Französisch duschen

Französisch duschen nennt man das, wenn jemand statt zu duschen oder zu baden sich lieber mit Parfüm einsprüht um den Körpergeruch zu überdecken.

Wir haben da einen … Kunden kann ich nicht wirklich sagen, denn der hat noch nie etwas gekauft. Dafür kommt er ein, zweimal die Woche (manchmal auch öfter), geht in die Parfümerieabteilung und sprüht sich mit den Testern ein. Mit mehreren … und ausgiebig.

Das ist besonders eklig, weil er dabei Parfüms mischt und die süssesten aussucht, die er finden kann … dementsprechend nicht nur Männerparfüms.

Wenn er den Laden wieder verlässt, leiden wir (und die Kunden) noch eine gute halbe Stunde an den entstandenen Duftwolken. Als „Dank“ wirft er dafür etwa 10 Rappen in die Trinkgeldkasse.

Hmpf.

Jedenfalls haben wir schon ein paar Anläufe genommen das Verhalten einzuschränken und / oder zu unterbinden. Aber weder direkt daneben stehen, noch Hinweise darauf, dass die Tester für Kunden (Betonung!) gedacht sind haben bisher geholfen.

Letzte Mitarbeitersitzung haben wir das auch wieder thematisiert und sind übereingekommen, dass er das nächste Mal  wenn er kommt, höflich aber bestimmt darauf hingewiesen wird doch bitte nur 1 Tester nimmt und bitte nur 1 x sprüht. „Das reicht zum schauen, wie es riecht.“

Falls er das nicht macht, ist eine Verwarnung auszusprechen.

Und wenn er sich dann immer noch nicht daran hält, dann bekommt er Hausverbot.

Im Moment sind wir bei Stufe 1. Er hat zwar reklamiert und gesagt, er habe eine „Abmachung“, dass das ok sei, wenn er nachher etwas ins Trinkgeldkässeli wirft. Nein, hat er nicht und nein, es ist auch nicht ok!

Fortsetzung folgt?



6 Antworten auf „Französisch duschen

  1. der kunde gehört zur gattung der menschen, die ich wirklich, wirklich abgrundtief fürchte: ich hab‘ allergisches asthma (auf duftträgerstoffe). was meinen sie, wie es mir geht wenn ich in den „genuss“ eines derartig abartigen olfaktorischen massakers gerate: atemnot, hustenanfall, tränende augen, volle palette, und in summe mindestens zwei bis drei stunden allgemeinreduziert. ganz abgesehen von der tatsache, dass die anzahl meiner lungenbläschen jeweils um eine erkleckliche anzahl reduziert und somit meine lebensqualität dauerhaft immer eingeschränkter und meine lebensdauer ein wenig mehr reduziert wird.

    testflakons gehören in geschlossene abteilungen, jawoll. und leute, die sich mehr als eine sorte wohin auch immer sprühen, ebenfalls.

    ich wechsel ja in der zwischenzeit schon die strassenseite, damit ich nicht an drogeriemärkten etc. vobeigehen muss. schlimm sind auch begegnungen mit sprühfetischisten in toiletten von restaurants etc., auch duftende am nebentisch (und sei es im schanigarten) bringen mich oft zu fluchtartigen aufbrüchen. auch taxis mit vorbeduftung muss ich leider ablehnen, etc. etc. etc.

    liegt übrigens offensichtlich an den neuen chemischen dufttägern, althergebrachte parfüms vertrage ich tadellos und kann sie auch selber verwenden. aber gnade mir gott bei den neuen kreationen, oder putzmitteln mit blütenduft etc.: ein horror.

    und besonders unangenehm ist es mir, wenn ich wegen testsprühfetischisten wortlos hustend und mit einem taschentuch vor mund und nase mitten während eines gespräches flüchten muss, gerne auch während eines einkaufes, unter hinterlassung der bereits angehäuften waren.

    wenn es nach mir geht: hausverbot für derartige personen.

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  2. Sie haben da aber einen netten Namen für, ich kenne das als Punkerdusche :D

    Aber ich muss sagen, ich bin relativ geruchsempfindlich und bei so etwas kriege ich einen Brechreiz…
    Süße Parfüms gehen schon mal gar nicht und „eingedieselte“ Menschen auch nicht *würg*

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  3. @kelef: Ich leide mit Ihnen. Ich finde das auch ganz schlimm wenn man ungewollt olfaktorisch belästigt wird – wenigstens habe ich keine wirkliche allergische Reaktion dagegen. Als Kunde kann man aber wenigstens noch flüchten. wir Angestellten leiden dann die nächste halbe Stunde.

    @Polly Oliver: „Punkerdusche“ – auch nicht schlecht. Nur handelt es sich bei der Person um einen älteren Mann …

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  4. Bei uns bekannt unter dem Begriff „italienische Dusche“. benutzt wird dann aber nicht das gute Parfum, sondern Deo. Natürlich auch nur das süßeste vom süßen.
    Grrrr.

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  5. Igitt! Das erinnert mich an ein unschönes Erlebnis im Zug. Vor mir saßen vier Jugendliche, die sich zuerst laustark darüber beschwerten, wie heiß es doch sei. (Obwohl ich zu den Leuten gehöre, die alles über 25 °C für eine Zumutung halten, konnte ich das nicht so ganz nachvollziehen.)
    Dann begann eine, sich (und ihre Umgebung) sehr ausführlich mit Deo (so ein wirklich wiederliches süßes Zeug) einzusprühen. Irgendwann sagte ihre Nachbarin: „Soviel muss man doch gar nicht nehmen!“ „Nein, aber es kühlt schön!“ „Echt? Gib mal her!“ Und weiter ging die Sprüherei.
    Ich war drauf und dran, meinen mühsam erkämpften Sitzplatz aufzugeben und den Wagen zu verlassen, weil ich von dem Zeug kiene Luft mehr bekam. Gottseidank stiegen sie irgendwann wieder aus.

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  6. Er habe eine Abmachung? Da frag ich mich doch gleich, bei wievielen anderen Apotheken er noch „Kunde“ ist… Mein Beileid, ich mag zwar Parfum, aber in der zugedachten Dosis: ganz wenig.

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