Unbedingt zu vermeiden

Der heutige Blogpost ist sozusagen ein Gastbeitrag von Nicole aus Hessen. Ich danke vielmals für den Lacher!

Eine kleine Ansammlung von Sätzen, die wir in unserer Apotheke tunlichst vermeiden sollten.

„Bringen sie ihre alte Schachtel mit“ / „Haben sie ihre alte Schachtel dabei?“

oder ähnlich:

„Bringen sie ihre Alte mit / Haben sie ihre Alte dabei?“

… Beides Fragen nach der bisherigen Medikation, die ziemlich missverstanden werden können….

„Soll ich ihnen eins runterholen?“

Aus dem Lager natürlich … diese zweideutigen Sätzchen können einen manchmal wirklich in Schwierigkeiten bringen!

„Kann ich es ihnen besorgen?“

„Kann ich es ihnen bestellen“, ist besser, aber leider auch nicht so optimal. Oftmals bekommst du dann vom Kunden zu hören: „Ja ich weiß nicht, ob sie das können?“

„Haben sie ihren Stecher dabei?“

Gemeint ist eine Stechhilfe für die Blutzucker-messung. Dazu muß man sagen, daß bei uns in Hessen der Ausdruck „Stecher“ eine etwas abfällige Bezeichnung für den Freund einer Frau ist.

„Na, da haben sie ja ne riesen Latte!“

Ja, ja manchmal sagt man Dinge. Der Kunde hatte aber auch einen riesen Einkaufszettel dabei um seine Hausapotheke wieder aufzufüllen.

Wer kennt noch mehr?

Übrigens: Wenn jemand eine lustige Begebenheit weiss in und um die Apotheke oder Drogerie und sie gerne hier sehen möchte, darf man sie mir gerne mailen (pharmama08(at)gmail.com. Ich veröffentliche es nach Wunsch auch ohne Autorenangabe.



11 Antworten auf „Unbedingt zu vermeiden

  1. Ein Spruch meiner Mathelehrerin könnte auch glatt aus einem Witzbuch stammen:
    „Wo keine Potenz ist, kann man auch nichts runterholen.“

    (Es ging im Übrigen ums Differenzieren von Funktionen)

    Grüße Floore]

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  2. Wer, um alles in der Welt benutzt das wort „Latte“ ausgerechnet mit diesem adjektiv als Synonym für „Einkaufszettel?“

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  3. Auch nicht schlecht:

    „Brauchen Sie einen Gummi?“

    Meine Frage, ob der Kunde einen Gummi-RING bräuchte…… ich habs zu spät gemerkt.

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  4. @ix: Die „Latte“ kenn ich als Synonym für „Liste“ oder auch „Menge“, z.B. als „eine lange Latte von…“ oder „eine ganze Latte an…“.

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  5. @ Jörg: Nein, das ist etwas, was ich im OP auch nicht gerne hören würde …. brrr.

    @ Floore: Ich hoffe, ihr habt auch alle ausgiebig gelacht! War der Absicht? Köstlich!

    @ René: Oups! :-)

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  6. Hmm, nen Spruch hab ich nicht, höchstens eine Geschichte, die ich eigentlich ganz witzig finde, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich ein Arztkind bin und aus einer Kleinstadt komme, wo mein Vater und somit auch ich, recht bekannt ist. Ich weiß ja nicht, was so Apotheken-Beratungs-Standart ist, vielleicht denken die zu Hause auch: „Die Tochter von Dr. Sowieso wird schon wissen, was sie haben will.“

    Auf jeden Fall war ich dann hier, wo ich studiere, in der Apotheke um mir einen ganz simplen Hustensaft zu kaufen, ich war halt erkältet.
    Aber irgendwie war die Apothekerin im Beratungswahn, so kam es mir jedenfalls vor ;)
    Zuerst fragte sie mich, für wen das sei, ob für mich oder jemand anderen, dann was ich wolle, etwas synthetisches oder etwas pflanzliches. Ich fragte daraufhin, was denn schneller wirken würde, woraufhin sie mir etwas synthetisches empfahl und ich sagte gut, dann nehme ich das. Aber sie war noch lang nicht fertig ;)
    A: „Müssen wir bei Ihnen irgendetwas beachten, sind sie gegen irgendwas allergisch?“
    I: „Nein, ich bin gegen nichts allergisch.“
    A: „Sind sie schwanger?“
    Da hab ich bestimmt entsetzt geguckt ;)
    I: „Nein, ich bin auch nicht schwanger!“
    A: „Stillen sie?“
    Da hab ich sie noch entsetzter angeschaut und erstmal gar nichts gesagt, wie kommt die gute Frau denn auf die Idee? Gut, hier laufen ne Menge junge Mädels in meinem Alter rum, die nen Kinderwagen vor sich her schieben, aber ich finde, ich seh nicht so aus, als würde ich in diese Schubklade passen. Sorry, das hört sich vielleicht etwas hart an, aber die meisten fallen hier leider in das Klischee, ich hab keine Perspektive, also krieg ich erst mal ein Kind.
    Ich hab sie angeschaut, sie hat mich zurück angeschaut, so ging ne halbe Minute, sie hat sich nicht gerührt, bis ich ihr dann auch versichert habe, dass ich auch nicht stillen würde.
    Ich fand das irgendwie komisch, klar, Beratung ist schon wichtig, aber bei meinem entsetzten Gesicht auf die Frage, ob ich schwanger sei, hätte sie sich doch eigentlich auch denken können, dass ich nicht stille, oder?

    Als ich dann da irgendwann ein Nasenspray kaufen wollte, wurde es ähnlich, irgendwie ist mir das ja suspekt, weil ich das so gar nicht kenne. Oder ist das doch normal?

    Klären sie mich doch auf, liebe Phamama :)

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  7. Es gibt inzwischen tatsächlich auch Richtlinien, nach denen wir beraten sollen, rsp. was wir alles fragen müssen (!). Das absolute Minimum danach ist:
    1. Für wen ist es?
    2. Für was ist es?
    3. Werden andere Medikamente genommen? = gibt es mögliche Wechselwirkungen
    4. gibt es Kontraindikationen? = wann das Medikament nicht genommen werden darf: Allergien, Schwangerschaft oder Stillzeit …
    5. Ist die Anwendung des Medikamentes bekannt?
    Sie sehen also, liebe Polly Oliver, die Apothekerin hat sie nicht zu unrecht „geplagt“. Speziell noch, weil sie nicht einen bestimmten Hustensaft wollten – dann muss man zwar immer noch all das abklären, aber man kann es etwas abkürzen.
    Oh, und wenn man das einmal *nicht* fragt, steht bestimmt der Kassensturz (in der CH) oder sonst ein Testblättchen oder ein Fernsehsender in der Apotheke, die das dann nachher als Beratungsmanko darstellen.

    Meine Meinung: Medikamente sind keine Nahrungsmittel und brauchen eine fachliche Beratung, ABER: man kann alles übertreiben. Das mit dem Stillen bei ihnen: DAS ist übertrieben.

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  8. Huch was sehe ich denn da… meine kleine bescheidene Sammlung für jedermann sichtbar. Ich bin sprachlos…

    Liebe Grüße aus Hessen

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