Auflösung zum Quiz 2

Auflösung des

1. Ein Mann etwa 45 Jahre alt kommt in die Apotheke und will etwas gegen Kopfschmerzen. Er klagt über einseitige, pulsierende Kopfschmerzen die seit gestern abend plötzlich aufgetreten sind. Er kenne so was gar nicht bei sich. Ausserdem schreit er fast, als er mir zeigen will, wo es schmerzt.

Lösung c:

Der Mann hat eine Arteriitis temporalis, eine plötzlich auftretende Entzündung der Schläfenarterie. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf.  Symptome: oft einseitige Kopfschmerzen an der Schläfe, dazu ev. Kauschmerzen. Oft treten vorher auch Sehstörungen auf. Die Schläfenarterie ist dabei sehr druckempfindlich, verdickt (sieht man) und pulsierend.

Unbehandelt besteht ein Risiko von 20% zu erblinden. Mit Cortison ist das aber gut behandelbar – wenn man es rechtzeitig erkennt und reagiert.

Migräne hat zwar auch vorher Sehstörungen (Aura) ist oft einseitig und pulsierend, aber man ist nicht druckempfindlich, ausserdem kennen das die Betroffenen vorher schon.

Cluster Kopfschmerzen treten praktisch immer einseitig auf und zwar oft über Monate oder Jahre gehäuft, um dann wieder lange beschwerdefrei zu sein. Sie zeigen ausserdem die Neigung immer zur gleichen Tageszeit aufzutreten. Häufig sind auch Begleitsymptome wie gerötete, tränende Augen. Auch hier gilt: keine Druckempfindlichkeit.

Ein Schlaganfall kann plötzlich auftreten, zu den Warnzeichen gehören auch heftige Kopfschmerzen, dazu möglich: Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühl und Lähmungen, Schwindel. Die Kopfschmerzen sollen dabei ungewöhnlich heftig sein.  Der Patient mit Schlaganfall gehört sofort ins Spital!

2. Eine junge Frau kommt in die Apotheke, als sie ein Dulcolax bestellt, sehe ich ihre Zähne

Die Junge Frau leidet unter Bulimie, also Ess-Brechsucht. Sie hat ein gestörtes Essverhalten ausgelöst durch eine verzerrte Selbstwahrnehmung.

Nachdem sie gegessen hat, entledigt sie sich ihres Mageninhaltes wieder mittels Erbrechen. Dabei greift die Magensäure die Zähne an.

Das Dulcolax soll ebenfalls dazu dienen dass sie nicht zunimmt respektive abnimmt. Dulcolax (Picosulfat) ist ein Abführmittel das via Reizung des Darmes wirkt. Das Problem: der Darm wird mit der Zeit träge – man kann gar nicht mehr ohne diese zusätzliche Reizung Stuhlgang haben. Ausserdem verliert man einiges an Elektrolyten, was zu weiteren Problemen führen kann. In der Apotheke kann man häufig beobachten, dass Leute mit Abfürmittelmissbrauch eine lederartige, fältelige gelb-braunstichige Haut bekommen. Meist sieht man es den ausgemergelt erscheinenden Frauen schon an, was sie wollen.

3. Das unleserliche Rezept

Pantozol 40 mg XXX

Tonopan XX Tbl

Tylenol forte XX

Augmentin 1g XV

Lymann 200’000 forte 100g Gel

Eltroxin 0.1 mg C

Ponstan 500 36 Tbl

Triderm Creme 30g

….. Intras

Arztunterschrift

wenn man weiss, was es sein soll gar nicht mehr soo schlimm, oder?

4. Eine Frau kommt mit verbrannter Hand in die Apotheke:

Die Frau hat eine verbrannte Haut aufgrund einer phototoxischen Reaktion mit der Pflanze c: Herculaneum montegazzinum – auch Herkulesstaude oder Riesenbärenklau genannt.

Die Pflanze ist eingeschleppt worden und jetzt wird man sie kaum mehr los. Eigentlich sieht sie ja noch hübsch aus und macht mit ihrer Grösse: über 2m hoch recht was her. Aber sie ist sehr problematisch, wenn man Pflanzensaft auf die Haut bekommt und die Sonne scheint

Die erste Pflanze ist natürlich eine Brennessel, (Urtica dioica) die mit ihren Brennhaaren auch Rötungen und Hautreizungen verursachen kann –aber nie derartige Verbrennungen.

b

Die zweite Pflanze ist Johanniskraut (Hypericum perforatum). Die macht zwar bei Berührung nichts, man sollte aber daran denken, dass Leute die Johanniskrautpräparate einnehmen vor allem wenn sie hellhäutig sind Sonne und Solarien meiden sollen, da die Pflanze eine photosensibilisierung auslösen kann, d.h. man bekommt viel eher einen Sonnenbrand.

5. Ein älterer Mann kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Husten haben.

Medikamentenliste:

a) Aspirin cardio (Acidum acetylsalicylicum)

b) Sortis (Atorvastatin)

c) Reniten (Enalapril)

d) Nitroderm Pflaster (Nitroglycerin)

e) Bexin Tropfen (Dextromethorphan)

Lösung: c) Der Hauptverdächtige hier ist das Reniten, Enalapril ist ein ACE-Hemmer und zu deren prominentesten Nebenwirkungen gehört trockener Husten.

Dabei nützt es auch nichts auf einen anderen ACE Hemmer auszuweichen, weil wenn man den Husten bei einem hat, man davon ausgehen kann, dass es die anderen der gleichen Klasse auch machen. Besser ist ein Wechsel auf z.B. ein Sartan.

Das Bexin auf seiner Liste … vielleicht hat er das sogar vom Arzt eben gegen den Husten bekommen. Ich habe eine Kundin, die jahrelang  (!) ACE-Hemmer genommen und gehustet hat. Sie hat es dem Arzt erzählt, der nie reagiert hat. Bis sie zu uns kam und wir das Problem erkannten. Ok, es war mühsam ein neues passendes Blutdruck-Medikament zu finden und wir brauchten ein paar Versuche, aber seitdem kann sie wieder in Ruhe schlafen.

Dementsprechend haben die meisten richtigen Antworten gegeben:

1. EarlMobile und Esther

2. Sandra – mit allen Medis auf dem Rezept richtig erkannt

3. Albert, Marcel und Nicole

4. Büsi

5. Kinderdoc

6. Denis

Danke fürs Mitmachen! Ich weiss, es war schwierig.



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