Nicht *ganz* durchdacht

Nun, da der Schweinegrippehype am abflauen ist, ist es Zeit Bilanz zu ziehen, was die Massnahmen bei einer richtigen Pandemie betrifft. Denn zumindest für das war der „Schrecken“ vielleicht ganz gut: dass man sich nämlich mal richtig mit dem Thema befasst und gewisse Dinge mal richtig durchdenken konnte. Es auf dem Papier geschrieben zu sehen ist immer ganz anders, als es dann effektiv ist.

Wir haben ja auch in der Apotheke einen Pandemieplan – das bedeutet, Vorschriften, wie wir uns bei den verschiedenen Alarmstufen zu verhalten haben. Bis Stufe 4 ändert sich eigentlich gar nichts.

Bei Stufe 5 (die wir ja offiziell immer noch haben) müssen wir Maske tragen und die Hände nach jedem Kunden desinfizieren sowie einen Mindestabstand von 1 m einhalten. Der Beratungsraum und alle Räume hinter der Verkaufsfläche sind für die Öffentlichkeit geschlossen. Bedient wird in Schichten. Von der Lagerhaltung her sollte man von den lebenswichtigen Medikamenten einen Vorrat von 3 Monaten an Lager nehmen.

Das geht alles noch, oder?

Bei Stufe 6 ist die Apotheke dann bis auf eine kleine Durchreiche geschlossen. Auch hier trägt man Maske, muss desinfizieren und wechselt alle 2 Stunden die Person, die bedient. Die Öffnungszeiten sind verkürzt und die Angestellten auf ein Minimum beschränkt – was wahrscheinlich sowieso der Fall ist, da man davon ausgehen kann, dass einige krank sein werden und darum ausfallen. Vor Arbeitsbeginn ist von jedem ein Formular auszufüllen bezüglich Arbeitsfähigkeit.

Alles was von aussen kommt ist als kontaminiert zu betrachten, so werden die Lieferkisten mit den Medikamenten soweit möglich auch desinfiziert.

Nur: kein Wort was man mit dem Geld machen soll, das man kriegt, respektive mit den Rezepten – die ja dann wohl sehr infektiös sein können, kommen sie doch von eindeutig kranken Personen?

Also für die Rezepte hätte ich ja eine Idee: der Patient kann dem Arzt sagen in welche Apotheke er geht und der Arzt schickt das Rezept dann per Fax. Voilà: sauberes Rezept und die Medikamente sind schon vorbereitet wenn der Patient kommt, was die Kontaktzeit verkürzt.

Aber das Geld? Gut, die Münzen kann ich ja gleich in Alkohollösung einlegen und auch da wieder rausnehmen, die sind dann halt etwas feucht, aber das kann man abreiben. Und die Noten? Ich sehe mich schon mit Wäscheklämmerli die nassen Noten zum trocken aufhängen … irgendwelche Ideen?

Advertisements


6 Antworten auf „Nicht *ganz* durchdacht

  1. In flüssigen Stickstoff tauchen (hilft das bei auch Viren? Eigentlich doch nicht?), bei 200° dampfsterilisieren (sollte der Schein abkönnen)?

    Oder abhängig von der jeweiligen Erkrankung (viral, fungal, bakterial) behandeln. Gerade wenn das Virus außerhalb des Körpers nur kurz lebensfähig ist, reicht doch eine kurze Quarantäne der Scheine? Oder UV-Bestrahlung bei Bakterien.

    Gefällt mir

  2. Entkeimung mittels UV-C Strahlung sollte hier das probate Mittel sein. Am besten so ne Funzel direkt über der Durchreiche montieren (natürlich so, das man nicht direkt in die Lampe blicken kann), das sollte die Keimbelastung hinter der Durchreiche auch erheblich reduzieren.

    Gefällt mir

  3. @EarlMobile: das wird nicht passieren.

    @bine: man kommt fast nicht an flüssigen Stickstoff … obwohl ich die Effekte damit noch toll finde. Dampfsterilisieren … dann bin ich wieder bei den Wäscheklammern.

    @Denis: Das mit den UV Lampen fände ich noch probat – wo kriegt man denn die Lampen her die die nötige Leistung erbringen?

    @Silberpfeil: ich denke bei den meisten Apotheken reicht das Kabel des EC Gerätes nicht bis zur Durchreiche … und dann wirds schwierig

    Gefällt mir

  4. Für diesen Anwendungszweck gibt es spezielle UV Kammern. Dort tut man den Gegenstand, den man desinfizieren möchte hinein und brät ihn bei ein paar hundert Watt UV-C Strahlung gut durch. Preislich liegen die Dinger bei ca. 2000 Euro pro Stück.

    Von der Anbringung direkt über der Durchreiche würde ich abraten, da UV-C Strahlung Haut und Augenschäden hervorruft.

    Viele Grüße,

    Marcel

    Gefällt mir

This site uses Akismet to reduce spam. .