ja leider oft so, dass Inkontinenz und Demenz gemeinsam auftreten.

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  3. Ah, drgeldgier: hast DU schon mal versucht einer Schaufensterpuppe (Unter-)Hosen anzuziehen?? Das ist nicht gerade einfach – ich habs mal einer Puppe Velohosen anziehen müssen, das war vielleicht ein Krampf. Das demonstriere ich lieber nicht so, sonst sieht es schlimmer aus als es ist …
    Aber deutlicher zeigen / sagen, das müssen wir sicher. Ja.

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  4. Das erinnert mich irgendwie an die alte Dame, die Vaginaltabletten gegen einen Scheidenpilz auf dem Rezept hatte und der ich verzweifelt versucht habe zu erklären, das die nicht geschluckt werden, sondern *vorne* unten eingeführt werden.
    Sie hat immerlieb gelächelt und genickt, aber ich war mir nicht sicher, das sie es verstanden hatte.

    Nicht das sie sonst wiederkommt und einem mitteilt, das die Tabletten so komisch im Hals geklebt haben. (Diesen Fall hatten wir nämlich auch mal!)
    LG
    Boreal

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  5. mmmh. doch. erinnert mich an die familie, die die klingelhose (fürs bettnässen) immer *über* die windel angezogen haben – da klingelts auch erst, wenn´s so riiiichtig nass ist.

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  6. Leider schämen sich speziell viele ältere Personen, bei Unsicherheiten nachzufragen und machen dann etwas falsch.
    Das Thema Inkontinenz ist sehr heikel und in der Zivizeit habe ich selbst Angehörige erlebt, die überfordert waren und Ihrer Mutter (oder dem Vater) Einlagen mit der falschen Seite nach Innen angezogen haben. Reine Überforderung mit der Situation „Mama ist demenzkrank“.

    Zum Vorschlag, das Anziehen von Einlagen an einer Puppe zu zeigen: Da würde ich sehr vorsichtig sein. Wenn das mitten in der Apo stattfindet, versinken einige Kund(inn)en im Boden und kommen nie nie nie mehr wieder.

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  7. Zum Thema Probeanziehen an einer Puppe:
    Könntet ihr vl vorher schon ne Puppe damit drapieren und den Kunden dann nur noch zeigen „So solls aussehen“
    bzw. sind die alle standardisiert oder auch in verschiedenen Größen erhältlich? Bei einer kleineren sollte es ja einfacher gehen.

    Bei uns gibt’s in der Apotheke nen kleinen Raum hinter dem eigentlichen Tresen (die Schränke sehen nach Medikamenten-Schieber aus). Dort könnte man ja den Kunden unter vier Augen vorführen, wie es geht, ohne dass jemand gleich im Boden versinkt vor Scham.

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