Hausverbot

Es kommt (zum Glück) selten genug vor, dass wir jemandem Hausverbot erteilen müssen. Die letzte war Bierfläschchenfrau. Besagte Frau ist öfters schon am Morgen mit ihren Bierflaschen unterwegs und hat sich in Ihrer alkohol-induzierten Demenz schon einiges grenzwertiges* geleistet in der Apotheke.

Wüste Beschimpfungen wegen nichts gehörten praktisch zur Tagesordnung, wenn sie vorbeikam aber als sie eine meiner Mitarbeiterinnen anspuckte (!) war es fertig mit der Geduld.

„Jetzt ist fertig. Sie haben Hausverbot!“ und falls das noch nicht angekommen ist im alkoholvernebelten Gehirn: „Sie brauchen nicht mehr wiederzukommen, Sie werden nicht mehr bedient werden und falls sie trotzdem wieder in diesen Laden kommen, werde ich sie nach draussen begleiten lassen.“

Das Problem ist nur, dass sie das in ein paar Wochen wieder vergessen haben wird (dem Alkohol sei dank) – und dann fängt das Theater wieder an.

Im Moment darf sie nach halbjährigem Hausverbot wieder kommen – allerdings nur solange sie sich benimmt.

*zum Beispiel: Einmal wollte sie unbedingt Bepanthen Salbe für ihre Rückenschmerzen. Alles beteuern unsererseits, dass das garantiert nicht das Richtige ist und nicht gegen Schmerzen hilft war sinnlos. Sie will und kauft die Tube.

Ein paar Stunden später schickt sie die Nachbarin, damit sie die Tube zurückgibt.

Ich schau mir jedes Produkt das die Leute umtauschen / zurückgeben wollen an und: die Tube ist geöffnet worden. Sorry, aber dafür gibt es kein Geld zurück. Da hilft es auch nichts später den ganzen Laden zusammenzuschreien.

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5 Antworten auf „Hausverbot

  1. Da das Verhalten der Frau auf die Alkoholdemenz zurückzuführen ist, sehe ich eigentlich keinen Anlass, ihr Verhalten öffentlich anzuprangern. Natürlich ist es sehr unangenehm und lästig, sie im Laden zu haben. Aber es handelt sich um das traurige Schicksal eines kranken Menschen.

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  2. Was denn? Soll ich wenn jemand Alkohol hatte das als Entschuldigung für alles nehmen? Das ist fast so, wie wenn jemand unter Alkoholeinfluss (möglicherweise wiederholt) einen Unfall baut und es ihm dann als „mildernder Umstand“ angerechnet wird.
    Das kann ich nicht wirklich verstehen.

    Wenn Sie meine Mitarbeiter anspuckt bekommt sie Hausverbot.
    In dem Sinn schütze ich nicht nur meine Mitarbeiter – das ist nämlich nicht nur unangenehm sondern ein Gesundheitsrisiko!

    Und Du kannst beruhigt sein, ich habe es ihr ruhig und freundlich beigebracht – nichts mit öffentlich „anprangern“. Im Gegensatz zu ihr *kann* ich nämlich auch ohne Gefluche und Geschrei mit andern Menschen umgehen.

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  3. Ich sage nicht, dass das Hausverbot nicht angebracht war oder dass ihr Verhalten begrüßenswert oder gar hinnehmbar wäre, aber wenn sie durch den Alkohol schon so weit geistig abgebaut („Demenz“) hat, dann ist doch da mit Vernunft ohnehin nichts mehr zu erreichen. Das hat auch nichts mit Fahren unter Alkoholeinfluss zu tun, der Vergleich passt einfach nicht. Aufgrund deiner Schilderung vermute ich, dass sie garnicht mehr in der Lage ist, sich sozialadäquat zu verhalten. Dass das für die Beteiligten mehr als unangenehm ist, verstehe ich. Ich sehe nur keinen Anlass, den entsprechenden Unmut darüber in einem Blog zu äußern. Ähnlich wie es nichts bringt, gegen den Schrank zu treten, an dem man sich gestoßen hat.

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  4. PS: Natürlich ist es dein Blog und ich will dir nicht vorschreiben, was du hier reinschreibst. Das steht mit ganz sicher nicht zu. Aber die Aufmachung als so eine Art „Aufreger“ finde ich einfach unpassend.

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